Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Christoph Marzi - Fabula  (Gelesen 1835 mal)

kathchen

  • Reading Kitty
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 3176
    • Mein Bücherreich
Re: Christoph Marzi: Fabula
« Antwort #15 am: 03. April 2010, 02:22:29 »

Christoph Marzi - Fabula


Colin Darcy wohnt zusammen mit seiner Verlobten in London und arbeitet dort an der London Business School. Er führt ein ganz normales Leben, womit er zufrieden ist. Mit seiner Familie hat er keinen Kontakt, seinen Bruder Danny hat Colin zuletzt vor sieben Jahren bei der Beerdigung von seinem Vater gesehen – ebenso wie seine Mutter.
Doch als Colin plötzlich ein Anruf ereilt, dass seine Mutter verschwunden ist und als Danny davon erfuhr extra in ihren Heimatort gefahren ist und nun selbst unauffindbar ist, macht sich Colin auf den Weg in die Vergangenheit, in eine Kindheit, in der vorallem die furchtbaren Geschichten und Strafen von Helen Darcy präsent waren.
In Ravenscraig angekommen, trifft Colin auf das Friedhofsmädchen Livia, seiner Jugendliebe. Mit ihrer Hilfe will er versuchen, herauszufinden, was mit Danny und Helen passiert ist…

Nachdem ich von der Uralten Metropole und auch den anderen Romanen von Christoph Marzi sehr begeistert war, habe ich mir nun “Fabula” geschnappt. Anfangs war ich noch sehr skeptisch, aber bereits nach wenigen Seiten konnte ich auch diesen Marzi nicht mehr aus der Hand legen.

“Fabula” empfinde ich als wesentlich anders als seine restlichen Romane. Es ist deutlich der Erwachsenenfantasy zuzuordnen, aber besitzt dennoch nicht diesen schönen poetischen Schreibstil wie bei der Uralten Metropole. Das war zwar anfangs sehr ungewohnt, aber dennoch auch sehr passend. Das London, das hier geschildert wird, erscheint eher hektisch und trüb, zudem eine “heitere” Schreibweise eher nicht gepasst hätte. Auch die Atmosphäre ist hier eher düster und trist, und mir kam es ab und zu wie in einem “Schauerroman” vor.
Aber auch wenn das “poetische” etwas fehlt, spielen auch hier wieder Anspielungen auf Lieder, Filme oder Bücher eine große Rolle.

Colin Darcy ist kein einfacher Charakter. Er wirkt in seinem Handeln sehr passiv und erst durch die “Rückkehr” in seine Vergangenheit scheint er langsam aufzutauen.
Dagegen ist das Friedhofsmädchen Livia eine schöne Abwechslung. Sie habe ich sofort ins Herz geschlossen.

Helen Darcy scheint in ganz Ravenscraig nicht gerne gesehen zu sein. Anstelle sich zu fragen wo sie ist, freuen sich die Bewohner über ihr Verschwinden und können nicht verstehen, dass Colin sie suchen und finden will. Als Leser fragt man sich dort sofort, was wohl das für eine Frau, Mutter sein soll und auch die Häppchen, die man aus der Vergangenheit erfährt, lassen einen nichts gutes ahnen.
Obwohl das Buch bereits ein paar Jahre alt ist, hatte ich dennoch ab und zu die Befürchtung, dass eventuell auch hier Vampire mit im Spiel sein können, was allerdings, zum Glück, nicht der Fall war. Trotz Rätseln bin ich dennoch nicht auf ihr wahres Geheimnis gestoßen.

“Fabula” ist der Anfang einer Reihe und erzählt die Vergangenheit und das Leben um Colin Darcy. Mittlerweile ist auch der zweite Band erschienen, mit dem Namen “Lyra“. Dort scheint es dann mit dem Leben von seinem Bruder Danny weiterzugehen.

Mit “Fabula” hat Christoph Marzi einen weiteren spannenden, wunderbaren Fantasyroman geschrieben und wäre ich ihm nicht bereits schon verfallen, wäre ich es jetzt auf alle Fälle!

5ratten
Gespeichert
Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.
John Green - An Abundance of Katherines

:lesewetter: Caprice Crane - Von jetzt auf gleich
Susanna Clarke - Jonathan Strange & Mr. Norrell