So, ich habe das Buch jetzt auch gelesen. Hier meine Eindrücke:
Holly feiert Partys mit mehreren Männern gleichzeitig. Sie erscheint ausschweifend und exzentrisch, ist ein elegantes Partygirl, das sich den vorwiegend älteren Männern an den Hals wirft und sich von ihnen aushalten lässt, auf der Suche nach einem reichen Ehemann. Sie scheint genau zu wissen, was sie will.
Durch ihre Bekanntschaft mit dem Ich-Erzähler, lernen wir sie aber auch von ihrer anderen Seite kennen. Auf einmal ist sie verletzlich und kindlich, offenbart sie uns ihre inneren Ängste und wir erleben melancholische Momente, wenn sie z. B. singend auf der Feuertreppe sitzt. Diese Szene hat mich besonders berührt. Man hat in diesen Momenten das Gefühl, sie beschützen zu müssen und möchte sie zurückhalten, wenn sie wieder kühl und überdreht erscheint. Sie ist rastlos, freiheitsliebend, sucht aber gleichzeitig einen Platz, der ihr die fehlende Geborgenheit gibt.
Und das hat mir an der Geschichte so gut gefallen. Die Stimmungen und Gefühlsschwankungen waren für mich regelrecht greifbar. Durch die Beobachtungen des Ich-Erzählers sah ich Holly genau vor mir, erlebte den kurzen Moment, den er von ihrem Leben mitbekam, genauso mit und spürte dabei gleichzeitig die Emotionen des jungen Erzählers, der am Ende seiner Erinnerungen genauso verloren dasteht, wie ich.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war recht dünn, aber es hatte meiner Meinung nach kein Wort zu wenig. Eine kleine Momentaufnahme, die einem als Leser genauso lange in Erinnerung bleiben könnte, wie dem Erzähler.
