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Autor Thema: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."  (Gelesen 1759 mal)

Manjula

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Hallo zusammen,

dieser Spruch stand gestern auf meinem Kalenderblatt:

"Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."

und zwar mit folgender Erläuterung:

"Lesen Sie die richtigen Bücher? Das lässt sich leicht feststellen. Nach Ludwig Feuerbach sollten Sie sich nach der Lektüre eines guten Buches ein wenig unwohler fühlen als zuvor. Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen."

Was meint Ihr dazu? Sind gute Bücher tatsächlich nur die, die uns aufschrecken? Und welche Bücher hatten bei Euch schon die beschriebene Wirkung?

Neugierige Grüße
Manjula
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Jaqui

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #1 am: 11. Februar 2008, 14:50:04 »

Was meint Ihr dazu? Sind gute Bücher tatsächlich nur die, die uns aufschrecken? Und welche Bücher hatten bei Euch schon die beschriebene Wirkung?

"Die Straße" von Cormac McCarthy hat mich sehr erschüttert und das werde ich sicher nie vergessen.

Ich denke ein gutes Buch kann vieles sein, aber die, an die ich genau mich erinnern kann, waren schon die, die mich berührt und erschüttert haben. Bei einem Fantasy Buch ist mir das bisher noch nie passiert.

Katrin
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Klassikfreund

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #2 am: 11. Februar 2008, 15:03:43 »

Wenn ich mich wohler fühlen wollte, dann würde ich das "Traumschiff" schauen. Bücher sollen mich bewegen, aufrütteln, erschüttern. Aber auch wenn sie nur intelligent unterhalten, dann ist schon viel gewonnen.

In der Jugend ist man für Erschütterungen natürlich empfänglicher als im gesetzten Alter. Also aus meinen Jugendjahren möchte ich hervorheben: Huxley: Schöne Neue Welt und Golding: Herr der Fliegen. Mich hat gerade die Lektüre von Ph. Roths neuem Roman "Exit Ghost" zumindest bewegt. Thomas Bernhard erschüttert auch immer wieder aufs Neue.

Schöne Grüße,
Thomas
« Letzte Änderung: 11. Februar 2008, 15:09:57 von Klassikfreund »
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mombour

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #3 am: 11. Februar 2008, 15:08:58 »

Hallo,

Zitat von: Manjula
Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen.

Ja. Selbstverständlich. Darum lese ich.

Liebe Grüße
mombour

PS: Das "Traumschiff" habe ich einmal gesehen. :breitgrins:
« Letzte Änderung: 11. Februar 2008, 15:53:30 von mombour »
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sandhofer

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #4 am: 11. Februar 2008, 15:53:45 »

Was meint Ihr dazu? Sind gute Bücher tatsächlich nur die, die uns aufschrecken? Und welche Bücher hatten bei Euch schon die beschriebene Wirkung?

Im Prinzip schon, ja. Wobei es darauf ankommt, was man denn nun als "aufschrecken" bezeichnet. Der Taugenichts von Eichendorff kann z.B. durchaus aufschrecken, auch wenn er oberflächlich betrachtet eine reine Idylle darstellt.
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yanni

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #5 am: 11. Februar 2008, 15:56:26 »

"Nach Ludwig Feuerbach sollten Sie sich nach der Lektüre eines guten Buches ein wenig unwohler fühlen als zuvor. Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen."
Armer Herr Feuerbach, kann ich da nur sagen!

Für mich soll Literatur in erster Linie Geschichten erzählen. Welcher Natur diese Geschichte ist, hängt von dem jeweiligen Buch ab.
Warum darf ein Buch nicht auch besänftigen? Warum darf es den Leser nicht mal nur glücklich machen oder zum Lachen bringen? Warum soll ich mich nach der Lektüre unwohler fühlen? Warum nicht hoffnungsvoller?
Das ist wie die Sache mit dem halbvollen und halbleeren Glas.

Lieber ein Buch, das einen Menschen auf positive Weise zum Handeln verleitet, als ein Buch, das zehn Menschen zum jahrelangen Diskutieren anregt ohne je eine Änderung herbeizuführen.

Ich will hier die aufrüttelnden Bücher nicht herabwürdigen, die lese ich auch gerne, aber nicht jedes Buch hat auf jeden Leser die gleiche Wirkung. Es kommt vielleicht auch darauf an, was man unter aufrüttelnd versteht.
Ein Buch kann Hoffnung, Lebensfreude und Lachen ins Leben bringen. Zählt das denn nicht?

Denkt doch nur mal an all die Abenteuer-Romane, die ihr als Kinder gelesen habt! Haben sie euer Leben nicht bereichert? Eure Phantasie beflügelt? Und gerade die Phantasie ist wichtig, wenn man etwas ändern möchte. Wo wären wir heute, wenn es nicht immer wieder Menschen mit großer Phantasie und Ideen gegeben hätte.

Ein echter Schriftsteller darf mir gerne auch mal Gewissensbisse machen, aber er muss mich auch zum Lachen bringen, die Welt um mich herum vergessen lassen oder einfach mal nur für kurze Zeit in ein anderes Leben entführen. Wenn er es schafft, dass vor meinem inneren Auge ein Bild zum Leben erwacht und die Figuren mich auch nach der Lektüre noch weiter begleiten, dann ist es ein guter Schriftsteller. Zumindest in  meinen Augen.
 :zwinker:
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Alfa_Romea

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #6 am: 11. Februar 2008, 16:23:37 »

"Lesen Sie die richtigen Bücher? Das lässt sich leicht feststellen. Nach Ludwig Feuerbach sollten Sie sich nach der Lektüre eines guten Buches ein wenig unwohler fühlen als zuvor. Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen."

Naja, da fragt sich schon, was der Herr Feuerbach unter Literatur versteht. So wie es aussieht, rechnet er die ganze Unterhaltungsliteratur (Krimis, Thriller, Fantasy, Historisches etc) nicht dazu. Unter dem Gesichtspunkt würde ich seiner Aussage zustimmen.

Aber generell auf alle Bücher angewendet, finde ich die Aussage nicht zulässig. "Gutes Buch" definiert sich für mich im erster Linie nicht danach, was der Autor zu sagen hat, sondern wie er es macht. Wenn einer zwar tiefschürfende, "aufrüttelnde" Aussagen macht aber das ganze in eine sterbenslangweilige Geschichte packt, dann ist es für mich kein gutes Buch. Wenn einer dafür wenig bis nichts zum Fortkommen der Menschheit zu sagen hat, das aber spannend präsentiert, dann bekommt das Buch von mir auch das Prädikat "gut".

Ein gutes Buch muss mich in erster Linie unterhalten. Das kann auf Thriller-Ebene sein, wo die literarischen Ansprüche nicht sehr hoch sind, wo das ganze Buch nur von der Spannung lebt. Oder es kann tatsächlich auf literarischer, sprachlicher Ebene sein und die Unterhaltung besteht darin, den Gedankengängen des Autors zu folgen. Auf ihren jeweiligen Ebenen können sowohl Thriller wie auch Hochliteratur (um es mal so zu nennen) gute oder schlechte Bücher sein.
Jemandem zu sagen, er lese die "falschen" Bücher, weil er sich lieber mit sprechenden Tieren oder Dan Browns Superhelden beschäftigt, statt mit Feuerbachs aufrüttelnder Literatur halte ich für vermessen. Schliesslich muss jeder selber wissen, womit er seine Lesezeit füllen möchte. Zwänge gibts genug im Leben, da muss man sich bei seinem Hobby nicht noch ein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil einem das Seichte lieber ist als das Schwere.  :smile:

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Valentine

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #7 am: 11. Februar 2008, 16:30:57 »

Danke, Alfa :winken:

Du hast genau das ausgedrückt, was ich dazu zu sagen hätte.
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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Kringel

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #8 am: 11. Februar 2008, 16:34:54 »

Nach "Die Eselin sah den Engel" von Nick Cave fühlte ich mich auch irgendwie unwohl und habe länger drüber nachdenken müssen, obwohl das Buch vermutlich keinesfalls dem entspricht, was Herr Feuerbach im Sinn hatte.

Ansonsten halte ich den Satz für das Exkrement eines männlichen Hornviehs und meine, dass ihm eine ziemlich engstirnige, elitäre Denkweise zugrunde liegt. Ich meine vor allem "...die richtigen Bücher" und "...eines guten Buches".
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sandhofer

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #9 am: 11. Februar 2008, 17:01:15 »

Wenn einer zwar tiefschürfende, "aufrüttelnde" Aussagen macht aber das ganze in eine sterbenslangweilige Geschichte packt, dann ist es für mich kein gutes Buch.

Das ist nun so etwas wie eine runde Ecke: Wenn ein Buch aufrüttelnde Aussagen macht, kann es nicht sterbenslangweilig sein. ;)

Wenn einer dafür wenig bis nichts zum Fortkommen der Menschheit zu sagen hat, das aber spannend präsentiert, dann bekommt das Buch von mir auch das Prädikat "gut".

Das wäre demzufolge der eckige Kreis  :breitgrins: . Wenn ein Buch nicht aufrüttelt, ist es sterbenslangweilig.

Aufrütteln können auch lustige Bücher, Bücher, die unterhalten. Es ist ein typisch germanischer Reflex sofort Unterhaltung gegen Ernst auszuspielen ... :grmpf: :breitgrins:  Um ein Beispiel aus einem andern Medium zu nennen: Ich kenne keine Filme, die lustiger sind als die der Marx Brothers. Und wenige, die beunruhigender wären.

Ansonsten halte ich den Satz für das Exkrement eines männlichen Hornviehs und meine, dass ihm eine ziemlich engstirnige, elitäre Denkweise zugrunde liegt. Ich meine vor allem "...die richtigen Bücher" und "...eines guten Buches".

Wobei ich dies allenfalls dem Kalendermacher zuschreiben würde, nicht Feuerbach.  :winken:
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

mombour

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #10 am: 11. Februar 2008, 17:08:32 »

Dieses "Lesen Sie die richtigen Bücher?" ist ja nicht von Feuerbach, zumal ich mich wundere, dass in dem Kalenderblatt offenbar Feuerbach nicht zitiert wird. Oder habe ich das falsch gelesen?

 Natürlich gibt es keine richtigen oder falschen Bücher. Ich finde aber schon, Bücher, die mich zum Nachdenken bringen, die mich aufrütteln, von mir aus auch erschüttern, diese Bücher lese ich gerne ein zweites Mal.

Im allgemeinen soll doch Kunst auch aufrütteln. Ich schaue mir mehrmals im Leben ein bestimmtes Dürerbild an und lese darüber.  Ich höre auch eine Beethoven Symphonie nicht nur einmal im Leben an, weil so eine Symphonie mir  immer irgendendwas zu sagen hat.  Bei guten Büchern verhält es sich doch ähnlich. In Büchern, die mich zum Nachdenken bewegen oder aufrütteln, schaue ich gerne mehrmals hinein.

So falsch liegt Feuerbach gar nicht,

meint mombour
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Tia

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #11 am: 11. Februar 2008, 18:09:50 »

Ich denke, "falsche Bücher" kann es überhaupt gar nicht geben. Jedes Buch, das auch nur einen einzigen Leser in irgendeiner Weise anspricht oder brührt, erhält allein dadurch schon seine Daseinsberechtigung. Und diese "richtigen Bücher" dürfen alles; sie dürfen aufwühlen, anregen, entführen, Ausflüchte bieten und ruhig auch mal einlullen. 

Allerdings ist es bei mir schon so, dass ich genau die Bücher rückwirkend als besonders wertvoll erachte, die mich zum Nachdenken angeregt haben (dabei ist es ganz egal, ob sie nun ernst, lustig oder was auch immer waren). An ihnen messe ich gute Literatur. Deshalb tue ich mich auch sehr schwer damit, für einfache Unterhaltung eine Höchbewertung zu vergeben. Mein Ideal ist ein Buch, das schön geschrieben und gut erzählt auch etwas zu sagen hat. Aber wahrscheinlich sollte man wirklich unterscheiden. Zum einen gibt es Unterhaltungsliteratur, die möglichst gut, auf welche Art auch immer, unterhalten sollte. Und dann gibt es Bücher mit tieferem Anspruch, der dann aber auch gelungen heraus gearbeitet sein sollte und nicht pathetisch oder platt daher kommen muss (wobei ich denke, dass die Beurteilung hier wiederum letztendlich beim Leser nur subjektiv sein kann, wahrscheinlich muss es sich schon ein bisschen mit den eigenen Vorstellungen decken, um zu gefallen...).

Auf jeden Fall wäre es traurig, wenn Literatur generell immer nur sinnschwanger sein dürfte. So eine kleine, sinnlose Gedankenflucht ist doch hin und wieder auch mal was schönes.

Liebe Grüße
Tia

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nanu?!

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #12 am: 11. Februar 2008, 22:48:56 »


"Lesen Sie die richtigen Bücher? Das lässt sich leicht feststellen. Nach Ludwig Feuerbach sollten Sie sich nach der Lektüre eines guten Buches ein wenig unwohler fühlen als zuvor. Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen."

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Ich möchte mich nicht unwohl fühlen wenn ich ein Buch gelesen habe, dafür brauche ich nur den Fernseher anzumachen und Nachrichten zu gucken. Es gibt genug deprimierendes im Leben, da will ich wenigstens in meiner Freizeit Geschichten mit Happy End.
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Doris

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #13 am: 11. Februar 2008, 22:50:39 »

Ich kann mich Tias Ausführungen im ersten Absatz anschließen. Die Frage ist doch vorab die, mit welcher Absicht ich ein bestimmtes Buch lese. Wenn ich mir abends ein Buch vornehme, bei dem ich abschalten kann, das mich nur unterhalten soll und keine tief greifenden Fragen aufwirft, ist es deshalb nicht automatisch ein schlechtes Buch.

Nach Ludwig Feuerbach sollten Sie sich nach der Lektüre eines guten Buches ein wenig unwohler fühlen als zuvor. Literatur soll den Leser schließlich nicht besänftigen oder gar einlullen, sondern aufrütteln und zum Nachdenken anregen."

Hier könnte ich noch differenzieren, ob ich mich wegen des Inhaltes (z.B. beim Thema Krankheit) unwohl fühle oder weil mir Defizite hinsichtlich meiner Bildung aufgezeigt werden. In beiden Fällen würde ich das Buch aber nicht automatisch als gut bezeichnen. Dazu gehört schon etwas mehr, schließlich habe noch andere Ansprüche als nur inhaltlicher Art. Wenn ich allerdings sehe, dass Feuerbach von 1804 - 1876 lebte, ist mir schon klar, dass zu seiner Zeit noch andere Voraussetzungen für das Lesen galten.

Grüße
Doris
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Pan

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Re: "Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit."
« Antwort #14 am: 11. Februar 2008, 23:35:56 »

Ich lasse mich gern durch Bücher zum Nachdenken anregen, auch aufwühlendes ist durchaus erwünscht, aber unwohl möchte ich mich bei meiner Lektüre ganz gewiß nicht fühlen.
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Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. - Franz Kafka