Ich möchte hier auch mal wieder ein paar Worte verlieren. Das Kapitel "Politik und Dynastie" habe ich nämlich ausgelesen, wobei es mir teilweise wie insekt ging:
Bei dem gesammten Kapitel "Politik und Dynastie" musste ich die ganze Zeit an den Gedanken, den man am Anfang der Maya Forschung hatte nämlich das die Maya friedlich Maisbauern warne, denken und grinsen.
Wer das Kapitel gelesen hat weiss warum. 
Dass man lange glaubte die Maya hätten nur Zahlen aufgeschrieben und wären Bauern, die von Priestern geleitet wurden fand ich sehr witzig. Irgendwie ist es sehr spannend zu sehen wie sehr sich das Bild einer Kultur innerhalb weniger Jahrzehnte vollkommen ändern kann.
Wirklich erstaunlich, wie sehr sich der Stand der Mayaforschung verändert hat. Aber umso besser für uns, denn da bekommen wir viele interessante Infos an die Hand.

In einer Doku habe ich schonmal gesehen, dass das Mayareich im Prinzip aus zwei verfeindeten Lagern bestand, aber nun weiß ich endlich auch genau, wie damals die Politik ablief. Insbesondere die detaillierte Reihenfolge von Hoch und Tief von Tikal und Calakmul war faszinierend. Und zum Schluss sind sie dann beide untergegangen. Das erinnert mich etwas an den Monolog im Don Quixote, wo er darlegt, dass Waffen und Krieg ja eigentlich nur dem Frieden dienen. Klar, wenn sie sich alle gegenseitig umgebracht haben, ist ja keiner mehr da für Krieg.

So ungefähr lief das ja auch im Mayareich. Erst haben die beiden mächtigen Stadtstaaten für ein einigermaßen stabiles politisches System gesorgt und nach ihrem Untergang brach alles zusammen und jeder kämpfte nun gegen jeden.
Was ich zu diesem Buch noch sagen muss ist das ich die Hieroglyphen sehr schön nachgezeichnet finde. Da sieht man richtig das die Macher sich sehr viel Mühe gegeben haben und mit sehr viel Liebe an der Arbeit waren. Ich hab irgendwo noch ein kleines Buch über Mayaglyphen aber das ist so lieblos gestaltet und die Hieroglyphen so häßlich gezeichnet das einem die Lust zu Lesen einfach vergeht.
Generell finde ich die Maya Hieroglyphen im Vergleich zu anderen Hieroglyphen wie die der Ägypter einfach am schönsten.
Da muss ich dir recht geben, die Hieroglyphen sind wirklich sehr schön dargestellt. Was mir auch gefällt, ist, dass an manchen Stellen sogar ganze Abschnitte übersetzt werden, wie zum Beispiel auf Seite 151 oder 158-159. Da merkt man erst, wie schwierig das ist und wie unsicher sich die Forscher an manchen Stellen noch sind.
Genial gut gefallen hat mir das Kapitel über die Heiratsdiplomatie, insbesondere der Abschnitt über Wak Chan Ajaw, die Frau, die in Dos Pilas regiert hat.

Obwohl es halt eine männlich dominierte Gesellschaft war, wurden Frauen nicht als komplett wertlos angesehen.
Und dann kam das Kapitel über das Ballspiel. 
Was ich interessant finde ich das über das Ballspiel generell nur sehr wenig bekannt ist. Es sei einfach noch sehr vieles ungelöst wie z.B. die Regeln oder Wer Wie und Wann gewonnen hat. Etc. etc. etc. aber ich meine in irgendeinem anderen Buch gelesen zu haben wie das Spiel ablief, wie man den Sieger bestimmte etc. Ich weiss nur nicht wo ich das gelesen habe. Aber gut zu wissen. 
Das der Ball zwischen 3-8 kg schwer war ist ja mal schwer
beeindruckend! Wie hat man denn damit gespielt? 8kg!!!
Wie schwer ist denn im Vergleich ein Fußball, Handball oder Basketball?
Die Seiten über das Ballspiel haben mir sehr gut gefallen. Und es hätten gerne ein paar mehr Seiten sein dürfen.
Auf alle Fälle hätten es noch ein paar Seiten mehr sein dürfen, denn in anderen Büchern wird es so dargestellt, dass das Ballspiel ein wesentlicher Bestandteil von Mythologie und täglichem Leben war. Insbesondere die Erzählung über die göttlichen Zwillinge war ja ziemlich stark zusammengefasst. Aber ich denke, dass sie später nochmals aufgegriffen wird.
Das es bei dieser "Sportart" ziemlich brutal zugehen kann, habe ich auch schonmal gelesen, aber das Gefangene selbst zu Bällen zusammengebunden wurden und dann Stufen herabgestoßen wurden, ist ja echt grausam.

Wegen der schwere der Bälle: also wenn ich mich an den Sportunterricht erinnere, hatten wir zum Teil Medizinbälle mit 3kg Gewicht, allerdings waren das auch die schwersten Bälle, die wir je benutzt haben. Für einige Wurfübungen zum Aufwärmen war das auch gut geeignet, aber auf lange Sicht sind die Dinger doch verdammt schwer. Einen 8kg-Ball möchte ich mir gar nicht erst vorstellen.
Auf Seite 191 ist wieder eins dieser tollen Bilder. Ein Blick über die Tempelanlage. Die sehen immer so gepflegt aus. Der Rasen immer frisch gemäht etc. Wer ist denn dafür verantwortlich? Den Job würd ich auch gern machen! Gärtner / Hausmeister in Copan! 
Au ja, das ist doch mal eine spitzenmäßige Idee. Wobei Fremdenführer ist dort sicherlich auch nicht schlecht. Hmm, ich glaub, ich häng noch ein Studium der Tourismuswirtschaft dran.

Soweit von mir. LG Myriel