
Es wird, es wird!
Mit dem ersten Auftauchen von Jane gefiel mir das Buch sofort viel besser. Brookmyre hat diese "Oma" wirklich gut gezeichnet, sehr eindringlich ihre Einsicht dargestellt, dass die Träume ihrer Jugend immer nur Träume bleiben werden. Das ganze macht er so geschickt, dass es mich trotz eigentlich nicht vorhandener Handlung - sie putzt ja nur und geht Einkaufen - richtig fasziniert hat.
So sehr, dass ich auch das nächste Auftauchen der Brett-Gang gelassen über mich ergehen lassen konnte, zudem ja klar wird, wie die Verbindung zwischen den beiden Erzählsträngen aussieht. Nur die "feng shui"-Bemerkung war mir viel zu cool:
It was not a comfortable place. The feng shui was all off. The sofa, for instance was at a psychologically jarring angle (upright was more calming), and, in her judgement, pot plants worked best when they weren't lying sideways across the floor.Mehr als ein müdes Lächeln kann mir so ein Kommentar nicht abringen. Direktimport aus einem Hollywood-Actionfilm eben.
Nein, nein, da gefällt mir Jane viel besser. Bemerkungen wie die zu der
Residual Image Sustainment-Funktion eines Spiegels liegen mehr auf meiner Wellenlänge. Zwar mutiert auch Jane im Kapitel
Ride then plötzlich von einer mittelalten, durchschnittlichen Hausfrau und Oma zu einer Filmheldin, aber das war dermaßen spannend, dass es mich nicht gestört hat.
Im übernächsten Kapitel
Unsafe Building, in dem ich mich gerade befinde, balanciert Brookmyre allerdings dann hart an der Grenze dessen, was ich noch mag. So gut mit die veränderte Jane gefällt (so sehr sie meine eigenen Träume auslebt

), so sehr ist auch das hollywoodmäßig. Sollte sie sich dann auch noch als perfekte Schützin oder so was erweisen, werde ich sauer.
Der Beginn des Kapitels
Abduction: how to do it properly ließ mir natürlich die Kinnlade runterkrachen: Brookmyre versteht es, seine Leser zu überraschen. Selbstverständlich nahm ich an, der Mann mit dem
französischen Akzent sei Armand, aber nein. Der gehört(e) zu einer anderen Truppe.