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Autor Thema: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten  (Gelesen 2262 mal)

Jaqui

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Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« am: 22. April 2008, 10:35:40 »

Gestern habe ich dieses Buch begonnen: Jonathan Littel - Die Wohlgesinnten

Die ersten 60 Seiten haben mich schon einmal sehr beeindruckt. Littell lässt im Prolog den Erzähler sprechen, wie er den Krieg gesehen hat und dass er nur seine Arbeit verrichtet hat und sonst nichts. Bei manchen Vergleichen, die er angestellt hat, wusste ich nicht, ob ihm recht geben oder empört aufschreien soll. Ich kann schon nach wenigen Seiten nachvollziehen warum es so große Diskussionen um dieses Buch gibt.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und wie der Krieg aus der Sicht eines "Täters" aussieht.

Hat es schon jemand gelesen?

Katrin
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Dicke

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #1 am: 22. April 2008, 10:48:27 »

ich habe schon etwas mehr gelesen, bin aber noch nicht mal beim ersten Viertel angelangt.
Ich muß erst einmal eine Pause einlegen.

ich denke, wenn das von der qualität so bis zum Schluß weitergeht, ist es ein buch der sprizenklasse.
Natürlich ist es bedrückend, es aus der tätersicht zu erleben, die ganze "Normalität".
Littell hat sehr gut erfaßt, wie die Nazis per definitionem eine große Menschengruppe zu Ungeziefer erklärten, und sie dann wie Ungeziefer ausrotteten.
und sich noch ekelten. vielleicht könnte das Ungeziefer sich ja künftig selbst ausrotten....
seufz...

Der Mann hat gut recherchiert.
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kann nur besser werden.

Klassikfreund

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #2 am: 22. April 2008, 11:16:37 »

Gestern habe ich dieses Buch begonnen: Jonathan Littel - Die Wohlgesinnten

Die ersten 60 Seiten haben mich schon einmal sehr beeindruckt.

Die entscheidende Frage ist ja, ob er das Niveau 1300 weitere Seiten halten kann.

Gruß, Thomas
« Letzte Änderung: 22. April 2008, 12:16:49 von Klassikfreund »
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sandhofer

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #3 am: 22. April 2008, 11:24:18 »

[...] ist es ein buch der sprizenklasse.

Danke auch für diese Steilvorlage, aber ich mag im Moment wirklich nicht ...
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Jaqui

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #4 am: 22. April 2008, 12:15:13 »

Natürlich ist es bedrückend, es aus der tätersicht zu erleben, die ganze "Normalität".
Littell hat sehr gut erfaßt, wie die Nazis per definitionem eine große Menschengruppe zu Ungeziefer erklärten, und sie dann wie Ungeziefer ausrotteten.
und sich noch ekelten. vielleicht könnte das Ungeziefer sich ja künftig selbst ausrotten....
seufz...

Der Mann hat gut recherchiert.

Das finde ich auch. Ich kann das Buch leider nur zu Hause lesen, da es mir zum Mitschleppen in der U-Bahn einfach zu unhandlich ist. Daher komme ich eben sehr langsam voran.

Recherchiert hat der Mann wirklich sehr genau. Bei wikipedia gibt es eine Liste aller Personen, die wirklich gelebt haben und die ist sehr beachtlich. Außer dem Erzähler scheint es nicht sehr viele fiktive Personen zu geben.

Katrin
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crazybassoon

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #5 am: 14. Mai 2008, 21:41:20 »

Hallo!
Ich kann zu Littels Buch nur sagen, dass sich bei mir nach der Lektüre ein paar Fragezeichen gebildet hatten...
Es waren besonders zwei Fragen, die ich nicht beantworten konnte:
Wie konnte er Selbstzweifel, die ihn das ganze Buch über plagen, haben, nachdem er doch im Prolog alles erklärt hat, in einer sehr direkten Sprache, wie ich finde???
Wer sind die Wohlgesinnten??? Diese Frage ist vielleicht auch nur offen, weil ich nicht immer 100%ig bei der Sache war, aber eine Antwor wäre super!

Alles in allem war es jedoch eine gute Lektüre, die ich jedem empfehlen kann.

Viele Grüße
Kai
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BigBen

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #6 am: 15. Mai 2008, 08:03:37 »

Wer sind die Wohlgesinnten??? Diese Frage ist vielleicht auch nur offen, weil ich nicht immer 100%ig bei der Sache war, aber eine Antwor wäre super!

Unter dem von Jaqui angegebenen Wiki-Link findest Du auch dazu Antwort: "Der Titel bezieht sich auf den letzten Teil der Orestie von Aischylos mit dem Titel Die Eumeniden (deutsch: Die Wohlgesinnten). Aischylos redet damit jene auch als Erinnyen bezeichneten Rachegöttinnen aus der griechischen Mythologie auf wohlmeinende Weise an, um ihren Zorn zu beschwichtigen."
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crazybassoon

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #7 am: 17. Mai 2008, 09:00:09 »

Hey BigBen!
vielen dank für die Aufklärung!!!
Grüße
Kai
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Lilka

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #8 am: 22. Mai 2008, 23:18:20 »

Ich will das Buch unbedingt lesen und auch haben. Allerdings muss ich leider auf die günstigere Taschenbuchausgabe warten...
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Hildegunst

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #9 am: 25. Mai 2008, 13:52:33 »

Oha, ob das jemals als Taschenbuch rauskommen wird, könnte mir auch vorstellen, dass das eins von den Büchern ist - wie z. B. die Tintenwel-Trilogie - die niemals als Taschenbuch erscheinen...


Ich habs mir vor 3 Wochen grob auch gekauft, obwohl mich die 36 euro zunächst abgeschreckt haben, hab aber erst ca. die ersten 30 Seiten mal reingelesen, die knapp 1400 Seiten sind doch ein gewaltiger Batzen und ein Freund allzu vieler Parallellektüren bin ich nicht und den Punkt, dass man das schlecht unterwegs lesen kann, hab ich auch schon bedacht :/
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Muertia

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #10 am: 15. Februar 2009, 16:54:45 »

Hallo zusammen,

ich bin wirklich sehr neugierig auf dieses Buch. Hat es zwischenzeitlich jemand von euch ganz gelesen und evtl.
auch eine Meinung dazu?

So ganz ohne Lit-Schock Meinung traue ich mich noch nicht an den Wälzer heran  :winken:

Viele Grüße
Muertia
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Jaqui

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #11 am: 15. Februar 2009, 19:50:52 »

Ich habe es noch immer nicht gelesen und in nächster Zeit werde ich auch nicht dazu kommen, aber es steht auf meiner Liste.

Katrin
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Wendy

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #12 am: 16. Februar 2009, 14:57:58 »

Huhu!



Ich hab es noch (laaaange) nicht zu Ende gelesen, aber ich bin immerhin dran. Die ersten 100 Seiten haben mich schwer beeindruckt. Ich lese auf Französisch, weshalb das ganze noch länger dauert, aber ich habe den Anfang des Buches auf Deutsch gehört (im virtuellen Lesesaal der FAZ) und finde auch die deutsche Version sehr schön. Vor allem die Sprache, die für die Übersetzung verwendet wurde, sagt mir sehr zu.

Inhaltlich ist das Buch bisher noch nicht so arg wie ich es mir noch erwarte, aber ich brauche trotzdem immer kleine "Erholungspausen". Da wird schon sehr nebensächlich damit umgegangen, wieviele Tote es wieder gegeben hat und "wer die jetzt alle wegschafft" und die Art, wie diese Leute sterben mussten, ist allen völlig egal. :entsetzt:
Der Hauptcharakter ist bisher auch sehr interessant, weil ich noch überhaupt nicht weiß, ob ich den jetzt abstoßend finde oder ob er doch eine menschliche Seite hat (ich vermute es mal :zwinker:).

Sobald ich etwas weiter bin, melde ich mich hier wieder.

Liebe Grüße,
Wendy
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Muertia

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #13 am: 16. Februar 2009, 19:40:40 »

Vielen Dank für die Antworten ihr beiden.

Nachdem was du schreibst, Wendy, könnte das Buch wirklich etwas für mich sein.
Wie findest du denn den Schreibstil im Allgemeinen bisher auf den ersten 100 Seiten? Darüber habe ich in einer Diskussion im Ersten letztes Jahr gehört, dass es wohl sehr zähflüssig zu lesen sei. Und das ist derzeit so ziemlich der Grund, der mich abhält, die 36 Euro zu investieren.


Viele Grüße
Muertia
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Wendy

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Re: Jonathan Littell - Die Wohlgesinnten
« Antwort #14 am: 16. Februar 2009, 19:57:57 »

Hallo Muertia!

Naja, das erste Kapitel (das etwa 40 Seiten lang ist *ächz*) ist etwas wirr geschrieben, aber sobald die richtige Handlung losgeht, finde ich, dass es sich recht flüssig liest. Das erste Kapitel ist wirklich nur so eine Art Einleitung, in der der Protagonist Dr. Aue rückblickend alles vor sich hinbrabbelt, was ihm gerade einfällt und wo er auch ziemlich wild mit Zahlen und Statistiken um sich wirft. Danach wird es aber wie gesagt eine ganz "normale" chronologische (bis jetzt) Geschichte, die ich persönlich (noch) nicht als zähflüssig empfinde.

Das einzige, was mich immer etwas stocken lässt, sind die vielen deutschen Begriffe in meinem französischen Buch. Da werden alle Titel auf deutsch belassen (weil's ev. auch gar kein französisches Äquivalent gibt?  :gruebel:) und das finde ich leicht sprachverwirrend.  :breitgrins: Aber auch daran gewöhnt man sich.

Kostet denn das Taschenbuch 36 Euro oder das Hardcover. Mein TB ist nämlich schon schwer genug. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das HC dann irgendwie zum Transport geeignet wäre. Es sei denn als Hantelersatz oder so. :spinnen:

Liebe Grüße,
Wendy
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