oder, was eine ganz andere Richtung ist, vielleicht bereitet mir das Buch soviel Unbehagen, weil es jetzt und heute war "ist".
Das ist ein anderes Unbehagen, das nichts mit der Geschichte als solches zu tun hat und das ich auch nachvollziehen kann. Aber speziell seit den 1990er Jahren ist in den (Büger-)Kriegsgebieten der Welt eine Entwicklung festzustellen, die die Beschreibungen Hosseinis fast als „harmlos“ erscheinen läßt. Das reicht von unter Drogen stehenden Kindersoldaten, die im Rausch ihre eigene Verwandtschaft abschlachten, über wahllose Verstümmelungen von Zivilisten, bei denen per Los entschieden wird, welche Gliedmaße, weibliche Brust oder Pobacke abgehauen wird (und zugedröhnte Schlächter brauchen dafür dann auch noch mehrere Hiebe) bis zu Massenvergewaltigungen, bei denen die Penetration dann auch mit Gewehrläufen und anderen häßlichen Gegenständen erfolgt. Viele der betroffenen Frauen werden daraufhin von ihren Gemeinschaften ausgeschlossen und haben zusätzlich extreme gesundheitliche Probleme, z. B. daß sie kein Wasser mehr halten können. Ich lese solche Dinge leider regelmäßig in den entsprechenden Berichten und mir wird dabei jedesmal ganz schlecht.
Aber gerade das macht solche Bücher so wichtig. Es schafft (hoffentlich!) ein etwas weiteres Bewußtsein dafür, was Menschen tagtäglich an Gewalt angetan wird.
Schönen Gruß,
Aldawen