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Autor Thema: Iris Kammerer - Der Tribun  (Gelesen 16950 mal)

mona

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #30 am: 15. April 2004, 19:30:19 »

Hallo liebe Mitleser,

ich melde mich aus dem Urlaub zurück und habe das Buch inzwischen ungefähr bis zur Hälfte durch.

Zunächst mal kann ich mich den anderen nur anschließen: das Cover ist wirklich sehr gelungen - es sieht richtig schön edel aus! Und super finde ich auch die informativen Anhänge und die Karte. Ich liebe sowas  :klatschen:  
 
Nun zum Buch selbst: Insgesamt gefällt es mir bisher wirklich außerordentlich gut. Auch wenn mir die Sprache in einem anderen Kontext wohl etwas zu blumig wäre, finde ich sie hier genau passend, um die richtige Atmosphäre zu erzeugen. Das Buch liest sich dadurch sehr flüssig - quasi wie von selbst.  :smile:

Ein bisschen Probleme hatte ich mit den mehrteiligen römischen Namen und es fiel mir zu Beginn schwer, die einzelnen Personen zu unterscheiden. Mit meiner "Faustformel" Vorname + Name + Zusatz komme ich manchmal nicht mehr weiter. Auf Seite 25 werden z.B. die Namen von Cinnas Vater und Großvater genannt und da gibt es "Cinna" mal als dritten und mal als zweiten Namensteil.

Bis jetzt bin ich mir noch nicht so ganz schlüssig darüber, ob Cinna mir nun sympathisch ist, oder nicht. Zu Beginn des Buches fand ich ihn sehr arrogant und selbstbezogen. Er erinnerte mich sehr stark an Marcus Vinicius aus "Quo vadis", der (wenn ich mich richtig erinnere) teilweise ganz ähnlich dachte und handelte. (Der Name Marcus Vinicius taucht ja sogar tatsächlich auch im Buch auf. Das kann aber doch nicht die gleiche Person sein, oder? "Quo vadis" spielt ja zu Neros Zeit und da liegen doch noch einige Jahre dazwischen.)

Nach Cinnas Ankunft im Dorf tat er mir zwar einerseit schon recht leid, andererseits ging mir seine Weinerlichkeit auch ein wenig auf den Keks. Vielleicht gerade deswegen, weil er sich zu Beginn des Buches so unnachsichtig gegenüber der Schwächen anderer zeigte.

Dann gibt es aber auch wieder Situationen, in denen ich ihn auch ganz gern mag. Z.B. in seinem Umgang mit Saldir. Und beachtlich fand ich seine Haltung während der "Befragung" durch Arminius. Das hätte ich ihm bis dahin gar nicht zugetraut und ich wäre nicht verwundert gewesen, wenn er sofort alle gewünschten Informationen preisgegeben hätte.
     
Bei einigen anderen Personen bin ich mir auch noch nicht so sicher, was ich von ihnen zu halten habe (vor allem bei Liuba). Da scheinen mir noch einige Dinge/Verhaltensweisen ungeklärt. Ich bin gespannt, was sich da noch weiter entwickelt.  


Auf jeden Fall hat die Figur des Cinna viel Entwicklungspotential. Und das ist mir insgesamt sehr viel sympathischer als grundgute und/oder heldenhafte Hauptfiguren.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Mein Mann (der das Buch ja auch gelesen hat) möchte gern wissen, ob der im Buch genannte germanische Name des Arminius irgendwo historisch überliefert wurde und wenn ja, wo?

So, jetzt werde ich mich mal daran machen, die restlichen Koffer auszupacken und dann habe ich hoffentlich heute noch ein wenig Zeit für Cinna & Co.

Liebe Grüße  :winken:
Mona
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Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #31 am: 15. April 2004, 21:18:12 »

Hallo, liebe LeserInnen!

Ich komme gerade von einem Ausflug mit meinem Mann nach Dorla (ca. 25 km nördlich von Eisenach), wo es den http://www.opfermoor.de/" target="_blank">Opfersee Vogtei gibt, ein schönes kleines Freilichtmuseum mit Ausstellungsgebäude und seinem hinreißenden Geschäftsleiter Herrn Norbert Kolar, der uns stundenlang wunderbar unterhalten hat - über die alten Germanen, die Geschichte Thüringens, die Ereignisse seit der Wende, und was so alles in diesem Museum passiert.
Ich kann den Besuch nur dringend weiter empfehlen! :klatschen:

Zunächst einmal freut es mich riesig, dass es rein äußerlich und von der Aufmachung her sehr gut ankommt. Beim Umschlag habe ich unheimliches Glück gehabt, nicht einen dieser sterbenslangweiligen Ölschinken verpasst zu bekommen - und als dieser Entwurf wackelte, haben Lektorin, Agent und ich uns mächtig ins Zeug gelegt ... :zwinker:
Glossar und historischer Anhang waren von vornherein geplant; es handelt sich schließlich um einen insgesamt weniger bekannten historischen Zeit-Raum, die Literatur ist eher verstreut oder ungenau, da erschien mir eine kurze Zusammenstellung hilfreich. Das Namensregister ergab sich als Notwendigkeit, während die Karte als Zugabe das Tüpfelchen auf dem I ist.

Aber jetzt der Reihe nach ...

Zitat von: PetraS
Hat man da als Autor eigentlich eine Möglichkeit zur Mitsprache?

Üblicherweise nicht, das ist Sache des Verlags. Gelegentlich wird AutorInnen ein Mitspracherecht eingeräumt, aber meist macht der Verlag einfach.

Zitat von: nimue
Was mich zum Buch interessieren würde: Es wurde als Trilogie ausgelegt. Bedeutet das, dass es einen offenen Schluß hat?

Ich will's mal so sagen: Lass dich einfach überraschen! :breitgrins:

Zitat von: Mascha
Es ist noch etwas verwirrend mit den verschiedenen Titeln der Personen. Außerdem, eine Hauptfigur die einem anderen Mann die Ehefrau ausspannen will ????

Lass es einfach fließen, nicht verwirren lassen! :smile:
Zugegeben, Cinna ist kein Wunschschwiegersohn - aber irgendwas muss er an sich haben, dass die Frau des Chefs auf ihn steht ... :zwinker:

Zitat von: Liz
Meine Sympathien verteile ich trotzdem normalerweise nach dem Verhalten der Protagonisten, nicht unbedingt nach Optik. Obwohl meine Helden IMMER dunkelhaarig sein müssen, warum auch immer... *gg*.

Ach, deshalb hat Hraban keine Schnitte? :zwinker:
Mit den äußeren Beschreibungen ist es so eine Sache; Der eine mag's, der andere nicht. Cinnas Alter soll sich in seinem Verhalten verraten. Mit dem Aussehen beschränke ich mich lieber auf wesentliche Züge - den Rest mag sich der Leser nach eigenem Gutdünken aussuchen. :smile:
Du hast schon recht mit deiner (versteckten) Anmerkung, das war auch ganz so gedacht.
Ich habe die kleine Lönnebergerin jünger in Erinnerung, und Madita passt zwar altersmäßig, hat aber zuviele dumme Einfälle - ich sage nur "Moses im Weidenkörbchen" ...

Zitat von: mona
Auf jeden Fall hat die Figur des Cinna viel Entwicklungspotential. Und das ist mir insgesamt sehr viel sympathischer als grundgute und/oder heldenhafte Hauptfiguren.

Das teilen wir. Schwarz-weiß-Malerei mag ich als Leserin schon nicht. Auch wenn Liuba als Schlimmer erscheint, darf man nicht vergessen, dass wir ihn zunächst mal nur aus Cinnas Perspektive sehen - und der kann ihn nicht mögen! Aber auch Liuba hat Gründe ...
Was Cinna betrifft, hat mich die Parallele zu Marrrrrrcus Vinicius erheitert. Nicht dass ich bewusst an ihn gedacht habe (und "meine" Vorstellung von Cinna hat mehr mit Colin Farrell gemein als mit Robert Taylor :breitgrins:), aber da kann es durchaus unbewussten Einfluss geben. O Mist! Deborah Kerr ist ja auch noch blond ...! :entsetzt:
Die römischen Namen und ihre Bestandteile sind zwar ein festes System, aber im Gebrauch haben die Römer daraus offenbar keine Religion gemacht: Meist werden Personen an einer Kombination aus dem Gentilnamen (zweite Stelle, bezeichnet das Geschlecht als Verband aus mehreren Familien), dem Cognomen als Familiennamen bezeichnet, dazu kommen dann gelegentlich noch diverse Agnomen ehrenhalber oder als Individualbezeichnungen. Nun ist es aber fürchterlich lang, jemanden alle Naslang Publius Cornelius Scipio Africanus zu nennen, also wird weggelassen, was einem Römer selbstverständlich erscheint: in diesem Falle wird daraus ein P. Scipio Africanus (denn alle Sipiones waren Cornelier), im Laufe des Textes of sogar ein Scipio - der Rest erschein als redundante Information.
Ich bin ähnlich verfahren: (Fast) alle Cinnas sind Cornelier, also kann man den Cornelius auch mal weglassen, wenn es sonst ein Bandwurm wird. :zwinker:
Was den Namen "Ermanamers" anbelangt: Das war eine mühsame Rückrekonstruktion, die ich weitestgehend meinem Freund Tim O'Neill aus Sydney verdanke. Der tatsächliche Name ist nicht überliefert, nur die romanisierte Form Arminius (bei Cassius Dio: die griechische Variante als Arminius oder Armenius). Auf der Basis erschlossener Namensbestandteile aus dem Gotisch aber auch Inschriften aus den Niederlanden aus dem frühen Mittelalter usw. kann man Rückschlüsse ziehen.
Mir war gar nicht wichtig, ob das jetzt der wahre Name ist: Ich wollte darauf hinweisen, dass Arminius nicht sein cheruskischer Name sein kann und dass es meiner Ansicht nach weder Hermann (der ist eine Erfindung des 16.Jhs.) noch Siegfried ist.

Viel Vergnügen weiterhin im Cheruskerland! :winken:

Iris

mona

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #32 am: 16. April 2004, 05:18:16 »

Hallo Iris,

Zitat von: Iris

Was Cinna betrifft, hat mich die Parallele zu Marrrrrrcus Vinicius erheitert. Nicht dass ich bewusst an ihn gedacht habe (und "meine" Vorstellung von Cinna hat mehr mit Colin Farrell gemein als mit Robert Taylor :breitgrins:), aber da kann es durchaus unbewussten Einfluss geben. O Mist! Deborah Kerr ist ja auch noch blond ...! :entsetzt:


Die Parallele zu Vinicius habe ich jetzt gar nicht an dem Schauspieler festgemacht, sondern das kam mehr aus der Erinnerung an die Buchfigur. Den Film habe ich vor vielen Jahren zwar auch mal gesehen, aber da ist mir nur noch Peter Ustinov in Erinnerung *bringt mir ein Tränengefäß*.  Ich hätte jetzt nicht mal mehr gewußt, welche Schauspieler da sonst noch mitspielten.  

Und weil ich ein richtiger Filmbanause bin und NIE irgendwelche Schauspieler kenne,  weiß ich jetzt auch nicht, wer Colin Farrell ist. Google sagt mir, er sei bekannt und gibt mir eine lange Liste von Filmen, von denen ich noch nie was gehört habe. Aber wenn ich mir die Fotos ansehe, kommt er meiner Vorstellung von Cinna schon recht nah.  :zwinker:  

Liebe Grüße
Mona, die jeden Cineasten in die Verzweiflung stürzt
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nimue

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #33 am: 16. April 2004, 10:52:54 »

Hallo ihr Lieben,

ich habe heute morgen im Zug auch angefangen, bin aber nicht über das erste Kapitel hinausgekommen. Bisher gefällt es mir auch gut, obwohl ich Cinna charakterlich noch nichts abgewinnen kann  :grmpf:
Allerdings bin ich gespannt, wie er sich entwickelt und ob er mir noch sympathischer wird. Ich habe es aber schon bei "Das Erbe des Puppenspielers" gemerkt, dass ich nicht unbedingt einen sympathischen Hauptcharakter haben muss. Macht die Sache auch recht interessant.

Das Buch lässt sich bisher jedenfalls sehr angenehm lesen!

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #34 am: 16. April 2004, 11:09:58 »

Hallo Mona und nimue!
Zitat von: mona
Aber wenn ich mir die Fotos ansehe, kommt er meiner Vorstellung von Cinna schon recht nah.  :zwinker:  

Wenn du Nicht auflegen! kennen würdest, wüsstest du, dass Cinna und Stu sich auch in der Charakterentwicklung ähneln. :zwinker:

Zitat von: nimue
Bisher gefällt es mir auch gut, obwohl ich Cinna charakterlich noch nichts abgewinnen kann :grmpf:

An schrecklichen Gegnern kann ein "mittlerer Charakter" wachsen - das ist es, was mich an solchen Figuren reizt. :smile:

Herzliche Grüße!

Iris

jj_ruttmans

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #35 am: 16. April 2004, 16:54:57 »

Hallo Mitleser,

mein Problem ist, dass ich das Buch schon vor drei Wochen gelesen habe, ich es also ganz kenne.  Wieso das ein Problem ist? Na, aus zwei Gründen:
1. Ich muss aufpassen, was ich hier schreibe, um keinem die Spannung zu verderben.
2. Ich habe die Spannung eben schon hinter mir. Da beneide ich diejenigen, die sie noch vor sich haben!

Auch mir war Cinna zunächst nicht sympathisch und ich fand, dass er ziemlich viel jammerte. Andererseits muss man anerkennen, dass er schwer verletzt daniederliegt. Dieser kleine Schlafplatz ist quasi eine "Intensivstation". Außerdem - die Damen werden das gerne bestätigen - wir Männer jammern eben gerne. Das heißt ja noch lange nicht, dass wir Weicheier sind, wenn es ernst wird. Und so ist Cinna halt auch.

Wie Iris schreibt. Cinna ist ein "mittlerer Charakter". Und ich glaube, das ist für ein solches Buch sehr wichtig. Wer will schon wissen, wie sich Superman in einer schwierigen Lage schlägt? Da ist es doch viel interessanter, einen Otto-Normal-Arsch (verzeihung, ist mir so rausgerutscht) bei seinem Kampf zu beobachten, denn: Das könnten auch wir sein.

Weiterhin viel Spaß.

Jürgen
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sao3635

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #36 am: 16. April 2004, 19:12:49 »

Hallo Iris!

Da ich auch Hörbücher liebe (lesen beim Auto fahren funktioniert nicht wirklich), würde mich interessieren ob ,,Der Tribun" als Hörbuch geplant ist!?

Gruß

Thorsten (ein begeisteter Tribun-Leser)
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Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #37 am: 16. April 2004, 20:12:29 »

Hallo Thorsten!

Zitat von: sao3635
Da ich auch Hörbücher liebe (lesen beim Auto fahren funktioniert nicht wirklich), würde mich interessieren ob ,,Der Tribun" als Hörbuch geplant ist!?

Bislang nicht - bei deutschen Debuts trauen sich Verlage wohl nicht recht. Aber wenn er weiter so rennt, kann das schon noch werden.
Was wäre dir denn lieber: Hörspiel oder einfach gelesen? (reine Neugier - ich hätte keinen Einfluss drauf)

Zitat
Thorsten (ein begeisteter Tribun-Leser)

Huiii ...  :redface:  :smile:

Herzliche Grüße!

Iris

sao3635

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #38 am: 16. April 2004, 20:41:30 »

Hallo Iris!

Zitat
Was wäre dir denn lieber: Hörspiel oder einfach gelesen? (reine Neugier - ich hätte keinen Einfluss drauf)


Also ich bevorzuge das ,,einfach" gelesene Hörbuch. Dieses lebt einerseits von der Qualität des Vorlesers (z.B. Rufus Beck) und lässt anderseits noch Platz für die eigene Fantasie.

Schade ist natürlich, wenn man als Autor darauf keinen Einfluss hat. :sauer:

Ich denke der Hörbuch Markt ist so stark am boomen, das wir uns demnächst ,,Der Tribun" auch anhören können (man sollte die Verantwortlichen vom Hörverlag mal auf das Buch aufmerksam machen)! :breitgrins:

Gruß und schönes Wochenende


Thorsten
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Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #39 am: 16. April 2004, 20:51:51 »

Hallo Thorsten!

Zitat von: sao3635
Also ich bevorzuge das ,,einfach" gelesene Hörbuch. Dieses lebt einerseits von der Qualität des Vorlesers (z.B. Rufus Beck) und lässt anderseits noch Platz für die eigene Fantasie.

Ginge mir genauso.
Aber Rufus Beck? Heiliger Strohsack ...! :bang:

Zitat von: sao3635
Ich denke der Hörbuch Markt ist so stark am boomen, das wir uns demnächst ,,Der Tribun" auch anhören können (man sollte die Verantwortlichen vom Hörverlag mal auf das Buch aufmerksam machen)! :breitgrins:

Schaumermal, hatter immer gesagt, der Kaiser ... :zwinker:

Ein schönes, vergnügliches Lesewochenende!

Iris

mona

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #40 am: 16. April 2004, 21:33:58 »

Hallo zusammen,

Zitat von: Iris

An schrecklichen Gegnern kann ein "mittlerer Charakter" wachsen - das ist es, was mich an solchen Figuren reizt. :smile:


Mit dem Begriff "mittlerer Charakter" verbinde ich immer direkt Marie Antoinette (wegen der Biographie von Stephan Zweig).

Aber wenn ich darüber nachdenke, trifft es meinen Eindruck von Cinna schon ganz genau. Er hat einiges an Potential, nutzt es zur Zeit aber noch nicht so, wie er könnte. Ich bin gespannt, wie er sich entwickeln wird.

Ich hoffe aber mal, dass du, liebe Iris, ihm ein glücklicheres Ende zugedacht hast, als der Franzonsenkönigin  :zwinker:


Mit dem Buch bin ich heute leider nicht viel weiter gekommen (bis ca. Seite 280),  habe inzwischen aber die Hintergründe für Liubas Verhalten erfahren.

Ich dachte doch gleich, dass da nicht nur pure Bosheit dahintersteckt und jetzt versehe ich ihn auch viel besser. So etwas in der Art hatte ich schon fast vermutet. Das passt dann auch zu seinem gleichgültigen Verhalten gegenüber seiner Ehefrau. Also endet mein heutiger Lesetag mit Pluspunkten für Liuba.

Und auch Cinna scheint ja so einige Leichen im Keller zu haben. Eine Kind-Ex-Ehefrau und ein dunkles Verhältnis mit einem Lehrer - das verspricht ja noch interessant zu werden.


Auf jeden Fall hoffe ich auf viel Lese- und Sonnenzeit fürs Wochenende. Wir haben uns für unsere Terrasse einen Strandkorb angeschafft und den werde ich morgen mal ausgiebig einweihen  :sonne:

Ein schönes Wochenende        
Mona
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Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #41 am: 17. April 2004, 08:23:30 »

Hallo Mona!

Zitat von: mona
Mit dem Begriff "mittlerer Charakter" verbinde ich immer direkt Marie Antoinette (wegen der Biographie von Stephan Zweig).

Über das Thema könnte ich mich wieder seitenweise auslassen ... :smile:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3100970977" target="_blank">Marie Antoinette ist ein tolles Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Den Begriff "mittlerer Charakter" übernimmt Zweig von Aristoteles (Poetik), genau wie Schiller das versucht ("Don Carlos", "Maria Stuart", "Wallenstein"), der sogar Wallenstein als Schurken in einen tragischen Helden umfunktioniert.
So weit wollte ich dann doch nicht gehen. :zwinker:

Zitat von: mona
Und auch Cinna scheint ja so einige Leichen im Keller zu haben. Eine Kind-Ex-Ehefrau und ein dunkles Verhältnis mit einem Lehrer - das verspricht ja noch interessant zu werden.

Ersteres kann man nicht so recht als "Leiche im Keller" bezeichnen. Es war unter römischen Adligen und im Kaiserhaus durchaus üblich, sehr früh zu heiraten. Zu Augustus' Zeiten betraf das wegen der (später aufgegebenen) strengen Ehegesetzgebung (Unverheiratete und Kinderlose hatten so gut wie kein Recht auf ihr Erbe), nicht nur die Mädchen - ein gerade mal 16-Jähriger ist auch noch ein Kind.
Aus unserer Zeit betrachtet ist das natürlich skandalös. Ich habe hier versucht, neben den vielen Gemeinsamkeiten auch mal auf die krassen Unterschiede zwischen den "Alten" und uns "Modernen" hinzuweisen. Dabei half natürlich, dass Tacitus berichtet, die Germanen hätten grundsätzlich sehr spät geheiratet (im Verhältnis zu seiner römischen Umwelt 1./2.Jh. n.Chr.). Der Anthropologie zufolge waren die Mädchen in unseren Breiten allerdings auch Teenager, wenn sie ihr erstes Kind bekamen, und dieser Zeitpunkt gilt als ungefähres Kriterium zur Ermittlung des üblichen Heiratsalters in der Archäologie.

Bei der Androkleos-Geschichte spielen dann kulturelle Unterschiede zwischen Griechen und Römern eine große Rolle: Was für die gebildete attische Oberschicht weitgehend akzeptabel erscheint, ist es noch lange nicht für die römische. Das kriegt Cinna auch bei der Legion zu spüren (im Prolog), da das Gerücht ja bis dorthin gesickert ist.
Auf der anderen Seite, endet diese Affaire - denn mehr war es für den 16-jährigen Cinna eigentlich nicht - mit einem Trauma, dessen Verarbeitung einige Eigenheiten hervorbringt, die ihm unsympathische Züge verleihen ("Arroganz-Panzer", Eigenbrötlerei), und andere, die ihm helfen, seine Lage zu verbessern ("Waffentick" -> besondere Kenntnisse und Geschicklichkeit im Umgang mit Nahkampfwaffen).


Genug gespoilert! :zwinker:

Zitat
Auf jeden Fall hoffe ich auf viel Lese- und Sonnenzeit fürs Wochenende. Wir haben uns für unsere Terrasse einen Strandkorb angeschafft und den werde ich morgen mal ausgiebig einweihen.

Phantastisch! Ihr seid Glückspilze! Nebeneinander im Strandkorb sitzen und lesen - das stelle ich mir herrlich vor!  :sonne:

Allen eine vergnügliche Zeit und herzliche Grüße!

Iris

Anna

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #42 am: 18. April 2004, 15:21:50 »

Ich bin momentan auf Seite 302, komme leider gerade nicht recht voran, weil ich noch 'Den Glöckner von Notre-Dame' für die Schule lesen muss.

Bis jetzt liest sich das Buch wirklich sehr gut. Und es sieht bestimmt toll in meinem Bücherregal aus.. wirklich tolle Aufmachung! :smile:

Ich bin gespannt, mehr über Sunja zu erfahren.
 
Spoiler:
Es gibt ja immer wieder Andeutungen, dass sie wohl nicht ihr ganzes Leben in Germanien verbracht hat, wenn ich mich richtig erinnere. Und die Spielerei aus Platons Schriften (S. 210) gehört ja normalerweise auch nicht zum Grundwissen einer Germanin, oder?

Saldir gefällt mir auch sehr gut. Wie alt sie wohl ist?
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Iris

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #43 am: 18. April 2004, 16:29:07 »

Hallo Anna!

Vorsicht, könnte Spoiler sein!

Zitat von: Anna
Es gibt ja immer wieder Andeutungen, dass sie wohl nicht ihr ganzes Leben in Germanien verbracht hat, wenn ich mich richtig erinnere. Und die Spielerei aus Platons Schriften (S. 210) gehört ja normalerweise auch nicht zum Grundwissen einer Germanin, oder?

Richtig vermutet: Die Gute hat eine Vergangenheit, was das angeht - und nicht nur sie.

Zitat von: Anna
Saldir gefällt mir auch sehr gut. Wie alt sie wohl ist?

Kinder sind in Romanen immer ein Problem - vor allem für den Autor. Sie müssen immer etwas älter und klüger wirken (vgl. Harry und Hermione - Ron liefert immer den comic relief). Was würdest du denn ungefähr vermuten? (Das interessiert mich jetzt doch ...)

Herzliche Grüße,

Iris

mona

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Iris Kammerer - Der Tribun
« Antwort #44 am: 18. April 2004, 17:51:47 »

Hallo liebe Tribunen,

mit dem Buch bin ich gerade fertig geworden und ich kann sagen, dass es mir wirklich rundum gut gefallen hat  :klatschen:

Neben den anschaulichen und detailreichen Beschreibung des historischen Hintergrundes haben mir vor allem die vielschichtig gezeichneten Personen gefallen. Allen voran natürlich Cinna, der sich innerhalb des Buches sehr verändert und weiterentwickelt. Zunächst mochte ich ihn ja nicht so sonderlich, aber im Verlauf des Romans habe ich immer mehr Sympathie für ihn aufbringen können.

Aber auch die anderen Personen sind nicht stereotyp, sondern mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen gut dargestellt. Und vor allem passen sie in ihren historischen Kontext und sind nicht (wie in vielen anderen historischen Romanen) "modern" denkende/handelnde Personen vor historischer Kulisse. Sehr interessant waren für mich auch die Einblicke in den germanischen Alltag.

Also insgesamt ein wirklich tolles Buch, das mir viele interessante Lesestunden bereitet hat. Großes Kompliment  :blume:  :blume:

Und jetzt muss ich wegen des Endes noch ein bisschen spoilern:

Sehr schade fand ich es, dass (und auf welche Weise) Inguiomers sterben musste. Das hätte ich lieber anders gesehen.

Liubas Tod habe ich allerdings wenig bedauert. Auch wenn ich ein gewisses Verständnis für seine Handlungsweise und seine Verbitterung aufbringen kann, reicht das nicht aus, um Mitleid für ihn zu empfinden. Insofern fand ich es schon richtig, dass er im direkten Zweikampf mit Cinna gestorben ist.      
               
Und auch, wenn das Ende nicht ganz so gut ausfiel, wie ich es mir gewünscht hätte, lief ja doch noch alles so glimpflich ab, dass ich gut damit leben kann ;-)

Sunja ist allerdings für mich ingesamt ein wenig fremd geblieben. Woran das genau liegt, kann ich jetzt gar nicht so sagen. Aber ich hoffe, dass sie im Folgeband ein wenig mehr an Kontur für mich gewinnen wird.  Und es freut mich, dass Saldir auf jeden Fall auch mit von der Partie sein wird.


Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Band 2. Wann wird der denn erscheinen?

Liebe Grüße
Mona

P.S. Mein Lieblingssatz des Buches steht auf Seite 532: "Das Glück ist ein warmes Bett in eisiger Winternacht." Schön + gleich notiert ;-)
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