Ich mach dann mal hier den Anfang.

Im
36.-41. Kapitel wird das Abenteuer mit der Duena Schmerzenreich erzählt, welches vom Herzog und seiner Frau inszeniert wurde. Es muss sicherlich ein beeindruckendes Bild abgegeben haben, als die Duena samt ihren 12 Jungfrauen in den Hof einzog. Und erst, als sie sich alle ihre Schleier abnahmen und die Bärte der Jungs zum Vorschein kamen.

Zur Erklärung muss mal wieder ein Riese herhalten, den der Don besiegen soll, um die "verzauberten Frauen" von ihren Bärten zu befreien. Um zum Riesen zu kommen, wird ein zauberhaftes Holzpferd genutzt. Als ich mir bildlich vorgestellt habe, wie der Don und Sancho mit verbundenen auf darauf sitzen, während die Diener des Herzogs um sie herum tanzen und Blasebälge zu bedienen, konnte ich nicht mehr.

Und dann erst die Auflösung des Abenteuers: ein Spruch an der Wand, ohne jeglichen Kampf o.ä. Wahnsinn! Ich muss sagen, der Herzog und seine Frau sind echt genial.

Als Belohnung für seine Tapferkeit bekommt Sancho endlich seine lang ersehnte Statthalterschaft. Im
42.+43. Kapitel gibt ihm der Don noch einige gute Ratschläge auf den Weg. Wenn man diese Passagen so liest, könnte man glauben, dass der Don ein kluger Mensch ist - bis auf die Sache mit der irrenden Ritterschaft.

In den folgenden Kapiteln wird immer abwechselnd erzählt, was dem Don und Sancho widerfährt. Sancho hält sich auf seiner Insel ganz wacker und macht auch als Richter eine gute Figur. Nur mit dem Arzt versteht er sich nicht, lässt ihn dieser doch nicht essen, wie Sancho gern möchte. Auch erhält Sancho einen Brief vom Herzog, in dem er vor Spionen und einem Angriff auf die "Insel" gewarnt wird, der bald stattfinden soll.
Währenddessen hat Don Quixote im
46. Kapitel mit der Altisidora eine neue Verehrerin am Hals. Als er ihr jedoch auf musikalische Weise mitteilen möchte, dass er seiner Dulcinea treu ergeben ist, endet das Ganze mit einem großen Katzenjammer. Da tat mir aus Solidarität auch gleich die Nase weh.

Später hat der Don im
48. Kapitel eine wundersame Unterhaltung mit der Dona Rodriguez, die von einigen Geistern gestört wird, die dem Don natürlich mal wieder eine Tracht Prügel verabreichen. Zuvor konnte die Dona ihn jedoch noch um Hilfe bitten. Der Liebhaber ihrer Tochter will nun sein Eheversprechen nicht einlösen und der Don soll ihn entweder durch Überzeugung oder durch Waffengewalt zur Vernunft bringen.
Zwischenzeitlich spielt im
50. Kapitel mal wieder eine Passage im Heimatdorf des Dons. Sancho hatte einen Brief an seine Frau geschrieben, in welcher er von der Statthalterschaft erzählt. Die Herzogin hatte nun einen Pagen samt einiger Geschenke und einem eigenen Brief zu Theresa Pansa geschickt. Natürlich wollte im Dorf keiner Glauben, dass Sancho nun wirklich Statthalter geworden ist. Die Gesichter hätte ich zu gern gesehen

Und wie Frauen nunmal sind, waren die ersten Gedanken von Theresa, wie sie die anderen Frauen eifersüchtig machen könne.

Im
52. Kapitel wird die Bitte der Dona Rodriguez wiederholt, worauf sich der Don zu einem Duell mit dem Übeltäter bereit erklärt. Der Herzog setzt (natürlich nicht ohne Hintergedanken) den Termin auf in 6 Tagen fest.
Währenddessen gibt Sancho nach dem prophezeiten Überfall auf seine Insel im
53. Kapitel entnervt seinen Statthalterposten auf, da er einsieht, dass er an der Seite seines Herrn Don Quixote doch am glücklichsten ist.
Langsam rückt Sancho immer mehr in den Vordergrund. Den Eindruck hatte ich im 1. Buch streckenweise auch schon, aber hier wird es doch sehr deutlich. Währenddessen nehmen die Kampfhandlungen um den Ritter langsam ab. Im Moment sieht es mehr so aus, als werde er zur Abwechslung von anderen zur Lachnummer gemacht und nicht durch eigenen Antrieb.
Also leugnen kann man dies nun nicht mehr, schließlich hatte Sancho zeitweise sogar seinen eigenen Erzählstrang, der mir sehr gut gefiel, konnte Sancho doch auch mal zeigen, was in ihm steckt.
