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Autor Thema: Kim Young-ha – Das Gottesspiel  (Gelesen 1010 mal)

Aldawen

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Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« am: 18. Mai 2008, 17:55:16 »



Inhalt: Der Ich-Erzähler geht zwei Beschäftigungen nach: Er hilft lebensmüden Menschen beim Selbstmord, nimmt dafür aber ihre Lebensgeschichten auf, um sie in seiner schriftstellerischen Tätigkeit zu verarbeiten. In der Geschichte, die er hier erzählt, spielen fünf Personen eine Rolle, neben ihm selbst zwei Männer und zwei Frauen. Die beiden Männer sind Brüder, C (Künstler) und K (Taxifahrer). K hat eine Geliebte, die sein Bruder am Begräbnistag der Mutter kennenlernt, weil K diesen Tag lieber mit ihr als bei der Beerdigung verbringt. Dieses Mädchen heißt Seyoun, wird aber von dem Erzähler Judith genannt, weil sie ihn an das Gemälde von Gustav Klimt erinnert. Seyoun dehnt ihr Verhältnis auf eine paralleles zu beiden Brüdern aus, womit K nur sehr schlecht zurechtkommt und sich mit seinem Taxi in wahnwitzige Fahrten stürzt. C bekommt erst eines Tages im Januar ein Problem, als er mit Seyoun im Auto unterwegs ist, die beiden irgendwo auf der Straße einschneien und Seyoun plötzlich verschwunden ist. Ihn scheint aber nicht zu bekümmern, daß er erst wieder nach ihrem Tod von ihr hört. Inzwischen hat ein Verhältnis mit einer Künstlerin namens Mimi begonnen, die gleichfalls Kundin des Erzählers wird.


Meine Meinung: Die Idee ist ja durchaus nicht schlecht, aber hier gab es eindeutig zu viele Schwächen. Vom Erzähler (mit Abstrichen) abgesehen machten die Personen auf mich allesamt einen einigermaßen lebensuntüchtigen Eindruck. Dies gilt vor allem für die Frauen, was kein Wunder ist, da sie ja auch die „Kundinnen“ des Erzählers sind, der davon doppelt profitiert: einerseits als Selbstmordhelfer, der sich für seine Dienste fürstlich entlohnen läßt (aber dabei doch auch psychische Probleme hat, anders läßt sich m. E. seine Flucht nach einem erfolgreich beendeten „Auftrag“ nicht erklären), andererseits als Schriftsteller, wenn er die Lebensgeschichten seiner „Kunden“ (oder vielmehr Opfer?) verarbeitet. Ob die Charaktere an Tiefe gewonnen hätten, wenn das Buch länger als die sparsamen rund 150 Seiten gewesen wäre, wage ich angesichts der gesamten Anlage der Geschichte zu bezweifeln.

Die Erzählung selbst springt einigermaßen hin und her, so daß man sich immer vergegenwärtigen muß, von wem gerade die Rede ist und vor allem, wo auf dem Zeitstrahl man sich befindet. Allerdings glaube ich nicht, daß sich der Mangel an Sinn daraus erklären läßt. Denn ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was die Erzählung in Gänze wollte (außer vielleicht einen Erzähler zu präsentieren, der sich auf Grund seiner Doppelrolle als gottgleich empfindet – daher wohl auch der Titel). So  bleibt lediglich ein flüssiger Stil positiv zu vermerken, und das ist dann vielleicht doch ein bißchen wenig.

 1ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Schönen Gruß,
Aldawen
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Kirsten

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Re: Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« Antwort #1 am: 25. Februar 2009, 09:44:27 »

Hallo!

Ich habe Gottesspiel gerade beendet und meine Meinung deckt sich ziemlich genau mit der von Aldawen. Das Buch hat für mich keinen Gang gehabt und ich musste immer wieder überlegen, wo ich mich jetzt eigentlich in der Geschichte befinde. Der Erzähler war mit sehr unsypmatisch. Hätte er versucht mich als Kundin anzuwerben wäre ich mit Sicherheit schreiend davongelaufen aber ich wäre natürlich auch nicht in der Zielgruppe gewesen :zwinker: Das Positivste an der Erzählung war für mich dass es so kurz war, sonst hätte ich es abgebrochen.
:marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße
Kirsten
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Voyageur

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Re: Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« Antwort #2 am: 06. Juni 2009, 17:47:43 »

In der Neuen Zürcher Zeitung vom 30. Mai 2009 stand ein Interview mit Kim Young Ha, auf Grund dessen ich doch mal "Das Gottesspiel" lesen wollte, aber so toll scheint es ja nicht zu sein ...
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Aurora

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Re: Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« Antwort #3 am: 23. November 2011, 15:53:35 »



Klappentext
Ein Schriftsteller bietet per Telefonhotline lebensmüden Menschen seine Mithilfe beim Selbstmord an. Bevor er zur Hebamme des Todes wird, muss er jedoch von ihren Motiven überzeugt sein. Ist dies der Fall, arrangiert er ihren Tod, lässt die Klienten in seinen Geschichten aber wieder auferstehen und macht sich damit zum Heer über Leben und Tod. Kim Young-has Debütroman ist eine echte Entdeckung und wird alle Fans von Haruki Murakami begeistern.

Meine Meinung
Der Klappentext klingt vielversprechend und scheint mal ein ganz anderer Krimi zu sein. Doch vom Inhalt des Buches war ich allerdings mehr als enttäuscht. Das, was nämlich im Klappentext zu lesen ist, erfährt der Leser im Buch nicht so konkret, sondern eher zwischen den Zeilen - oder eben aus dem Klappentext, sollte man diesen vorher gelesen haben. Zumal erst in der Ich-Form geschrieben wurde, zwischendurch jedoch in der Erzähl-Form aus der Sicht von zwei Männern, deren Namen lediglich mit C und K angegeben sind, von denen man also nichts weiß, außer dass sie Brüder sind. Außerdem geht es da mehr um Frauen als um Mord bzw. Selbstmord. Ich fand das Buch daher sehr verwirrend und hatte mir eigentlich mehr davon erhofft. Wer also einen »Skandalroman«, wie er auf dem Klappentext bezeichnet wird, bei dem es um die Hilfe zum Selbstmord geht, wird sicherlich auch enttäuscht sein. Ich kann diesem Buch daher nur die folgende Anzahl an Ratten geben:
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Aldawen

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Re: Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« Antwort #4 am: 23. November 2011, 16:07:07 »

Wußte ich doch, daß ich dazu schon mal einen Thread aufgemacht hatte. Und in der Bewertung sind wir uns ja fast einig  :breitgrins:
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Aurora

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Re: Kim Young-ha – Das Gottesspiel
« Antwort #5 am: 24. November 2011, 23:37:51 »

Ups - hatte da die Suchfunktion versagt oder habe ich sie schlichtweg vergessen?  :schulterzuck: Sorry  :zwinker:

Stimmt, bei mir fehlt nur das Mäuschen. Muss sich wohl verkrochen haben :P .
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