Trotzdem war ich von dem Kapitel einwenig verwirrt, aber das liegt sicher an meiner schlechten Vorstellungskraft, die Städte betreffend. Einmal wird ein 700qkm großes Areal als Stadt bezeichnet. Drei Sätze weiter ist dann wieder von Dörfern und Kleinstädten die Rede - da habe ich mich gefragt, zählen die nun trotzdem zur "Stadt" oder eben nur zum Stadtstaat. Versteht ihr mein gedankliches Dilema?
Ich verstehe was du meinst, und ich für meinen Teil denke das die kleineren Dörfer und Städte zu den großen dazugerechnet wurden. So nach dem Motto, wer im Einflussgebiet von Stadt XY ist, zählen wir dazu. 700qkm ist ja nicht gerade wenig. Was meint ihr?
Ich seh das auch wie insekt. Die Städte sind keine so geschlossene Regionen wie unsere Städte heute, sondern eher lose Ansammlungen von Dörfern und Siedlungen, die sich um ein Stadtzentrum mit den ganzen Zeremonialgebäuden gruppieren.
Ansonsten drück ich dir die Daumen, schokotimmi.

Das Buch hab ich am Wochenende ausgelesen. Das Kapitel
"Eine fragile Wirtschaft" war für mich neu. Über die
milpas hab ich schon vorher gelesen, doch der Abschnitt "Autonomie von Haus und Dorf" mit den hofeigenen Gemüsegärten und auch die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau war für mich in der Ausführlichkeit Neuland.
Das sich nach und nach eine Spezialisierung durchgesetzt hat, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, passierte es doch in allen Kulturen früher oder später. Auch die Handelsbeziehungen der Maya zu weit entfernten Städten oder anderen Völkern ergaben sich aus der Situation. Wo ich allerdings etwas überrascht war, ist dass bestimmte Städte offenbar einen neutralen Status bei den zahlreichen Kriegen innehatten. Da war wohl die Gier nach Statussymbolen größer als der Wunsch, Opfer für die Götter zu besorgen. Dementsprechend logisch, dass die Eliten zu einer immer größeren Belastung für das Volk wurden.
Herzlich lachen musste ich, als ich gelesen hab, dass Kakaobohnen, die als Zahlungsmittel verwendet wurden, "gefälscht" wurden.

Ein Abschnitt hat mich allerdings irritiert: auf Seite 213 unten wird erwähnt, dass der Jadeit, der bei den Maya geschätzt wurde, fälschlicherweise als Jade bezeichnet wird. Wie nun? Ist also all das, was als Jade bezeichnet wird, richtigerweise Jadeit? Falls ja, warum wird dann in dem Buch ständig von Jade gesprochen? Das widerspricht sich irgendwie. Oder ist es doch Jade. Aber was soll dann dieser Satz?

Im letzten Kapitel gehts dann um
"Eine hierarchisch gegliederte Gesellschaft". Toll das Bild auf Seite 220 oben, in dem eine Art Gesellschaftspyramide abgebildet ist. Da klingen meiner Meinung nach leicht-kritische Züge an, wenn man sieht, dass 3 der 4 Stufen von verschiedenen Eliten eingenommen werden. Auch das die einzelnen Gesellschaftsschichten durchlässig sind, empfinde ich nicht unbedingt als positiv, da mehr auf den gesellschaftlichen Abstieg als Strafe eingegangen wird denn auf den Aufstieg als Belohnung.
Was ich bisher nicht wusste, ist dass die Maya durchaus das Rad kannten, es aber nicht verwenden konnten. Bisher hab ich geglaubt, dass sie das Rad gar nicht erst erfunden haben. Wieder ein Irrtum ausgeräumt.

Die Doppelseite über
"Die Maya heute" ist als Abschluss sicherlich nicht verkehrt, aber im Vergleich zu unserem ersten Leserundenbuch fand ich das zu kurz gefasst.
Fazit: Ein schönes Buch mit vielen tollen Abbildungen und dank dem ich wieder etwas dazu gelernt habe. Allerdings sind mir einige Dinge auch negativ aufgefallen, weshalb ich es insgesamt als etwas schwächer empfinde als "Göttkönige im Regenwald".
LG Myriel