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  • Sam Savage - Firmin: 31. Juli 2008

Autor Thema: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben  (Gelesen 11930 mal)

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #30 am: 02. August 2008, 12:09:05 »

Seit ihr vom Ende auch irgendwie so "unbefriedigt" wie ich?  :gruebel:

Also ich fand das Ende irgendwie passend! Habe schon damit gerechnet, dass es so ausgehen wird. Unbefriedigend?
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tjaa

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #31 am: 02. August 2008, 12:13:07 »

Ich habe gestern bis einschließlich Kapitel 4 gelesen.

Ich hatte den Eindruck, dass man ohne Kenntnisse erst nach einigen Seiten merkt, dass eine Ratte erzählt. Das fand ich ganz süß, dass der Autor versucht (?), Firmin menschlich denken zu lassen. Für ihn erscheint alles normal, in seinem Rattenleben eben.
Die Schreibweise gefällt mir gut, vor allem Firmins Zynismus lockert die Geschichte aus. Sonst könnte sie vielleicht etwas trocken erscheinen. Zitate wie folgende sind mir besonders ins Auge gestochen. Für Firmin haben sie eine ganz bestimmte Bedeutung, aber irgendwie können sie auch auf Menschen und ihr Verhalten bezogen werden. (Aber das weiß Firmin natürlich nicht, er ist ja eine Ratte ;) ).

S. 20: "Dass ich meine Familie lebend überstanden habe, ist ein Wunder."
Firmin bezieht diesen Satz natürlich darauf, dass seine Mam nur 12 Zitzen für 13 Babys hatte und der kleine Firmin immer ums Überleben kämpfen musste. Deshalb beginnt er ja auch schnell, Bücher zu futtern, um durchzukommen.
Doch irgendwie erinnert mich der Satz genauso an Menschen, die es vielleicht nicht immer leicht hatten, bei denen es viel Stress gab mit der Familie. Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch ein Mensch von seiner Kindheit/Jugend sagt.


S. 29: "Nichts erzeugt so zuverlässig ein Gefühl der Zusammengehörigkeit wie gemeinsam angerichtete Zerstörung."
Das sagt Firmin, als er das Lager seiner Familie fast komplett aufgefressen hat, die Mam neue Buchseiten herbeischleppt und die Kids durch chaotisches Zerreißen das Lager wieder herstellen.
Dieser Satz klingt wie eine Lebensweisheit Firmins bzw. des Autors, die er in seinem Buch ja so gerne verpackt.


Zum Thema Mitleid: Das habe ich auch nicht wirklich, ich denke, Firmin hat sich so ins Leben gekämpft und hatte nie Hilfe von seiner Familie, so dass er es jetzt auch alleine schaffen wird. Er ist ja sehr selbstständig, und zumindest von seiner Mam und ihrem Verhalten erwartet er nicht viel, da sie seiner Meinung nach ja sowieso wieder auf der Straße gelandet ist.

Die Vergleiche mit den Menschen, ob die nun absichtlich von Firmin gebracht werden oder nicht, finde ich süß. Gerade z.B. dass seine Mam als Nutte an der Straßenecke landet (stelle man sich mal eine Nutte in Form einer Ratte vor... lach...
Oder wie er zum ersten Mal seine Sexualität entdeckt, weil seine Schwester Luweena so einen hübschen Po hat und mit diesem auch wackelt.

Ich werde heute mit Sicherheit weiterlesen, bisher gefällt mir das Buch wirklich gut. Nicht so sehr aufgrund der Handlung, sondern eher aufgrund der Sprache und des damit verbundenen Zynismus Firmins.


Habt ihr euch eigentlich mal das Umschlagfoto von Sam Savage angesehen? Ich finde, der passt ja wirklich zu so einem Rattenleben. Ein richtig uriger Typ, passt super zum Buch :)
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Saltanah

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #32 am: 02. August 2008, 12:59:54 »

Ich hatte den Eindruck, dass man ohne Kenntnisse erst nach einigen Seiten merkt, dass eine Ratte erzählt. Das fand ich ganz süß, dass der Autor versucht (?), Firmin menschlich denken zu lassen.

Habt ihr eigentlich mal das englische Cover gesehen? Da ist Firmin auch körperlich sehr menschlich! (Und überhaupt nicht so angenehm wie auf dem deutschen.)
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tjaa

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #33 am: 02. August 2008, 13:14:21 »

Ich hatte den Eindruck, dass man ohne Kenntnisse erst nach einigen Seiten merkt, dass eine Ratte erzählt. Das fand ich ganz süß, dass der Autor versucht (?), Firmin menschlich denken zu lassen.

Habt ihr eigentlich mal das englische Cover gesehen? Da ist Firmin auch körperlich sehr menschlich! (Und überhaupt nicht so angenehm wie auf dem deutschen.)


Das stimmt allerdings. Und obwohl das ja schon irgendwie passt (weil Firmin ja irgendwie so menschlich ist...), gefällt mir das deutsche Cover viel besser  :smile:
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Bettina

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #34 am: 02. August 2008, 14:10:38 »

Es gibt auch noch andere Ausgaben, wie ich gesehen habe. Darunter eine angeknabberte. Eine andere angeknabberte Version habe ich auch mal aufgeschnappt, aber die finde ich leider nicht mehr.
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Miramis

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #35 am: 02. August 2008, 14:25:54 »

Das deutsche Cover passt viel besser zur Figur; Firmin beschreibt sich doch selbst so, dass sein Kopf überdimensional groß gegenüber dem Rest des Körpers ist. Das ist auf dem deutschen Cover sehr gut getroffen, finde ich. Das englische dagegen... :rollen:



Ok, wenn man aus Firmin eine Art Rattenmenschen machen möchte, dann versinnbildlicht der englische Firmin das schon ganz gut. Ich hab ihn bis jetzt aber so verstanden, dass er körperlich ganz Ratte ist, geistig jedoch eher ein Mensch.

Ich bin übrigens inzwischen bei Kapitel 6 angelangt und finde die Geschichte im Moment etwas handlungsarm. Firmins Rattenphilosophie in allen Ehren, aber er ist aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten ganz schön von sich eingenommen. Mit aller Macht will er sich abgrenzen, will der Außenseiter sein. Die Bindung zu seiner Familie verliert er gänzlich und er trauert ihnen auch nicht sonderlich hinterher; in dieser Hinsicht ist er plötzlich wieder total Ratte.

Eindrucksvoll finde ich, wie er sich in die gelesenen Bücher hineinversetzen kann; er liest nicht nur, er lebt die Geschichten, die er da liest, und schlüpft in die Rolle des Hauptprotagonisten. Raffiniert hat der Autor die Sache mit der Sprache hinbekommen; es ist ganz klar, dass Firmin nicht sprechen kann, sondern nur fiepen. Die Sätze, die er bildet, bleiben unausgesprochen in seinem Gehirn (fast schon wieder tragisch  :breitgrins:).

Überhaupt spielt das Körperliche immer wieder eine wichtige Rolle, zum Beispiel die Entdeckung seines Selbstbildnisses im Spiegel. Oder auch seine Bewunderung für die Pornodarstellerinnen im Rialto, seine Beobachtungen zur Schädelform und der damit verbundenen Charaktereigenschaften und seine Entdeckung der Toilette (einfach köstlich!). Diese Absätze bilden einen willkommenen Kontrast zu den zahlreichen eher kopflastigen ( :breitgrins:) Abschnitten im Buch.

Nun kommen auch die Menschen ins Spiel. Firmin macht sich ein genaues Bild von Norman und ich fand es sehr rührend, wie er ihm Geschenke bringt. Ein Versuch, auf sich aufmerksam zu machen, ohne gleich die Bühne zu betreten; ob Norman wohl jemals herausfindet, von wem der Ring und die Blumen sind? Ob es wohl je zu einer Begegnung zwischen den beiden kommt? Ich hoffe nur, dass Firmin dabei keinen Schaden nimmt; denn im alllgemeinen wissen Buchhändler es nicht sehr zu schätzen, wenn Ratten ihre Bücher anknabbern. Auch die Pläne, das ganze Stadtviertel mitsamt dem Buchladen abzureissen, machen mir Sorgen. Was täte Firmin nur ohne seine Bücher?

Mal sehen, wie es weitergeht...

Viele liebe Grüße  :winken:
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Machandel

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #36 am: 02. August 2008, 16:21:04 »

So. Auch wenn die Welt da draußen gegen mein Lesen ist, habe ich es bis einschließlich Kapitel 5 geschafft. (Ich verrate glaube ich gar nichts, aber sicher ist sicher.)

Und ich muss sagen, es gefällt mir irgendwie so gar nicht. Die Geschichte kommt nicht richtig in Schwung, Firmin will mir nicht ans Herz wachsen, und die immer wieder eingestreuten Bücher finde ich - besonders, wenn dann der Titel nicht genannt wird - eher nervig als interessant.

Was mir bei dem Buch ganz entschieden fehlt, ist eine Auflistung der zitierten (am besten aber aller erwähnten) Bücher. Zum Beispiel bei den ersten Sätzen, die dann zu keinen guten Büchern geführt haben (1. Kapitel) hätte ich nur zu gerne gewusst, um welche es sich handelt, und wenn es eben nicht in den Text passt, wäre doch so eine Liste am Ende des Buches eine gute Lösung gewesen.

Gewundert hat mich die Werbung am Ende, Werbung in Büchern - die für Pfandbrief und Kommunalobligation ausgenommen - kannte ich bisher noch gar nicht. Oder gibt es die nur im Leseexemplar? :confused:
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Miramis

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #37 am: 02. August 2008, 17:51:45 »

Was mir bei dem Buch ganz entschieden fehlt, ist eine Auflistung der zitierten (am besten aber aller erwähnten) Bücher.
Genau, so eine Auflistung würde ich mir auch wünschen - ich erkenne kaum etwas von den Anspielungen, die in dem Roman enthalten sind.
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Bettina

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #38 am: 02. August 2008, 18:27:36 »

Was mir bei dem Buch ganz entschieden fehlt, ist eine Auflistung der zitierten (am besten aber aller erwähnten) Bücher.
Genau, so eine Auflistung würde ich mir auch wünschen - ich erkenne kaum etwas von den Anspielungen, die in dem Roman enthalten sind.

Herdenposting.... Mir ergeht es auch so, dass ich die Anspielungen vielfach nicht erkenne. Aber eine Liste? Umgekehrt kann ich mir aber nämlich nicht vorstellen, dass Anhang oder Fußzeilen zu diesem Buch passen würden.
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Stephi

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #39 am: 02. August 2008, 18:49:54 »

Was mir bei dem Buch ganz entschieden fehlt, ist eine Auflistung der zitierten (am besten aber aller erwähnten) Bücher.
Genau, so eine Auflistung würde ich mir auch wünschen - ich erkenne kaum etwas von den Anspielungen, die in dem Roman enthalten sind.

Das fände ich auch total praktisch. Allerdings wird durch die Unkenntnis der Bücher mein Lesevergnügen nicht beeinträchtigt. Ich denke nur, dass das Lesen mit einer solchen Liste vielleicht noch etwas interessanter wäre.

Ich freue mich sehr für Firmin, dass er jetzt Jerry hat, die beiden scheinen sich ja gut zu verstehen!

Das finde ich auch. Als ich Kapitel 9 gelesen habe war ich doch sehr froh, dass an dieser Stelle Jerry auf den Plan trat. Ich hatte den schon fast wieder vergessen :redface:, aber da war ich dann doch sehr glücklich, dass es ihn gab. :breitgrins: Eine gepflegte „Männer-WG“ ist doch was Feines. :zwinker:

Allerdings zeigt sich mal wieder, dass Firmins Glaube an das Gute im Menschen wirklich grenzenlos ist.  :rollen: Offensichtlich ist er zumindest in dieser Hinsicht nicht so clever, wie es sonst den Anschein macht.

Da dachte ich, dass unser Firmin endlich einen Freund für's Leben gefunden hat und dann
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einfach so...  :traurig:

Oh ja...das verhängnisvolle 13. Kapitel...eine Tragödie jagt in diesem Buch die nächste. Was fand ich das furchtbar.  :heul:
Firmin ist also am Ende doch wieder alleine und er tut mir total leid. Gerade hätte für ihn mal alles richtig gut laufen können und dann passiert so was. :wand:

Ich habe irgendwie mit einem glücklichen Ende für Firmin gerechnet.  :gruebel: Aber die letzten beiden Kapitel sind ja dann echt total deprimierend.
Einerseits finde ich es sehr schön,
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andererseits ist das Ende aber auch sehr traurig.

Das ganze letzte Kapitel fand ich etwas eigenartig. Es war als wenn er sich durch den Tagtraum (Es war doch ein Tagtraum, oder?) noch ein letztes Mal aufgebäumt hat und dann schließlich doch resigniert und die Dinge erwartet, die auf ihn zukommen. Teilweise habe ich echt den Überblick verloren, weil die Überleitung zu dem Traum (wenn es denn einer war) so ganz anders war, als es bis dahin der Fall war. :grübel:

Im Endeffekt bin ich aber trotzdem total begeistert. Allerdings liegt das weniger am Inhalt des Buches als vielmehr an der Sprache, da der Inhalt ja wirklich nicht viel hergibt.
Und außerdem freue ich mich, dass Firmin mal etwas anderes beschreibt und zu sehen kriegt als den Buchladen. Langsam wäre mir das nämlich langweilig geworden.

Das dachte ich auch. Aber unglücklicherweise hat die Freude ja nicht lange angehalten, denn ein Weg nach unten in die Buchhandlung war ja relativ schnell wieder verfügbar.  :rollen:

Sprachlich hingegen ist dieses Buch für mich grandios gewesen.  :klatschen:
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Mrs.Dalloway

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #40 am: 02. August 2008, 20:08:01 »

Ich habe das Buch auch gerade beendet.

Irgendwie bin ich gerade noch etwas perplex. So richtig hat mir das Ende ja irgendwie doch nicht zugesagt. Ich finde es zwar auch gut, dass das Buch endet wo es angefangen hat, aber was sollte denn dieser komische Tagtraum. Irgendwie fand ich den etwas komisch. Es wurde ja zuvor erwähnt, dass Firmin häufig Erinnerungen mit Phantasien verwechselt und vermischt... Ich denke, das werde ich wohl nochmal lesen müssen. Vielleicht werde ich dann klüger daraus.

Welche Buchanspielungen meint ihr denn alle? Dass häufig Titel eingeflossen sind, war ja offensichtlich, aber die fand ich doch recht leicht zuzuordnen. Meint ihr vielleicht diese kurzen, kursiv gesetzten Sätze, die über das ganze Buch verstreut waren? Ich interpretiere dass eher so, dass das einfach Einfälle von Firmin selbst sind. Ich denke, dass das eher die Funktion hatte, sein eigenes Leben zu ordnen und den einzelnen Epochen Überschriften zu verleihen. Das Buch ist ja eine fiktive Autobiografie und Firmins Gedankengänge gleichen sehr denen eines Schriftstellers (wie ja auch schon zu Beginn des ersten Kapitels deutlich wird). Ich denke, dass sind einfach so spontane Einwürfe Firmins.
War das einigermaßen verständlich? Ich kann mich nicht so gut ausdrücken und bin eher schlecht im Erklären.  :redface:

Ich werde jetzt noch etwas über das Buch nachdenken und dann eine Rezi schreiben.

Aber vorher mache ich mich noch etwas schlau über diese Beat-Generation, die im Klappentext erwähnt wird.
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kathchen

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #41 am: 02. August 2008, 20:38:51 »

Seit ihr vom Ende auch irgendwie so "unbefriedigt" wie ich?  :gruebel:
Irgendwie bin ich auch etwas unbefriedigt...ich meine, alles in allem finde ich das Buch ganz gut...aber vorallem das letzte Kapitel mit dem Tagtraum hätte man sich sparen können...hmm...

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #42 am: 02. August 2008, 21:51:42 »

Da ich heute sehr viel im Zug saß, habe ich auch richtig viel gelesen.
Allerdings geht es mir nicht so wie euch mit Firmin.
Die Geschichte selbst finde ich nach wie vor sehr Ideenreich und gut.
Jedoch wird mir Firmin immer unsympatischer.
Miramis hatte ihn in ihrem ersten Beitrag als
ganz schön selbstverliebt und egozentrisch.
beschrieben und je weiter ich lese umso mehr muß ich dir Recht geben.

Trotzdem gibt es sehr viele Stellen bei denen ich doch herzhaft lachen musste, als er sich zum ersten Mal im Spiegel sah, oder als er hinter seiner  Schwester herlief und sie am liebsten von hinten gepackt hätte  :breitgrins: wegen dieses Hinterteils
So gibt es sehr viele Szenen dir mir sehr gut gefielen, aber inzwischen frage ich mich auch : Wo führt das ganze hin?

Ob ich heute abend noch weiterlese weiß ich noch nicht, aber es sind nur noch 63 Seiten, das werde ich wohl spätestens morgen beenden.
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:biene: 
liest u.a.
SLW 2012   Coverliste 3/10   

Da ich eher selten hier bin wünsche ich allen Geburtstagkinder alles liebe und gute

Bettina

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #43 am: 02. August 2008, 23:09:50 »

So, nachdem ich vor lauter Arbeit nur das Cover sehnsuchtsvoll begucken konnte, habe ich heute Abend Kapitel 3 gelesen - manchmal geht vor lauter Drumherum einfach nicht mehr.

Ich weiß gerade nicht so recht, was ich von Firmin halten soll. Zwischendurch kommen Selbstbetrachtungen, bei denen er überheblich rüberkommt (wie auch Miramis und Bine kommentiert haben). Sein Wissen ist mehr wert als das, was seine Familie kann. Das hilft ihm nur gar nichts bei seinem ersten Ausflug in die Außenwelt, als er mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert wird. Ich habe das Gefühl, Firmin hat das nicht als Chance und Erweiterung begriffen, sondern als bloße Störung seiner hochgeistigen Bildung. Dabei bot sich da draußen eine typisch rattige Erweiterung des Speiseplans, eine Übung im Überleben und das Erlernen von Kniffen.

Zwar ist Firmin mir "nicht ans Herz gewachsen", wie Machandel das auch sagt, aber die Geschichte liest sich immer noch gut und flüssig und vor allem will ich nach wie vor wissen, wo mich das Ganze hinführt. Speziell die Kommentare über das Ende machen mich sehr neugierig.
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Stephi

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Re: Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben
« Antwort #44 am: 02. August 2008, 23:21:16 »

Sein Wissen ist mehr wert als das, was seine Familie kann. Das hilft ihm nur gar nichts bei seinem ersten Ausflug in die Außenwelt, als er mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert wird. Ich habe das Gefühl, Firmin hat das nicht als Chance und Erweiterung begriffen, sondern als bloße Störung seiner hochgeistigen Bildung. Dabei bot sich da draußen eine typisch rattige Erweiterung des Speiseplans, eine Übung im Überleben und das Erlernen von Kniffen.

Ich denke auch, dass er die Möglichkeiten, die sich ihm "draußen" bieten nicht wirklich erkannt hat.
Andererseits muss man glaube ich auch bedenken, dass seine Geschwister bis zu dem Zeitpunkt nur den Keller kannten und dabei eigentlich nur die Ecke, in der sie schon geboren wurden. Firmin ist ja der einzige, der sich herausgewagt hat. Und er hat halt durch seine Besuche in der Buchhandlung im Vergleich zu seinen Geschwistern ganz andere Voraussetzungen, da er ja eben schon etwas anderes kennt. Vielleicht hat er dadurch einfach gar nicht mehr das Bedürfnis, eine Alternative zum Keller kennenzulernen.

Natürlich freuen sich seine Geschwister darauf, endlich was von der Welt (in diesem Fall natürlich sehr beschränkt nur von Boston) zu sehen. Wer würde das nicht, wenn er immer nur die gleichen 4 Wände gesehen hat.

Von daher halte ich Firmin gar nicht für so überheblich. Er hat seine Erfüllung vielleicht in seinen Augen schon gefunden.

Liebe Grüße
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