Hallo, liebe LeserInnen!
Ich komme gerade von einem Ausflug mit meinem Mann nach Dorla (ca. 25 km nördlich von Eisenach), wo es den
http://www.opfermoor.de/" target="_blank">Opfersee Vogtei gibt, ein schönes kleines Freilichtmuseum mit Ausstellungsgebäude und seinem hinreißenden Geschäftsleiter Herrn Norbert Kolar, der uns
stundenlang wunderbar unterhalten hat - über die alten Germanen, die Geschichte Thüringens, die Ereignisse seit der Wende, und was so alles in diesem Museum passiert.
Ich kann den Besuch nur dringend weiter empfehlen!

Zunächst einmal freut es mich riesig, dass es rein äußerlich und von der Aufmachung her sehr gut ankommt. Beim Umschlag habe ich unheimliches Glück gehabt, nicht einen dieser sterbenslangweiligen Ölschinken verpasst zu bekommen - und als dieser Entwurf wackelte, haben Lektorin, Agent und ich uns mächtig ins Zeug gelegt ...

Glossar und historischer Anhang waren von vornherein geplant; es handelt sich schließlich um einen insgesamt weniger bekannten historischen Zeit-Raum, die Literatur ist eher verstreut oder ungenau, da erschien mir eine kurze Zusammenstellung hilfreich. Das Namensregister ergab sich als Notwendigkeit, während die Karte als Zugabe das Tüpfelchen auf dem I ist.
Aber jetzt der Reihe nach ...
Hat man da als Autor eigentlich eine Möglichkeit zur Mitsprache?
Üblicherweise nicht, das ist Sache des Verlags. Gelegentlich wird AutorInnen ein Mitspracherecht eingeräumt, aber meist macht der Verlag einfach.
Was mich zum Buch interessieren würde: Es wurde als Trilogie ausgelegt. Bedeutet das, dass es einen offenen Schluß hat?
Ich will's mal so sagen: Lass dich einfach überraschen!

Es ist noch etwas verwirrend mit den verschiedenen Titeln der Personen. Außerdem, eine Hauptfigur die einem anderen Mann die Ehefrau ausspannen will ????
Lass es einfach fließen, nicht verwirren lassen!

Zugegeben, Cinna ist kein Wunschschwiegersohn - aber irgendwas muss er an sich haben, dass die Frau des Chefs auf ihn steht ...

Meine Sympathien verteile ich trotzdem normalerweise nach dem Verhalten der Protagonisten, nicht unbedingt nach Optik. Obwohl meine Helden IMMER dunkelhaarig sein müssen, warum auch immer... *gg*.
Ach, deshalb hat Hraban keine Schnitte?

Mit den äußeren Beschreibungen ist es so eine Sache; Der eine mag's, der andere nicht. Cinnas Alter soll sich in seinem Verhalten verraten. Mit dem Aussehen beschränke ich mich lieber auf wesentliche Züge - den Rest mag sich der Leser nach eigenem Gutdünken aussuchen.

Du hast schon recht mit deiner (versteckten) Anmerkung, das war auch ganz so gedacht.
Ich habe die kleine Lönnebergerin jünger in Erinnerung, und Madita passt zwar altersmäßig, hat aber zuviele dumme Einfälle - ich sage nur "Moses im Weidenkörbchen" ...
Auf jeden Fall hat die Figur des Cinna viel Entwicklungspotential. Und das ist mir insgesamt sehr viel sympathischer als grundgute und/oder heldenhafte Hauptfiguren.
Das teilen wir. Schwarz-weiß-Malerei mag ich als Leserin schon nicht. Auch wenn Liuba als Schlimmer erscheint, darf man nicht vergessen, dass wir ihn zunächst mal nur aus Cinnas Perspektive sehen - und der kann ihn nicht mögen! Aber auch Liuba hat Gründe ...
Was Cinna betrifft, hat mich die Parallele zu Marrrrrrcus Vinicius erheitert. Nicht dass ich bewusst an ihn gedacht habe (und "meine" Vorstellung von Cinna hat mehr mit Colin Farrell gemein als mit Robert Taylor

), aber da kann es durchaus unbewussten Einfluss geben. O Mist! Deborah Kerr ist ja auch noch blond ...!

Die römischen Namen und ihre Bestandteile sind zwar ein festes System, aber im Gebrauch haben die Römer daraus offenbar keine Religion gemacht: Meist werden Personen an einer Kombination aus dem Gentilnamen (zweite Stelle, bezeichnet das Geschlecht als Verband aus mehreren Familien), dem Cognomen als Familiennamen bezeichnet, dazu kommen dann gelegentlich noch diverse Agnomen ehrenhalber oder als Individualbezeichnungen. Nun ist es aber fürchterlich lang, jemanden alle Naslang Publius Cornelius Scipio Africanus zu nennen, also wird weggelassen, was einem Römer selbstverständlich erscheint: in diesem Falle wird daraus ein P. Scipio Africanus (denn alle Sipiones waren Cornelier), im Laufe des Textes of sogar ein Scipio - der Rest erschein als redundante Information.
Ich bin ähnlich verfahren: (Fast) alle Cinnas sind Cornelier, also kann man den Cornelius auch mal weglassen, wenn es sonst ein Bandwurm wird.

Was den Namen "Ermanamers" anbelangt: Das war eine mühsame Rückrekonstruktion, die ich weitestgehend meinem Freund Tim O'Neill aus Sydney verdanke. Der tatsächliche Name ist nicht überliefert, nur die romanisierte Form Arminius (bei Cassius Dio: die griechische Variante als Arminius oder Armenius). Auf der Basis erschlossener Namensbestandteile aus dem Gotisch aber auch Inschriften aus den Niederlanden aus dem frühen Mittelalter usw. kann man Rückschlüsse ziehen.
Mir war gar nicht wichtig, ob das jetzt der wahre Name ist: Ich wollte darauf hinweisen, dass Arminius nicht sein cheruskischer Name sein kann und dass es meiner Ansicht nach weder Hermann (der ist eine Erfindung des 16.Jhs.) noch Siegfried ist.
Viel Vergnügen weiterhin im Cheruskerland!

Iris