Meine Meinung:Die Goblins - ein Fantasy-Völkchen, über das ich zugegebenermaßen bislang noch nicht so viel gehört hatte. Wenn man dem Coverbild Glauben schenken darf, handelt es sich dabei um kleine "Gollums", die scharenweise auftreten und vorzugsweise unter der Erde in einem verzweigten Höhlenlabyrinth leben. Was ich bisher nicht wusste: dass man mit Goblins soviel Spaß haben kann!
Jig, die Hauptfigur des Romans ist kein typischer Goblin; denn selbst unter den Goblins, die allesamt keine großen Gestalten der Fantasy darstellen, ist er der Kleinste, Kümmerlichste, Ängstlichste, oder schlicht gesagt: ein Vesager. Ausgerechnet er gerät in ein Abenteuer, wie es wohl kaum ein Goblin zuvor erlebt hat oder je wieder erleben wird. Mit einer Gruppe Abenteurer, bestehend aus einem menschlichen Prinzen, einem Magier, einem Zwergen und einer untypischen Elbin nimmt er mehr oder weniger unfreiwillig die Suche nach dem Zepter der Schöpfung auf, das sich im Hort eines Drachen befinden soll. Auf dem Weg dorthin erlebt die Truppe ein aufregendes Erlebnis nach dem anderen, und mehr als einmal steht das ganze Unternehmen auf der Kippe.
Während Jig sich anfangs auf das nackte Überleben konzentriert und versucht, so wenig wie möglich aus der Reihe zu tanzen, entwickelt er nach einiger Zeit eine gewisse Bauernschläue und dreht immer mehr auf! Das ist wirklich klasse gemacht, denn er mutiert nicht einfach so plötzlich zum Superhelden, sondern er beobachtet seine Begleiter, reflektiert ihr Handeln und versucht, es auf seine ureigenste Goblin-Art nachzuahmen. Plötzlich ist er ein tragendes Mitglied der Gruppe, greift in die Geschehnisse ein, trifft Entscheidungen und setzt Maßstäbe. Besonders interessant fand ich den Moment, in dem er beschliesst, sich dem Glauben an einen Gott zu verschreiben und sich auf die Suche nach einem für sich geeigneten Exemplar macht. Diese und auch andere Wendungen verleihen der Geschichte sogar eine unerwartete Tiefe - aber nicht zu tief, schliesslich ist es eine Goblingeschichte.
Beim Lesen musste ich ständig schmunzeln, denn Jigs Erlebnisse sind auf eine wirklich nette, schwarzhumorige Art beschrieben. Das schlichte Gemüt der Goblins und der Fatalismus, mit dem sie sich in ihr Schicksal fügen (und das ist meistens der Tod), führen zu zahlreichen sehr bizarren Szenen und Betrachtungen. Dazu passende Details wie zum Beispiel eine gewissen Feuerspinne namens Klecks oder die abstrusen Essensgewohnheiten der Goblins schmücken die Handlung aus und schaffen eine ganz eigene, manchmal haarsträubende Atmosphäre. Sogar Gedichte und Lieder finden Eingang in diesen temporeichen Roman, der mir auch wegen seines flüssigen Sprachstils sehr gut gefallen hat.

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