Arne Dahl – Böses Blut
Inhaltsangabe:In New York wird ein schwedischer Literaturkritiker ermordet. Die Art seiner Tötung deutet auf einen bekannten Serienkiller hin: den „Kentuckymörder“. Die Sonderermittlergruppe um Paul Hjelm und Kerstin Holm bekommt Arbeit, denn Spuren weisen darauf hin, dass der „Kentuckymörder“ nach Schweden eingereist ist. Und tatsächlich gibt es auch in Schweden bald die ersten Toten, der nach Art des „Kentuckymörders“ getötet wurden. Paul Hjelm und seine Kollegin Kerstin Holm reisen nach New York, um sich mit den dortigen FBI-Ermittlern zu treffen und alles über den brutalen Serienkiller zu erfahren. Die Kollegen in Schweden sind in der Zwischenzeit auch nicht untätig und bald kristallisiert sich eine Spur heraus, die scheinbar erfolgreich ist. Doch nicht alles ist so, wie es zu sein scheint ...
Der erste Satz:„Wortloser Schmerz, dachte er.“
Meine Meinung zum Buch:Dieses Buch ist der zweite Band der Reihe um die Sonderermittler der „A-Gruppe“ und ich fand die Geschichte noch besser als die im ersten Band („Misterioso“).
Arne Dahl baut einen sehr anspruchsvollen und komplizierten Fall auf und führt den Leser darin mehrmals noch in die Irre. Ich glaube nicht, dass das ein Buch ist, das man häppchenweise lesen kann, denn man verliert sich schnell in den komplexen Ereignissen, die das Buch durchziehen. Für mich waren die schwedischen Namen mit am schwierigsten, ich habe bis zum Schluss die Ermittler Nyberg und Norlander ständig verwechselt, was auch daran lag, dass die beiden innerhalb der A-Gruppe noch ein gemeinsames Team bilden. Aber nach 300 Seiten konnte ich mir dann doch die Unterschiede merken.

Im Mittelpunkt dieses Krimis steht der Fall und nicht der Ermittler. Das heißt, dass der eigentliche Mordfall, die Ermittlungen der Gruppe und die Fakten in den FBI-Akten sehr detailliert dargestellt werden, was aber keineswegs trocken oder langweilig ist, sondern im Gegenteil für mich hoch interessant war. Die Charakterisierung der Ermittler tritt dagegen in den Hintergrund, gibt aber genügend her, so dass die Figuren nicht flach wirken. In diesem Band werden die Ermittler Nyberg und Norlander etwas tiefer beschrieben als die anderen, im ersten Band waren es Hjelm und Holm – ich vermute mal, dass im nächsten Band dann wieder andere Kollegen dran kommen. Mir gefällt das so ganz gut, denn es wäre bei der ganzen Gruppe vielleicht doch zu viel und wäre auf Kosten der Geschichte gegangen, wenn man im ersten Band alle Mitglieder detailliert kennengelernt hätte.
Ganz besonders hat mir der Schluss gefallen, hier dreht Dahl die Geschichte noch einmal in einer Art und Weise herum, auf die ich nie gekommen wäre. Damit passt der Schluss auch gut zur Geschichte selbst.
Dahl greift in seinen Krimis aktuelle und brisante Themen auf und malt kein ideales Bild von den Zuständen in Schweden. Für mich war das sehr interessant zu lesen und einige Schweden-Klischees wurden dabei aufgeräumt. Im ersten Buch ging es um die Wirtschaftskrise und deren Gewinner – um was es hier geht, will ich mal nicht so genau schreiben, das würde die Spannung nehmen.
Lediglich einen Punkt möchte ich kritisieren: Paul Hjelm ist in dieser Geschichte ein bisschen zu sehr Superman
(Achtung, dicker Spoiler):Der FBI-Agent Larner ermittelt 20 Jahre an den Fällen des Kentuckymörders, und kommt dabei nicht ein einziges Mal darauf, sich darum zu kümmern, was aus dem Sohn geworden ist? Das erscheint mir doch etwas zu weit hergeholt. Und dann müssen natürlich erst die Schweden kommen, um die versteckte Kammer zu finden, obwohl das Haus mehrfach durchsucht wurde. Na ja ...
Dafür eine halbe Ratte Abzug.
Aber trotzdem: ein hervorragender Krimi! Die nächsten Bücher der Reihe stehen schon auf dem Wunschzettel.
Meine Bewertung:

Viele Grüße von Annabas
