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Autor Thema: Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil  (Gelesen 1286 mal)

qantaqa

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Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil
« am: 22. Juni 2008, 18:05:45 »



Kurzbeschreibung von amazon
1000 v. Chr.: Die Nubierin Sahti flieht aus Entsetzen vor der Beschneidung ihrer Schwester in die Wüste, wo sie von den Truppen des Pharaos gefunden und nach Ägypten gebracht wird. Ihre atemberaubende Schönheit weckt schon bald das Interesse des Herrschers, und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Doch ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt: Unversehens wird Sahti zum Zentrum skrupelloser Machtspiele und Intrigen des ägyptischen Hofes ...

Meine Meinung
Was sich in der Kurzbeschreibung mehr nach einem Herz-Schmerz-Schmachtfetzen anhört, entpuppt sich als kluger, stimmungsvoller und reifer historischer Roman, in dem auch Liebe und Spannung nicht zu kurz kommen. Der Autorin gelingt es wieder, diese einzigartige Stimmung zu erzeugen, die ich an ihren Büchern so sehr schätze und die jedesmal hundertprozentig zu der Epoche passt, über die sie erzählt. Diese Stimmung hat mich auch diesmal wieder gepackt und mich ganz in diesem Buch versinken lassen. Das Buch beginnt mit einem wunderschönen Prolog, der mich sowohl sprachlich als auch vom Spannungsaufbau her mitgerissen hat.

Die Figuren haben Tiefe und wirken in ihren Handlungen, ob gut oder böse, stets glaubhaft. Die "Helden" haben keine übermenschlichen Abenteuer zu bestehen, sondern genug damit zu tun, ihren Altag mit seinen manchmal harten Anforderungen zu bewältigen, egal ob es sich um einen Handwerker, einen General, eine königliche Gemahlin oder um den Pharao selbst handelt - noch etwas, was mir die Bücher von Brigitte Riebe so sympathisch macht.

Abgerundet wird das Buch von einem sehr informativen Nachwort, das die schriftstellerischen Freiheiten der Autorin erklärt und die bisher bekannten Fakten über die  Zeit der Hyksos-Herrschaft in Ägypten erläutert.

Wieder einmal ein angenehmes Leseerlebnis, das von mir 
4ratten:marypipeshalbeprivatmaus: erhält. Ich bin froh, dass ich noch zwei ungelesene Bücher von Brigitte Riebe im Schrank stehen habe.
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Mobi

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Re: Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil
« Antwort #1 am: 03. Juli 2008, 10:22:46 »

Hi qantaqa!

Danke für die Rezi, das Buch habe ich auch auf meinem SUB und jetzt richtig Lust gekriegt, es zu lesen..  :smile:

LG, Mobi
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Mobi

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Re: Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil
« Antwort #2 am: 15. Juli 2008, 16:03:47 »

So, kaum hast du mir vorgeschwärmt, habe ich auch schon angefangen, das Buch zu lesen. Nach ein paar nicht so berauschenden Büchern in letzter Zeit, bin ich gottfroh, dass ich wieder ein Buch gefunden habe, das mich fasziniert.

Schon durch den Prolog bin ich wahnsinnig neugierig geworden und wollte unbedingt mehr über Sahti wissen. Doch dann lernt man sie erst als Kind kennen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Ihre Umgebung konnte ich mir bildhaft vorstellen und auch ihre Gefühle kommen super rüber.
Ich bin jetzt schon froh, dass ich noch Nachschub von Brigitte Riebe daheim habe. (Und das obwohl ich erst auf S. 65 bin  :breitgrins:).

LG, Mobi
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Miramis

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Re: Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil
« Antwort #3 am: 18. November 2008, 23:04:39 »

Ich habe die Taschenbuchausgabe gelesen, und ich will euch das sehr schön gestaltete Cover nicht vorenthalten:



Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil

Meine Meinung:

Gleich bei den ersten Sätzen dieses Buches rutschte mir das Herz in den Keller; "Morgen werde ich sterben." , so einen Buchanfang hatte ich nicht erwartet. Und in der Tat stellt sich Sahtis eindringliche Erzählung als Rückblende auf ihr noch sehr junges Leben heraus, das im Nubien des 16. Jahrhunderts seinen Ursprung hat. Als Geisel nach Kemet (= Ägypten) verschleppt, durchläuft Sahti zahlreiche Stationen auf dem Weg direkt in den Palast des Pharaos.

Ihr Leben ändert sich oft sehr plötzlich und von einem Extrem zum anderen. Während sie heute noch die wohlbehütete Pflegetochter eine angesehenen Familie ist, muss sie sich morgen schon in die tiefen Katakomben der Einbalsamierer begeben, um dort die niedrigsten Arbeiten zu verrichten. Nach vielen Irrwegen landet sie schliesslich als Geliebte des Pharao in dessen Palast - aber damit ist es keinesfalls vorbei mit Aufregungen in ihrem Leben...

Mir hat die Geschichte der exotischen jungen Frau inmitten all der Ägypter sehr gut gefallen. Sie hat alles, was ein guter historischer Roman braucht; interessante Figuren, ein faszinierendes Land mit einem breitgefächerten Götterkult, Abenteuer, Leidenschaft, Feindschaft und Krieg. Nicht zu vergessen die Intrigen, die an des Pharaos Hof unablässig geschmiedet werden und den Gang der Dinge fortwährend beeinflussen. Besonders gut gefiel mir, dass nicht nur die Kontraste der Kulturen dargestellt sind, sondern auch das, was die Menschen in Nubien und Ägypten verband.

Mit viel Einfallsreichtum hat Brigitte Riebe mir hier einen unterhaltsamen und lehrreichen Einblick in eine unbekannte Welt verschafft, die mich immer mehr in ihren Bann zog. Mit ihrer ruhigen und flüssig zu lesenden Erzählweise hat sie mich ein weiteres Mal von der Qualität ihrer Bücher überzeugt.

 4ratten

Viele liebe Grüße  :winken:
Miramis
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:lesen: Kai Meyer - Die Gebannte

mondy

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Re: Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil
« Antwort #4 am: 20. Juni 2011, 22:46:17 »



Erster Satz
Morgen werde ich sterben.

Meine Meinung
Mir war mal wieder nach einem historischen Roman, der in der Zeit der alten Ägypter spielt. Mit Brigitte Riebe habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht und auch dieses Mal hat sie mich nicht enttäuscht. Schon allein den Ansatz finde ich toll. Man begleitet Sahti, ein Mädchen aus Kusch (Nubien), auf ihrem beschwerlichen Weg nach Kemet (Ägypten) und wie sie sich dort ein Leben aufbaut. In allen Ägyptenromanen, die ich bisher gelesen habe, wurden die Kuschiten aus der Sicht von Ägyptern beschrieben, also als grausame Feinde. Nun einmal alles aus der umgekehrten Sichtweise zu erfahren fand ich spannend und aufschlussreich.

Die Hauptperson Sahti hat es mir auch angetan. Als Geisel wird sie nach Waset (Theben) verschleppt, wo sie zunächst bei liebevollen Pflegeeltern aufwächst. Natürlich erlebt sie noch einige Schicksalsschläge, aber auch gute Zeiten und immer habe ich mich mit ihr gefreut oder um sie gebangt. Brigitte Riebe vermag es, einen gefangen zu nehmen und mit den Charakteren mitleiden zu lassen. Nicht nur Sahti hat mich begeistert, auch alle anderen Personen sind liebevoll gestaltet. Manche waren mir aber dann doch etwas zu eindimensional gezeichnet, wie z.B. Ita, die von Anfang an gehässig ist und es auch immer bleibt, ohne das man erfährt, warum. Andere Figuren hingegen öffnen sich nach und nach, bis man ihre Beweggründe verstehen kann, so z.B. bei Nabu.

Die Geschichte an sich hat mich schnell in ihren Bann gezogen und besonders zum Schluss hin konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Immer passiert irgendetwas und man hat die Möglichkeit, die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Fast jeder Charakter kommt wenigstens kurz zu Wort, was für mich das Leseerlebnis noch verstärkt hat.

Leider habe ich aber auch was zu bemängeln. Zunächst zu meiner Ausgabe: Schlampig ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt. So viele Buchstabendreher habe ich schon länger nicht mehr gesehen und das auch noch bevorzugt bei Namen. Da wird eine Ruju schnell zur Ruja, eine Sahti zur Sathi oder eine Tama zur Tara. Sowas ist wirklich ärgerlich, vor allem, wenn es gehäuft auftritt.

Hinzu kommt, dass ich einige Handlungsteile etwas seltsam fand. Besonders das Kapitel, in dem Sahti von einem Balsamierer gefangen gehalten wird, war ziemlich abgefahren. Auf mich wirkte dieser Teil zusammenhanglos und übertrieben verrückt. Ein bisschen weniger hätte es auch getan.     

Positiv überrascht war ich von dem Schluss. Den hätte ich so nicht erwartet und obwohl er fast ein bisschen kitschig ist, fand ich ihn einfach nur schön. Insgesamt hat mich das Buch trotz kleiner Ärgernisse gut unterhalten, aber die perfekte Lektüre ist es eben doch nicht geworden.
 3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: 
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SLW12: 4/10
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:lesen: "Metro 2033" (Dmitry Glukhovsky)