Über den Inhalt wurde hier ja schon einiges geschrieben weswegen ich darauf nicht mehr eingehen werde.
Den Anfang des Buches fand ich richtig spannend. Ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr gerne, die Beschreibungen des Antiquariats und der Landschaften. Margaret mochte ich auch sehr mit ihrem zurückgezogenen Leben und ihrer Liebe zu Büchern. Vida Winter ist ein sehr interessanter Charakter, die Idee mit der fehlenden 13. Geschichte finde ich nach wie vor genial, sie war es die mich geradezu zwang dieses Buch zu verschlingen..
Die Familie um Vida Winter ist, wenn man mal drüber nachdenkt, ja richtig geistesgestört. Überm lesen habe ich das aber nicht so wahrgenommen, bis auf
die offensichtliche sexuelle Beziehung zwischen Isabelle und Charlie natürlich
. Die Zwillinge kamen mir nie so verrückt rüber. Für mich waren sie nur vernachlässigt, unerzogen, lebten in ihrer eigenen Welt mit ihrer komischen Zwillingssprache.
Als Vida Winter in ihrer Geschichte von sich selber als "ich" zu reden beginnt, stimmte für mich irgendetwas nicht mehr. Im nachhinein verständlich wenn man mal die Auflösung weiß, aber stören tut es mich immer noch weil die komplette Atmosphäre sich ins negative geändert hat.
Aber noch mehr störte mich ab der Hälfte des Romans die Gegenwart. Margarets Geheimnis fand ich voll übertrieben und nicht mehr nachvollziehbar.
Kann man sein ganzes Leben lang trauern um einen Menschen den es doch im Grunde für sie nie gegeben hat?
Und das allerletzte Kapitel, das Postscriptum war ja die absolute Krönung. Das war, wie Flor auch schon meinte, total überzogen und unnötig.
Diesen Aurelius fand ich auch unpassend. Spricht man bei dem ersten zufälligen Treffen mit einem völligen Fremden über seine Ängste und Probleme und überhaupt, über seine Lebensgeschichte? Er kam mir immer wie ein Kind vor das sich verlaufen hatte.
Trotz all meiner Meckereien war das Buch doch spannend in einer wunderbaren Sprache zu lesen. Bis zum Ende war ich (fast) ahnungslos und dann von der Auflösung völlig überrascht.
