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Autor Thema: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen  (Gelesen 3698 mal)

Lilka

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Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« am: 18. April 2008, 16:25:34 »

Ich hoffe ich hab richtig mitgezählt  und es ist jetzt der Teil 14   :redface:.
Ich hab nach Büchern aus diesem  Land über die Suchfunktion im Forum gequckt,  waren aber  nicht viele da. Dann hab ich noch bei Amazon gesehen, dass nur ganz wenige Bücher berühmter polnischer Schriftsteller  (v.a. ins Deutsche übersetzt) erhältlich sind.
Polen ist ein Land mit großen literarischen Traditionen und zudem auch noch unser Nachbarland. Uns verbindet auch die gemeinsame Geschichte. Deswegen mach mich das traurig, dass die meisten polnischen Autoren  hier in Deutschland unbekannt sind. Folgende Romane sind ganz besonders empfehlenswert (einigermaßen chronologisch -nach Epochen-geordnet):

Boleslaw Prus  "DerPharao"


Kurzbeschreibung (Amazon)
Im Ägypten des 11. Jahrhunderts v. Chr. tobt der Kampf zwischen dem jungen Pharao Ramses und der machthungrigen Priesterkaste, zwischen edlen Reformplänen und wohldurchdachtem Machtkalkül. Wie im gesamten Werk des polnischen Schriftstellers Boleslaw Prus tritt auch in seinem 1895/96 erschienenen Werk "Der Pharao" die Kritik an gesellschaftlicher Ungerechtigkeit deutlich hervor. Die bildreiche und spannungsgeladene Sprache des erfolgreich verfilmten Romans weiß seine Leser noch heute bis zur letzten Seite zu fesseln...


Henryk Sienkiewicz (alle Romane unbedingt lesen - Nobelpreisträger!). Hier zwei:

 Der historische Schmöker "Quo Vadis?"


Kurzbeschreibung (Amazon)
Rom im Jahr 64 nach Christus : Unter der Herrschaft des skrupellosen Kaisers Nero befindet sich das dekadente Rom auf dem Höhepunkt seiner Macht. In der Hauptstadt des Weltreichs herrschen Korruption und Ausschweifung, das Volk wird mit Brot, blutigen Schauspielen und militärischen Triumphzügen bei Laune gehalten. Ganz anders hingegen leben die Gläubigen, die sich zum Christentum, der neuen Religion der Liebe, bekennen. Vor diesem Hintergrund spielt die melodramatische Liebesgeschichte zwischen dem ruhmreichen Tribun Marcus Vinicius und der schönen Christin Lygia.

und   "Die Wirren" 

    

Stefan Zeromski "Vorfrühling"


Der Hauptheld des Buches ist der junge und charismatische Cezary Baryka. Der Titel des Romans ist metaphorisch. Es geht um den Entwicklungsprozess des polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg.


Wer gerne anspruchsvolle philosophische Science-Fiction liest, wird von Stanislaw Lem begeistert sein, der v.a. in den USA mit seinen futuristischen Werken ein großes Ansehen erlangt hat.. Aber es ist keine leichte Kost!

"Sterntagebücher"
 

Kurzbeschreibung (Amazon)
Mit dem Erzählzyklus über die Erlebnisse des Weltraumfahrers Ijon Tichy, eines kosmischen Münchhausens der künftigen Jahrhunderte, ist Stanislaw Lem ein literarisch großer Wurf geglückt.
Paradox, einfallsreich, sprühend vor Ideen, hat Lem konventionelle Methoden von Satire und Allegorie übernommen und sie parodistisch gegen die Science-Fiction gekehrt. Lem schickt den Leser tief in die Zukunft, treibt dort ein höhnisch-launisches, scharfsinnig erfinderisches Spiel und holt ihn dann wieder belehrt auf die Erde zurück.

"Pilot Prix"


 Hier  rezensiert Lem die von ihm erfundenen Bücher!:

"Die volkommene Leere


Marek Hlasko
- ein Exzentriker und der absolute Kultschriftsteller in Polen und sein Erzählungsband:
"Der achte Tag der Woche"
 

Ryszard Kapuscinski ( erst vor kurzem verstorben, erlangte mit seinen Reportagen Ruhm in der ganzen Welt)

"Afrikanisches Fieber"



Kurzbeschreibung (Amazon):
Immer wieder zieht es den polnischen Journalisten Ryszard Kapuscinski nach Afrika, zu den Schauplätzen von Staatsgründungen, Putschen und Bürgerkriegen. Mehr als vierzig Jahre hat er den »Schwarzen Kontinent« bereist, seine Menschen erforscht und in seinen Reportagen beschrieben. Die Summe seiner Neugier, seiner Erfahrungen, seiner Faszination und seines ohnmächtigen Staunens über die gewaltigen Dimensionen Afrikas geben ein hautnahes Bild.

"Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies"


"König der Könige. Eine Parabel der Macht."


Kurzbeschreibung (Amazon):
Mythos und Macht des Monarchen Haile Selassie: Indem Kapuscinski dessen unterwürfige Würdenträger und Helfershelfer zum Sprechen bringt, geben der Lakai der dritten Tür, der Zeremonienmeister oder der kaiserliche Polsterträger unfreiwillig das eigentliche Geheimnis der absoluten Herrschaft preis: ihren Realitätsverlust. Und so nimmt das blutige Drama des Monarchensturzes absurde Züge an ...

Kennt Ihr noch mehr polnische lesenswerte Bücher? Ich freu mich schon auf eure Antworten.
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sandhofer

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #1 am: 18. April 2008, 16:40:59 »

Kann man Joseph Conrad dazu zählen? Er ist zwar in der heutigen Ukraine geboren und hat später seine grossen Werke auf Englisch geschrieben, aber er war polnischer Herkunft und polnischer Muttersprache und hat z.B. auch Shakespeare und Victor Hugo ins Polnische übertragen.

Lem ist natürlich nicht nur in den USA bekannt und geschätzt, ich weiss nicht einmal, ob man ihn dort überhaupt zur Kenntnis genommen hat ...

(Der Pilot, den Lem seine Abenteuer erzählen lässt, heisst übrigens - dies zuhanden der Suchfunktion - nicht Prix sonder Pirx. )
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Klassikfreund

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #2 am: 18. April 2008, 16:59:07 »

Bruno Schulz: Die Zimtläden



Rezi: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/756972/

Zitat aus der SZ-Rezension: "Der vielleicht größte polnische Dichter des 20. Jahrhunderts, dessen Größe nun erst, dank der neuen Übersetzung, im Deutschen erkennbar wird, ..."


Gabriela Zapolska: Sommerliebe



Info + Leseprobe: http://www.randomhouse.de/book_new/edition.jsp?frm=false&fbm=false&sdi=true&edi=255459

Prus: Der Pharao

(nur noch antiquarisch, soll aber lt. Vollmann sehr gut sein)

Gruß, Thomas

« Letzte Änderung: 18. April 2008, 17:33:59 von Klassikfreund »
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Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #3 am: 18. April 2008, 17:06:53 »

Zitat
Kann man Joseph Conrad dazu zählen?

Ja mit Sicherheit. "Lord Jim" ist ein wunderschöner, dramatischer  Roman.


Kurzbeschreibung (Amazon)
So groß war Jims Traum von Ehre und Heldenmut und so jäh wird er zerstört. Die Gewissheit, das eigene Versagen nie mehr tilgen zu können, quält ihn und macht ihn zum Ausgestossenen.
Lord Jim, Conrads bekanntester Roman, erzählt die Geschichte eines jungen englischen Schiffsoffiziers, eines sensiblen und fantasiebegabten Menschen, der von Jugend an im Traum lebt, für eine besondere Aufgabe bestimmt zu sein, und im Augenblick der Bewährung versagt. Der Alptraum seiner Verfehlung treibt Jim immer weiter nach Osten, und beinahe scheint es, als sei die Welt nicht groß genug für ihn.

Zitat
Lem ist natürlich nicht nur in den USA bekannt und geschätzt, ich weiss nicht einmal, ob man ihn dort überhaupt zur Kenntnis genommen hat ...
Soweit ich weiß schon.  :rollen:  Im Moment füllen  seine Romane natürlich nicht die Bestsellerllisten aus (er ist im Jahre 2006 verstorben), aber es gab schon eine Zeit, da war dort sehr  beliebt... Das stimmt, dass er nicht nur in den USA bekannt ist.  Seine Romane sind in ca. 57 Sprachen übersetzt worden.

Zitat
nicht Prix sonder Pirx.

Danke. Ich verwechsle diesen komischen Namen immer wieder.

« Letzte Änderung: 18. April 2008, 17:10:28 von Lilka »
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Twilight

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #4 am: 18. April 2008, 18:02:54 »

Isaac B. Singer!

Ich habe zu den "Geschichten aus der neuen und der alten Welt" hier was geschrieben, aber auch ansonsten ist er ein ganz Großer!

Ansonsten muss ich allerdings zugeben, dass meine Bibliothek außer dem bereits genannten Lem und einer Erzähl-Anthologie auch nicht polnisches hergibt  :redface:
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Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #5 am: 18. April 2008, 18:22:50 »

Zitat
Ich habe zu den "Geschichten aus der neuen und der alten Welt" hier was geschrieben, aber auch ansonsten ist er ein ganz Großer!

Ich hab mir grade deine Rezension schnell durchgelesen und hab das buch auf meine Wunschliste gesetzt.  :klatschen:

Zitat
Ansonsten muss ich allerdings zugeben, dass meine Bibliothek außer dem bereits genannten Lem und einer Erzähl-Anthologie auch nicht polnisches hergibt 

Du bist kein Einzelfall. Ich find es zwar seltsam, dass hier in Deutschland kein großes Interesse an der polnischen Literatur besteht, aber hoffe, dass sich das u.a. auch dank solchen wundebaren foren bald ändern wird. .. :belehrerin:
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sandhofer

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #6 am: 18. April 2008, 18:25:14 »

Noch der bekannteste Romantiker: Adam Mickiewicz. Ich muss aber gestehen, dass ich ausser dem Namen nichts kenne ...  :rollen:
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #7 am: 18. April 2008, 18:40:11 »

Zitat
Noch der bekannteste Romantiker: Adam Mickiewicz. Ich muss aber gestehen, dass ich ausser dem Namen nichts kenne ...

Mickiewicz hat in Polen  einen ähnlichen Rang wie Goethe in Deutschland. Allerdings glaube ich, dass seine Dichtung für Menschen, die nicht an polnischer Geschichte interessiert sind , uninteressant sein könnte...

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mombour

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #8 am: 18. April 2008, 18:42:30 »

Witold Gombrowicz: Die Besessenen

ein ganz hervorragender Roman: ein geheimnisvoller fantastischer Roman, übersinnlich und ein geheimnisvolles Schloss.


Andrzej Szczypiorski: Eine Messe für die Stadt Arras, ein historischer Roman und  psychologisch-soziologische Studie über Massenwahn (es geht über die Entsehung eines Progroms im Mittelalter



Liebe Grüße
mombour

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nikki

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #9 am: 18. April 2008, 18:54:47 »

Hallo!

Vom Namen her kenne ich noch Czesław Miłosz (Das Tal von Issa) und Jan Graf Potocki (Die Handschrift von Saragossa). Die zwei Bücher befinden sich leider noch immer auf meinem SUB.

Liebe Grüße
nikki
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Ich lese gerade:
Lion Feuchtwanger - Der jüdische Krieg

Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #10 am: 18. April 2008, 18:56:08 »

Danke mombour!
Da hast du mich gleich auf ein weiteres sehr bekanntes Werk von Gombrowicz gebracht: "Ferdydurke". Niemand weißt bis heute wie dieser Titel entstanden ist, es gibt nur Vermutungen.


Kurzbeschreibung (Amazon)

Der Schriftsteller Jozio hat ein Buch geschrieben, das von der Kritik einstimmig als das unfertige Produkt eines unreifen Autors abgetan wurde. Als Erwachsener von seiner Umgebung nicht anerkannt, verwandelt sich Jozio wieder zurück in den siebzehnjährigen Jungen, der er einmal war. Dieses provozierende Buch gibt ein groteskes Bild von der Kultur- und Sittenverfassung der polnischen Intelligenzija in den zwanziger und dreißiger Jahren.

In letzter Zeit feiert der Fantasyautor Andrzej Sapkowski große Erfolge. Von ihm hab ich allerdings noch nichts gelesen.
   

Und die Serie mit dem Hexer Geralt in der Hauptrolle.


Kurzbeschreibung (Amazon)
Der Hexer Geralt von Rivien verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe..
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Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #11 am: 18. April 2008, 18:58:10 »

@nikki
Czeslaw Milosz...Der große Lyriker und Nobelpreisträger.

Es kamen doch mehr Buchempfehlungen als ich gedacht habe...
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swank

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #12 am: 18. April 2008, 19:16:30 »

Ich habe Anfang des Jahres "Fräulein Niemand" von Tomek Tryzna gelesen und fand es wirklich sehr gut, das wäre dann auch noch ein Tipp von mir. Es geht um ein junges, etwas einfältiges Mädchen, das in den Sog einiger merkwürdiger Freundschaften gerät und lebt insgesamt sehr von den Charakteren.

Eine Rezi gibt es an dieser Stelle.

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Lilka

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #13 am: 18. April 2008, 19:26:03 »

@swank

Das hört sich richtig gut an! :klatschen:
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Saltanah

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Re: Literatur in fremden Ländern- Teil 14: Polen
« Antwort #14 am: 19. April 2008, 01:15:11 »

Huch, mir war gar nicht bewusst, dass ich schon so viel von polnischen Schriftstellern gelesen habe.

Als erstes kommt da natürlich Stanisław Lem, von dem ich das meiste, das es auf deutsch gibt, gelesen habe. Allerdings fehlen mir seine letzten Bücher. Mein besonderer Liebling war immer der Pilot Pirx, aber auch Ijon Tichy sowie die clownhaften Figuren Trurl und Klapauzius mag ich gerne. Als ich im Februar zu Hause war, las uns übrigens mein Bruder, der ebenfalls ein großer Lem-Fan ist, eine Kurzgeschichte mit den beiden vor, und ich war mal wieder ganz begeistert von der Sprachbeherrschung Lems und der grandiosen Arbeit seines Übersetzers.

Mein chronologisch erstes Buch müsste allerdings Henryk Sienkiewiczs Quo vadis? sein, dass ich noch zu Schulzeiten gelesen habe. Ich muss aber gestehen, dass ich von anderen Büchern Sienkiewiczs nie auch nur gehört hätte.

Die Besessenen von Witold Gombrowicz habe ich ebenfalls gelesen. Nicht schlecht, aber so richtig vom Hocker reißen konnte mich dieser Roman nicht. Ferdydurke und Kosmos subben noch bei mir.

Ganz großartig hingegen fand ich Olga Tokarczuks Taghaus, Nachthaus, das in seiner traumhaft verschleierten Realitätsdarstellung einen großen Sog auf mich auslöste. Mit ihrem Ur und andere Zeiten konnte ich weniger anfangen und der Kurzgeschichtenband Der Schrank subbt noch.
   

Andrzej Sapkowski löst nach meinem letzten Lesetrauma (ich übertreibe etwas; ganz so schlimm war's dann doch wieder nicht) diese Reaktion aus: :angst: . Wer wissen will wieso, kann das in meiner Rezension des Narrenturms nachlesen.

Von Isaac B. Singer habe ich vor vielen Jahren Feinde. die Geschichte einer Liebe gelesen. Es ist allerdings zu lange her, als dass ich noch etwas dazu sagen könnte.


Das sind die Bücher, die mir so auf Anhieb einfallen. Zu Hause werde ich morgen in meinen Regalen nachgucken, was sich dort sonst noch finden lässt.

Ach ja, ich habe die Gelegenheit genutzt und meine polnischen Kollegin nach ihren Lieblingsautoren gefragt. Wie aus der Pistole geschossen antwortete sie: Henryk Sienkiewicz und Adam Mickiewicz. Dann erwähnte sie noch ein paar andere Schriftsteller, die aber nicht ins Deutsche übersetzt sind. Morgen will sie mir weitere Tipps geben.
« Letzte Änderung: 28. September 2008, 19:32:41 von Saltanah »
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