Es fällt mir sehr schwer, über dieses Buch etwas zu schreiben, deshalb schiebe ich das auch schon seit über einem Monat vor mir her. Bevor ich jetzt aber komplett alles vergesse, muss ich mich doch einmal aufraffen.
Gekauft habe ich das Buch für meine literarische Weltreise. Vietnam war noch ein weißer Fleck auf der Landkarte und so habe ich mich sehr gefreut, als mir “Sonntagsmenü” auf einem Flohmarkt in die Hände fiel. Beim Lesen war diese Freude dann spätestens nach der ersten Kurzgeschichte weg.
Kurzgeschichten sind immer schwierig zu bewerten, da die Qualität oft stark schwankt. War man von der einen Geschichte noch begeistert, kann die nächste schon unterirdisch schlecht sein. Bei “Sonntagsmenü” war ich am Anfang noch gewillt, mich auf die fremde Kultur einzulassen, kleinere Mängel zu übersehen und es einfach als Experiment aufzufassen. Je weiter ich kam, desto weniger konnte ich mit diesem Buch allerdings anfangen.
Die einzelnen Geschichten waren für mich schwer greifbar. Ich war mir nie sicher, ob man Dinge nun wörtlich nehmen soll, ob manches, das für mich seltsam klang, in Vietnam wirklich normal ist, oder ob die Autorin damit etwas ganz anderes sagen will. Ich habe mich gefühlt, als würde ich durch eine Milchglasscheibe auf das echte Vietnam blicken, könnte die Wahrheit hinter dem Fenster nur verschwommen erkennen. Das war sehr frustrierend.
Gegen Ende ging es dann wieder aufwärts (das Ende war nah, die Motivation das Buch zu beenden wurde größer), die längste Geschichte über einen Meister und seinen Schüler, die durch die Gegend reisen, war ganz lesenswert und hat den Gesamteindruck nochmal etwas nach oben korrigiert.
Insgesamt reicht es nur für

, weil ich einfach keinen Zugang zu den meisten Kurzgeschichten in diesem Buch gefunden habe.