Der Vergleich mit dem wissenschaftlichen Lesen hinkt meiner Meinung nach auch. Hinter wissenschaftlichem Lesen steckt wieder ein anderer Ansatz, nämlich der der Informationsgewinnung. Unter dem Aspekt liest wohl niemand einen Roman,
Natürlich nicht, es geht doch gar nicht um die Art des Lesens, es geht darum, wie ich das Adjektiv verwende, das erläuterte ich am Beispiel "wissenschaftlicher Leser".
Daher ist aber durchaus jeder, der einen Text auf wissenschaftliche Art liest, in diesem Moment ein Wissenschaftler, das macht sich nicht daran fest, ob jemand einen akademischen Abschluß hat oder ihn mit diesem Lesen anstrebt. Das wäre mir eine zu verkürzte Sicht von Wissenschaft.
Mit dem akademischen Abschluss argumentiere ich nicht. Zur Klarstellung: Wissenschaftler ist eine Berufsbezeichnung, "wissenschaftlich" beschreibt gewisse Methoden, die in einem bestimmten Moment angewendet werden. Ein Intellektueller hat eine gewisse grundsätzliche Geisteshaltung, "intellektuell" hingegen beschreibt eine gewisse Geisteshaltung, die auch nur zeitweise zur Anwendung kommen kann.
Intellektuell so wie Du es verwendest, scheint mir, ähnlich wie Dein Wissenschaftsbegriff, sehr viel enger gefaßt zu sein.
Ein intellektueller Leser ist nicht unbedingt ein Intellektueller. Ein wissenschaftlicher Leser ist nicht unbedingt ein Wissenschaftler. Die Adjektive verwende ich enger, sie beziehen sich nur auf das nachfolgende Hauptwort.
Besser kann ich es nicht erläutern.
Gruß, Thomas