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Autor Thema: George Orwell-Animal Farm  (Gelesen 4158 mal)

mn1712

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George Orwell-Animal Farm
« am: 06. Januar 2008, 19:44:46 »

Dieses Buch gehört in die hier nicht vorhandene Rubrik"Was wir in der Schule gelesen haben". In dem Fall in Englisch.
Animal Farm ist ein sehr schön geschriebenes Buch, in dem veranschaulicht wird, wie schnell gut gemeinte Revolutionen zu Diktaturen werden können. Parallelen zur französichen Revolution und noch mehr zu Kommunismus-Ideen sind gewollt und unüberlesbar.

Ich habe mich durch das Buch zu 1984 verleiten lassen-nie bereut.
« Letzte Änderung: 20. Januar 2008, 20:01:56 von mn1712 »
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Aldawen

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Re: George Orwell – Animal Farm
« Antwort #1 am: 20. Januar 2008, 19:42:05 »



Inhalt: Der greise Keiler Old Major auf der Herren-Farm von Mr. Jones schwört bei einer abendlichen Versammlung die Tiere des Hofes darauf ein, an der Revolution gegen den Menschen zu arbeiten, weil Menschen an allem Übel der Tiere schuld seien. Die Gelegenheit zur Revolution kommt schneller als gedacht und die Menschen werden vom Hof vertrieben. Sieben Regeln stellen die Tiere für ihr Miteinander auf und anfänglich geht auch alles gut. Aber schnell nehmen sich vor allem die Schweine Freiheiten, die sie damit begründen, die notwendige Geistesarbeit für den Erhalt und Betrieb der Farm zu leisten. Zwischen den beiden Führungsschweinen Schneeball und Napoleon kommt es immer wieder zu Streitereien, die Napoleon mit seiner persönlichen Hundeleibgarde und der Vertreibung Schneeballs löst, um sich anschließend dessen Ideen zu eigen zu machen. Alle Tiere arbeiten hart und immer härter, die Verpflegung wird so schlecht und schlechter als sie es zu Mr. Jones' Zeiten war, das einzige, was funktioniert, ist die Propaganda der Schweine. Den übrigen Tieren wird mit langen Zahlenkolonnen bewiesen, daß es ihnen immer besser geht, ihre kollektive Erinnerung wird verdreht, die hehren Gebote werden den Wünschen und dem Betragen der herrschenden Schweine angepaßt, die den Menschen immer ähnlicher werden.


Meine Meinung: Ein Buch, das ich längst hätte lesen sollen, aber bislang kannte ich nur den Zeichentrickfilm, den ich vor vielen Jahren gesehen habe und entsprechend schwach ist die Erinnerung. Schullektüre war es bei uns leider nicht. George Orwell hat die Geschichte bewußt als Parallele an die Sowjetunion konzipiert und erzählt. Das war Ende 1943/Anfang 1944 keine selbstverständliche Angelegenheit. Die Diogenes-Ausgabe enthält eine Art „Nachwort“ von Orwell, in dem er sich über die freiwillige Selbstzensur der britischen Verlage, Zeitungen, Intellektuellen usw. mokiert, die Kritik an den sowjetischen Kriegsverbündeten gar nicht erst zur Kenntnis nehmen, sondern im Gegenteil sogar gezielt unterdrücken.

Trotz dieser unzweifelhaften Herkunft der Verhältnisse und Entwicklungen auf der Farm der Tiere schildert Orwell aber letztlich ein Grundproblem revolutionärer Umwälzungen. Das Machtgefüge verschiebt sich, es spült andere Gruppen nach oben, aber für eine Mehrheit ändert sich bestensfalls nichts, schlimmstenfalls verschlechtert sich ihre Lage sogar. Und am meisten leiden die Gutwilligen, die sich engagieren wollen und an den Geist der Revolution, an die guten Absichten glauben, hier perfekt dargestellt im Pferd Boxer. Überhaupt sind die Charakterisierungen über die verschiedenen Tiere Orwell gut gelungen, das zeigt sich vor allem auch an der Auswahl der Schweine für die herrschende Gruppe und den Einsatz der Hunde. Eine phantastische Satire!

 5ratten

Schönen Gruß,
Aldawen
« Letzte Änderung: 20. Januar 2008, 19:48:43 von Aldawen »
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chil

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #2 am: 20. Januar 2008, 21:06:27 »

Schöne Rezension, Aldawen! Ich habe das Buch auch als sehr gut empfunden und fast als genauso gut das Nachwort in der Diogenes Ausgabe.
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Valentine

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #3 am: 21. Januar 2008, 11:47:56 »

Das ist eine der wenigen Schullektüren, die mir positiv im Gedächtnis geblieben sind. Könnte ich nach 12 Jahren eigentlich auch mal wieder lesen.
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kathchen

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #4 am: 21. Januar 2008, 16:07:54 »

Mir hat es auch sehr gut gefallen...schade, dass wir sowas nie als Schullektüre haben...
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Weratundrina

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #5 am: 21. Januar 2008, 19:43:37 »

Als wir das damals in der Schule im Englisch-LK gelesen haben, hatte ich gerade eine tiefrote Phase und hab mich furchtbar über die Interpretationen des Lehrers und der Mitschüler aufgeregt.

Die Klausur habe ich dann versemmelt, weil ich mich in linken Theorien verrannt habe.  :redface:

Ich müsste es auch nochmal lesen. Hab nur den Zeichentrickfilm vor ein, zwei Jahren mal gesehen.
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Viele Grüsse,
Weratundrina

Tammy1982

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #6 am: 21. Januar 2008, 22:31:33 »

@Aldawen: Sehr schöne Rezi!

Habe das Buch nie gelesen. Aber den Zeichentrickfilm habe ich schon öfters gesehen. Was mir seit damals am härtesten in Erinnerung geblieben ist, ist der Satz: "All animals are equal, but some animals are more equal than other animals!"

Dieser Satz ist so kurz und doch kann man ihn ganz einfach auf jedes Zeitalter übertragen und man findet immer Menschen, die genau so denken!   :rollen:

Wirlich sehr faszinierend, wie geschickt Orwell seine Kritik an Systemen auf diese Farm gepackt hat und alles ziemlich gut in Form von Tieren dargestellt hat!
Werde das Buch auch bald mal lesen müssen!

Liebe Grüße
Tammy
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Aldawen

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #7 am: 22. Januar 2008, 07:49:30 »

Auf jeden Fall wird dieses Buch zum Wiederlesen in meinem Regal bleiben. Und wenn ich den ein oder anderen hier jetzt zur (Wieder-)Lektüre animiert habe, dann freut mich das sehr  :smile:
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Klassikfreund

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #8 am: 22. Januar 2008, 10:55:31 »

Ich kann mich den Jubelstürmen hier nicht so ganz anschließen. Bei mir liegt die Lektüre lange zurück. Auch wenn sich das Buch gut lesen lässt und mir seinerzeit recht gut gefallen hat, wäre mir aus heutiger Sicht die Geschichte zu "dick" aufgetragen. Bei Orwell steht die Botschaft im Vordergrund, nicht die Geschichte. Und so etwas gefällt mir nicht so sehr, zumindest wenn es so überdeutlich vermittelt wird. Ein Buch, dass man nicht auf mehreren Ebenen lesen kann. Daher würde es von mir nur 3 Punkte erhalten.

Gruß, Thomas
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elsabina

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #9 am: 22. Januar 2008, 11:13:41 »

Da unsere Deutschlehrerin nicht viel vom lesen diverser Bücher gehalten hat, hat sie uns den Film anschauen lassen.
Nun frage ich euch... Würdet ihr mir raten, das Buch noch zu lesen? Oder ist der Film eh besser?

GLG

Weratundrina

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #10 am: 22. Januar 2008, 11:19:32 »

Da unsere Deutschlehrerin nicht viel vom lesen diverser Bücher gehalten hat

Komische Einstellung für einen Deutschlehrer.  :zwinker:

Das Buch ist definitv besser/sinnvoller zum Verständnis.
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Viele Grüsse,
Weratundrina

Juggalette

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #11 am: 24. Januar 2008, 20:23:56 »

Oh! Animal Farm!  :smile: Definitiv ein Buch, dass ich immer und immer wieder lesen kann (jedoch eher in größeren Abständen!).
Ich kannte es zunächst auch nur als Schullektüre und bin automatisch mit einer "mir-gefällt-das-Buch-sowieso-nicht"-Einstellung an das Buch rangegangen. Doch nach der Schule habe ich dem Buch noch eine Chance gegeben und es "ohne Zwang" gelesen und - siehe da - mir hat es sehr gut gefallen.

Die Sprache ist für mich ziemlich einfach gestrickt und somit auch leicht und flüssig zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir, dass quasi jedes Tier einen bestimmten Charakter verkörpert. Z.B. die Stute mit den Schleifen (ich weiß ihren Namen nicht mehr - Molly?), die einen für mich typischen Opportunisten verkörpert.

Leider liegt es doch schon einige Zeit zurück, als ich das Buch zuletzt in der Hand hatte und deswegen werde ich beim nächsten Mal etwas ausführlicher darüber schreiben!

Lg  :winken:
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Makani

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #12 am: 01. Februar 2008, 14:54:07 »

Habe Farm der Tiere zu Weihnachten bekommen - leider auf Deutsch. Da ich allgemein sehr gerne Bücher von Orwell lese habe ich eigentlich nur das beste erwartet - und es wurde bestätigt! Habe das Buch förmlich verschlungen da es meiner Meinung nach auf besondere und einfache Weise grundlegende Prinzipien erklärt hat die in jeder Zeit vorkommen können.

Ich habe auch die Ausgabe von Diogenes und fand das Nachwort von Orwell äußerst interessant, schließlich kriegt man nicht so einfach mit was während der Veröffentlichung eines Buches so alles geschieht! Gut für uns, das Orwell das Buch dann doch Veröffentlichen konnte, sonst wäre uns wohl einiges entgangen :)

Liebe Grüße,
Tamara
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Bine1970

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #13 am: 05. Juli 2008, 10:48:38 »

Anfangs war ich auch total begeistert von dem Buch  und fand die Idee, eine Farm nur vonTiere geführt klasse.

Allerdings muß ich sagen das, je näher ich dem Ende kam umso deprimierender fand ich die Geschichte.

Was anfangs bei der Rebellion beschlossen wurde, wurde im Laufe der Jahre umgestossen oder bei den Geboten um jeweils zwei Worte erweitert, welche aber nur den Schweinen zu gute kamen und die anderen Tiere wurden doch eigentlich nur für dumm verkauft.
Geheult hätte ich fast als Boxer starb. Das Pferd das bis zum Schluß an das Gute glaubte.

Nein ich kann dem Buch nur 3ratten geben, da es mich doch immer trauriger stimmte
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:biene: 
liest u.a.
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Da ich eher selten hier bin wünsche ich allen Geburtstagkinder alles liebe und gute

Lullyblue

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Re: George Orwell-Animal Farm
« Antwort #14 am: 06. Juli 2008, 21:59:17 »

Ich kann mich den Jubelstürmen hier nicht so ganz anschließen. Bei mir liegt die Lektüre lange zurück. Auch wenn sich das Buch gut lesen lässt und mir seinerzeit recht gut gefallen hat, wäre mir aus heutiger Sicht die Geschichte zu "dick" aufgetragen. Bei Orwell steht die Botschaft im Vordergrund, nicht die Geschichte. Und so etwas gefällt mir nicht so sehr, zumindest wenn es so überdeutlich vermittelt wird. Ein Buch, dass man nicht auf mehreren Ebenen lesen kann. Daher würde es von mir nur 3 Punkte erhalten.

Gruß, Thomas

Ich frag mich beim Lesen deines Beitrages gerade: Welche Geschichte?

In meiner Ausgabe, es könnte auch Diogenes sein, gibt es ein Nachwort - vielleicht ähnlich wie das bei Aldawen - in welchem irgend ein Autor schreibt, wie er sich vorstellt, was Orwell sich gedacht haben könnte. Orwell hat nie gesagt, dass er mit dem Buch den Kalten Krieg oder die Russen anprangert - geht man tiefer, passt Napoleon, das Schwein, doch viel besser zur französischen Revolution. Genau genommen kommt nicht mal ein russischer Name in dem Buch vor ... Ich empfinde das Buch als Botschaft, nicht als Geschichtsschreibe. Und die Botschaft sagt mir: Egal, wer wann wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in die Welt schreit und dafür kämpft - es wird ein Traum des Menschen bleiben! Welche Revolution dafür als Beispiel genommen wurde, spielt überhaupt keine Rolle meiner Meinung nach.

Übrigens ist die "Fortsetzung" der Farm der Tiere auch nicht zu verachten. Sie beispielsweise umschreibt eindeutig die Marktwirtschaft  :zwinker:

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Ein Leben lang lesen ist nicht genug!

Top 3:
1. "Die Brautprinzessin" von William Goldman
2. "Männer" von Dietrich Schwanitz
3. "1984" von George Orwell