Die Woche beginnt mit dem Freitag:
Am Freitag schlief der Rabbi lang.
Ich werde mich euch ganz kurzfristig auch anschließen, war gerade in der Bibliothek und habe mir den Freitag-Band ausgeliehen, allerdings notgedrungen in schwedischer Übersetzung. "På fredag sov han över" - "Am Freitag verschlief er" - heißt mein Buch, und mit dem Titel bin ich gar nicht zufrieden, denn hier fehlt der Rabbi! Ihn durch ein völlig nichtssagendes "er" zu ersetzen, ist wirklich nicht schön!
Kapitel 1 + 2 habe ich schon gelesen, und wenn ich auch mit der schwedischen Übersetzung nicht ganz zufrieden bin, gefällt mir der Rabbi immer noch genauso gut wie vor 30 Jahren. Gleich am Anfang erfährt man einiges über jüdische Sitten - 10 Leute (aus weiteren Rabbi-Büchern weiß ich, dass es
Männer sein müssen, Frauen reichen nicht aus

) braucht es, um einen Gottesdienst abhalten zu können.
Die Art und Weise des Rabbi, den Konflikt zwischen Reich und Schwarz zu lösen, fand ich herrlich. Ich musste grinsen, als er das Öl leckende Auto mit dem im Talmud lang und breit abgehandelten Fall eines bösartigen Stieres verglich - köstlich!
Auch der kleine Einblick in das Gemeindeleben gefällt mir; besonders mag ich, dass der Rabbi kein "alter, weiser Mann mit langem Bart" ist, den seine Gemeinde verehrt, sondern ein junger Mann, über den nicht alle Mitglieder wirklich glücklich sind. Und auch die kleinen Konflikte innerhalb der Gemeinde sind angenehm realitätsnah.
So, gleich lese ich weiter - ich möchte nämlich wissen, welchen Mordfall der Rabbi in diesem Buch klärt. Da mein Buch keinen Klappentext hat, weiß ich das nicht und kann mich auch von meinen früheren Lektüren nicht mehr daran erinnern, nehme aber an, dass es dem Kindermädchen bald noch weniger gut gehen wird als jetzt.