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Autor Thema: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben  (Gelesen 8360 mal)

Alfa_Romea

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #30 am: 11. Januar 2009, 19:29:11 »

Hi!

Ein interessanter Thread mit kontroversen Meinungen - das Buch polarisiert offenbar nicht nur bei den amazon-Rezensenten, sondern auch hier. Ich stelle mich jedenfalls in die Reihe derer, die Firmin toll finden. Hier ist meine Rezension (ich habe nicht die deutsche HC-Version, sondern die englische TB-Version gelesen):



Inhalt:
Firmin ist die 13. Ratte in einem Wurf und deswegen schon von Anfang an benachteiligt, da die Mutter nur zwölf Zitzen hat und Firmin immer um sein Essen kämpfen muss. Da die Rattenfamilie versteckt im Keller einer Buchhandlung lebt, entdeckt Firmin Bücher als Nahrung – zuerst nur für den Körper, später dann auch für den Geist. Er lernt lesen und arbeitet sich durch grosse literarische Werke, Trivialeres und Sachbücher. Die Literatur (und später auch Kinofilme) sind seine einzig wahren Freunde in einem sonst einsamen Rattenleben.

Meine Meinung:
Selber hätte ich dieses Buch wohl nie gelesen, aber dann wurde es von meinem Lieblingskritiker Denis Scheck im Rahmen der Sendung «Druckfrisch» wärmstens empfohlen und so bekam es eine Chance. Innerhalb kurzer Zeit habe ich dieses aussergewöhnliche Werk förmlich verschlungen, gepackt hatte mich die Geschichte bereits nach den ersten Sätzen.

Mit Firmin hat Sam Savage einen Charakter geschaffen, der durch seine Schicksalsschläge zwar immer ein wenig trauriger wird, sich aber immer wieder hochrappelt und versucht, das Beste aus einer Situation zu machen. Er verliert sich zudem gerne in die wildesten Tagträume und schämt sich dessen keineswegs, sondern nimmt sich viel Zeit, in seiner Fantasie auch die kleinsten Details richtig hinzubekommen. Firmin weiss, dass er einem Aussenstehenden verrückt erscheinen würde, aber auch das kümmert ihn wenig – zumal da auch keiner ist, der ihn beurteilen würde.

Trotz seiner Einsamkeit – die auch daher rührt, dass er keine richtige Ratte und trotzdem kein Mensch ist – lässt er sich nie unterkriegen und versucht, sich sein Leben so einzurichten, dass es für ihn einen Sinn ergibt. Diesen findet er vor allem in der Literatur, sowohl in der Schönheit der Sprache und mancher Wörte wie auch im Inhalt, der oft von tragischen Existenzen wie der seinen handelt. Entsprechend ist auch der Grundton des Buches eher melancholisch, aber nicht nur. Da und dort gibt es auch Stellen, bei denen Ich-Erzähler Firmin so selbstironisch oder dann auch wieder so naiv ist, dass man sich zumindest ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.

Mit Firmin hat Sam Savage einen Charakter und ein Buch geschaffen, das ein Plädoyer für die Liebe zur Literatur und auch für die Liebe zum Leben ist – alles verpackt in eine ruhige Erzählung, die so viel Atmosphäre hat, dass ich mich gar nicht mehr von Firmin und seiner Buchhandlung trennen mochte.

Fazit:
Ein aussergewöhnliches Buch, das nicht nur Literaturfreunde geniessen können.

9 von 10 Punkten
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Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

chil

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #31 am: 15. März 2009, 21:50:10 »

„Dies ist die traurigste Geschichte, die ich jemals gehört habe.“ Mit diesen Worten beginnt die Ratte Firmin ihre Erinnerungen an ihr Leben. Firmin wurde von seiner Mutter Flo, an die er sich mit verklärter Zuneigung erinnert, im Keller einer Buchhandlung geboren. Das Lager für ihre Kinder hat die Rättin aus Papierschnitzel der herumliegenden Bücher gemacht und der kleine Firmin, seines Zeichens das dreizehnte und noch dazu schwächste ihrer Kinder, beginnt schon bald aus einer Not heraus, sich für diese Papierschnitzel zu begeistern.

Weil Firmin so klein und schwach ist und Flo nur zwölf Zitzen hat, muss er immer warten, bis seine Geschwister satt sind. Er bekommt die Reste. Doch Firmin entdeckt, dass auch diese Papierschnitzel ganz ordentlich schmecken. Er kaut also auf den Werken der Weltliteratur herum. Nach und nach verlassen sowohl Flo als auch seine Geschwister das Nest und machen sich auf, um ihr eigenes Leben zu beginnen. Ratten sind eben keine Familienmenschen – äh – Tiere. Firmin bleibt. Ihm ist das Leben draußen einfach zu hektisch.

Mittlerweile hat er außerdem begonnen, seine Umgebung zu besichtigen. Firmin stößt dabei auf einen Gang, der ihn direkt in die Buchhandlung über dem Keller führt. Bisher dachte Firmin schon im Keller, in dem die alten Bücher lagern, im Paradies zu sein. Doch die Buchhandlung übertrifft alles. Tagsüber meidet Firmin die Menschen im Laden, ebenso wie den Inhaber Norman Shine. Der kleine Ratterich sucht sich eine Stelle oberhalb des Ladens, von der aus er alles beobachten kann.

Neben der Lektüre aller möglicher Bücher entdeckt er auch noch eine etwas gefährlichere Vorliebe. Er macht sich auf den Weg in ein nahegelegenes Kino, wo ab Mitternacht Filme für Erwachsene gezeigt werden. Firmin sammelt im Kino Nahrung und sieht sich danach die leichtbekleideten Frauen an, die er zu Engeln erhebt und in die er sich verliebt. In seinen Träumen ist Firmin Fred Astaire, begehrt und beliebt. In Wirklichkeit kann er sich nichteinmal ausdrücken, er ist mit seinen Gedanken alleine. Er bildet sich außerdem ein, in Norman einen Verbündeten zu haben, doch schon bald wird er zum ersten Mal von einem Menschen enttäuscht.

Bereits einmal ist Firmin nur knapp dem Tod entronnen, als er sich dann aber ausgestattet mit rudimentären Kenntnissen der Gebärdensprache in den nahegelegenen Park begibt, um dort Kontakt zu den Menschen aufzunehmen. Doch das geht grundlegend schief und wieder entrinnt Firmin nur knapp dem Tod. Er wird von einem Schriftsteller, den er schon von früher kennt, aufgenommen. Aber auch dort kann er nicht glücklich werden, auch diese Bleibe währt nicht ewig. Die Straße, in der sich nämlich Buchladen und Schriftstellerwohnung befinden, muss einem neuen Geschäftsviertel weichen und wird planiert.

„Firmin“ ist wahrlich eine traurige Geschichte. Sie ist viel mehr als nur eine Tiergeschichte, die einen anrührt. Es ist eine Parabel für einen Zustand absoluter Hilflosigkeit, das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Immer wieder die Enttäuschungen, die die kleine Ratte erleben muss, Vorurteile, die ihr das Leben schwer machen. Vielleicht auch eine Parabel dafür, wie man sich vielleicht als Immigrant in einem neuen Land fühlt. Hilflos, sprachlos, bedroht.

Das Buch polarisiert in der Lesergemeinde sehr, ich schlage mich auf die Seite der Begeisterten. Die vielen Bücher, die erwähnt werden, sind ein wahres Fressen für Listen-Leser, die Geschichte ist melancholisch, hat aber auch schöne Momente und mir war die Ratte als Protagonist einfach sympathisch. Witzig finde ich, dass Sam Savage, der Autor, auf dem Umschlagfoto der Firmin-Zeichnung auf dem Cover erstaunlich ähnlich sieht.
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Gebundene Ausgabe: 216 Seiten
Verlag: Ullstein Hc (1. August 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 355008742X
ISBN-13: 978-3550087424

4ratten
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midnight

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Antw:Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #32 am: 13. November 2009, 18:06:24 »

Inhaltsangabe: Siehe 31 Posts vor mir.

So eine kleine Ratte und so eine große Klappe. Ich bin gespaltener Meinung über den kleinen Firmin, ich finde die Idee echt gelungen und man hätte da echt viel mehr drauß machen können, aber schon nach einer Weile war mir die Geschichte zu fest gefahren. Die Einwürfe von literarischen Titeln hat mich dann auch nicht mehr begeistert und am Ende der Geschichte fand ich die Ratte auch nicht mehr niedlich. Ich fand die zwei Kurzgeschichten witzig, von Firmins zweiten "Mitbewohner". Vor allem das mit den Aliens.
Leider kann ich mich sonst nur zum tollen Anfang positiv aussprechen. Aber da die Geschichte schnell und einfach zu lesen ist und meine Erwartungen an einem Rattenleben noch nie besonders hoch waren, stelle ich Firmin guten Herzens diese zwei Ratten vor:

 2ratten + Rattenschwanz.

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Wendy

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Antw:Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #33 am: 06. Januar 2010, 00:13:38 »

Hallihallo,

Oha! Polarisieren ist das richtige Wort. Ich habe mich jedenfalls von den postiven Meinungen hier überzeugen lassen, das Buch zu lesen. Obwohl für den Kauf eigentlich ausschlaggebend war, dass ich beim Durchblättern gesehen habe, dass Coverbilder von bekannten Klassikern abgebildet sind. Ich habe, fälschlicherweise, angenommen, dass Firmin dann auch über diese Bücher spricht, nachdenkte, sie frisst oder was auch sonst. Nichts dergleichen.

Für mich war dieses Buch schon ziemlich bald eine krasse Enttäuschung. Und zwar wirklich! Ich hatte so große Hoffnungen auf das Buch. Ich hatte mir erwartet, eine nette Ratte, wenn auch etwas heruntergekommen, kennen zu lernen, die sich mit mir durch die Weltliteratur liest/frisst und dazu Kommentare abgibt und die auch sonst ihr hartes Rattenleben zu bestreiten hat. Aber nein.
Was ich gefunden habe war eine wohl sehr eloquente, dafür aber furchtbar unsympathische, weinerliche Ratte, die viel liest, auch kurz mal erwähnt, was sie gelesen hat, aber sonst kaum ein Wort darüber verliert. Der Erzählstil hat mir überhaupt nicht gefallen - er war einerseits trocken, andererseits versinkt Firmin wieder im Selbstmitleid, weil er ja ach so hässlich und arm ist. Dann hat mich noch der sexuelle Aspekt etwas schockiert und meiner Meinung nach hat das überhaupt nicht in die Geschichte gepasst. Dass Ratten Triebe haben, schön und gut. Aber Firmins vorliebe für Pornofilme und seine Bemerkungen hin und wieder fand ich ihn einfach vulgär (und ich bin wirklich nicht empfindlich, was solche Dinge betrifft - zu mir kann man alles sagen, wenn man nicht gerade eine Ratte ist).

Handlung gibt es auch nicht viel. Firmin erkundet den Buchladen, in dem er geboren wurde, erfindet sich selbst Welten und Charaktere, die zum Besitzer und den Kunden passen und sucht nach Nahrung. Meistens im Kino, wo nach Mitternacht Pornos laufen. Ende. Aus.

Ich bin zutiefst enttäuscht und möchte von Sam Savage nichts mehr lesen. Am schönsten fand ich noch das Nachwort, in dem erzählt wurde, das eine wirklich nette Idee in dem Buch auf einem wahren Ereignis basiert.

2ratten

Liebe Grüße,
Wendy

P.S.: Die Illustrationen von Firmin sind dafür herzzerreißend süß und der einzige Grund, warum ich das Buch nicht sofort weiterverschenke.
« Letzte Änderung: 06. Januar 2010, 00:15:17 von Wendy »
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bella*

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Antw:Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #34 am: 22. Januar 2010, 13:20:37 »

Hallöchen,

ich habe Firmin mittlerweile ja auch schon ein paar Tage ausgelesen! :) Ich muss ehrlich sagen, mir hat das Buch ziemlich gut gefallen. Ich fand die Geschichte irgendwie schön und lustig, lediglich das Ende war etwas trauriger.

Allerdings hatte ich auch gar keine Erwartungen in das Buch. Ich habe den Klappentext gelesen und fand, dass es sich lustig anhört und irgendwie hat sich das ja auch erfüllt. Die Vorstellung von Firmin als Fred Astaire fand ich klasse! Vielleicht hat mich aber auch meine Minileserunde mit Avila und Ninette dazu gebracht, dass ich das Buch gut fand. (Dadurch konnten sich nämlich auch ein paar kleine Fragen oder Unaufmerksamkeiten klären. :P )

Okay, ich finde es schon überraschend, dass das Buch scheinbar so polarisiert und man es entweder gut oder schlecht fand.

Für mich gibt es aber trotzdem:

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße

bella*
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"Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover." - Mark Twain

 :lesen:
Andreas Altmann - Unterwegs auf einem einsamen Kontinent
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Ninette

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Antw:Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #35 am: 24. Januar 2010, 14:19:01 »

Sam Savage – Firmin. Ein Rattenleben


List Tb., 2009, Übersetzer: Susanne Aeckerle u.a., 216 Seiten

Inhalt/Klappentext
Firmin wächst im Keller einer Bostoner Buchhandlung auf und liest sich Buch für Buch durch die Weltliteratur. Er entdeckt, wie spannend das Leben der Menschen ist, und macht sich auf, ihre Freundschaft zu suchen. Sam Savage erzählt in diesem gefeierten Kultbuch die traurig-charmante Geschichte eines verkannten Außenseiters.

bester Satz
Auf Wiedersehen Reisverschluss.

Wie kam die Geschichte in meine Hände?
Ich habe Firmin von meiner Mutter zu Nikolaus 2009 geschenkt bekommen, weil ich eine Leseratte bin.

Meine Meinung
Im Keller einer Bostoner Bücherhandlung zur Welt gekommen, erkennt Firmin sehr schnell, dass er keine gewöhnliche Ratte ist. Was mit verspeisen von Bücherseiten beginnt, endet mit einer großen Liebe für Literatur. Er wendet sich von seinen Artgenossen ab. Jedoch scheitern seine Kontaktversuche zu den Menschen kläglich daran, dass er keine Stimme hat. (Über die "Auf Wiedersehen Reisverschluss" Episode habe ich herrlich gelacht)
Firmin ist der klassische tragische Held, der ein Leben zu höherem strebt, aber durch seine Identität als Ratte daran gehindert wird das zu sein, was er gerne wäre. Oftmals träumt er sich in eine andere Welt, so dass er manchmal nicht sicher die Realität von der Fiktion unterscheiden kann.

Firmin ist eine sympatische und irgendwie auch bemitleidenswerte Ratte. An vielen Stellen wusste ich nicht genau, als was Firmin sich sieht, als Mensch, als Ratte oder als beides? Das Ende fand ich sehr traurig, da ich immer gehofft hatte, dass Firmin doch noch jemanden trifft, der ihn erkennt.

Firmin wird zwar nicht mein Lesehighlight des Jahres werden, aber ich bin sehr dankbar für die einfache Sprache und Leichtigkeit des Buches, welche gerade sehr gut passt.

Bewertung:
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"Bücher sind Spiegel: Man sieht in ihnen nur, was man schon in sich hat"
Carlos Ruiz Zafón
:lesen:
Goethe - Die Leiden des jungen Werther
Jaques Cousteau - Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus

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Nutarella

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #36 am: 30. März 2010, 18:46:34 »

Ich fand es ganz nett in eine Rattenfamilie hineingeboren zu werden und anhand Firmin so ein Rattenleben mitzuleben.
Was ich leider ziemlich schade fand das es bei Firmin nur um Bücher, Pornos, und Filme geht. Denn ich dachte das das Leben einer Ratte weit mehr Gefahren mit sich bringt.
Was ich super fand das die Bücher von Jerry so detailiert geschrieben wurden denn ich denke es ist nicht einfach in einem Buch ein Buch zu schreiben.
Aber nichts desto trotz ist es ein kleines nettes Büchen das für einen Nachmittag Abwechslung schenkt. 
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SunshineSunny

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #37 am: 22. Juni 2010, 18:12:05 »

Genau wie Bella hatte ich keine großen Erwartungen an das Buch, doch lesen wollte ich es trotzdem unbedingt. Es hat mir auch gut gefallen, denn die Idee ist wirklich ganz besonders, zumindest kenne ich keine vergleichbaren Romane.

Firmin war von Anfang an schwächer und "anders" als seine Geschwister doch genau dieses "anderssein" macht ihn aus. Er kann lesen und verschlingt die Bücher nur so. Er verbringt Stunden in dem Buchladen, wo er zur Welt gekommen ist, Futtersuche ist ein lästiges Übel für ihn.

Firmin glaubt eine freundschaftliche Beziehung mit dem Besitzer des Buchladens zu haben, doch leider wird er eines besseren belehrt. Doch auch für Firmin gibt es einen Menschen der sein Wegbegleiter wird.

Ganz besonders gefällt mir der Anfang, mit den Zitaten aus anderen Büchern und wie er seine Leidenschaft zum Lesen entdeckt. Auch als der Buchladen immer schlechter lief und die Bücher verschenkt wurden, konnte ich den Schmerz des Besitzers mitfühlen.

Den Schluss fand ich etwas eigenartig, aber auch sehr traurig.

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Zara

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #38 am: 27. Dezember 2010, 20:29:03 »

Allzu viel kann ich zu diesem Buch nicht sagen, nur: Ich hätte es mir sparen können. Ich mag Ratten und ich mag Bücher, aber die Mischung in diesem Buch hat mich gar nicht mitgerissen.

Die Idee mit der Bücherratte hatte mich fasziniert. Firmin ist mir aber nicht sympathisch geworden. Ich habe immer wieder auf das Cover geschaut und mir versucht ihn in den jeweiligen Situationen vorzustellen, bin aber einfach nicht warm geworden.
Auch hatte ich etwas mehr Story erwartet. Es plänkelt alles so vor sich hin.

Ich bin froh, dass ich es mir nicht gekauft, sondern aus der Bibliothek geliehen habe.

Von mir gibt es nur  1ratten
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Liebe Grüße, Zara

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Jari

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #39 am: 28. Dezember 2010, 01:08:12 »

Ich muss dir zustimmen, Zara, auch ich war ziemlich vom Buch enttäuscht. Ich fand es einfach zu deprimierend, es hatte weder mit Büchern, noch mit Ratten viel zu tun, und Firmin war mir einfach zu depressiv. Schade um die nette Idee, es hätte so ein tolles Buch werden können :sauer:
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Marmotte

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #40 am: 13. Juli 2011, 09:23:56 »


Ich möchte mich an dieser Stelle den „schöne Idee – Ausführung nicht so ganz gelungen“-Meinungen anschließen.
Mir ging es letztlich zu wenig um Bücher. Ich hatte durchgehend das Gefühl, dass sie eigentlich nur als Aufhänger für eine typische und relativ durchschnittliche Außenseiter-Geschichte dienen. Ein anderer Aufhänger hätte es wahrscheinlich genauso gut getan.
Dass mir der betreffende Außenseiter noch dazu nicht besonders sympathisch war, hat natürlich auch nicht geholfen. Einige meiner Vorschreiber haben seine Charakterzüge offensichtlich ähnlich empfunden: Arrogant, weinerlich, platt, … Ich brauche zwar nicht unbedingt einen sympathischen Charakter, aber wenn ich fast ausschließlich genervt bin, dann brauche ich andere, gute Gründe, die das Buch retten und davon gab es hier auch nicht wirklich welche. Mir fehlte die Substanz, die Entwicklung (irgendeine…)
Für mich plätscherte die Geschichte einfach nur belanglos dahin, wobei es durchaus einige schöne Ideen dazwischen gab, so dass ich letztlich bei 3 Leseratten herauskomme, wovon 1 bis 1 ½  der Idee an sich gutzuschreiben sind.

 3ratten

Lieben Gruß,
Marmotte
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Ophelia

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #41 am: 01. August 2011, 21:05:12 »

Schade um die vertane Zeit, denn dieses Buch war für mich leider eine absolute Zeitverschwendung.

Die Idee - arme einsame Ratte mutiert zur begeisterten Leseratte - ist per se gar nicht mal schlecht. Als bücherliebender Mensch habe ich natürlich einige Erwartungen an dieses Buch geknüpft, zumal ich schon viele positive und begeisterte Stimmen zu diesem Buch vernommen habe. Diese wurden für mich aber nicht einmal ansatzweise erfüllt. Der Autor beginnt die Geschichte, indem er darüber sinniert, dass ein guter Anfang bzw. ein guter erster Satz das Wichtigste an einem Buch ist. Das kann den geneigten Leser aber nicht davon ablenken, dass Savage selbst es scheinbar nicht versteht, wie man den Leser vom ersten Satz an fesselt.

Beginnt die Handlung noch recht vielversprechend - Firmin erkundet den Buchladen und liest heimlich nachts Bücher - so plätschert sie bald darauf öde vor sich hin, und zwar so öde, dass man vor Langerweile dazu neigt, quer zu lesen bzw. am liebsten überblättern möchte. Denn es geschieht - absolut nichts. Eine eher durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Handlung könnte man verzeihen, wenn der Autor Sprachwitz und Gewandtheit bewiesen hätte. Dies sucht man aber vergeblich. Die Aneinanderreihung von Büchern und Autoren, die Firmin (und somit sicher auch der Autor) gelesen haben will, mutet sehr sehr lieblos und möchtergern-gebildet an. Und genau das soll es doch eigentlich nicht? Ich hätte es sehr gern gesehen, dass hier ein wenig drüber philosophiert wird, ein bisschen mehr darauf eingegangen wird. So aber wirkt es einfach nur angeberisch, frei nach dem Motto: "Guckt mal her, was ich alles gelesen habe! Bin ich nicht ein Genie?" Als Genie bezeichnet sich die Ratte dann auch noch - es ist zum Mäusemelken!

Firmin entwickelt sich zu einem unausstehlichen, dünkelhaften kleinen Biest. Er bezeichnet sich selbst als Romantiker, Humanist und Zyniker - man könnte sich fast schlapp lachen, wenn es nicht so furchtbar peinlich wäre. Er wähnt sich geistig mit den Menschen auf einer Ebene - dabei fehlt es ihm an so vielen Dingen! Toleranz, Freundschaft, Liebe... eine armselige Kreatur, die vereinsamt endet, wie sie auch geboren wurde.

Für mich ein absolut belangloses Buch und - sorry - intellektuelles Fast Food.

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HoldenCaulfield

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #42 am: 02. August 2011, 10:58:58 »

@Ophelia
Wir verstehen uns.  :five:
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

Ophelia

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #43 am: 02. August 2011, 11:15:06 »

@Ophelia
Wir verstehen uns.  :five:

:five:

Ich musste so lachen, als ich deine Rezension las! Die hätte ich eins zu eins übernehmen können!  :breitgrins:
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Lilli33

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Re: Sam Savage - Firmin - Ein Rattenleben
« Antwort #44 am: 25. August 2011, 21:43:18 »

Außen top – innen flop

Ich habe mir dieses Buch privat besorgt, obwohl ich schon einige negative Rezensionen darüber gelesen hatte. Aber eigentlich bekommt bei mir jedes Buch eine Chance. Ich breche auch nie ein Buch ab, sonst hätte ich das hier sicher getan.

Sehr ansprechend ist das Äußere des Buchs: das Cover und der Rough Cut passen super zu der Geschichte einer Ratte.

Toll ist auch die Idee: das Leben einer lesenden Ratte in einer Buchhandlung, wobei sich die Ratte durch die gesamte Weltliteratur frisst bzw. liest. Da hätte man sehr viel mehr draus machen können.

Das Ganze ist allerdings absolut langweilig geschrieben, da ist keine Spannung drin, nur viele Wiederholungen. Es passiert nicht wirklich etwas, es gibt keine Dialoge, und die Literatur bleibt leider nur im Hintergrund

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