Ich habe die Elfen

jetzt auch gelesen und dabei zwei Dinge festgestellt: 1. Herr Hennen schreibt tatsächlich sehr gute Bücher

2. Meine Fantasy-Lesezeiten gehören wohl der Vergangenheit an.

Hier die Details:
Inhalt:Die Elfen Nuramon und Farodin sollen dem Menschen Mandred helfen, eine unheimliche Bestie zu töten, die sein Dorf bedroht. Die Jagd auf die Bestie hat allerdings auf Umwegen zur Folge, dass die Elfe Noroelle aus Albenmark verbannt wird. Da Nuramon und Farodin beide in Noroelle verliebt sind, machen Sie sich auf die Suche nach ihr und Mandred steht den beiden auf der langen Suche bei.
Meine Meinung:Was nach der Inhaltsangabe wie ein waschechter Fantasyroman klingt, ist auch tatsächlich einer, inklusive Elfen, Zwerge, Trolle, anderen altbekannten Fabelwesen und einer Quest, die programmgemäss nach einer längeren Einleitung folgt und dann bis zum Ende des Buches dauert.
Allerdings bietet die Geschichte doch ein paar unerwartete Wendungen, an denen Spannung aufkommt. Sogar die Kampfszenen sind offen genug, dass ich meist mitbekam, was ich da grade las; im Normalfall stellts bei mir in solchen Momenten auf Durchzug und ich lese relativ unmotiviert weiter, bis feststeht, wer die Klopperei gewinnt – wobei man das ja eigentlich auch schon vorher weiss. (Funktioniert übrigens bei Filmen sinngemäss genau so.) Aber in diesem Buch gabs doch die eine oder andere Kampfszene, die ich intensiver verfolgt habe und das hat vor allem einen Grund: Sie sind – wie der Rest des Buches – gut geschrieben.
Die Sprache Bernhard Hennens passt wunderbar in einen Fantasyroman, ist aber weitgehend schwurbelfrei und klar genug, dass sie leicht zu lesen ist. Der Mann ist ein äusserst begabter Geschichtenerzähler, die Reise nach Albenmark hat Spass gemacht und die Charaktere, die ich unterwegs kennen lernte, blieben zwar manchmal etwas mysteriös, waren aber nie flach.
Was ich bei diesem Roman leider auch gemerkt habe, ist, dass ich (im Augenblick?) offenbar nicht mehr in der Lage bin, Fantasy zu lesen und zu geniessen. Die Magie, die Essenz der Fantasy, geht mir nämlich ziemlich auf den Keks. Da zaubert jemand was rum und das einzige, was man tun kann, ist daneben stehen und warten, bis er fertig ist. Oder an einem konkreten Beispiel: Elf A will Elf B mittels magischem Handauflegen heilen. Elf A legt die Hand auf und... ja genau, was eigentlich? Was tut er? Wie heilt er? Ich hätte da gerne eine Erklärung, kann aber nur hoffen, dass Elf A genug Kraft (was für eine Kraft? physisch? psychisch?) hat, um Elf B zu heilen. Toll.
Mir ist schon klar, dass das Genre Fantasy weitgehend von unerklärlichen Dingen lebt. Aber ich kann damit wohl nicht mehr umgehen und deshalb wird «Die Elfen» wohl für längere Zeit mein letzter Ausflug in die diese Gefilde bleiben.
Fazit:Ein empfehlenswerter Fantasyroman, der sehr viele Qualitäten und keine erkennbaren Schwächen hat.
9 von 10 Punkten
@Seychella: Vielen Dank dafür, dass du mir dieses Buch ausgesucht hast

Sollte ich eines Tages doch wieder Fantasy lesen wollen, weiss ich jetzt wenigstens, wo ich weiter mache
