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Autor Thema: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa  (Gelesen 1571 mal)

Weratundrina

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Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« am: 30. Januar 2008, 11:29:55 »

Ich habe diesen Monat 2 Gedichtbände von Bukowski gelesen und bin irgendwie hin und her gerissen.

Es handelte sich um diese beiden Bände:

Eintritt frei Gedichte 1955 - 1968


Und

Gedichte vom südlichen Ende der Couch


Auf den ersten Blick erscheinen viele (eigentlich die meisten) der Gedichte sehr oberflächlich und natürlich ordinär. Er schreibt in jedem zweiten Gedicht vom Fi*** , allerdings geht es auch sehr oft um Impotenz oder Lustlosigkeit. Oftmals wollen die Frauen und er nicht. Hatte er selbst eigentlich ein Potenzproblem? Hab noch keine Biographie von ihm gelesen. Ebenso geht es ums Rauchen und Saufen. Dinge, Worte, Sätze wiederholen sich.

Trotzdem hat er es grade in dem zweiten von mir gelesenen Band geschafft ein ganz bestimmtes Bild zu malen. Stickige, heisse Wohnungen in schlechten Gegenden, Frustration, Resignation, Angst... Einblicke in menschliche (manchmal auch tierische) Schicksale, die nachdenklich machen.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Gedichte, auch in heutigen Zeiten Leser finden könnten. Entweder Leser, die sich wiederfinden können, oder Leser, die reflektieren möchten über diese Lebensbilder.

Jedenfalls werde ich noch mehr von ihm ausprobieren. Im Regal steht bei uns jetzt nur noch dieser Kurzgeschichtenband:
Fuck Maschine


Mit Ratten bewerten kann und will ich in diesem Fall nicht.  :zwinker:

edit: Titel angepasst
« Letzte Änderung: 30. Januar 2008, 15:21:06 von Weratundrina »
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Weratundrina

sandhofer

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #1 am: 30. Januar 2008, 11:38:42 »

Mit Ratten bewerten kann und will ich in diesem Fall nicht.  :zwinker:

Bei Bukowski wäre wohl dieser Smilie angebrachter: :boff: 

:elch:
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Weratundrina

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #2 am: 30. Januar 2008, 11:53:13 »

Na ja gut, auf Grund des Impotenz-Problems würde ich da für beide Bände in summa maximal
 :boff: :boff:

vergeben! :elch:
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Weratundrina

MacOss

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #3 am: 30. Januar 2008, 12:03:35 »

(...) allerdings geht es auch sehr oft um Impotenz oder Lustlosigkeit. Oftmals wollen die Frauen und er nicht. Hatte er selbst eigentlich ein Potenzproblem?

Ich vermute, der konstant hohe Ethanolgehalt in seinem Blutkreislauf stand dem entgegen... :zwinker:
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Auf zu neuen Ufern! :smile:

Weratundrina

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #4 am: 30. Januar 2008, 12:07:36 »

Er schreibt in jedem zweiten Gedicht vom Fi*** , allerdings geht es auch sehr oft um Impotenz oder Lustlosigkeit. Oftmals wollen die Frauen und er nicht. Hatte er selbst eigentlich ein Potenzproblem? Hab noch keine Biographie von ihm gelesen.

*flöt* Ich meine natürlich "das lyrische Ich will und/oder kann nicht".

Ich weiss noch, wie ich durch so etwas mal eine Deutschklausur zu einem Gedicht von Frau Bachmann versaut habe.  :redface:

Ja, ja, der Alkohol...böse Sache.
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Weratundrina

Tia

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #5 am: 30. Januar 2008, 12:18:03 »

Hallo Weratundrina,

ob Bukowski tatsächlich impotent war, weiß ich nicht. Wäre aber kein Wunder bei dem Alkoholkosum. In seinen Romanen, die ja stark autobiografische Züge tragen, war er es nicht. Wobei zum Schluss hin ("Hollywood") die Sexualität doch nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Vielleicht ein Zeichen von Impotenz, vielleicht ist der alte Buck da aber auch nur erwachsen geworden und hat entdeckt, dass es auch ein Leben jenseits vom wahrlosen Geschlechtsverkehr und Alkoholexess gibt.

Ich habe erst seine Romane und dann "Fuck Machine" gelesen. Darin gibt es eine Geschichte, Die Ermodung des Ramon Vasquez, die mich zum ersten Mal an meine persönliche Bukowskigrenze der Erträglichkeit geführt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf deinem Meinung zu dieser Kurzgeschichtensammlung und hoffe, dass du wieder eine Rezi dazu schreiben magst.

Liebe Grüße
Tia
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Polkadot

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #6 am: 30. Januar 2008, 14:40:07 »

Also mir gefällt die Prosa von Bukowski besser als seine "Gedichte". Ich hab bisher Gedichte vom südlichen Ende der Couch gelesen und einige Originale auf poemhunter.com. Ich finde, die kann man so zwischendurch mal lesen, aber besonders viel abgewinnen konnte ich ihnen bisher nicht.

@Tia: Die Ermordung des Ramon Vasquez fand ich auch wirklich schlimm. Ich finde, diese Geschichte fällt im Vergleich mit den anderen ziemlich aus dem Rahmen, da sie mir irgendwie belehrend vorkam, oder zumindest auf ein Problem hinweisend.
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Liest:
Matt Ruff - Bad Monkeys

Weratundrina

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #7 am: 30. Januar 2008, 14:43:16 »

Ich hab ja jetzt doch schon damit angefangen - und gleich mit der von Euch erwähnten Geschichte.  :entsetzt:

Wirklich schlimm, aber vielleicht tatsächlich nicht wirklich absurd, ich denke, auch solche Gewalt existiert tatsächlich.  :sauer:
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Weratundrina

Tia

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #8 am: 30. Januar 2008, 15:06:58 »

Ja, ich denke auch, dass solche Gewalt tatsächlich existiert. Ich fand die Geschichte sehr außergewöhnlich für Bukowski (da schließe ich mich Polkadot an). Sehr ernst. Die knallharte, ungeschönte Brutalitat im Schreibstil gibt einem vielleicht einen kleinen Einblick in die Grausamkeit, die solche Taten in der Realität darstellen müssen. Furchtbar! Mich hat die Gechichte sehr schockiert und getroffen. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, weil die anderen Storys in Fuck Machine eben so anders sind. Ramon tat mir unheimlich leid. Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich wirklich weiter lesen will (und das ist mir ansonsten bisher ein einziges Mal passiert).
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Weratundrina

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Re: Bukowskis Gedichte
« Antwort #9 am: 30. Januar 2008, 15:20:34 »

Am schlimmsten fand ich eigentlich die Banalitäten, als die beiden Brüder das Haus wieder verlassen. Dass nichts zurück bleibt.

OK, absurd vielleicht die Tatsache, wie Ramon sie empfangen hat (weil er homosexuell war? Oder was wollte er damit ausdrücken? Auf jeden Fall grenzenlose Naivität).

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Weratundrina

Tia

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Re: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« Antwort #10 am: 30. Januar 2008, 16:13:02 »

Das fand ich auch besonders heftig. Dieses schnelle Umschalten. Diesen plötzlichen Wechsel zur Normalität. Zuvor sind die Jungs einfach nur kaltblütig (wobei ich glaube, dass ja zumindest Andrew noch ab und zu Zweifel kommen und Ramon ihm zwischendurch leid tut). Ihnen fehlt das, was wir von einem normalen Menschen irgendwie selbstverständlich erwarten. Mitgefühl, Mitleid, Hemmung, Reue usw.. Und gleichzeitig scheinen sie zwei normale Jungs zu sein, die eben ihren Spaß haben wollen, ein paar Mädels zum Strand abschleppen, um mit ihnen Wein zu trinken und sich ein bisschen zu vergnügen. Zwischendurch wird noch mal eben die Freundin angeschwindelt, ganz brav getan usw. – Jugendliche eben. Und dem gegenüber diese schier unfassbare eiskalte Brutalität. Vielleicht ist das gar nicht so untypisch für Bukowski. Er zeigt einem ja ganz gerne mal die dreckige Kehrseite einer scheinbar schönen Ansicht (z. B. Amerika). Vielleicht hat er das hier auch getan. Nur eben sehr drastisch.

Wegen der Absurdität weiß ich gar nicht. Ich weiß nicht, ob sich Ramon wirklich so ungewöhnlich verhält (naiv natürlich schon). Mir ist schon häufiger in älteren Büchern aufgefallen, dass es wohl zu einer bestimmten Zeit bei manchen Stars und Sternchen relativ normal zu sein schien, dass ihr Haus offen quasi stand und die Leute einfach ein und aus gingen, zum Teil auch Fremde. Vielleicht wurde Ramon deshalb als homosexuell dargestellt, um dies eben nicht so absurd erscheinen zu lassen. Bei einer Frau hätte man es wahrscheinlich noch weniger abgenommen, dass sie einfach so fremde junge Männer in ihr Haus lässt. Aber bei einem homosexuellen Mann? Der freut sich vielleicht sogar noch. Vielleicht wollte Bukowski auch hier zeigen, dass der Schein trügen kann. Die Sache ist quasi verkehrt herum: es ist hier nicht der böse homosexuelle Mann, der nur darauf wartet sich an ein paar Jugendlichen vergehen zu können. Ramon passt nicht in ein bestimmtes Klischee. Er ist einfach nur gastfreundschaftlich und höflich und wird dadurch zum Opfer.
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WannaBe

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Re: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« Antwort #11 am: 30. Januar 2008, 16:42:44 »

Ob Bukowski impotent war, weiß ich zwar nicht, aber er hatte definitiv ein Problem mit Hämorroiden, was auch ziemlich oft Thema in seinen Geschichten ist  :zwinker:
Vor  Jahren habe ich recht viel von ihm gelesen, sowohl Gedichte als auch Geschichten und bin auch etwas hin- und hergerissen. Viele Sachen gefallen mir gut, andere gar nicht, an manchen Tagen stöbere ich heute noch in seinen Büchern, an anderen muss ich schon die Augen verdrehen, wenn ich sie nur im Regal stehen sehe... Tja, irgendwie ein seltsames Verhältnis zwischen Hr. Bukowski und mir  :boff:
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sandhofer

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Re: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« Antwort #12 am: 30. Januar 2008, 17:02:08 »

[besserwissmodus an] Hämorrhoiden oder dann Hämorriden (ohne "o") [besserwissmodus aus] Rund 50% der über 50Jährigen (Männer wie Frauen!) leiden daran ... Weshalb also nicht auch Bukowski ...
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Weratundrina

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Re: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« Antwort #13 am: 30. Januar 2008, 19:31:39 »

Bei dem Titel 15 Zentimeter hatte ich ja direkt das Richtige im Kopf.  :breitgrins: Allerdings nicht ganz so abgedreht. Nicht schlecht...
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Weratundrina

Tia

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Re: Bukowskis Gedichte und Kurzprosa
« Antwort #14 am: 30. Januar 2008, 19:41:55 »

Bei dem Titel 15 Zentimeter hatte ich ja direkt das Richtige im Kopf.  :breitgrins: Allerdings nicht ganz so abgedreht. Nicht schlecht...

Hi, hi ging mir genauso...  :breitgrins:. Aber die Story ist klasse und so schön untypisch. Hat er gut gemacht, mit dem Titel.
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