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Autor Thema: Kapitel 5  (Gelesen 9691 mal)

MacOss

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Kapitel 5
« am: 29. Februar 2008, 00:37:31 »

Na gut - ich mach' mal weiter. Notfalls kann ich's immer noch verschieben...

5. Kapitel

Bis einschl. Abschnitt "Mein Gott, ich sehe!"

Hans Castorp ist endlich "angekommen" im Berghof. Seine drei Wochen Besuchszeit sind rum, und nachdem Hofrat Behrens sich ihn noch mal vorgeknöpft und eingehend untersucht und wegen eigenartiger Geräusche beim Abklopfen für eines längeren Aufenthalts würdig befunden hat, wird Hans jetzt auch offiziell zum Patienten gekürt. Er ist nun einer von "denen da oben" und darf an allen regulären Untersuchungen, Durchleuchtungen und Seelenzergliederungen teilnehmen. Und zack! schon wird er zu drei Wochen strikter Bettruhe verdonnert, darf nicht mehr an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen, sondern muss im Bett liegen und essen und dort seine spärlichen Besucher empfangen, also hauptsächlich Joachim, aber einmal auch Settembrini, mit dem er ein längeres Gespräch über Gesundheit, Krankheit und Tod führt.

Nachdem die drei Wochen Bettruhe rum sind und Hans wieder am allgemeinen Kurleben teilnehmen kann, stellt er fest, dass er nicht der einzige männliche Patient ist, der interessiert Mme Chauchat beobachtet. Und wie er erfährt, wird sie sogar von Hofrat persönlich gemalt und begibt sich dazu in regelmäßige Sitzungen. Na, wenn ich da mal nicht sowas wie Eifersucht bemerkt habe...

Herrlich auch Castorps erste Teilnahme an einer Durchleuchtung bei Hofrat Behrens und seine Faszination und seine Gedanken beim Betrachten von Joachims Knochengerüst und dessen schlagendem Herzen auf dem Röntgenschirm; und wie Hans sich beim Betrachten seiner eigenen Fingerknochen schlagartig seiner Sterblichkeit bewusst wird.

Allerdings möchte ich nicht wissen, wieviel Röntgenstrahlung die damaligen Patienten bei einer solchen Durchleuchtung abbekommen haben. Klar, das Röntgenverfahren war noch relativ neu und faszinierend und man war sich über seine Gefährlichkeit offenbar noch nicht sonderlich im klaren, aber solch' eine Dauerbestrahlung kann eigentlich nicht folgenlos geblieben sein...

Schmunzeln musste ich bei der Begegnung von Hans und Joachim, die auf ihre Durchleuchtung warten, mit Mme Chauchat im Wartezimmer von Hofrat Behrens, und wie Hans sie zum ersten Male sprechen hört, indem sie sich nach dem Stand der Verspätung bei den Durchleuchtungen erkundigt. Allerdings ist es Joachim, der mit ihr spricht und ihr antwortet. Und er antwortet quasi für Hans, der sich nicht in der Lage sieht, mit Mme Chauchat - pardon: Clawdia -  zu reden, sondern völlig entrückt dem Dialog der beiden folgt.

Habe ich in meinen letzten Postings noch die Befürchtung geäußert, dass sich bei mir eine gewisse Eintönigkeit einschleichen könnte, so muss ich mich jetzt revidieren. Wie ich vermutete, dienten die ersten vier Kapitel sowohl Hans Castorp als auch mir als Leser der Eingewöhnung in die Gepflogenheiten und Abläufe im Berghof und dem Kennenlernen der Patienten. Und nun, mit Beginn des 5. Kapitels, kommt etwas Abwechslung in die Handlung, etwas gestraffter ist sie auch. Und jetzt macht mir die Lektüre - nach meinem kurzzeitigen Durchhänger - auch wieder richtig Spaß!
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Kratzbürste

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Re: Kapitel 5
« Antwort #1 am: 29. Februar 2008, 18:26:21 »

Langsam gewinnt bei mir die Neugierde die Oberhand. Ich bin nicht unbedingt gefesselt von dem Buch, aber ich will jetzt schon wissen, wie es mit Hans und Clawdia weitergeht.
Ich mag Hans Castorp immer noch nicht. Aber ich muß immer öfter über seine Gedankengänge schmunzeln. Oder wenn er Joachim mal wieder als Mittel zum Zweck benutzt. *g* Als sie beim Röntgen waren, mußte ich auch daran denken, daß die Menschen sich damals unwissentlich wohl viel zu oft diesen Strahlen ausgesetzt haben.
Ansonsten stelle ich mir immer wieder die Frage, wie verklärt die Patienten doch alles zu sehen scheinen. Settembrini scheint der Einzige zu sein, der alles kritisch betrachtet, und auch so manches durchschaut. Denn ich bin mir sicher, daß da was nicht mit rechten Dingen zugeht. Hans Castorp ist nur zu blind das zu sehen. Ihm ist es nur recht, daß er länger bleiben muß, damit er Clawdia weiterhin sehen kann.
Mit dem Lesen klappt es inzwischen besser. Wenn ich auch gestehen muß, daß ich bei Settembrinis Monologen stellenweise auf Durchzug schalte. Ich lese es zwar, nehme es aber nicht auf.

Juggalette

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Re: Kapitel 5
« Antwort #2 am: 29. Februar 2008, 19:43:22 »

Ansonsten stelle ich mir immer wieder die Frage, wie verklärt die Patienten doch alles zu sehen scheinen. Settembrini scheint der Einzige zu sein, der alles kritisch betrachtet, und auch so manches durchschaut. Denn ich bin mir sicher, daß da was nicht mit rechten Dingen zugeht. Hans Castorp ist nur zu blind das zu sehen. Ihm ist es nur recht, daß er länger bleiben muß, damit er Clawdia weiterhin sehen kann.

Das mit Settembrini ist mir auch aufgefallen. Er scheint als Einziger die Situation "dort oben" als kritisch zu betrachten. Bei allen anderen habe ich mittlerweile das Gefühl, dass sie überhaupt keinen Gedanken mehr an "unten" verschwenden wollen und sich eigentlich gar nicht im Klaren darüber sind wie ernst ihre Situation eigentlich ist. So als ob sie Urlaub machen würden, oder so... Doch da sie in der Zeit gefangen sind und ihren monotonen Rhythmus genießen fällt ihnen das anscheinend gar nicht mehr auf.
Denn die eine Geschichte, die in "Ewigkeitssuppe und plötzliche Krankheit" erzählt wird über den Mann (ich weiß seinen Namen leider nicht mehr), der zwar wieder entlassen wurde, jedoch kurze Zeit später wieder "nach Hause" kam, weil er sich im normalen Leben überhaupt nicht mehr integrieren konnte/wollte, fand ich nicht lustig...eher erschreckend...
Oder das eine Beispiel mit der Frau, die wieder nach Hause geholt wurde, weil es ihr "dort oben" immer schlechter ging.

Und auch die Methoden wie sie dort oben die Patienten untersuchen erscheinen mir etwas fragwürdig. So als ob sie irgendeine Krankheit "suchen" würden um einen Grund zu haben die Patienten nicht entlassen zu müssen...naja, obwohl die ja so wieso nicht gehen wollen... :breitgrins:

Etwas seltsam das Ganze...bin schon gespannt was noch alles kommen wird. :)
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DrCassi

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Re: Kapitel 5
« Antwort #3 am: 01. März 2008, 01:18:59 »

Und nun, mit Beginn des 5. Kapitels, kommt etwas Abwechslung in die Handlung, etwas gestraffter ist sie auch. Und jetzt macht mir die Lektüre - nach meinem kurzzeitigen Durchhänger - auch wieder richtig Spaß!
So ging es mir auch. Beim Kapitel 4 hatte ich diesen Durchhänger. Doch jetzt wird es interessant. Jetzt will ich wissen, wie es mit Hans und Clawdia weiter geht, ob Settembrini Hans überzeugen kann und was da oben wirklich vorgeht.

Settembrini ist der einzige helle Kopf bei denen da oben. Er passt sich der Lebensweise dort oben nicht an. Er behält sich noch ein Stückchen Freiheit. Auch scheint er die Zuneigung Hans zu Clawdia nicht zu tolerieren. Er versucht weiterhin, ihn zur Abreise zu bewegen. Was ich mich allerdings frage, wie krank ist Settembrini wirklich.

S. 313 Launen des Merkurs

Menschliche Züge bei Hans. Ich hätte ihn nicht so eingeschätzt. Alle haben (jedenfalls einige an seinem Tisch) sein Interesse für Clawdia mitbekommen. Da er sonst recht kühl und zurückhaltend ist, war ich darüber sehr überrascht. Das er sich dabei zum Affen macht, scheint ihn nicht zu stören. Ich kann ihn aber auch verstehen. Diese Gefühle der ersten Liebe können einen auch überwältigen. Er ist mir zum ersten Mal sympathisch.
S. 319-320
... Ihre Augen begegnen sich nahe, ...
Er ist besinnungslos, ... närrisch vor Glück ...
O Jubel, Triumph und grenzenloses Frohlocken!...


S. 348 Humaniora

Als Hans und Joachim allein auf Hofrat Behrens stoßen, nutzt Hans gleich die Chance, um das Gemälde von Clawdia betrachten zu können.
Behrens ist geschmeichelt über das Interesse an seiner Malerei. Hans entdeckt auch sofort beim Eintreten in Behrens Wohnung das Gemälde von Clawdia. Man spürt seine Aufgeregtheit und ich habe seinen recht eigenartigen Monolog auch sehr hastig gelesen.
Behrens und Joachim sind leicht vor den Kopf gestoßen und wissen nicht wie sie auf diese Aufgeregtheit reagieren sollen.
Dann trägt und hält er das Bild während des Gespräches mit Behrens, so als ob er es nicht wieder hergeben wollte.

Ich werde dann mal weiterlesen. So furchtbar finde ich das Buch jetzt nicht mehr. Vermutlich muss man sich wirklich erstmal einlesen und an den Rhythmus "da oben" gewöhnen.  :zwinker:


Schönes Wochenende  :winken:
Cassi

« Letzte Änderung: 01. März 2008, 21:13:32 von DrCassi »
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MacOss

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Re: Kapitel 5
« Antwort #4 am: 01. März 2008, 22:07:50 »

S. 313 Launen des Merkurs
(...)
S. 348 Humaniora
(...)

Oh, sehr schön. Ich habe Deine Ausführungen zwar nur mit zugekniffenen Augen gelesen, weil ich noch nicht so weit bin, aber da wird's ja offenbar noch richtig spannend... :breitgrins:
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simmilu

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Re: Kapitel 5
« Antwort #5 am: 02. März 2008, 00:33:06 »

Oder das eine Beispiel mit der Frau, die wieder nach Hause geholt wurde, weil es ihr "dort oben" immer schlechter ging.
Und auch die Methoden wie sie dort oben die Patienten untersuchen erscheinen mir etwas fragwürdig. So als ob sie irgendeine Krankheit "suchen" würden um einen Grund zu haben die Patienten nicht entlassen zu müssen...naja, obwohl die ja so wieso nicht gehen wollen... :breitgrins:
Etwas seltsam das Ganze...bin schon gespannt was noch alles kommen wird. :)

Man bekommt den Eindruck, als wenn Hofrat Behrens und seinen Kollegen andere Krankheiten, die nicht mit irgentwelchen Schatten in der Lunge zu tun haben, gar nicht weiter interessieren. Dieser Hofrat ist mir total unsymphatisch und für arrogant halte ich ihn auch, aber manche Ärzte sind halt so. :grmpf: Über alles was ihn nicht interessiert, oder was er unter seiner Würde hält (den offensichtlich hält er es js für ein Privileg "hier oben" zu sein), geht er lapidar drüber weg. Oder vielleicht hat er wirklich nicht so viel Ahnung, wie man ja bei "der Frau, der es immer schlechter ging" denken könnte. Egal ob es Ihr sonst schlecht geht, hauptsache mit der Lunge ist alles in Ordnung !!! :vogelzeigen:

Was mir gut gefallen hat, war die Vorstellung von dem "buckeligen Mexikaner", der im Kapitel Mein Gott ich sehe! kurz mit seinen Anfällen im Speisesaal erwähnt wurde. Ich war echt überrascht, weil ich nicht mit einem Mexikaner gerechnet hätte...

LG Simone
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Ich lese gerade :




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DrCassi

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Re: Kapitel 5
« Antwort #6 am: 02. März 2008, 14:33:40 »

Oh, sehr schön. Ich habe Deine Ausführungen zwar nur mit zugekniffenen Augen gelesen, weil ich noch nicht so weit bin, aber da wird's ja offenbar noch richtig spannend... :breitgrins:

Hätte ich da Spoiler benutzen sollen?  :redface:

Und es wird interessanter. Bin bei "Forschungen" und beim durchblättern, wie lang dieser Abschnitt ist, habe ich einige interessante Dinge aufgeschnappt.  :breitgrins:

Grüße
Cassi
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DrCassi

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Re: Kapitel 5
« Antwort #7 am: 02. März 2008, 16:46:32 »

Und es wird interessanter. Bin bei "Forschungen" und beim durchblättern, wie lang dieser Abschnitt ist, habe ich einige interessante Dinge aufgeschnappt.  :breitgrins:

Hiermit revidiere ich meine Aussage. Der Absatz "Forschungen" ist langweilig, am langweiligsten.  :schnarch: Was ich gelesen habe, war nur ein Traum. Der gesamte Abschnitt geht um Medizin, Körper, Leben, Sterben. Ich mußte mich sooooo zwingen, dass Kapitel zu lesen. Aber fragt mich bitte nicht, was ich gelesen habe.  :zwinker:

Vielleicht tu ich mir heute noch den "Totentanz" an.  :breitgrins:

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MacOss

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Re: Kapitel 5
« Antwort #8 am: 02. März 2008, 21:33:16 »

Hätte ich da Spoiler benutzen sollen?  :redface:

Nein, ich hab' damit überhaupt kein Problem. Im Gegenteil - das macht neugierig auf das, was noch kommt... :breitgrins:

Ich bin an diesem Wochenende leider gar nicht zum Lesen gekommen. Wochenendpapi halt... :smile:
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Kratzbürste

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Re: Kapitel 5
« Antwort #9 am: 03. März 2008, 19:56:06 »

Und es wird interessanter. Bin bei "Forschungen" und beim durchblättern, wie lang dieser Abschnitt ist, habe ich einige interessante Dinge aufgeschnappt.  :breitgrins:

Hiermit revidiere ich meine Aussage. Der Absatz "Forschungen" ist langweilig, am langweiligsten.  :schnarch: Was ich gelesen habe, war nur ein Traum. Der gesamte Abschnitt geht um Medizin, Körper, Leben, Sterben. Ich mußte mich sooooo zwingen, dass Kapitel zu lesen. Aber fragt mich bitte nicht, was ich gelesen habe.  :zwinker:

Vielleicht tu ich mir heute noch den "Totentanz" an.  :breitgrins:



Den Abschnitt habe ich gerade in der S-Bahn gelesen. D.h., "überflogen" trifft es eher. :-) Ist gähnend langweilig und für mich nicht verständlich, warum T.M. das so ausführlich schildern hat müssen. Es hätte mir gereicht zu wissen, daß Hans Castorp ein Buch darüber liest. Punkt.

MacOss

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Re: Kapitel 5
« Antwort #10 am: 06. März 2008, 13:14:46 »

Auweh - wenn man unsere Beiträge so liest, könnte man uns glatt für Banausen halten... :zwinker:

Aber ich tu' mich momentan auch wieder etwas schwerer und komme nicht so recht voran im 5. Kapitel.
War der Abschnitt "Launen des Merkur" noch prima zu lesen und enthielt einige wunderbare Passagen darüber, wie Hans Mme Chauchat anhimmelt und sich mächtig ins Zeug legt, um von ihr bemerkt zu werden (und dabei natürlich auch von allen anderen Patienten bemerkt wird, hehehe), so besteht der Abschnitt "Enzyklopädie" wieder aus laaangen Diskursen über das Wesen der Zeit und politischen Gesprächen mit Settembrini, die zwar für sich genommen ganz interessant sein mögen, aber ich merke, dass mein Geist beim Lesen dieser Stellen immer wieder abdriftet und mich die Beziehung zwischen Hans und Clawdia wesentlich mehr interessiert...
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simmilu

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Re: Kapitel 5
« Antwort #11 am: 11. März 2008, 00:44:14 »

Mann oh mann, hier muß mal wieder was geschrieben werden, sonst denkt man noch wir streiken..
Nachdem ich mich durch die totlangweiligen Kapitel "Humaniora, Forschungen und Totentanz" kämpfte, habe ich das 5.Kapitel mit dem sensationellen Unterkapitel "Walpurgisnacht" abgeschlossen. Ich war total überrascht - plötzlich kam Leben auf den Berg ! Wenn auch nur in Form von Papierhüten :lol:, aber die führten immerhin dazu, das Hans plötzlich beginnt Settembrini zu duzen,was dem wiederum gar nicht gefällt und zu einer glühenden Dankesrede führt.     Und Hans macht Clawdia eine Liebeserklärung !!! Endlich - und was für eine...  :klatschen:
Und dann sagt sie doch glatt :" Das hättest du auch früher haben können, wenn du dich nur getraut hättest...Nun ist es zu spät, ich reise morgen ab !" und Hans und ich dachten :" Och nööö..."  :traurig:
Und mit diesem Paukenschlag verabschiedet man sich ins 6.Kapitel, das ich jetzt mit sehr viel mehr Motivation beginnen werde. Das hat Thomas Mann wirklich sehr schlau gemacht, immer wenn ich denke es geht nicht mehr und ich muß gleich ins Buch beißen, bringt er (Thomas Mann) irgentwas, das mein Interesse wieder anstachelt - sehr schlau... :zwinker:

LG Simone
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DrCassi

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Re: Kapitel 5
« Antwort #12 am: 12. März 2008, 18:50:09 »

Mann oh mann, hier muß mal wieder was geschrieben werden, sonst denkt man noch wir streiken..

Also streiken möchte ich das nicht nennen, vielleicht brauchen wir nur zwischendurch ein Pause. Wir wollen ja schließlich nicht krank werden und außerdem wird die Zeit auf dem Zauberberg ja ganz anders gesehen.  :zwinker:

Und mit diesem Paukenschlag verabschiedet man sich ins 6.Kapitel, das ich jetzt mit sehr viel mehr Motivation beginnen werde. Das hat Thomas Mann wirklich sehr schlau gemacht, immer wenn ich denke es geht nicht mehr und ich muß gleich ins Buch beißen, bringt er (Thomas Mann) irgentwas, das mein Interesse wieder anstachelt - sehr schlau... :zwinker:

So sehe ich das auch. Ich hatte das Buch nach dem Kapitel "Forschungen" erstmal zur Seite gelegt. Danach braucht man wirklich eine Pause.

Es hätte mir gereicht zu wissen, daß Hans Castorp ein Buch darüber liest. Punkt.

 :five:

Totentanz S. 395

Das Interesse von Hans an den "Schweren und Moribunden" ist mir ein Rätsel. Hat er wirklich Mitleid mit ihnen und will er durch seine Besuche die Kranken aufheitern? Das medizinische Interesse wird , nachdem die Besuche angefangen haben, nicht mehr erwähnt. Ich tippe eher darauf, dass Hans auf sich aufmerksam machen will. Zum Beispiel bei einer gewissen Dame.
Ein bißchen kurios finde ich die "Überfüllte". Entweder sie steht total unter Drogen oder sie ist nicht mehr richtig im Kopf.

Walpurgisnacht S. 444

Fasching - die vierte Jahreszeit und wie es ausschaut gibt es eine interessante Entwicklung. Es wird da oben recht lustig und ausgelassen gefeiert. Und ob es nun an der Ausgelassenheit oder am Alkohol liegt, Hans geht aus sich heraus. Er passt sich der Lockerheit an und spricht alle mit "Du" an. Das missfällt Settembrini. Er ist der Meinung, dass man fremde Personen nicht so unhöflich ansprechen sollte. Hans interessiert das nicht und da tippe ich mal auf den Einfluss von Alkohol. Settembrini verabschiedet sich und es kommt zum ersten vertraulichen Gespräch zwischen Hans und Clawdia.
Was mich ein bißchen gestört hat, dass sich die Beiden auf Französisch unterhalten haben. Sicher, die Übersetzung kann man am Ende des Buches lesen. Einfacher wäre es aber, wenn man nicht umblättern müßte.
Ich war dann sprachlos, wie offen und intim das Gespräch verläuft. Man könnte meinen, da bahnt sich was an. Dann ist das Gespräch zu Ende und man fragt sich, war das jetzt ein Traum oder Realität.

Dieses Kapitel war wieder so interessant, nicht nur von den Beschreibungen, sondern auch von den Dialogen, dass man sofort weiterlesen möchte.
Entwickelt sich da was? Wie fühlen sich beide nach diesem Gespräch? Was haben die anderen mitbekommen?
Alles offene Fragen, die ich gern ganz schnell beantwortet haben möchte.

Nächste Woche ist es bei mir ein bißchen ruhiger. Da könnte ich mal wieder am Stück lesen.

LG
Cassi
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MacOss

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Re: Kapitel 5
« Antwort #13 am: 14. März 2008, 15:50:16 »

S. 348 Humaniora

Als Hans und Joachim allein auf Hofrat Behrens stoßen, nutzt Hans gleich die Chance, um das Gemälde von Clawdia betrachten zu können.
Behrens ist geschmeichelt über das Interesse an seiner Malerei. Hans entdeckt auch sofort beim Eintreten in Behrens Wohnung das Gemälde von Clawdia. Man spürt seine Aufgeregtheit und ich habe seinen recht eigenartigen Monolog auch sehr hastig gelesen.
Behrens und Joachim sind leicht vor den Kopf gestoßen und wissen nicht wie sie auf diese Aufgeregtheit reagieren sollen.
Dann trägt und hält er das Bild während des Gespräches mit Behrens, so als ob er es nicht wieder hergeben wollte.

Diesen Abschnitt habe ich gestern gelesen und musste doch etwas grinsen. Zu schön, wie aufgeregt Hans angesichts Mme Chauchats Portrait wird und mit welchem Geschick er den Hofrat einlullt und ihn angesichts des Bildes mit Fragen zum Wesen des menschlichen Körpers und zur Beschaffenheit lebender Materie bombardiert, nur damit er sich nicht von dem Bild trennen muss, während Dr. Behrens ihm Auskunft gibt. Und hier taut auch Dr. Behrens endlich mal ein wenig auf, auch wenn er streng wissenschaftlich bleibt. Aber offensichtlich sonnt er sich in der (vorgespielten) Bewunderung, die Hans ihm zukommen lässt...

Man bekommt den Eindruck, als wenn Hofrat Behrens und seinen Kollegen andere Krankheiten, die nicht mit irgentwelchen Schatten in der Lunge zu tun haben, gar nicht weiter interessieren. Dieser Hofrat ist mir total unsymphatisch und für arrogant halte ich ihn auch, aber manche Ärzte sind halt so. :grmpf: Über alles was ihn nicht interessiert, oder was er unter seiner Würde hält (den offensichtlich hält er es js für ein Privileg "hier oben" zu sein), geht er lapidar drüber weg. Oder vielleicht hat er wirklich nicht so viel Ahnung, wie man ja bei "der Frau, der es immer schlechter ging" denken könnte. Egal ob es Ihr sonst schlecht geht, hauptsache mit der Lunge ist alles in Ordnung !!! :vogelzeigen:

Tja - typischer Wissenschaftler halt, den nichts neben seiner Wissenschaft interessiert. Ich habe bei solchen Figuren immer Robin Williams als Dr. Sayer in der Verfilmung von Oliver Sacks' "Zeit des Erwachens" vor mir - obwohl der ja um einiges sympathischer ist als dieser Hofrat Behrens...

Und Hans macht Clawdia eine Liebeserklärung !!! Endlich - und was für eine...  :klatschen:

Juchuuu! Endlich! :breitgrins:
« Letzte Änderung: 14. März 2008, 18:04:32 von MacOss »
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MacOss

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Re: Kapitel 5
« Antwort #14 am: 14. März 2008, 18:13:35 »

Hat einer von Euch eigentlich mal die Verfilmung des "Zauberbergs" von 1981 gesehen? Ich hab' sie in grauer Vorzeit als Jugendlicher gesehen und kann mich eigentlich kaum noch an etwas erinnern - nur noch daran, dass ich mich sofort in Marie-France Pisier (die Mme Chauchat spielt) verliebt habe... :breitgrins:

Hier ein Foto von ihr auf einer französischen Filmseite: -> Link.
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