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Autor Thema: [China] Xinran - Die namenlosen Töchter  (Gelesen 1502 mal)

Makani

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[China] Xinran - Die namenlosen Töchter
« am: 08. Mai 2008, 18:08:18 »

Hallo!

Ich habe im Zuge der Weltreise ein Buch aus China gelesen. Xinran - Die namenlosen Töchter.



Beschreibung:
Sechs Mädchen und keinen einzigen Sohn - ihr unglücklicher Vater schämt sich vor der Dorfgemeinschaft. So sehr, dass er ihnen nicht einmal Namen gibt und sie einfach durchnumeriert. Doch Sanniu, das »Dritte Mädchen«, will beweisen, dass sie etwas wert ist, und flieht in die Stadt. In ihrem Heimatdorf hat sich das Leben und Denken der Menschen seit Jahrhunderten nicht geändert. Die junge Sanniu sieht ihre beiden älteren Schwestern und ist fest entschlossen, deren Schicksal einer arrangierten Ehe zu entgehen. Sie flieht nach Nanjing, denn sie weiß, dass sie dort Arbeit finden kann. Doch wird sie sich in der brodelnden Metropole zurechtfinden? Entgegen allen Ängsten findet die warmherzige junge Frau nicht nur überraschend schnell Arbeit, sondern zum ersten Mal auch Anerkennung für das, was sie tut. Selbstbewusst kehrt sie ins Dorf zurück - aus der namenlosen Tochter ist eine erfolgreiche Frau geworden. Doch wie wird ihre Familie reagieren?

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den letzten zwei Tagen verschlungen. Bis jetzt habe ich mich nicht sehr viel mit der chinesischen Kultur befasst, aber dieses Buch hat mir einfach einen unheimlich guten Einblick gewährt. Es ist erschreckend, wie die Mädchen in Dörfern "Essstäbchen" genannt werden - nur weil ein Essstäbchen nicht das Dach der Familie stützen kann. Jungen sind im Gegenzug "Dachbalken". Ich habe gelacht, als die drei Schwestern die wunderlichkeiten der Stadt erkundet haben und es hat mich zu Tränen gerührt, dass sie von Zuhause so wenig mitbekommen haben. Alles woran sie sich anhalten konnten, sind die Weisheiten ihrer Mutter die immer mal wieder ins Buch einfließen.

Auch das Vor- und Nachwort der Autorin hat mir sehr gut gefallen - sie erzählt darin, wie sie zu dieser Geschichte kam, und somit ist das Buch gleich viel authentischer. Ich finde es erschreckend, welche Bräuche in China geduldet werden und muss sagen, dass China sicher eines der wenigen Länder ist wo ich derzeit nicht hinreisen möchte. Trotzdem fand ich dieses Buch unheimlich interessant und hätte am liebsten gehabt, dass es nicht mehr aufhört und ich noch mehr über diese Familie erfahren kann :)

Deshalb gibt es von mir
 5ratten
und ich möchte das Buch nur jedem empfehlen!

Lg.
Tamara

Land im Betreff eingefügt. LG, Aldawen
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2009, 11:52:12 von Aldawen »
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Mrs.Dalloway

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #1 am: 08. Mai 2008, 18:15:31 »

 :klatschen: Freut mich ja, dass das Buch scheinbar wirklich gut ist! Es steht nämlich gerade auf meiner A-Z-Challenge Liste. War so ziemlich das einzige, dass ich für "X" gefunden habe und von dem ich mir vorstellen konnte, es zu lesen.
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Makani

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #2 am: 08. Mai 2008, 18:41:44 »

Ja, einen Auto mir X zu finden ist sicherlich schwer ;) Ich bin schon gespannt wie es dir gefällt! Kannst ja dann nochmal hier reinschreiben wenn du es gelesen hast!

Lg.
Tamara
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Cuddles

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #3 am: 08. Mai 2008, 19:20:34 »

Das Buch klingt ja vielversprechend. :smile: Ich habe von Xinran "Himmelsbegräbnis" auf meinem SUB, auch im Rahmen der A-Z Challenge. Wenn mir das gefällt, werde ich mir "Die namenlosen Töchter" auch zulegen. :klatschen:

HoldenCaulfield

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #4 am: 09. Mai 2008, 10:14:44 »

Ui ein Asiatisches Buch mit X :breitgrins:
Das klingt nicht schlecht, ich lese ja eh sehr gerne Bücher die in China oder Japan geschrieben wurden.
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Sonnenschirm

chil

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #5 am: 22. Mai 2008, 21:16:08 »

:klatschen: Freut mich ja, dass das Buch scheinbar wirklich gut ist! Es steht nämlich gerade auf meiner A-Z-Challenge Liste. War so ziemlich das einzige, dass ich für "X" gefunden habe und von dem ich mir vorstellen konnte, es zu lesen.

Geht mir genauso, ich habs auch für die Challenge gekauft und bin jetzt schon erleichtert, dass es kein Mist ist.
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Mrs.Dalloway

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #6 am: 20. August 2008, 14:02:35 »

Ich habe das Buch diese Woche gelesen und kann mich Makanis Meinung nur anschließen.

Die Geschichte der drei Schwestern, die ihr Heimatdorf verlassen, um in der Stadt ein glücklicheres Leben zu führen, ist mir sehr nahe gegangen. Da ich vorher nur sehr wenig über China wusste, hätte ich mir nie im Leben vorstellen können, dass der Unterschied zwischen Stadt und Land so groß sein kann. Die Mädchen kommen in der Stadt an und es scheint dem Leser fast wie eine Zeitreise. Sie wissen nicht, wie man eine Toilette benutzt und können nicht verstehen, dass ein Mann und eine Frau unverheiratet zusammenleben dürfen. Auch die Anwesenheit vieler Europäer verwundert die Schwestern. Ihre Erfahrungen und Eindrücke sind sehr faszinierend.
Auch sehr schön fand ich, wie unterschiedlich sich die Schwestern Drei, Fünf und Sechs doch entwickeln. Während die eine nach Bildung strebt und fleißig neben der Arbeit Englisch lernt, verliebt sich die andere Hals über Kopf.
Das Nachwort der Autorin machte das Buch für mich dann nochmal etwas eindrucksvoller. Die Autorin erzählt, dass es die drei Mädchen wirklich gibt und wie sie sie kennengelernt hat. Außerdem erfährt der Leser hier noch einiger über die Schicksale der Mädchen.

Ich würde das Buch auch jederzeit weiterempfehlen und vergebe die volle Punktzahl.

 5ratten :tipp:

Auch das Vor- und Nachwort der Autorin hat mir sehr gut gefallen - sie erzählt darin, wie sie zu dieser Geschichte kam, und somit ist das Buch gleich viel authentischer.

Mich würde noch interessieren, ob es in der deutschen Ausgabe auch ein Vorwort der Übersetzerin gab. Ich habe die englische Übersetzung gelesen, die ein solches Vorwort beinhaltete, was ich sehr nützlich fand. Darin erklärt die Übersetzerin, dass es in China üblich ist, dass Namen eine oder häufig sogar mehrere offensichtliche Bedeutung haben und dass es daher nicht so verwunderlich ist, dass die Namen der Mädchen die Bedeutung von Zahlen haben.
Falls in der deutschen Ausgabe dieses Vorwort fehlen sollte, fände ich das etwas irreführend. Die deutschen Leser wären dann wohl doch etwas zu geschockt und entrüstet, dass ein Vater seinen Töchtern Zahlen als Namen gibt.
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Samia

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #7 am: 20. August 2008, 16:47:14 »

Bis jetzt habe ich aus der Japan/China Ecke nur "die Geisha" gelesen.....
Was ihr erzählt klingt sehr interessant..... und ist eine echte Überlegung wert.....  :winken:
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chil

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Re: Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #8 am: 06. Oktober 2008, 09:01:44 »

Meine Rezension:

Drei, Fünf und Sechs sind Schwestern. Sie sind die Töchter einer großen Familie im bäuerlichen China. Auch Eins, Zwei und Vier sind Mädchen, weshalb der Vater der Familie an Achtung gewaltig verloren hat. Er ist nur in der Lage, „Essstäbchen“, also Töchter zu zeugen, während ein „Dachbalken“, also ein Sohn, die Ehre der Familie aufrecht halten hätte können. Die Arbeit ist hart, das Leben ärmlich. Die Töchter sind es gewohnt, ebenso zu arbeite, wie die Männer des Dorfes. Sie lieben ihre Mutter über alles und haben fast demütigen Respekt vor den Männern.

Eines Tages kommt Onkel Zwei wieder in das Dorf. Er errettet Drei vor ihrem Schicksal, mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nichteinmal kennt. Er nimmt Drei mit sich nach Nanjing, die nächstgelegene Stadt. Dort geht er mit ihr zur großen Weide, unter der den Landmädchen seriöse Arbeit in der Stadt verschafft wird.

Drei bekommt eine Anstellung in einem Restaurant, wo sie das Gemüse und Obst fantasievoll arrangiert und so das Geschäft belebt. Nach einiger Zeit kommen auch Fünf und Sechs in die Stadt. Fünf, die in ihrem Dorf und ihrer Familie immer als etwas dümmlich angesehen wurde, bekommt eine Stelle im Wasserkulturzentrum. Sie erweist sich als sehr gelehrig in der Anwendung von Heilbädern und gewinnt großen Respekt. Sie verdient gut und die Leute sind nett zu ihr.

Auch Sechs hat Glück. Sie wird von einem gelehrten Mann und seiner Frau aufgenommen, die ein Teehaus betreiben, in dem auch Bücher gelesen werden. Sechs liebt Bücher und ist glücklich über ihre Stelle. Sechs lernt viele Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennen, lernt Englisch und wird immer gebildeter. Als einzige bemerkt sie, was ihre Schwestern nicht wahrhaben wollen: Die drei Mädchen in der Stadt werden immer Landmädchen bleiben.

Als die drei zum Frühlingsfest wieder zurück ins Dorf fahren und ihrem Vater und ihrer Mutter wertvolle Geschenke sowie einen Packen Geld überreichen, gewinnt die Familie am Dorf wieder an Ansehen, der Vater bekommt sogar ein Lächeln zustande.

Die Geschichte um die drei Schwestern ist sehr schön zu lesen, die Mädchen sind sympathisch und die Sitten und Gebräuche am ländlichen China sind streng und für uns anfangs wahrscheinlich eher unverständlich. Doch die drei Mädchen machen ihren Weg und ihr Glück. Dies war zwar erst das zweite Buch, das ich über China lese, es macht aber definitiv Lust auf mehr. Für ein westliches Mädchen wie mich liegt die Faszination wahrscheinlich auch in der Andersartigkeit, die so anschaulich geschildert wird.
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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (21. September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426197723
ISBN-13: 978-3426197721

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stefanie_j_h

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Antw:Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #9 am: 13. November 2009, 12:54:58 »

Ich lese gerade "Die namenlosen Töchter" und bin ungefähr bei der Hälfte. Bisher bin ich richtig begeistert von der Geschichte, ich fühle so sehr mit allen 3 Mädchen mit und finde es sehr faszinierend, ganz nebenbei noch so viel über China zu erfahren.
Mir geht es selten so, dass ich den ganzen Tag an ein Buch denke und mir wünsche, dass ich so schnell wie möglich weiterlesen kann. Andererseits will ich auch, dass das Buch nicht schon in 100 Seiten vorbei ist.
Auf jeden Fall hat das Buch auch aus meiner Sicht 5-Ratten-Potential und ich werde dann auch noch eine abschließende Meinung dazu schreiben.
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Antw:Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #10 am: 02. Dezember 2009, 11:38:42 »

Dieses Buch hat mich lange beschäftigt und lange nicht losgelassen, leider war es dann doch viel zu schnell durchgelesen.

3 von 6 Töchtern, die auf dem Land großgeworden sind, gehen in die Stadt um dort zu arbeiten und etwas Geld für die Eltern zu verdienen. Dabe finden sie nicht nur ihr persönliches Glück und ihre Erfüllung, sondern können ihren Eltern auch beweisen, dass nicht nur Söhne für das Wohl der Familie sorgen können.

Die 3 Schwestern sind charakterlich sehr unterschiedlich und machen auch ganz unterschiedliche Erfahrungen. Vor allem der Lebensweg der "dummen" Fünf, die nicht lesen und schreiben kann, aber durch ihre ganz individuellen Fähigkeiten trotzdem Erfolg hat, hat mich sehr berührt.

In "Die namenlosen Töchter" erfährt man viel über China, die Unterschiede zwischen dem Landleben und dem Leben in der Stadt und auch viel über den ganz normalen Alltag der Leute. Dadurch entstand für mich ein ganz anderes und viel positiveres Bild von China, als man es in den Medien oft vermittelt bekommt. Außerdem ist es faszinierend, die Sitten und Bräuche und auch die Lebensweise der Chinesen näher kennenzulernen.

Sehr interessant fand ich auch das Vorwort der Übersetzerin (in der englischen Ausgabe), in dem sie auf einige Probleme bei der Übersetzung aus dem Chinesischen eingeht und auch das Nachwort der Autorin selbst, in dem sie erzählt, wie sie die drei Mädchen, auf denen die Mädchen im Buch basieren, kennengelernt hat und wie ihre Geschichten weitergingen.

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Bücherdiebin

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Re: [China] Xinran - Die namenlosen Töchter
« Antwort #11 am: 30. Dezember 2011, 20:51:36 »

...kurzum, ein absoluter Buchtipp. Das hat mir sogar die Bibliothekarin noch empfohlen und
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