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Autor Thema: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo  (Gelesen 3428 mal)

Niniane

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #15 am: 27. Januar 2008, 12:39:05 »

Zitat
Ich möchte hier aber noch kurz was zu Jean Marais sagen: er ist für mich der perfekte Graf.

Argh! Es ist sooo gemein, wenn man von allen Seiten neugierig gemacht wird  :breitgrins:. Ich will die Verfilmung auch mal sehen!!! *heul* Jean Marais Ausstrahlung kenne ich auf jeden Fall und ich kann ihn mir sehr gut als Grafen vorstellen. Hoffentlich läuft er mal wieder im Fernsehen *daumendrück*.
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"Den ganzen Vorzug den ich für mein Geschlecht beanspruche -er ist nicht einmal besonders beneidenswert und es lohnt nicht, sich danach zu sehnen -, ist der, am längsten zu lieben, selbst dann noch zu lieben, wenn das Leben oder alle Hoffnung dahin sind." Anne Elliot

woot

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #16 am: 06. August 2008, 17:12:11 »

Eine Frage, die ich mir gestellt habe: Könnte man den Grafen für seine Taten strafrechtlich belangen? Das einzige, was mir auf den ersten Blick einfällt, ist, dass er den Telegraphenmann zur Übermittlung einer falschen Nachricht bestochen hat. Aber sonst? Eigentlich hat er doch nur die richtigen Leute zusammengebracht und wahre Sachen aus der Vergangenheit auffliegen lassen. Alles sehr indirekt. Oder?
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bane77

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #17 am: 23. August 2008, 21:59:12 »

Ich habe vor Jahren mal die TV-Verfilmung des Buches  mit Gerard Depardieu gesehen und hat mich gefesselt und berührt. Jetzt endlich habe ich mich im Rahmen des SUB-Abbaus mal an das Buch herangetraut.

Entgegen meiner Erwartung (Klassiker -   :entsetzt:) ließ es sich sehr flüssig und leicht von der Hand lesen. Leider habe ich jetzt festgestellt, dass meine Ausgabe ordentlich gekürzt wurde -nur 604 Seiten  :grmpf: (Uraltausgabe der Büchergilde).

Edmont Dantes hat sich sehr schnell einen Platz in meinem Herzen gesichert. Am Anfang lernt man ihn als einen netten, tugendhaften, jungen Mann kennen, der aus armen Verhältnissen stammt, aber durch seine Leistung Erfolg als Seefahrer und auch in der Liebe hat. Dieses Glück wird aber durch Neider zunichte gemacht und Edmont landet im Gefängnis. Man leidet, man hofft, man verzweifelt mit. Doch es wendet sich das Blatt als er den "verrückten" Abbé trifft.

Auch als Graf ist mir Edmont sympathisch. Ich kann diesen Rachegedanken schon nachvollziehen. Es gefällt  mir, dass er nicht einfach die Leute hinterrücks ermordert sondern solch perfide Pläne schmiedet und so viele Fäden in der Hand hält. Es fasziniert mich wie er in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft und sein Gesicht vor allen wahren kann und nicht durch den Hass und die Wut überwältigt wird als er seinen Neidern so viele Jahre später begegnet.

Nicht nachvollziehbar war für mich, dass er auch den Tod des jungen Morcerf angestrebt hatte. Schließlich war er nicht nur der Sohn von Fernand, sondern es fließt auch zur Hälfte das Blut von Mercedes in ihm. Er war doch ein anständiger Bursche und konnte nichts für die Untaten seines Vaters.
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Was ich nicht so ganz verstanden habe war, wie
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Ich fürchte, da wurde in meinem Buch gnadenlos gekürzt auf Kosten des Verständnisses.... Vielleicht kann mich ja einer von den Originallesern aufklären!  :bussi:

Insgesamt fand ich das Buch sehr faszinierend und bewegend.

Daher gibts:
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fabian_veit

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #18 am: 04. September 2010, 21:17:40 »

Heimlich führt der Graf von Monte Christo meine Lieblingsbuchliste an, obwohl ich das Buch erst zur Hälfte gelesen habe. Dafür schäme ich mich auch etwas  :zwinker:

Ich würde das Buch sooo gerne zu Ende lesen, brauche dafür aber noch einen Motivationsschub. Ich bin keine so große Leseratte und 1200 Seiten sind für mich normalerweise 5-6 Bücher  :redface:
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Alfa_Romea

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #19 am: 05. September 2010, 11:32:27 »

Ich bin keine so große Leseratte und 1200 Seiten sind für mich normalerweise 5-6 Bücher  :redface:

Dann nimm dir doch ganz entspannt die nötige Zeit - auch wenn du dann monatelang nichts anderes liest. Es ist ja kein Wettbewerb und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich schon lohnt, den "Grafen" fertig zu lesen  :zwinker:
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jääkaappirunous

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #20 am: 10. Januar 2011, 19:20:42 »

Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Verfilmungen dieses Klassikers, die schon seit Jahrzehnten in immer wieder neuen Fassungen über die „Leinwände“ der Kinos und Wohnzimmer flimmern. So war es nun auch für mich an der Zeit, den Roman zu diesem bewegenden Abenteuer zu lesen. Doch meine anfängliche Begeisterung bekam mit fortschreitender Lektüre einen leichten Dämpfer. Der Anfang des Buches entfacht einen Sog in diese Geschichte hinein und vermag mit Spannung zu fesseln. Jedoch flacht diese Spannung langsam aber sicher mit der Entwicklung des Edmond Dantes zum Grafen von Monte Christo immer weiter ab.
Dantes konstruiert in diesem Roman Beziehungsgeflechte, die sich einzig und allein in einem sehr engen Rahmen bewegen. Alle vorgestellten Personen und seinen es Diener stehen im Zusammenhang mit der Sache, es gibt kaum Aussenstehende. Auf mich macht dies einen etwas unglaubwürdigen Eindruck. Der anfangs  doch stark naiv wirkende Held entwickelt sich durch einen Schicksalsschlag getrieben von seinem Schwur und seinem Durst nach Rache zu einem „überheblichen“ fast schon größenwahnsinnigen Menschen, dem es meiner Meinung nach aber an menschlicher Wärme fehlt. All seine Handlungen sind nur auf sein Ziel gerichtet und so sind die vielleicht vereinzelt guten Taten nicht mehr als ein Mittel zum Zweck. Das  Ränkespiel, in dem die einstigen Verschwörer blind in ihr Unglück rennen wirkt  wie ein Marionettentheater. Der Graf von Monte Christo zieht an den Fäden und lässt die Puppen tanzen. Die einst so hinterlistigen Feinde ergeben sich naiv und brav ihrem Verderben und sind dabei noch so elend vertrauensselig. Es gibt in diesem Buch eine viel zu gerade Trennlinie zwischen Schwarz  und Weiß. Die Charaktere sind entweder abgrundtief böse oder fast schon engelsgleich. Es fehlt einfach das menschliche Zwischendrin. Lediglich Edmond Dantes und auch Villefort bekommen am Ende des Romans ein Gesicht und nehmen als geläuterte Seelen eine gewisse Graustufe ein, wenn auch erst durch Schaffung neuen Leides an Unschuldigen.

Fazit für mich:
Eine interessante Geschichte mit durchaus spannenden und fesselnden Passagen. Manchmal zu detailliert und an anderen Stellen zu oberflächlich. Dies mag aber auch eventuell an der gekürzten Ausgabe liegen.

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Alfa_Romea

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Re: Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo
« Antwort #21 am: 10. Januar 2011, 22:12:36 »

Manchmal zu detailliert und an anderen Stellen zu oberflächlich. Dies mag aber auch eventuell an der gekürzten Ausgabe liegen.

Das vielleicht schon, aber die Schwarz-/Weiss-Malerei und die Konstruktion der Geschichte, die praktisch ohne Aussenstehende auskommt, ist mir beim Lesen der ungekürzten Ausgabe auch aufgefallen.
In diesen Kritikpunkten sind wir uns sehr einig, auch wenn es mich weniger gestört hat (und deshalb kam das Buch bei mir auch besser weg) - so hat man früher wohl Bücher geschrieben. Es ist bei "Die Elenden" oder "Jane Eyre" auch nicht anders, um nur zwei Beispiele zu nennen. Du musst dich also nicht fragen, ob dir eine ungekürzte Ausgabe besser gefallen hätte - ziemlich sicher nicht  :smile:
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