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Autor Thema: Henning Mankell - Der Chronist der Winde  (Gelesen 921 mal)

Makani

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Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« am: 25. Mai 2008, 14:57:26 »

Hallo!

Ich habe für die Weltreise mein erstes Buch von Henning Mankell gelesen. Der Chronist der Winde.

Dieses hat nichts mit seinen Kriminalromanen zu tun sondern zählt zu seiner Afrika-Reihe.

Beschreibung:
 »Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben.«

Nelio, ein zehnjähriges Straßenkind, erzählt um sein Leben. Er liegt mit einer Schusswunde auf dem Dach eines afrikanischen Hauses und weiß, dass er sterben wird, sobald seine Geschichte zu Ende ist. Er erzählt, wie die Banditen sein Dorf überfielen und seine Schwester massakrierten. Wie er floh, den Weg in die große Stadt fand und Anführer einer Bande von Straßenkindern wurde. Vor allem aber erzählt er vom Leben dieser schwarzen Kinder. Und vom Paradies, das auf keiner Landkarte verzeichnet ist und das man doch finden kann.

Meine Meinung:
Diese Zeilen auf dem Buchrücken haben mich verzaubert und deshalb habe ich dieses Buch auf meine Weltreisenliste gesetzt und mich schon die ganze Zeit darauf gefreut es zu lesen.

Mein erstes Buch von Henning Mankell hat mich absolut begeistert. Die Geschichte um Nelio, den kleinen Straßenjungen ist traurig, macht aber gleichzeitig Mut und regt unheimlich zum Nachdenken an. Der Leser bekommt Werte vermittelt die einem beim ersten Lesen gar nicht so wichtig erscheinen. Für die Straßenjungen ist das Leben nämlich dann perfekt, wenn sie ein Dach über dem Kopf und einen Personalausweis haben. Cosmos, der frühere Anführer der Gruppe, sagt nämlich, wenn man einen Personalausweis hat, kann einem niemand wegnehmen wer man ist. Und es wird einem immer geglaubt wer man ist. Diese Sätze haben mich unglaublich berührt - wie so einiges in diesem Buch. Auch Nelio, der eigentlich andauernd positive Gedanken hat und trotz seines Alters schon so unglaublich reif und weise ist. Ich muss sagen, ich kann meine Gedanken gerade nur schwer ordnen, aber ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen der einmal über all die Dinge nachdenken möchte die einen Umgeben. Dass diese Dinge nämlich nicht selbstverständlich sind und das es Menschen gibt, die diese Dinge nicht als selbstverständlich ansehen.

Das einzige was mich an dem Buch ein bisschen gestört hat war, dass von Anfang an klar gemacht wurde, wann Nelio stirbt und seine Geschichte somit ein Ende nimmt. Deshalb habe ich mich nie getraut weiterzulesen - ich wollte nicht, dass das Buch endet und ich wusste aber, wenn ich weiterlese habe ich nur noch eine Nacht mit Nelio (er erzählt seine Geschichte immer nur in der Nacht) und dann endet das Buch. Ist blöd, ich weiß, denn schließlich weiß ich bei jedem Buch dass es bei einer gewissen Seitenanzahl endet, aber hier war es irgendwie trotzdem ein ganz anderes Gefühl.

4ratten

lg,
eine sehr nachdenkliche Tamara
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bellastella

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Re: Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #1 am: 28. Mai 2008, 08:30:59 »

Hallio Makani!

Ich kann deine Worte nur unterstreichen. Das Buch habe ich zwar schon vor 3 Jahren gelesen, aber mir gefiel es ebenso gut. Auch ich konnte nicht viel auf einmal lesen, weil ich dem Buch damit unrecht getan hätte (so mein Gefühl) und ich nicht wollte, dass alles gleich an einem Lese-Tag endet!

Ich glaube aber, das Buch ist so ein Spalter-Werk, damals war ich in einer träumerisch-melancholisch angehauchten Phase und wollte über solche Dinge lesen, nachdenken, mich da hinein fühlen. Es ist also kein Buch, dass man einfach so zwischenrein lesen sollte, finde ich. (Aber das hast du ja indirekt auch schon gesagt!!)

Schön, dass deine Rezension mich wieder darin erinnert hat!!
Viele Grüße!
Bella*
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Aldawen

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Re: Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #2 am: 29. Mai 2008, 17:58:49 »

Es ist ungefähr zwei Jahre her, daß ich dieses Buch gelesen habe, aber es ist mir in sehr guter Erinnerung. Mankell hätte leicht eine Geschichte daraus machen können, die durch und durch traurig ist, aber dieser Falle ist er gut ausgewichen. Bei meinem Exemplar hieß es im Rückentext, Mankell gäbe den Straßenkindern ihre Würde, diese Aussage würde ich durchaus unterschreiben. Bemerkenswert war für mich vor allem, daß die Kinder in einen größeren Verband eingebunden sind, der in Form der Ahnengeister bei ihnen ist. Dieses Bewußtsein, Teil eines größeren Ganzen zu sein, ist uns hier wohl ziemlich abhanden gekommen. Wirklich beeindruckt hat mich an Nelio aber der „Beweis“, daß Weisheit nicht von biologischem Alter, sondern vor allem von Lebenserfahrung abhängig ist - und davon hat er in seinem kurzen Leben wahrlich viel sammeln können und müssen ...

Ich habe damals  5ratten  vergeben, würde das rückblickend heute aber vielleicht doch um :marypipeshalbeprivatmaus: korrigierend reduzieren wollen.

Schönen Gruß,
Aldawen
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Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika

apassionata

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Antw:Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #3 am: 18. November 2009, 20:27:24 »

Hallo liebe Literaturschockler,

habe gerade eure Meinungen zum Buch gelesen und kann euch in allen Punkten gänzlich zustimmen.
Auch wenn es schon ein paar Jährchen her ist, dass ich in diesem Buch las, so ist es immer noch eines eben jener Bücher, die bei mir nachhallen und hängen geblieben sind.
Es war für mich mein erster Mankell, der nichts mit der Wallender-Krimi-Reihe zu tun hatte. Dementsprechend überrascht war ich über diese eindringliche Geschichte mit der außerst innigen Atmosphäre. Nicht, dass Mankell sich nicht auch sonst viel Zeit für Sozial- oder Gesellschaftskritik nimmt- nein. Doch dieses Buch war völlig anders. Auf unglaublich durchdringende Weise hat es der Autor hier geschafft anhand einer Kulisse von Straßenkinder ein derart reales und gleichzeitig träumerisches Bild zu kreieren, welches zum Nachdenken anregen kann.
Es war sehr bewegend, die Schiksale zu erlesen, aber auch den Wünschen, Gedanken und Träumen der Betroffenen zu folgen...
Sehr gut recherchiert, nicht zuletzt da Henning Mankell ja selbst einen Großteil seines Lebens in Mosambik verbracht hat bzw. noch verbringt. Und trotz der Tiefe dieser Geschichte ist das Buch wunderbar zu lesen.

Ein Buch, welches aus tiefster Seele spricht. Deshalb für mich nach wie vor ein  :tipp:

Liebe Grüßle
                Marion  :smile:
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"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

kat

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Antw:Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #4 am: 19. November 2009, 12:13:21 »

Ich hab das Buch vor ca. sieben Jahren angefangen aber nicht fertiggelesen. Viel weiß ich nicht mehr, nur dass die Sprache mir gar nicht zugesagt hat und ich mich deshalb in diese tragische Geschichte überhaupt nicht einfühlen konnte. Hm, vielleicht werde ich, falls mir das Buch noch einmal über den Weg laufen sollte, doch einen zweiten Blick hinein wagen.
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Saltanah

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Antw:Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #5 am: 03. Dezember 2009, 22:54:47 »

Gelesen habe ich das Buch immer noch nicht, aber immerhin vor Jahren die durchaus sehenswerte Verfilmung gesehen. Solltet ihr die Möglichkeit haben, sie zu sehen, so empfehle ich euch das wirklich.
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apassionata

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Antw:Henning Mankell - Der Chronist der Winde
« Antwort #6 am: 04. Dezember 2009, 09:53:45 »

Ich hab das Buch vor ca. sieben Jahren angefangen aber nicht fertiggelesen. Viel weiß ich nicht mehr, nur dass die Sprache mir gar nicht zugesagt hat und ich mich deshalb in diese tragische Geschichte überhaupt nicht einfühlen konnte. Hm, vielleicht werde ich, falls mir das Buch noch einmal über den Weg laufen sollte, doch einen zweiten Blick hinein wagen.

Hallo kat,
bei mir hängt der Lesegenuss immer sehr von der momentanen Eigengrundstimmung ab und ob ich mich auf die Stimmung des Buches einlassen kann. Gerade bei Büchern, die vielleicht einen eindringlichen Untergrundton haben. Ich kann mich noch daran erinnern, dass mir in diesem Fall, die Sprache sehr passend zur Gesamtatmosphäre erschien und ich mich hier gut einfinden konnte.
Der Chronist der Winde ist jetzt sicherlich kein typisches Buch der Unterhaltung, welches man einfach so wegliest. Es brachte mich zum Zuhören und Nachdenken. Somit sicherlich keine leichte Kost, doch empfand ich dieses Buch auch nicht als schwierig zu lesen.

Aber wie gesagt, auch ich kenne diesen "Widerwillen" wenn man nicht in der richtigen Stimmung ist, sich auf eine drückende Thematik oder eine düstere Atmosphäre einlassen zu wollen oder einfach etwas anderes erwartet hat.  :zwinker:
Und es gibt ja zum Glück noch ganz ganz viele andere Bücher. Da findet sicher jeder etwas für sein Geschmäckle.  :smile:

Liebe Grüßle
               Marion  :winken:
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