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Autor Thema: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen  (Gelesen 3195 mal)

Tia

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John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« am: 15. Mai 2008, 20:05:49 »

John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen



Inhalt

George und Lennie sind ein ungleiches Paar und doch ziehen sie als Wanderarbeiter gemeinsam durchs Land und schlagen sich zusammen durch die Widrigkeiten des Lebens. Lennie ist groß und stark, ein wahrer Bär von einem Mann, doch geistig zurückgeblieben, vergesslich und innerlich eher wie ein kleines Kind. George ist kleiner und cleverer. Er versucht Lennie zu beschützen; vor anderen Menschen, vor allem aber auch vor sich selbst und seinem unkontrollierten Handeln, beziehungsweise den sich daraus entwickelnden Konsequenzen. Die beiden verbindet ein gemeinsames Ziel. Zusammen träumen sie davon, ein eigenes kleines Stück Land bewirtschaften zu können und dort Kaninchen zu züchten.

Doch Lennies unbändiger Drang, alles Weiche anzufassen und zu streicheln wird den beiden und ihrem großen Traum zunehmend zum Verhängnis...

Meine Meinung

Ein wunderschönes, kurzweiliges Buch. Bereits ab der ersten Seite war ich voll in seinem Bann und las es dann in einem Rutsch ohne Unterbrechung durch (was bei der Seitenzahl allerdings auch keine Kunst ist). Die einfache und dennoch schöne Sprache hat mich sehr begeistert. Ich gewann schnell einen guten Zugang zu den Charakteren Lennie und George. Durch die vielen (sehr authentischen) Dialoge konnte ich mich gut in die Strukturen ihrer Freundschaft hinein fühlen. Besonders am Anfang des Romans gab es schöne Naturbeschreibungen, die mich nur zu gerne in den Szenerie eintauchen ließen. Diesem Idyll gegenüber fand ich die knallharte Realität der Armut, mit der die Lohnarbeiter zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise konfrontiert waren, Gewalt, Unterdrückung durch Autoritäten und den vorherrschenden Rassismus.
Die Geschichte ist rührend, schön, tragisch und fesselnd zugleich. Die perfekte Lektüre für einen sonnigen, müden Nachmittag wie Heute  :smile:.

Zuvor kannte ich bereits die Verfilmung mit Gary Sinise und John Malkovich von 1992, die ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Der Film ist dicht an der Vorlage und das Buch wurde wirklich gut umgesetzt. (Es gibt auch noch zwei ältere Verfilmungen, die ich bisher aber leider noch nicht kenne)

 5ratten

Schöne Grüße
Tia
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Yvaine

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #1 am: 26. Juli 2008, 09:20:05 »

Gerade las ich das Buch zu Ende.

Kurzbeschreibung vom Buchrücken:

"George und der bärenstarke, aber einfältige Lennie ziehen zusammen übers Land, um sich als Erntehelfer ein paar Dollar zu verdienen.
Ihr großer Traum ist eine eigene kleine Farm.... "

Meine Meinung:

Eine starker Spannungsbogen über die 112 Seiten nimmt von den ersten Sätzen an gefangen, gipfelnd in dem Vorhaben der Landarbeiter eine eigene Farm zu besitzen. Es wird mit im Grunde wenigen Worten das komplette Leben mehrer Personen erzählt und insbesondere die ungewönliche Freundschaft zwischen George und Lennie datailliert und nachvollziehbar beschrieben. Die vielen Neuanfängen, die ewige Flucht und doch der starke Zusammenhalt zwischen den beiden ....
Anfangs mußte ich mich ein wenig an die umgangssprachlichen Dialoge gewöhnen, aber im Laufe der Geschichte ist das wirklich sehr passend.

Besonders intensiv wird auch herausgearbeitet wie sehr es Menschen verändert, wenn sie plötzlich wieder eine Zukunft für sich  sehen, wenn sie eine Ziel haben (und sei es nur der Traum eine einfältigen Menschen an dem andere teilhaben) auf das sie hinarbeiten, wie sehr es auch und gerade die Schwächsten  stärkt und aus unterwürfigen, hoffnunglosen Wesen, Menschen mit Rückrat, Hoffnung und etwas mehr Stärke macht.

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Eine besondere Fähigkeit von Steinbeck ist es auch ein besonderes Phänomen zu beschreiben daß vielleicht jeder schon mal erlebt hat:
Im eigenen Leben passieren große Dinge, Ereignisse, Erlebnisse die das eigene Leben komplett verändern, die fürchterlich, grausam (oder auch wunderschön sind) , aber alles was nicht unmittelbar damit zu tun hat, läuft einfach weiter. Die Natur, die Menschen, die Tiere  drumherum leben wie gewohnt weiter, die Welt dreht sich einfach weiter, ohne überhaupt Notiz von diesen doch so  bewegenden Ereignissen zu nehmen. Selten habe ich genau diese fast surreale Situation in so knappen Worten derart eindringlich beschrieben gelesen.

Mich hat das Buch sehr bewegt und ich bin immer noch ganz traurig, nachdenklich und schweren Herzens und das obwohl, oder vielleicht genau weil  man alles im Grunde schon vorher wußte. Steckt sehr viel drin in diesen wenigen Seiten.

Meine persönliche Lieblingstelle in dem Buch:

Wie es bisweilen geschieht, blieb der Augenblick gleichsam schweben und war mehr als nur ein Augenblick. Klang und Bewegung schienen viel, viel länger als nur einen Moment anzuhalten.

den auch diese Momente gibt es, Augenblicke in denen die Welt fast unbemerkt doch stillsteht .... in denen alles still wird.


Viele Grüße


Yvaine










« Letzte Änderung: 26. Juli 2008, 09:33:42 von Yvaine »
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Blume88

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #2 am: 12. September 2008, 20:34:08 »

Auch ich fand das Buch sehr bewegend, vor allem weil es ständig Spannung aufrecht erhält und man immer denkt: Gleich wird was passieren.
Sehr traurige Geschichte.
Allerdings bleiben für mich auch Fragen offen: Warum nimmt sich George seiner an? Nur um nicht alleine zu sein? Das erscheint mir doch etwas unwahrscheinlich, ist er tatsächlich so lieb und gut?

Alles in allem: lesenswert

 4ratten
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Wendy

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #3 am: 10. Februar 2009, 13:42:13 »

Hallo!

"Von Mäusen und Menschen" ist eines meiner Lieblingsbücher und das trotz der sehr geringen Seitenzahl. Gerade mal eine kurze Zugfahrt ist dieses Buch lang und doch bleibt es einem im Gedächtnis und lässt einfach nicht mehr los.



Meine Meinung:
Ein kurzes Buch, in dem man sich schon nach ein paar Seiten zuhause fühlt, und aus dem man so schnell wie es vorbei ist, gar nicht wieder raus möchte. George und Lennie träumen davon, eines Tages eine eigene Farm zu besitzen, mit Häschen für den großen, ungewollt groben George, die er den ganzen Tag streicheln und liebhaben kann. Und keinen Geldsorgen mehr.

Als die beiden als Arbeiter auf einer Farm anheuern und diverse Charaktere kennenlernen, gewinnt das Buch noch an Spannung, weil man nun nicht mehr nur um George und Lennies Schicksal fiebert, sondern auch den alten Candy und seinen Hund oder Crooks, den einzigen Schwarzen auf der Farm. Den Rassenhass bzw. die klare Trennung zwischen Weißen und Schwarzen behandelt Steinbeck meiner Meinung nach so subtil und doch ernsthaft, dass sowohl ein kleines Kind als auch ein Erwachsener, der sich lange damit beschäftigt hat, der Geschichte etwas abgewinnen kann.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und langsam, ganz langsam, begann es auch mir als Leserin zu dämmern, was der einzige Ausweg aus dem großen Dilemma der Charaktere ist. Für mich war das Ende des Buches trotzdem äußerst tränenreich und ließ mich noch lange nach der Lektüre intensiv darüber nachdenken, was ich getan hätte, wie ich in einer solchen Situation handeln würde.
Bei dieser ersten Lektüre fand ich das Buch emotional wirklich schwer zu ertragen, beim zweiten Mal - wenn man bereits weiß, was warum wozu führt, ist es ein klein wenig leichter, vor allem wohl, weil ich mich da mehr auf den Schreibstil und weniger die Handlung konzentriert habe.

John Steinbeck lässt seine Charaktere so sprechen, dass man als Leser sofort weiß, was man von ihnen zu erwarten hat. Damit meine ich nicht nur, dass arrogante Schweine einen arroganten Ton pflegen, sondern auch soziale Schichten, die sozusagen "schlampiges" Englisch sprechen usw. So etwas finde ich furchtbar spannend.  :breitgrins: Ob in der deutschen Übersetzung auch eine solche Unterscheidung gemacht wurde (oder überhaupt möglich ist, ohne lächerlich zu wirken), weiß ich nicht. Aber ich empfehle wirklich jedem dieses Buch, wenn möglich im Original, zu lesen. Es sind nur knapp über 100 Seiten. Aber diese wenigen Seiten sind mir schon seit mehreren Jahren in Erinnerung als hätte ich sie erst gestern gelesen.

5ratten

Liebe Grüße,
Wendy
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kathchen

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #4 am: 13. Februar 2009, 16:03:18 »

So eine Frechheit. Im Englischunterricht haben wir angefangen, den Film zu sehen - eine Stunde lang. Und nun hat der Lehrer keine Lust mehr, mit uns weiterzuschauen. Aber das, was ich gesehen habe, fand ich richtig toll! Das erste mal, dass ich mich richtig auf den Englischunterricht gefreut habe und gleich muss er das einem zunichte machen...blöde Lehrer...

Tja, eben habe ich mir die englische Ausgabe bestellt und kann sie morgen wohl abholen zusammen mit Revolutionary Road von Richard Yates  :redface: Ich freue mich aber schon drauf.

 :winken:
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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #5 am: 15. Februar 2009, 08:53:01 »

@Kathchen

das ist allerdings echt übel..., der Mann kann kein Filmfreund sein oder er mag den Film selbst nicht. Man kann doch nicht einen Film ansehen und einem dann den Schluß vorenthalten  :grmpf: oder vielleicht wollte er Euch dazu animieren das Buch zu lesen, was aber trotzdem eine Gemeinheit wär, da hätt ich mich auch ziemlich geärgert. Könnt ihr ihn gar nicht davon überzeugen daß er Euch den Film zu Ende schauen läßt? Oder frag ihn ob er Dir die DVD leiht.... , dann kannst Du den Rest zumindest zuhause ansehen .....
Bin gespannt was Du zu dem Buch sagen wirst ...  :smile:


@Wendy

Ja... auch jetzt nach längerer Zeit...
das Buch ist kurz, aber man vergiß keine Szene, die Bilder und Stimmungen, sind mir immer noch absolut präsent :)
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kathchen

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #6 am: 15. Februar 2009, 10:39:38 »

@Kathchen

das ist allerdings echt übel..., der Mann kann kein Filmfreund sein oder er mag den Film selbst nicht. Man kann doch nicht einen Film ansehen und einem dann den Schluß vorenthalten  :grmpf: oder vielleicht wollte er Euch dazu animieren das Buch zu lesen, was aber trotzdem eine Gemeinheit wär, da hätt ich mich auch ziemlich geärgert. Könnt ihr ihn gar nicht davon überzeugen daß er Euch den Film zu Ende schauen läßt? Oder frag ihn ob er Dir die DVD leiht.... , dann kannst Du den Rest zumindest zuhause ansehen .....
Bin gespannt was Du zu dem Buch sagen wirst ...  :smile:

Ich schätze mal, er hat uns nur den Anfang gezeigt, weil er wohl nicht wusste, was er sonst mit uns im Unterricht machen sollte. Es hat mich schon verwundert, dass er ihn uns auf Englisch gezeigt hatte, sonst sehen wir nur Filme auf Deutsch im Englischunterricht :rollen: Außerdem bin ich die einzige, die ihn gerne weitersehen würde, der Großteil in meinem Kurs hat kein einziges Wort verstanden...
Naja, jetzt habe ich eh das Buch, dass ich dann erstmal lesen werde. Eine DVD kann ich mir dann auch selbst anschaffen, ich vermute eh, dass sich das lohnen würde :zwinker:

:winken:
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kathchen

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #7 am: 07. März 2009, 16:57:06 »

John Steinbeck - Of Mice and Men


Lennie und George gehen zusammen von einer Farm zur anderen, um dort für kurze Zeit zu arbeiten und Geld zu verdienen. Eigentlich müsste es gut für die beiden laufen, doch Lennie bringt sie oft in Schwierigkeiten. Lennie ist zwar groß und stark, benimmt sich aber sonst wie ein kleines Kind. Er ist vergesslich und liebt es, Sachen anzufassen. Doch zusammen mit seiner Stärke ist das keine gute Kombination. George ist kleiner als Lennie, aber ein "normaler" Erwachsener. Er hat sich Lennie angenommen und reist mit ihm von Farm zu Farm, vorallem um ihn zu beschützen. Beide träumen davon, irgendwann eine gemeinsame Farm zu haben, bei der sich Lennie um die Kaninchen kümmern und sie streicheln darf. Doch um diesen Traum zu erfüllen, müssen sie noch etwas Geld verdienen.

Ich kannte bisher nur einen Filmausschnitt von "Of Mice and Men", der mir überaus gut gefallen hatte und ich daher unbedingt das Buch dazu lesen wollte. Ich habe mich sofort gut mit Lennie und George verstanden, vorallem mit Lennie. Besonders schön haben mir die Szenen gefallen, in denen George Lennie immer wieder von ihrem Traum erzählt und sie daraus wieder neue Hoffnungen schöpfen.

Auf der neuen Farm, wo sie nun arbeiten, sind alle sehr verwundert, dass die beiden zusammen reisen, denn normalerweise reisen die Farmarbeiter immer alleine.
Aber die meisten Leute freunden sich schnell mit ihnen an, bis auf den Sohn des Bosses, Curley. Wenn ich an diesen Schuft denke wird mir sowieso wieder ganz anders.
Aber auch da läuft alles, auf ein Ende zu, welches ich aber die ganze Zeit nicht wahrhaben wollte und bis zur letzten Seite, zum letzten Moment noch gehofft habe, es wird anders. Auch jetzt kommen mir wieder Tränen in die Augen, wenn ich nur daran denke.

Ich habe "Of Mice and Men" auf Englisch gelesen, immer Stück für Stück genossen. Eigentlich hätte man die etwa 100 Seiten locker an einem Tag lesen können, doch mich hat die Geschichte so fasziniert, dass ich lieber etwas länger davon haben wollte. Doch leider hat alles mal ein Ende.
Etwas schwierig war es, mich an die Umgangssprache zu gewöhnen. Während mir das bei anderen Büchern sicherlich etwas ausgemacht hätte, passte das zu dieser Geschichte sehr gut und wirkte auf mich auch sehr authentisch.

Insgesamt war es für mich ein wunderschönes und emotionales Leseerlebnis und "Of Mice and Men" werde ich sicherlich noch mehrmals lesen.
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Antw:John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #8 am: 29. September 2009, 17:41:05 »

OT: Of Mice and Men
Genre: Novella
Erscheinungsdatum: 1937, Covici Friede

Übersetzung: Mirjam Pressler
Erscheinungsjahr: 2001
Verlag: K.G.Saur-Verlag im Paul Zsolnay-Verlag

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Anlässlich der Banned Books Week (26.9.-5.10.2009) wurde dieses Buch als eines der "Most Challenged Books of 21st Century"(1) gelesen.
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Eindrücke und Beobachtungen zu „Of Mice and Men“

Historischer Hintergrund

Der „schwarze Donnerstag“ – der 24.Oktober 1929 – markiert nicht nur den Beginn der Weltwirtschaftskrise, viel mehr ist hier der Startschuss für mehrere Negativentwicklungen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu suchen. Vor allem Kleinanleger verloren so binnen weniger Stunden ihr gesamtes Vermögen, die vorausgehende „Hurra-Stimmung“(2) (Sogar einer der bekanntesten Makroökonomen wie der, zu dieser Zeit an der University of Chicago, lehrende Rüdiger Dornbusch formulierte der positiven Grundstimmung entsprechende Sachverhalte, u.a.: „Der jetzige Aufschwung wird für immer andauern. Wir wollen keine Rezession, wir brauchen keine, und weil wir die Instrumente haben, diesen Aufschwung fortzusetzen, werden wir auch keine bekommen.“(3)) entwich einer „großen Depression“. 25% aller Amerikaner waren im Jahr 1932 arbeitslos gemeldet, was einer Zahl von 15 Mio. Menschen entspricht, der Durchschnittslohn sank um 60%, in der Landwirtschaft um 50% und viele Menschen waren gezwungen sich in eher limitierte, prekäre Arbeitsverhältnisse zu begeben(4), Saison- und Wanderarbeiter prägten das Bild, trotz schlechter Versorgungs- und Lebensverhältnisse.

Eindrücke und Beobachtungen

Susan Shillinglaw bezeichnet als die größste Stärke des amerikanischen Autors sein Gespür, seine Empathie die Probleme ‘einfacher Leute’ zu erkennen und ihre Ängste, Sorgen, Nöte und Wünsche zu teilen bzw. diese gekonnt zu verschriftlichen:

„Steinbeck’s greatness as a writer lies in his empathy for common people – their loneliness, joy, anger, and strengh, their connection to places, and their craving for land. […] … and they are sustained by the author’s awareness of the genuine loneliness and tragedy of dispossessed Americans.“(5)

Die Fähigkeit Handlungsabläufe zu verbinden, Charaktere auszuarbeiten mithilfe einfacher, beinahe nur in Arbeiterslang gehaltener Sprache, gelingt Steinbeck. Diese nicht konstruierte, nicht gestelzte, schnörkellose und direkte, dem Jargon von Wanderarbeitern angepasste, eher umgangssprachliche Ausdrucksweise verleiht dem Werk ein hohes Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit.
Steinbecks wichtigste Technik ist hierbei die Vereinfachung durch Dramatisierung. Im April 1936 schreibt er an einen Agenten: „The work I am doing now […] is neither a novel nor a play but it is a kind of playable novel. Written in novel form but so scened that it can be played as it stands.“(6)
Der Aufbau wird von Steinbeck selbst als stringent, zirkulär, szenisch und episodenhaft geschildert, ein roter Faden zieht sich durch die Handlung, durch Andeutungen wird ab der ersten Seite ein tragischer Ausgang des Geschehens vorausgesagt: „Ich glaube, ich hab’s von Anfang an gewusst. Ich glaub, ich hab gewusst, dass wir es nie schaffen.“(7); auch die ständigen Warnungen von George an Lennie sich nicht auf „Raufereien“ („Hör zu, Lennie. Du versuchst ihm aus dem Weg zu gehen, ja? Sprich nicht mal mit ihm. Wenn er hier reinkommt, gehst du gleich auf die andere Seite vom Raum. Wirst du das tun, Lennie?“(8)) einzulassen bzw. das Verabreden eines Treffpunktes, falls Lennie „in Schwierigkeiten kommt“(9), sind deutliche Symptome dafür, dass der Weg, den beide Figuren so beherzt und voller Elan befolgen (den „American Dream“) sie in eine Sackgasse führen wird.

Kritisch betrachte ich dabei die vereinfachte Charakterisierung der Hauptfiguren durch den Autor. Meiner Auffassung nach ist diese stark simplifiziert und eindimensional, die Charaktere sind mehr Schablonen, mehr Teil einer schematischen Struktur in dieser Novelle; für Steinbeck im Zentrum steht die Gruppe der Außenseiter – isoliert und ausgegrenzt, aufgrund der Hautfarbe (Crooks), der körperlichen Verfassung (Crooks, Candy), des Alters (Candy), des Geisteszustandes (Lennie), des Geschlechtes (Curleys namenlose Frau). Deutlich wird deren Position innerhalb der Farmgesellschaft beim Zutreffen aller vier Charaktere in Crooks Stube. Sowohl Crooks als auch Candy, Lennie und Curleys Frau wurden von dem gemeinsamen Treffen nach Feierabend ausgeschlossen, sie als Einzige versprachlicht dabei die Gründe: „Alle Schwachen haben sie hier gelassen. […] Ich stehe hier rum und rede mit einen Haufen von Tölpel, mit einem Nigger, einem Blödmann und einem lausigen alten Schaf…“(10). Meiner Ansicht nach, ist das eine Banalisierung und Verflachung der Lebensumstände aller Figuren, es besteht kein Interesse die Gründe dafür zu hinterfragen, es besteht auch nicht die Möglichkeit für den Leser selbst die Figuren nach ihrer Position zu beurteilen, vielleicht auch durch einen stärkeren Kontrast auch zu einer alternativen Einschätzung zu kommen. Der Autor hat nur eine Möglichkeit der Interpretation gegeben und lässt dem Leser so keinen Spielraum für eigene Gedanken und Vorstellungen.

Eine intensive emotionale Verbindung kann der Leser zu Lennie und George aufbauen, sie zeigen sich im Laufe der Handlung sehr ambivalent, die einzige Konstante bleibt ihre Freundschaft zueinander. Lennie erscheint dem Leser als groß, mächtig und stark, dabei aber sehr tollpatschig, unkontrolliert und hilflos. Ob ihm die notwendige Bildung und Erziehung fehlt bzw. eine geistige Behinderung vorliegt, ist nicht erkennbar und gehört auch nicht in den Bereich des notwendigen Wissens. Diese Figur neigt nicht nur zur Gewalttätigkeit und geht Konflikten aus dem Weg, so sagt George am Ende: „Lennie hat es nicht aus Bosheit getan. […] Er hat dauernd was schlimmes angestellt, aber nie aus Bosheit.“(11) Er erscheint als sehr hilfloser Charakter, der sich nicht wehrt, eher zur Unterwürfigkeit neigt und mehr Befehlsempfänger denn eigenständig handelnde Person ist. George dagegen wirkt sehr harsch, sehr bestimmend und dominant in der Beziehung, erweckt dabei allerdings fast immer den Eindruck, dies nicht aus selbstsüchtigen Zielen heraus zu tun, sondern mehr aus Zuneigung und zum Schutz von Lennie. Er stößt oft Drohgebärden aus, schüchtert seinen Freund ein, ängstigt ihn mit der Vorstellung ihn allein zu lassen: „Mein Gott, mit dir hat man schon seine Last. […] Ich könnte es so leicht und schön haben, wenn ich dich nicht am Hals hätte. Ich könnte bequem leben und vielleicht ein Mädchen haben.“(12) Lennie reagiert fast kindlich, trotzig: „George, willst du, dass ich weggeh und dich allein lass? […] Wenn du mich nicht mehr haben willst, kann ich zu den Hügeln gehen und mir ‘ne Höhle suchen. Ich kann jederzeit fortgehen.“(13) Ob Lennie sich der Wichtigkeit bewusst ist, die er für George darstellt, ob ihm bekannt ist, dass Lennie der einzige Freund ist, der einzige Ausweg aus der, durch die Position ergebenden, Einsamkeit zu entfliehen? Möglich, viel wichtiger erscheint aber der sie verbindende Traum einer gemeinsamen Farm mit Tieren, vor allem Kaninchen, einem Feld voller Luzernen, ein sesshaftes, ruhiges, eigenes Leben also. Sie verbindet eine tiefe Freundschaft, Crooks verdeutlicht es mit den Worten: „Du hast George. Du WEIßT, dass der wiederkommen wird.“(14) und die beiden wiederholen immer wieder ihr Motto:

„Sie haben niemand auf der Welt, der sich auch nur einen Deut um sie kümmert….“
„Aber uns kann das nicht passieren.“, rief Lennie glücklich. […]
„Aber uns nicht.“, sagte er dann.
„Weil…“, sagte Lennie.
„Weil, ich hab dich…“
„Und ich hab dich.“, rief Lennie triumphierend. „Wir haben uns gegenseitig und das ist verdammt gut so.“(15)


So schließt sich der Kreis; die Geschichte beginnt am Flussufer des Salinas, wo sie das Motto zuerst erwähnen, und endet dort auch wieder. Mich als Leser lässt das sehr traurig zurück mit einem starken, melancholischem Gefühl. Man wünscht sich einen positiven Ausgang für die beiden Figuren, man wünscht ihnen, dass sie nicht am „American Way of Life“ zerbrechen und wie viele andere ihr Ziel nicht erreichen. Crooks hat dazu auch etwas gesagt:

„Ich habe Hunderte von Männern gesehn, die von der Landstraße auf die Farmen gekommen sind, mit ihrem Bündel auf dem Rücken und denselben verdammten Ideen im Kopf. Hunderte sage ich dir. Sie kommen und sie gehen und ziehen weiter und jeder verdammte Kerl von ihnen hat ein Stück Land im Kopf. Und verdammt keiner erreicht es je. Es ist wie mit dem Himmel. Jeder wünscht sich ein kleines Stückchen Land. […] Es kommt keiner in den Himmel und keiner bekommt ein Stück Land.“(16)

Für mich bleibt nach wie vor eine Botschaft die wichtigste in der Novelle, formuliert von Slim (In dem sich im übrigen wieder nur positive Eigenschaften vereinigen. Steinbeck mag für ihn kein Negativattribut finden; er wirkt damit wie ein Übermensch, ein Charakter an den niemand anderes heran kommen kann.): „Es gibt nicht viele Männer, die zusammen rumziehen. […] Ich weiß nicht warum, Vielleicht hat in dieser ganzen verdammten Welt jeder Angst vor dem anderen.“(17)

Fazit

Die Novelle beginnt mit einer wunderschönen Landschaftsbeschreibung der Umgebung, rund um den Salinas River, atmosphärisch sehr dicht, sehr melancholisch, beinahe ein wenig pathetisch. Die beiden Hauptfiguren treten in diese Landschaft, man baut eine Beziehung zu ihnen auf, ihre Beziehung wird ambivalent und sehr detailliert geschildert. Die Charakterisierung der anderen Figuren wirkt dagegen nur schematisch, schablonenhaft, teilweise sehr eindimensional und einseitig. Sie wirken wie Spielfiguren, die dazu da sind, den strikten, sehr stringenten Aufbau voranzutreiben. „Of Mice and Men“ ist flüssig lesbar aufgrund seiner umgangsprachlichen, dem Milieu angepassten Stilistik. Die Lektüre erweist sich als kurzweilig, viele, auch historische Probleme werden angesprochen, aber nicht vertieft, um dem Leser die Möglichkeit zu bieten sich entweder noch selbst damit zu beschäftigen oder aber sich einfach auf die Rahmengeschichte zu konzentrieren. Das Buch weiß zu gefallen, noch lange nach der Lektüre lässt es einen nicht los, man wird vom Autor fast nachdenklich zurück gelassen. Ein gutes Buch.

~*~

(1) „Banned Books Week (BBW) is an annual event celebrating the freedom to read and the importance of the First Amendment. Held during the last week of September, Banned Books Week highlights the benefits of free and open access to information while drawing attention to the harms of censorship by spotlighting actual or attempted bannings of books across the United States.“ (American Library Association)
(2) Krise. Wirtschaft. Freiheit (Teil III): America´s Great Depression – Die wahren Gründe für den Crash von 1929, Gregor Hochreiter, Institut für Wertewirtschaft, Wien, November 2006 (Onlineressource)
(3) Ebenda
(4) Wikipedia
(5) Of Mice and Men. With an introduction of Susan Shillinglaw, John Steinbeck, Penguin Books, 1994, New York, S.7f
(6) Of Mice and Men, Steinbeck, 1994, S.15f
(7) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, K.G.Saur-Verlag im Paul Zsolnay-Verlag, Wien, 2001, S.142
(8) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S. 46
(9) Ebenda
(10) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.116ff
(11) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.143
(12) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.13
(13) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.21f
(14) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.110
(15) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.156
(16) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.112
(17) Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.54
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chil

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #9 am: 05. September 2010, 11:19:23 »

Hier meine Rezension

Autor: John Steinbeck
Original: Of Mice and Men (1932)
Übersetzung: Georg Hofer
meine Bewertung: 5 von 5



Kalifornien, in irgendeinem Sommer der 1920er Jahre. Die beiden Freunde Lennie Small und George Milton ziehen gemeinsam durchs Land und verdienen sich ihre Brötchen als Wanderarbeiter. Sie sind ein eher seltsam anzusehendes Paar. Lennie ist groß und ungeschlacht, er verfügt aber leider über einen ziemlich niedrigen IQ, ist kindlich und naiv. Deshalb besorgt George meistens das Reden und Denken für die beiden. George gibt auf Lennie acht, weil er das Lennies Tante versprochen hatte, bevor diese starb. Und dieses Versprechen nimmt George ernst.

Trotz all der Schwierigkeiten, in die die beiden ständig geraten, weil Lennie nunmal so ist, wie er ist, nimmt George Lennie immer noch unter seine Fittiche und träumt gemeinsam mit ihm sogar von einem besseren Leben auf einer eigenen kleinen Farm. Obwohl George das Aufpassen auf Lennie als ziemliche Bürde empfindet und dies Lennie immer wieder sagt, weiß er doch, dass die beiden nicht mehr haben, als sich selbst. Keine Familie und keine Freunde und nichts Erspartes. Bevor sie sich bei ihrem nächsten Arbeitgeber vorstellen, muss Lennie George versprechen, sich im Hintergrund zu halten und nicht viel zu sagen – und vor allem: keine Schwierigkeiten zu machen. Sollte er doch wieder Probleme bekommen, soll er zu einer verabredeten Stelle kommen, sich verstecken und dort auf George warten.

Von ihrem letzten Job mussten die beiden fliehen, weil sich George in den Kopf gesetzt hatte, den schönen Stoff eines Mädchenkleides zu berühren. Blöd nur, dass das Mädchen noch drin steckte und wie am Spieß zu brüllen begann. Lennie wurde panisch und packte noch fester zu, zum Glück kam aber George, schnappte seinen minderbemittelten Freund und machte sich erneut auf die Socken mit ihm. Solche Unfälle sollen dieses Mal nicht passieren.

Leider entpuppt sich Curley, der Sohn des Chefs, als Boxfan. Er schlägt gerne Krawall und sucht häufig körperliche Auseinandersetzungen. Von Anfang an hat es Lennie nicht besonders leicht mit ihm, obwohl er ihm immer wieder aus dem Weg geht. Die beiden Männer verstehen sich mit dem Vorarbeiter Slim, dem alten Candy und dem Arbeiter Carlson ganz gut, obwohl es unter den Arbeitern rau zugeht. Weil Carlson den Gestank des alten Hundes von Candy nicht mehr aushält, überredet er Candy, seinen Hund erschießen zu dürfen. Candy gibt nach, ist aber danach nicht mehr derselbe. Er möchte ebenso wie Lennie und George sesshaft werden und sein Leben nicht damit beenden, für Fremde gearbeitet zu haben. Er bietet George und Lennie an, mit seinem ersparten Geld in ihre Farm zu investieren.

Lennies Leben wird ein wenig aufgeheitert, als ihm Slim einen Hundewelpen schenkt, um den er sich rührend kümmert. Diese Freude hält jedoch nicht allzu lange an, denn Lennie streichelt den kleinen Welpen so ausgiebig und fest, dass er ihm dabei das Genick bricht. Er ahnt schon, dass George das nicht besonders gut finden wird, beschließt aber, den toten Welpen im Stroh zu verstecken und George nichts davon zu erzählen.

Da taucht aber die Frau von Curley auf, die schon vorher immer wieder für Ärger gesorgt hat, indem sie mit den Arbeitern anbändelte – was natürlich ihrem streitsüchtigen Mann Curley nicht besonders gut in den Kram passte und ihm immer wieder Grund für Streit gibt. Und nun hat die ehemalige Prostituierte beobachtet, wie Lennie das tote Hundebaby versteckt. Sie rückt Lennie ziemlich auf die Pelle und lässt ihn schließlich ihr samtiges Haar berühren. Als Lennie etwas gröber wird, beginnt sie zu schreien. Lennie ahnt, dass er es mal wieder versiebt hat und bittet die Frau, doch nicht zu schreien. Er verleiht seiner Bitte Nachdruck, indem er ihr den Mund zuhält. Es kommt, wie es kommen muss: Lennie hat soviel Kraft, dass er ihr unabsichtlich das Genick bricht.

Er flieht zur verabredeten Stelle und wartet auf George. Und der kommt auch, begleitet von der fuchsteufelswilden Meute der Arbeiter und Curley. Was dann passiert, damit rechnet der Leser nicht – und er glaubt es auch kaum.

„Von Mäusen und Menschen“ ist eine unglaublich gefühlvolle Geschichte, die trotz ihrer Kürze aus den handelnden Personen für den Leser Freunde macht, die trotz ihrer Kürze es vermag, den Leser auf die Seite der beiden Wanderarbeiter zu ziehen und viele Gefühl zu vermitteln. Ein wunderbares Buch, das zeigt, wie beharrlich man den American Dream verfolgen und verfehlen kann. Sehr, sehr empfehlenswert. Steinbeck gehört sowieso mittlerweile zu meinen Favourites.
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Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 1987)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423107979
ISBN-13: 978-3423107976

5ratten
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Kirsten

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Re: John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
« Antwort #10 am: 08. September 2011, 10:29:56 »

Hallo!

Auch wenn George immer darüber klagt, dass Lennie zwischen ihm und einer erfolgreichen Zukunft steht- er kann ihn nicht verlassen. Ob es aus einem Verantwortungsgefühl ist oder aus Gewohnheit oder vielleicht sogar aus echter Zuneigung ist schwer zu sagen, wahrscheinlich ist es eine Kombination von allem. Lennies Motive sind klar: er liebt George und freut sich auf das Leben auf der Farm mit ihm. Aber er sieht auch, dass er für seinen Freund eine Last ist und bietet ihm an, ihn zu verlassen. Doch plötzlich scheint ihr Ziel in greifbare Nähe zu rücken. Sie finden Arbeit, einen möglichen Partner und George weiß auch von einer Farm, die er günstig erwerben kann.

Auch wenn die Zukunft plötzlich rosig erscheint wußte ich, dass sie ein Traum bleiben wird. Von der ersten Seite an war klar, dass die beiden Männer keine gemeinsame Zukunft hatten. Gerade das macht die Geschichte der beiden so traurig, man weiß einfach dass ihr Glück nicht von langer Dauer sein kann. Mit etwas über 100 Seiten ist Von Mäusen und Menschen ein sehr dünnes Buch, aber es berührt mehr als manch dickeres.
5ratten

Liebe Grüße
Kirsten
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Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben sollten.