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James A. Sullivan: Der letzte Steinmagier
Inhalt:Chaos herrscht im Kaiserreich, nachdem in der Schlacht von Wuchao alle Steinmagier ums Leben gekommen sind. Alle, bis auf einen: Wurishi Yu, der von seinem Meister absichtlich zurückgelassen wurde, um als letzter die Tradition und die Magie seiner Zunft zu bewahren.
Und um eine Schuld zu begleichen. Denn einst wurde die Kaiserin von einem abtrünnigen Steinmagier in eine Statue verwandelt und nur ihre Erlösung kann die Finsternis, die seitdem über das Reich hereingebrochen ist, vertreiben. Mit dem Erbe seines Meisters, einer kostbaren Schriftrolle, macht sich Yu an die schier unlösbare Aufgabe, wird aber schon bald von dem machthungrigen Fürsten Dayku Quan verfolgt, der sich in den Besitz des Geheimnisses der ewigen Jugend bringen will. Doch dann erhält Yu unerwartet Hilfe.
(Buch)
Bewertung:Der Leser wird in eine asiatische Fantasywelt entführt und begleitet den Steinmagier Wurishi Yu auf seinem Weg. Der Handlungsort gefällt mir sehr, da er doch etwas von klassischen Fantasyorten abweicht.
Entsprechend der Verbindung zum asiatischen Raum sind auch die Namen der Personen angelegt. Zunächst wirken sie fremd, lassen sich aber trotzdem erstaunlich gut merken. Vor allem, weil die Vornamen oft nur aus wenigen Buchstaben bestehen.
Gefehlt hat mir eine eingehende Beschreibung des Protagonisten. So kann der Leser zwar seine eigene Kreativität einsetzen, um ihn sich vorzustellen, dennoch wäre eine Darstellung vom Autor ganz interessant gewesen. Allerdings hätte sich das schwierig gestaltet, da die Geschichte größtenteils aus Yus Sicht erzählt wird und Eigenbetrachtungen im Spiegel oder im Wasser wirken immer etwas erzwungen.
Positiv fällt auf, dass Yu trotz seines Talentes nicht von einem Moment zum nächsten alles kann. Auch er muss sich üben, was Zeit braucht.
Die Spannung schmälert die Tatsache, dass von Anfang an bekannt ist, dass der Held überleben wird. Yu erzählt die Geschichte, die sich direkt nach der Schlacht von Wuchao zutrug dem jungen Leyuun.
Gut umgesetzt wurde die Darstellung der Schlacht von Wuchao, welche der Leser gemeinsam mit Yu passiv miterleben muss. Ein Protagonist, der fast genauso handlungsunfähig zuschaut wie der Leser, bedeutet deutlich mehr Nähe zur Handlung und zur Person.
Von Yus Gefährten gefällt mir eigentlich nur einer, der davon aber umso mehr. Generell weist das Buch Mängel hinsichtlich der Charakterzeichnung der Figuren auf: Nicht alle sind tiefgründig genug dargestellt. Daher fällt es bei einigen schwer einen Bezug zu ihnen aufzubauen.
Eher störend erscheinen die diversen Liebesgeschichten, welche im Verlauf der Handlung unpassend gehäuft auftauchen.
Es wurden Atempausen für den Leser und die Personen eingebaut, die für die Handlung nicht wichtig sind. Die Hälfte davon lässt sich noch amüsant lesen, die andere Hälfte langweilt eher. Immerhin wird dadurch deutlich, dass Zeit vergeht.
Yu gerät in gefahrenvolle Situation und manches Mal passiert Unerwartetes. Leider werden Probleme häufig nicht nur zu schnell, sondern auch zu einfach gelöst.
Etwas dünn erscheinen manchmal die Motive, die bestimmte Charaktere zu Handlungen veranlassen.
Das Interesse des Lesers wird durch Perspektivenwechsel am Leben gehalten. Es können nicht nur Ereignisse aus Yus Sicht mitverfolgt werden, sondern auch von jemandem in der Nähe von Yus Widersacher Dayku Quan, weshalb ein umfassenderes Bild für den Außenstehenden möglich wird.
Besondere Spannung erzeugen diese Wechsel innerhalb von Kampfhandlungen.
Das Wesen der Unsterblichen kann der Leser stückchenweise tiefgründig kennenlernen. Es werden nicht nur die positiven Aspekte betrachtet, sondern auch die negativen.
Die Kapitelüberschriften wurden so gewählt, dass sie passen ohne zu viel zu verraten. Weniger gefallen hat mir hierbei deren Darstellung in Großbuchstaben.
Einige Fragen bleiben offen. Die wichtigsten Dinge weiß der Leser am Ende aber. Jenes ist ein wenig zu lang geraten. Auch wenn es mir gefällt, dass das Buch nicht so abrupt endet, sondern langsa ausklingt, dauert es doch etwas lange, wobei zu viele Dinge noch erwähnt werden als hätten noch ein paar Seiten gefüllt werden mussten.
Das Buch lässt sich flüssig lesen, die Geschichte ist gut, wäre aber noch ausbaufähig gewesen.
Liebe Grüße
Nirika