Kapitel 8 -10Solangsam werden mir die Blätter etwas zu viel. Ich kann nicht glauben dass sie sich wirklich so hoch auftürmten und sogar eine Gasse verbergen konnten. Diese Vorstellung schiebe ich auf Brentanos aufgewühltes Innenleben, seine fehlenden Ortskenntnisse und zum Teil doch auch auf die sicher auch ihn nervenden Blätter, die allgegenwärtig sind.
Die Puppe ist tatsächlich ein eigentümlicher Fund. Wobei ich nicht so sehr die Puppe an sich meine, als eben ihr Aussehen. Ihr langes menschliches Haar schleicht sich sogar in seine Träume. Warum er dieses nicht gerade ansehnlich zu nennende Teil überhaupt mit in sein Bett nahm, verstehe ich nicht ganz. Annas Beichte zusammen mit der Puppe bescheren ihm einen quälenden Traum.
Das Weinen des kleinen Mädchens kann ich nicht einordnen. Soll es den Verlust der Puppe symbolisieren oder vielleicht Annas Trauer, weil nun auch Brentano mit diesen unkeuschen Visionen geplagt wird?

Durch den alten Abbé erfahren wir nun etwas aus Annas Vergangenheit. War es damals wirklich so einfach als Nonne ausserhalb des Ordenshauses zu leben? Der Abbé hatte zwar einen Aufschub erwirkt, aber galt der denn unbegrenzt? Mir ist der alte Mann von allen Personen, die wir bisher kennenlernten am sympathischsten.
Kapitel 11 - 14Das Bett steht wieder am alten Platz. Waren wirklich gesundheitliche Ursachen der Grund oder doch nur Eifersüchteleien?

Annas Beschreibungen über ihren religiösen Eifer schon während der Kindheit, der doch nur durch ihre Eltern ausgelöst worden sein kann, sind erschreckend.
Die Schilderung des Widersachers, den Gott ihr sandte, lassen mich eigentlich eher an ein ganz normalen Vergewaltiger denken, dem nichts besseres als die duldsame Anna über den Weg laufen konnte! Wenn sie diese Vergewaltigung als Strafe Gottes ansah, wenn wundert es da, dass sie ihre sexuellen Begierden auf eine Frau konzentrierte. Zarte lockende Frauenhände im Gegensatz zur überfallartigen Brutalität des Widersachers.
Der Siebenköpfige, der auch Maria verfolgte, ist Annas größter Schrecken. Der Abbé ist so freundlich und klärt Brentano und uns über desen Herkunft auf. Aber Anna gibt meiner Meinung nach nur wieder, was sie schon so oft in der Klosterbibel gesehen und gelesen hat. Sie glaubt bestraft werden zu müssen und so kommt aller Schrecken, dessen sie sich bewußt ist (eben aus der Bibel) über sie.
War Brentano schon vor seinem Eintreffen in Dülmen so interessiert an böpfuschenden Getränken? Wahrscheinlich schon, da er sich ja als gebrochenen Menschen sieht.
Die Vision, die Anna von dem Ereignis in der Kapelle hat, ist
a) nur ein Wunschtraum
b) eine weitere Klosterbewohnerin, die Anna für Maria hielt
c) ?
Was mich wundert, ist die Offenheit mit der Anna Brentano alles erzählt. Vielleicht liegt es zum Teil daran, dass er Atheist ist.
Die Ursache für die Steigerung in Brentanos zweiten Traum sehe ich in den vorhergehenden Äußerungen Annas.
Auffallend ist, dass die Frau Brentano nur zu benutzen scheint, während es in Annas Fall umgekehrt war. Schreckt Brentano,trotz seiner atheistischen Einstellung und gegen seiner Leichtlebigkeit in dieser Angelegenheit, vor einem aktiven Part bzw der endgültigen Vereinigung in diesem Traum zurück?
Was hat nur dieses weinende Kind zu bedeuten?
Kapitel 15 - 16 (bis Seite 136)Marias Kenntnisnahme in den verschieden Evangelien wird vom Abbé erläutert. Ebenso wie es zu dieser teilweise ausgeprägten Marienverehrung kam. Es gibt sicher immer noch viele Katholiken/Christen, die sich nicht bewußt sind, wie viele der von ihnen zelebrierten Feste, Ritual und Symbole ihren Ursprung in anderen Religionen haben.
Brentanos Vorstoß Anna mit der Tatsache zu konfrontieren, dass ihre Angst vor dem Siebenköpfigen seine Ursache in der Bibel hat, scheitert durch deren schlechten Zustand.
Die beiden haben schon zu einem sehr lockeren und vertrauten Verhalten gefunden. Jeder sieht in den Formen der Blutflecke ein anderes Bild - jeder nach seiner Vor- und Einstellung. Rorschach-Test in der Entstehungsphase.

Ganz sicher hat dieser unmögliche Limbach vor der Tür gelauscht. Gerade Getrud, von der ich es am Wenigsten erwartet hätte, macht dieser Aufführung ein Ende. Gertrud stellt sich schützend, ja liebevoll vor ihre Schwester. Ich muss wohl meine Meinung über diese Frau noch einmal überdenken.

Was haltet ihr von Gertrud?
Bis zu dieser letzten Szene war ich der Meinung Gertrud würde sich nur um des Geldes Willen um ihre Schwester kümmern, der sie ansonsten nicht zugetan ist. Inzwischen denke ich Gertrud mag ihre Schwester, haßt aber den Rummel der um sie gemacht wird und verdächtigt vielleicht insgeheim ebenfalls einen der Herren mitschuldig am Zustand ihrer Schwester zu sein und sei es nur dadurch sie im Glauben an ihre Visionen zu bestärken.
Was glaubt ihr hat es mit dem Titel auf sich?

Ich gestehe es lieber gleich: Wegen dem Titel habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.
Vielleicht erfahren wir im Laufe der Geschichte noch, was es mit dem Titel auf sich hat.