Kai Meyer: Die Wellenläufer
Inhalt:Jolly lebt an Bord des Piratenschiffes von Kapitän Bannon, Munk mit seinen Eltern, zwei Tabakfarmern, isoliert und einsam auf einer Insel. Unterschiedlicher könnten ihre Welten kaum sein. Doch eines haben sie gemeinsam - sie sind Quappen und können über Wasser laufen. Als Bannons Schiff von einem Hinterhalt getroffen wird, landet Jolly auf Munks Insel, womit eine Kette folgenschwerer Ereignisse in Gang gesetzt wird, die auch Munks Leben dramatisch ändern.
Insbesondere Jolly will Antworten für das, was Bannon und seiner Crew geschehen ist. Und auf ihrer Suche nach diesen Antworten erfahren Jolly und Munk, dass nicht nur sie selbst, sondern die ganze Welt in großer Gefahr schweben.
Meine Meinung:Ein sehr spannendes Buch - manchmal musste ich vermeiden, mich zu sehr in das Geschehen einzudenken, sonst hätte es mich richtiggehend geschüttelt,
z.B. bei der Spinnenszene am Anfang oder später auf der Carfax, als die Tiefen Stämme vorbeiziehen.
Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass für meinen Geschmack die Spannungshöhepunkte zu schnell aufeinander folgen, so ein Tempo hätte ich gar nicht gebraucht. Ich hätte gerne etwas mehr Zeit gehabt, mich in einige Situationen einzulesen. Auf der anderen Seite wird dadurch natürlich nochmal die Gefahr verdeutlicht, in der Jolly und Munk sich befinden. Gut, dass es als Ausgleich auch immer wieder so lustige und humorvolle Szenen oder Dialoge gibt.
Etwas schade fand ich, dass Bannon nur so einen kurzen Auftritt hat. Von ihm würde ich gerne mehr lesen, die kurze Beschreibung auf S. 16 hat mich neugierig gemacht.
Ich konnte allerdings nicht so richtig mit Jolly um ihn "trauern", da er ja nur in ihren Erinnerungen vorkommt und ich ihn als Leser somit nicht so richtig erleben konnte. Ich bin mir eigentlich auch ziemlich sicher, dass er nicht tot ist und in Band 2 oder 3 wieder auftauchen wird.
Bei Jolly merkt man zu Beginn, dass sie schon viel gesehen und erlebt hat, auch im Vergleich zu Munk.
Ich fand es dann allerdings gut, dass auch ihr nicht alles gelingt, der Einbruch beim Piratenkönig verlief ja dann etwas anders, als sie geplant hatte, und Soledad verdeutlichte ihr, dass das ganze eher dilettantisch geplant war.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass den Leser in den nächsten beiden Bänden noch viele Überraschungen erwarten. Vieles ist jetzt noch rätselhaft, z.B. kann ich den Geisterhändler kaum einschätzen, und es gibt mir auch zu denken, dass es
zwischen Munk und Jolly solche Unterschiede gibt, was ihre Verbundenheit zum Wasser angeht. Oder liegt das nur daran, dass Munk so lange isoliert gelebt hat? Überhaupt finde ich Munks Entwicklung am Ende etwas ... bedenklich.
Eine interessante Mischung aus Piraten-/Karibikfeeling, Fantasy, Humor und Spannung. Ich werde den nächsten Band definitiv lesen, habe ihn schon hier liegen. Für dieses Buch vergebe ich

weil ich vieles noch nicht so recht einschätzen kann.