Trotz des Verlangens nach einer ellenlangen Meinungsbekundung werde ich mich jetzt kurz halten.
  | | Autor: Dan Simmons Titel: Terror Originaltitel, Jahr: The Terror, 2007 Verlag: Heyne ISBN: 978-3-453-40613-1 Ausgabe: Taschenbuch Seiten: 989 |
Inhalt lt. AmazonEngland im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit - die »Terror« und die »Erebus« - auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte. Das Opus magnum von Bestsellerautor Dan Simmons.
Mit »Terror« lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat ...
Meine MeinungDie kanadische Arktis. Zwei Expeditionsschiffe, welche im Packeis eingeschlossen sind. Mehr als einhundert Menschen die frieren, die hungern, die marschieren, die sterben... So wenig Handlung, solch große Spannung. Faszinierend.
Es dauerte aufgrund der Vielzahl der Personen, der wechselnden Handlungszeit sowie der Fachausdrücke (mir waren sämtliche gänzlich unbekannt) eine Zeit, bis ich mich richtig eingelesen hatte, dafür hat mich das Buch dann gepackt und nicht mehr losgelassen.
Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, nicht bloss Protagonisten in einem Buch, sondern Menschen die man zu kennen glaubt, mit denen man mitleidet. Vor allem Goodsir, Assistenzarzt der HMS Erebus, und Crozier, Alkoholiker und Kapitän der HMS Terror, sind mir ans Herz gewachsen. Trotz des Wissens um den Ausgang der Expedition wollte ich die Hoffnung einfach nicht aufgeben, dass sich das Blatt wie durch ein Wunder noch wendet und sie alle in die Heimat zurückkehren können.
Simmons liefert großartige Beschreibungen, man spürt die Kälte, die Schmerzen und sogar den Hunger als wäre man selbst bei der Expedition dabei. Allein die Beschreibung des Kapitänsstewards Jopson, der von seinen Kameraden zurückgelassen wird... diese Vorstellung war für mich dermassen unerträglich, dass ich mir die Tränen wegblinzeln musste. Für mich war dies, obwohl gänzlich unblutig, eigentlich die grausamste Szene des ganzen Buches. Aber wer weiß schon, wie man selbst in solch einer Extremsituation handeln würde, ob da nicht auch die kalte Logik über das Herz und Mitgefühl siegen würde. Genauso verhält es sich mit der Frage, wie weit man gehen würde, um nicht zu verhungern.
Auf den letzten einhundert Seiten wurde es etwas mystisch mythisch. An sich hat mich dies eigentlich gar nicht gestört, aber aufgrund der vorangegangenen sehr nüchternen achthundert Seiten wirkte es ein klein wenig deplaziert, verzichtbar. Dieses winzige Manko gegen Ende reicht für mich allerdings nicht aus, dem Buch die Höchstwertung vorzuenthalten. Eine gelungene Mischung aus Fakten und Fiktion, düster und deprimierend, ideal für kalte Wintertage zu Hause im Bett unter der kuscheligen Decke
Von mir dafür
