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Autor Thema: Joan Aiken - Du bist Ich  (Gelesen 938 mal)

stefanie_j_h

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Joan Aiken - Du bist Ich
« am: 18. November 2007, 20:59:17 »

Joan Aiken – Du bist Ich



Louisa und Alvey, die zusammen zur Schule gehen, sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Diesen glücklichen Umstand will Louisa sich zu Nutzen machen. Ihre Eltern wollen ihr nicht erlauben, als Missionarin nach Indien zu gehen, deshalb soll Alvey, die selbst keine Familie hat, ihren Platz einnehmen. Nach einigem Zögern stimmt Alvey zu und macht sich auf den Weg zur Familie Winship...

Isa, eine der Winship-Schwestern, sagt selbst über ihre Familie: „Aber das wäre doch ganz uninteressant. Unsere Familie ist nichts Besonderes, sie ist wie jede andere.“ Damit hat sie auch Recht, etwas Besonderes ist die Familie Winship nicht, genau betrachtet sind die meisten Familienmitglieder sogar recht unsympathische Zeitgenossen. Keiner kümmert sich um den anderen, Probleme werden nicht ausgesprochen, oft gibt es Streit, die kleineren Geschwister werden vernachlässigt.

Und doch war dies für mich eines der seltenen Bücher, bei denen man am Ende traurig ist, die Charaktere verlassen zu müssen, nicht zu wissen, wie ihr Leben weitergeht, obwohl die Handlung abgeschlossen ist. Wer Spannung oder gar Action erwartet, für den ist dieses Buch allerdings nicht das richtige, ein Großteil beschäftigt sich nur mit dem alltäglichen Leben der Familie Winship und doch fiebert man mit und will das Buch am liebsten nicht zur Seite legen.

Vor allem die liebenswerte Alvey hat es mir angetan. Sie bemüht sich, in der fremden Familie zurecht zu kommen und sich wie die mürrische, egoistische Louisa zu benehmen. Dies gelingt ihr freilich nur selten, da ihr Charakter ganz gegensätzlich ist und so erobert sie die Herzen der Familie Winship und der Leser im Sturm.

Ich gebe diesem Buch  4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:
Die halbe Maus Abzug gibt es dafür, dass es an manchen Stellen ein kleines bisschen kitschig und unrealistisch wirkt.
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sgerdom

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Re: Joan Aiken - Du bist Ich
« Antwort #1 am: 18. November 2007, 21:12:23 »

Ah, das ist ein wirklich, wirklich schönes Buch, mit dem ich in diesem Jahr nach einer halben Ewigkeit endlich Joan Aiken wiederentdeckt habe (ihre Kinderbücher habe ich damals schon gerne gelesen ...)

Was ich daran wirklich mochte: diese unwahrscheinliche Konstruktion des Personentausches, bei der man sich sagt: "das kann in Wirklichkeit doch nicht funktionieren" wird von der Autorin selbst mit einem Augenzwinkern durchgezogen - das hatte wirklich was!

LG

Susanne
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Valentine

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Re: Joan Aiken - Du bist Ich
« Antwort #2 am: 19. November 2007, 12:15:50 »

Es ist schon "ewig" her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber ich erinnere mich gerne daran. Überhaupt verstand Joan Aiken zu schreiben :ok:
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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Pandora

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Re: Joan Aiken - Du bist Ich
« Antwort #3 am: 19. November 2007, 21:54:15 »

Ich habe das Buch vor einem Jahr auch gelesen. Nett, aber nicht so gut wie zum Beispiel "Fanny und Scylla".  Mich wundert irgendwie, dass ausgerechnet der Titel in der Spiegel-Edition gelandet ist.
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Heimfinderin

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Re: Joan Aiken - Du bist Ich
« Antwort #4 am: 10. November 2008, 11:06:09 »

Ich habe das Buch auch übers Wochenende gelesen und es hat mir richtig gut gefallen. Ich dachte erst, es wird hoffentlich keine kitschige  und unrealistische Verwechslungskomödie, aber das war es nach meinem Empfinden nicht. Natürlich gab es ein paar übertriebene Wendungen, die in diese Richtung gingen, aber die konnte ich verzeihen, denn insgesamt waren die Geschehnisse einfach zu interessant und spannend erzählt, auch wenn ich anfangs nicht so schnell in die Geschichte reinkam, warum auch immer. 

Die Charaktere waren toll beschrieben. Alvey, die Hauptperson, habe ich schnell gemocht. Auch die Kinder waren sehr liebenswert gezeichnet und ihre emotionalen Veränderungen war richtig gut zu spüren. So sehr man die "Positiven" ins Herz schließen konnte, so sehr konnte man auch die Abneigung zu den "Negativen" spüren. Der Pfarrer war mir z. B. zutiefst zuwider. Trotzdem war es möglich, auch zu Personen, die man nicht mochte, eine Beziehung herzustellen oder zumindest Mitleid für sie zu empfinden. Überhaupt empfand ich die Personen gar nicht nicht als schwarz und weiß, sondern konnte aufgrund ihrer Situation und den Geschehnissen mit jedem mehr oder weniger mitfühlen.

Ich kannte die Autorin bisher nicht und bin froh, noch "Fanny und Scylla" auf meinem SUB zu haben.

 4ratten
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN