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Autor Thema: Kapitel 6.2  (Gelesen 5119 mal)

fairy

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Kapitel 6.2
« am: 09. März 2008, 13:49:57 »

Hallo!

Hier könnt ihr zum 6. Kapitel von Abgwiesener Angriff bis einschließlich Als Soldat und brav schreiben.

fairy
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DrCassi

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #1 am: 29. März 2008, 15:05:14 »

Habe jetzt den ersten Abschnitt von Kapitel 6.2 gelesen und bevor ich was vergesse, möchte ich gleich mal meine Eindrücke niederschreiben

Abgewiesener Angriff

Joachim ist weg, Settembrini weilt auch nicht mehr im Sanatorium und mich beschleicht das Gefühl, dass Hans jetzt dort sehr einsam ist. Jedoch liege ich damit falsch. Er wird an einen anderen Tisch gesetzt und schließt Bekanntschaft mit A.K. Ferge und Ferdinand Wehsal. Zweitgenannter ist der Herr, der Frau Chauchat beobachtet hatte.
Das wichtigste jedoch an diesem Abschnitt ist der Besuch seines Onkels James. Am Ankunfttag des Onkels erleben wir ein Déjà-vu. Sind wir wieder am Anfang des Buches?
Bei der Ankunft des Onkels hat man die Hoffnung, dass Hans zur Vernunft gebracht wird (auch wenn man schon weiß, dass das Buch so nicht endet) und sich mit auf den Weg ins Flachland macht. Doch dann ist der Abschnitt zu Ende, der Onkel abgereist (wobei er vorher noch ein Gespräch mit Hofrat Behrens hatte; Inhalt und Ergebnis des Gespräches ist nicht bekannt) und man denkt, ist das jetzt alles. Wie kann man das so weiterlaufen lassen? Der Onkel hat doch einen vernünftigen Eindruck hinterlassen. Warum lässt er Hans dort oben? Dieser Abschnitt hat mich sehr verwirrt.

Werd jetzt mal weiterlesen, da ich nicht weiß, wann ich die nächste Woche die Zeit dazu finde.

LG
Cassi
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simmilu

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #2 am: 30. März 2008, 01:35:09 »

Ich denke, das der Onkel mit der festen Absicht nach oben gefahren ist, um Hans abzuholen und ich denke außerdem , das der Initiator der ganzen Sache Joachim gewesen ist. Er hat bestimmt sowas gesagt wie :"Da muß einer hoch und ihn mitnehmen" oder so ähnlich. Ich vermute mal, Joachim denkt nämlich ähnlich wie ich,das Hans im Augenblick keine vernünftigen Entscheidungen treffen kann und keine Ahnung hat, was ihm das Leben außerhalb des Sanatoriums bieten kann.
Und das hat Onkel James auch ganz schnell rausgefunden, das es einfach keinen Zweck hat, ihn jetzt mitzunehmen. So wie Hans jetzt drauf ist, läßt man ihn am besten unter seinesgleichen...
Jeder normale Mensch, wie Onkel James, fährt da hoch, lernt die Leute kennen, denkt :"Ach, du mist... " und macht das er wegkommt - wie Onkel James. :wegrenn:
Auf das Gespräch mit dem Hofrat wurde glaube ich deswegen nicht eingegangen, weil es an sich nicht wichtig ist. James wird gemerkt haben, das auch der Hofrat einer von "denen" ist und wird von dem ganzen Unsinn, den dieser Mann von sich gibt, ebenso verwirrt gewesen sein, wie wir und wird sich gedacht haben :" Hat keinen Zweck !"
Das ist nicht mehr der Hans, den Onkel James kannte, bevor er da hoch gefahren ist. Jetzt ist er nur noch ein Sanatoriumsjünge, der das normale Leben nicht mehr will und alles, was damit zu tun hat ausgrenzt.
Da würd ich auch sagen  :verschwoerung: und die Fliege machen !!!

LG Simone  :kaffee:
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DrCassi

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #3 am: 30. März 2008, 17:43:13 »

Und das hat Onkel James auch ganz schnell rausgefunden, das es einfach keinen Zweck hat, ihn jetzt mitzunehmen. So wie Hans jetzt drauf ist, läßt man ihn am besten unter seinesgleichen...
Jeder normale Mensch, wie Onkel James, fährt da hoch, lernt die Leute kennen, denkt :"Ach, du mist... " und macht das er wegkommt - wie Onkel James. :wegrenn:

Und genau das meine ich. Gegen solches Denken muss man doch was tun und nicht einfach abhauen. Ist jedenfalls meine Meinung. Wenn ein Mitglied meiner Familie sich so aufführen würde, dann wäre der Rest der Familie auf Kriegspfad  :breitgrins:

Auf das Gespräch mit dem Hofrat wurde glaube ich deswegen nicht eingegangen, weil es an sich nicht wichtig ist. James wird gemerkt haben, das auch der Hofrat einer von "denen" ist und wird von dem ganzen Unsinn, den dieser Mann von sich gibt, ebenso verwirrt gewesen sein, wie wir und wird sich gedacht haben :" Hat keinen Zweck !"

Vermutlich erwarte ich einfach noch was. Unvorhersehbar. Ich habe letztens nur Krimis gelesen und da is noch kurz vorm Schluss was passiert und meine ganze Theorie, wer hat was und warum getan, über den Haufen geworfen  :zwinker:


Zum Rest von Kapitel 6.2

Operationes spirituales
Das einzige für mich Interessante war, woher Leo Naphta stammte und sein Werdegang. Der Rest von diesem Abschnitt ist nicht erwähnenswert. Lange Gespräche über Gesundheit, Krankheit, Folter und Tod.

Schnee
Nun zeigt Hans doch ein bißchen Interesse für sportliche Betätigung und möchte sich nicht an irgendwelche Vorschriften binden lassen. Gut denke ich, weiter so. Aber dann wird er wieder zu diesem unvernünftigen und naiven jungen Mann. Das er in diesem Schneesturm nicht umgekommen ist (noch nicht einmal eine Erkältung), ist für mich ein Rätsel. Manchmal ist er so bodenständig und im nächsten Augenblick steht ein unvernünftiger Junge vor einem.

Als Soldat und brav
Jetzt ist es soweit. Joachim kommt zurück. Nach anfänglichen Wohlbefinden verschlechtert sich sein Zustand. Das bemerkt auch Hans. Und schon hat er wieder einen Pluspunkt. In dem einen Kapitel könnte ich ihm den Kopf waschen und im nächsten hat er ein Lob verdient.
Dieser Abschnitt hat mich traurig gemacht. Ich fand es auch sehr schade, dass Hans nicht zur Beerdigung mitgefahren ist. Jetzt wäre der passendste Zeitpunkt für eine Abreise. Aber nein, wir erwarten ja noch Clawdia. Die zufälligerweise Joachim und dessen Mutter getroffen hat und so nebenbei erwähnt hat, dass sie im Winter wieder auf den Berg kommt.

Wie bereits erwähnt, komme ich diese Woche nicht zum Lesen.  Ich werde mich vermutlich nächstes Wochenende wieder draufstürzen.

Eine schöne Woche und viele Grüße  :winken:
Cassi
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simmilu

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #4 am: 30. März 2008, 20:22:40 »

Und genau das meine ich. Gegen solches Denken muss man doch was tun und nicht einfach abhauen. Ist jedenfalls meine Meinung. Wenn ein Mitglied meiner Familie sich so aufführen würde, dann wäre der Rest der Familie auf Kriegspfad  :breitgrins:

Da hast du vollkommen recht, das würde wahrscheinlich in den meisten Familien der Fall sein, hoffe ich jedenfalls  :zwinker:
Aber läuft das denn alles so familiär ab, das man eine solche Reaktion, wie du sie beschrieben hast erwarten könnte ? Für meinen Geschmack ist es alles etwas unterkühlt. Man spricht sich nicht mit Vornamen an, man ist 11/2 Jahre zur Kur und bekommt keinen Besuch von den Angehörigen ? Wenn es so abläuft, lehnt sich wahrscheinlich auch keiner aus dem Fenster, wenn es heißt : Der Hans muß noch ein halbes Jahr hier bleiben und dann sehen wir mal...Ist doch schön einfach !!!

LG Simone  :kaffee:
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simmilu

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #5 am: 31. März 2008, 20:03:29 »

Bin mit Kapitel 6.2 auch durch.
Und es ist wieder typisch aufgebaut : Im ersten Abschnitt fallen einem irgentwann die Augen zu.
Der zweite Abschnitt, Kapitel Schnee, fängt langsam an sich zu steigern, alles ist ganz toll,( ich hatte zeitweise das Gefühl, das mit dem Bergaufstieg, die momentane Lebenseinstellung von Hans beschrieben wird ) und dann landet er ganz plötzlich in einem Schneesturm, in dem er erstmal seitenlang stecken bleibt....man fragt sich mal wieder : Wie genau kann man(n)  :breitgrins: einen Schneesturm beschreiben ??? Natürlich - sehr genau !
Hans nickt im (!) Schneesturm ein und hat einen wirren Traum. Ganz ehrlich mal, ich wußte nicht wer verwirrter war, ich oder Hans. Ich finde dieser Traum gehört da nicht rein, ganz komisch.
Nachdem er sich seitenlang durch den Schneesturm kämpft und den Weg zurück nicht findet, ist er plötzlich ganz schnell wieder unten. Na sowas !
Aber alles in allem ein gutes Kapitel.
Im Kapitel Als Soldat und brav war ich dann doch tatsächlich richtig traurig   :heul: und somit konnte ich auf Seite 736 den ersten richtigen Gefühlsausbruch verbuchen. Ein Höhepunkt, den ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte...

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DrCassi

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #6 am: 04. April 2008, 11:27:32 »

Für meinen Geschmack ist es alles etwas unterkühlt. Man spricht sich nicht mit Vornamen an, man ist 11/2 Jahre zur Kur und bekommt keinen Besuch von den Angehörigen ? Wenn es so abläuft, lehnt sich wahrscheinlich auch keiner aus dem Fenster, wenn es heißt : Der Hans muß noch ein halbes Jahr hier bleiben und dann sehen wir mal...Ist doch schön einfach !!!

Damit liegst du wahrscheinlich richtig. Ich vergesse immer wieder, dass das so ziemlich normal in dieser Zeit war, natürlich auch in dieser Gesellschaftsschicht. Womöglich wären seine Eltern ein bißchen mehr daran interessiert, dass er endllich wieder zurückkommt und ein normales und geregeltes Leben führt.
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MacOss

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #7 am: 17. April 2008, 21:45:42 »

Das wichtigste jedoch an diesem Abschnitt ist der Besuch seines Onkels James. Am Ankunfttag des Onkels erleben wir ein Déjà-vu. Sind wir wieder am Anfang des Buches?
Bei der Ankunft des Onkels hat man die Hoffnung, dass Hans zur Vernunft gebracht wird (auch wenn man schon weiß, dass das Buch so nicht endet) und sich mit auf den Weg ins Flachland macht. Doch dann ist der Abschnitt zu Ende, der Onkel abgereist (wobei er vorher noch ein Gespräch mit Hofrat Behrens hatte; Inhalt und Ergebnis des Gespräches ist nicht bekannt) und man denkt, ist das jetzt alles. Wie kann man das so weiterlaufen lassen? Der Onkel hat doch einen vernünftigen Eindruck hinterlassen. Warum lässt er Hans dort oben? Dieser Abschnitt hat mich sehr verwirrt.

Ich denke, das der Onkel mit der festen Absicht nach oben gefahren ist, um Hans abzuholen und ich denke außerdem , das der Initiator der ganzen Sache Joachim gewesen ist. Er hat bestimmt sowas gesagt wie :"Da muß einer hoch und ihn mitnehmen" oder so ähnlich. Ich vermute mal, Joachim denkt nämlich ähnlich wie ich,das Hans im Augenblick keine vernünftigen Entscheidungen treffen kann und keine Ahnung hat, was ihm das Leben außerhalb des Sanatoriums bieten kann.
Und das hat Onkel James auch ganz schnell rausgefunden, das es einfach keinen Zweck hat, ihn jetzt mitzunehmen. So wie Hans jetzt drauf ist, läßt man ihn am besten unter seinesgleichen...
Jeder normale Mensch, wie Onkel James, fährt da hoch, lernt die Leute kennen, denkt :"Ach, du mist... " und macht das er wegkommt - wie Onkel James. :wegrenn:

Ich glaube, dieser Abschnitt, die Begegnung mit seinem Onkel soll verdeutlichen, wie sehr Hans sich bereits vom Leben und den Leuten aus dem Flachland entfremdet hat und wie sehr er mittlerweile einer von denen da oben geworden ist und sich ein Leben woanders gar nicht mehr vorstellen kann. Und wie wenig Verständnis er offenbar zeigt, wenn sich jemand mal nicht mit dem Lebensstil da oben anfreunden kann und eben nicht da oben bleiben will...

Operationes spirituales
Das einzige für mich Interessante war, woher Leo Naphta stammte und sein Werdegang. Der Rest von diesem Abschnitt ist nicht erwähnenswert. Lange Gespräche über Gesundheit, Krankheit, Folter und Tod.

O ja - in aller Ausführlichkeit Dia- und Monologe über solch' bezaubernde Themen wie Krieg, Vaterlandsliebe, Folter, Todesstrafe (und deren Abschaffung!), Feuerbestattungen, Angst vorm Tod usw.

Und Hans - eingekeilt zwischen Naphta und Settembrini - kann zu diesen geistreichenden Gesprächen der beiden das eine oder andere Mal nichts weiter als hilfloses und sinnloses Gestammel von sich geben. Das fand ich ganz nett beschrieben:

Zitat
Sie hatten ihn zwischen sich, und er, den Kopf hin und her wendend, stimmte bald dem einen, bald dem anderen zu, oder machte, stehenbleibend, den Oberkörper schräg zurückgebeugt und mit der Hand im gefütterten Ziegenlederhandschuh gestikulierend, etwas Eigenes, selbstverständlich höchst Unzulängliches geltend...

... und ich kann Hans' Hilflosigkeit in dieser Situation bestens nachvollziehen - nur dass ich ich das, vor meinem Buch sitzend, aus sicherer Entfernung beobachten kann. :breitgrins:

Je weiter ich im Buch vorankomme und solche Abschnitte lese, desto mehr komme ich für mich zu dem Schluss, dass der Zauberberg ein Buch ist, das ich mindestens zweimal lesen muss und möchte - einmal, um die äußere Handlung zu erfassen, und das zweite Mal, um mich intensiv noch mal mit all' den philosophischen, politischen und moralischen Diskursen auseinanderzusetzen, die das Buch enthält. Im Moment überfliege ich sie teilweise noch zu sehr und erfasse sie nicht immer in der nötigen Tiefe, die das Buch verdient hätte.
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gretchen

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #8 am: 20. April 2008, 12:56:18 »

Hallo Ihr,

ich wollte mich nur mal melden. Ich hänge zur Zeit am 2. Teil im sechsten Kapitel fest. Eigentlich weiß ich gar nicht so genau warum - es ist doch alles bestens.

Der liebe Hans hat jetzt, von seinem Vetter eifersüchtig beäugt, ein Hobby gefunden, das er intensiv auslebt.

Ich finde sowieso, zwischen den beiden Vettern knirscht es gewaltig, unterschwellig wollen die sich irgendwie an den Kragen, ich bin gespannt, ob sich das wieder in Wohlgefallen auflöst oder ob es zur Konfrontation kommt.
Aber der Hans Castorp kann auch so richtig garstig sein zum guten Joachim.

Liebe Grüße

gretchen
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MacOss

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #9 am: 04. Mai 2008, 21:57:14 »

Hallo Leute. Nicht dass Ihr denkt, ich habe mich hier abgemeldet. Ich bin in der letzten Woche wirklich nicht dazu gekommen, im Zauberberg zu lesen. Aber ich habe gerade eben noch ein paar ruhige Minuten zum Lesen in meinem Lesesessel gefunden, in denen ich um Hans Castorps Leben bangte, wie er im Schneesturm feststeckt und fast draufgeht (Abschnitt "Schnee"). Morgen werde ich mich dann mal wieder etwas ausführlicher zu Wort melden...

Viele Grüße
Stefan


P.S.: Mir ist gerade aufgefallen, dass das Wort "Lesesessel" aus nur drei unterschiedlichen Buchstaben besteht, nämlich "l", "e" und "s"... :breitgrins:
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simmilu

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #10 am: 07. Mai 2008, 23:19:28 »

P.S.: Mir ist gerade aufgefallen, dass das Wort "Lesesessel" aus nur drei unterschiedlichen Buchstaben besteht, nämlich "l", "e" und "s"... :breitgrins:

Ganz offensichtlich schärft das Lesen dieses Buches deine Wahrnehmung  :zunge:
...Oder aber das Buch ist gerade sooo langweilig, das du dich mit anderen Dingen ablenkst ?!  :zwinker:
Aber du hast recht, konnte auch nur diese drei Buchstaben ausmachen...

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MacOss

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #11 am: 08. Mai 2008, 16:09:38 »

Ganz offensichtlich schärft das Lesen dieses Buches deine Wahrnehmung  :zunge:
...Oder aber das Buch ist gerade sooo langweilig, das du dich mit anderen Dingen ablenkst ?!  :zwinker:

Ersteres. Doch, doch - ersteres... :elch:

Aber die Abschnitte werden ja auch immer länger. Kein Wunder, dass ich so lange brauche.:breitgrins: Alleine Schnee und Als Soldat und brav umfassen zusammen 100 Seiten! Aber ich habe sie hinter mich gebracht und damit endlich auch das sechste Kapitel beendet.

Leider, leider habe ich auch bei diesen beiden Abschnitten festgestellt, dass sie für mein Empfinden in weiten Teilen ein klein wenig zu weitschweifig sind. Klar - der Abschnitt Schnee und Hansens Abenteuer im Schneesturm waren ganz spannend zu lesen, und Thomas Mann hat eine ganz eigene Art, dies zu schildern, doch hätten es m.E. auch ein paar Seiten weniger getan, um zu verdeutlichen, welcher Natur die Schneewelt "dort oben" ist. Und gleich an drei Stellen spricht Thomas Mann allzu verschwurbelt von der "hexagonalen Regelmäßigkeit" bzw. dem "hexagonalen Unwesen", wenn er uns doch eigentlich nur ein Schneetreiben näherbringen möchte. :rollen:

....man fragt sich mal wieder : Wie genau kann man(n)  :breitgrins: einen Schneesturm beschreiben ??? Natürlich - sehr genau !

Exakt! :breitgrins:

Jedoch zeitigten all' diese Schilderungen der Schneelandschaft bei mir auch einen angenehmen Nebeneffekt: Ich hatte die ganze Zeit das wunderbare Lied "Schnee" von Blumfeld im Ohr. :breitgrins:

Nun zeigt Hans doch ein bißchen Interesse für sportliche Betätigung und möchte sich nicht an irgendwelche Vorschriften binden lassen. Gut denke ich, weiter so. Aber dann wird er wieder zu diesem unvernünftigen und naiven jungen Mann. Das er in diesem Schneesturm nicht umgekommen ist (noch nicht einmal eine Erkältung), ist für mich ein Rätsel. Manchmal ist er so bodenständig und im nächsten Augenblick steht ein unvernünftiger Junge vor einem.

Das macht ihn in meinen Augen so sympathisch, den Hans Castorp zwischen all' diesen trockenen und gebildeten "Erwachsenen"...:smile:

Sehr schön fand ich die Sympathiebekundung gegenüber Settembrini, die Hans im Kopf formuliert, als er auf Skiern durch den Schnee unterwegs ist:
Zitat
Ach ja, du pädagogischer Satana mit deiner ragione und ribellione, dachte er. Übrigens habe ich dich gern. Du bist zwar ein Windbeutel und Drehorgelmann; aber du meinst es gut, meinst es besser und bist mir lieber als der scharfe kleine Jesuit und Terrorist, der spanische Folter- und Prügelknecht mit seiner Blitzbrille, obgleich er fast immer recht hat, wenn ihr euch zankt ... euch pädagogisch um meine arme Seele rauft, wie Gott und Teufel um den Menschen im Mittelalter.

Etwas verstört haben mich allerdings Hans' Halluzinationen, während er sich im Schneesturm befindet und draufzugehen droht... :entsetzt:


Der das Kapitel abschließende Abschnitt Als Soldat und brav ist dann wieder ein trauriger, schließlich
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Nun also die Rückkehr Joachims. Anfangs noch die Genugtuung des Hofrats Behrend, der vorausgesehen hat, dass Joachim zurückkehren würde, später allgemeines Entsetzen über die rapide Verschlechterung seines Gesundheitszustandes.

Im Kapitel Als Soldat und brav war ich dann doch tatsächlich richtig traurig  :heul: und somit konnte ich auf Seite 736 den ersten richtigen Gefühlsausbruch verbuchen. Ein Höhepunkt, den ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte...

Ich auch nicht. Und ich denke mal, es bleibt nicht der einzige.

Sehr interessant fand ich die Ausführungen Naphtas und Settembrinis über die Freimaurerei. Naphta zeichnet ein recht negatives Bild der Historie und der Gepflogenheiten der Freimaurer - insbesondere der Illuminaten - wegen ihrer angeblichen Gottesferne. Und auf der anderen Seite Settembrini, der nicht nur die Logenarbeit auf eine politische Ebene hebt und als ihr Ziel "weltentscheidende Macht" definiert und bedeutende Staatsmänner als Logenbrüder "outet", sondern auch noch die "Gottlosigkeit" der Freimaurerei unterstreicht. Hier allerdings wurde ich stutzig, denn zu meiner Verwandtschaft zählt ein ehemaliger Logenbruder, der mir insbesondere die idealistischen Prinzipien der Loge, in der er Mitglied war, als urchristlich und in höchstem Maße moralisch beschrieb: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Barmherzigkeit. Insofern frage ich mich (gerade auch angesichts meines geringen Wissens zu diesem Thema), ob es da tatsächlich Unterschiede innerhalb der einzelnen Logen gibt, oder ob Settembrini (sprich: Mann) nur seine Sicht der Dinge wiedergeben wollte. Also noch ein Thema aus dem Zauberberg, um das ich mich in Zukunft mal intensiver kümmern möchte...

Daneben gibt es - natürlich - auch wieder jede Menge hochgestochener Dispute zwischen Settembrini und Naphta, denen mein immer wieder abschweifender Geist nicht immer folgen wollte... :rollen: Sehr passend dazu die folgende Stelle: :breitgrins:

Zitat
... [Hans] sah, eingehüllt in Vorbehalt, wie sie weiter dahintrieben und einander feindlich behilflich waren, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen, nachdem Settembrini mit seinem kleinen Scherz vom Lateiner Vergil den Anstoß gegeben.

Spüre ich da so etwas wie Selbstironie in Thomas Manns Worten...? :zwinker:


Uff - so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich hoffe, ich habe Euch nicht erschlagen... :redface: :rollen: :breitgrins:
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simmilu

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #12 am: 08. Mai 2008, 23:02:23 »

Uff - so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich hoffe, ich habe Euch nicht erschlagen... :redface: :rollen: :breitgrins:

Nein...nur zu....einfach rauslassen...!!!  :breitgrins:

Sehr interessant fand ich die Ausführungen Naphtas und Settembrinis über die Freimaurerei. Naphta zeichnet ein recht negatives Bild der Historie und der Gepflogenheiten der Freimaurer - insbesondere der Illuminaten - wegen ihrer angeblichen Gottesferne. Und auf der anderen Seite Settembrini, der nicht nur die Logenarbeit auf eine politische Ebene hebt und als ihr Ziel "weltentscheidende Macht" definiert und bedeutende Staatsmänner als Logenbrüder "outet", sondern auch noch die "Gottlosigkeit" der Freimaurerei unterstreicht. Hier allerdings wurde ich stutzig, denn zu meiner Verwandtschaft zählt ein ehemaliger Logenbruder, der mir insbesondere die idealistischen Prinzipien der Loge, in der er Mitglied war, als urchristlich und in höchstem Maße moralisch beschrieb: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Barmherzigkeit. Insofern frage ich mich (gerade auch angesichts meines geringen Wissens zu diesem Thema), ob es da tatsächlich Unterschiede innerhalb der einzelnen Logen gibt, oder ob Settembrini (sprich: Mann) nur seine Sicht der Dinge wiedergeben wollte. Also noch ein Thema aus dem Zauberberg, um das ich mich in Zukunft mal intensiver kümmern möchte...

 :ernst:   Ich bin immer wieder erstaunt, wie ihr das wechseln könnt...!! Bin wohl doch zu blöd für diese Welt... :heul: :confused:

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DrCassi

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #13 am: 09. Mai 2008, 14:09:29 »

Spüre ich da so etwas wie Selbstironie in Thomas Manns Worten...? :zwinker:

Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre  :breitgrins:

Uff - so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich hoffe, ich habe Euch nicht erschlagen... :redface: :rollen: :breitgrins:

Das sind wir doch jetzt nach dieser Lektüre gewöhnt  :zwinker: 



:ernst:   Ich bin immer wieder erstaunt, wie ihr das wechseln könnt...!! Bin wohl doch zu blöd für diese Welt... :heul: :confused:
:trost:  Nun sei mal nicht zu streng mit dir selbst.  Jeder hat doch andere Interessen und Vorlíeben. Und außerdem hast du gerade einen Weltklassiker gelesen und dir deine eigene Meinung gebildet.   :klatschen:

LG
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MacOss

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Re: Kapitel 6.2
« Antwort #14 am: 09. Mai 2008, 14:23:37 »

:ernst:   Ich bin immer wieder erstaunt, wie ihr das wechseln könnt...!! Bin wohl doch zu blöd für diese Welt... :heul: :confused:
:trost:  Nun sei mal nicht zu streng mit dir selbst.  Jeder hat doch andere Interessen und Vorlíeben. Und außerdem hast du gerade einen Weltklassiker gelesen und dir deine eigene Meinung gebildet.   :klatschen:

... und wenn ich sage, dass ich mich mal um ein bestimmtes Thema intensiver kümmern möchte, heißt das noch lange nicht, dass mich mein innerer Schweinehund auch lässt... :rollen: :breitgrins:

Uff - so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich hoffe, ich habe Euch nicht erschlagen... :redface: :rollen: :breitgrins:

Das sind wir doch jetzt nach dieser Lektüre gewöhnt  :zwinker:

Stimmt. Bandwurmsätze, Abschweifungen, komplizierte Dialoge - was soll uns nach dem Zauberberg noch schocken? Da wird mir meine demnächst (irgendwann :zwinker:) anstehende Lektüre von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" doch wie ein Spaziergang vorkommen. :breitgrins:
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