
Inhalt kann den ersten beiden Post entnommen werden, ich habe nichts hinzuzufügen.
Meine MeinungMit diesem Buch hat sich Kai Meyer nun unwiderruflich in meiner Autobuy-Liste festgesetzt. Seine eigene Art Fantasy, Mysterie und mehr oder weniger reale Begebenheiten zu vermischen, zieht mich einfach immer wieder an und begeistert!
So auch bei diesem Buch. Die Geschichte rund um den Rattenfänger von Hameln wird aufgegriffen und neu verarbeitet. Dabei fällt einem als erstes die düstere Stimmung ins Auge. Von Anfang an fühlt man die beklemmende Atmosphäre: dauernder Regen, Straßen aus Matsch und mitten in der Stadt eine Wüste aus Bauruinen, besiedelt von Ratten. Die optimale Kulisse für die Handlung und außerdem ein wahnsinnig effektiver "Stimmungsmacher". Zwischendurch war ich mal so deprimiert, dass ich das Buch kurz weglegen musste, um dieses drückende Gefühl los zu werden.
Aber nicht nur der Handlungsort hat mich überzeugt. Auch die Handlung und die verschiedenen Personen fand ich klasse. Die Story rund um den "Rattenfänger von Hameln" dürfte jedem bekannt sein. Kai Meyer nimmt diese zur Grundlage und baut eine Handlung darauf auf, die es in sich hat. Religiöser Fanatismus, Angst, Hass und Egoismus spielen dabei eine ganz große Rolle. Und über all dem liegt ein Geheimnis, dessen Lösung die ganze Stadt kennt, aber nicht preisgeben will. Dadurch entsteht eine Spannung, die einem immer hinterher schleicht. Die Hauptperson, Rober von Thalstein, weiß nie, wem er vertrauen kann, denn letztendlich ist jeder in der Stadt sein Feind.
Natürlich werden aus dieser Masse an Leuten einige herausgepickt: ein Einsiedler, ein italienischer Reisender, eine Nonne, ein Mädchen aus der Herberge, Wodansjünger und kirchliche Vertreter. Insgesamt findet sich hier eine bunte Mischung an Charakteren, die man bis zum Schluss nicht wirklich einschätzen kann.
Dies alles wird dann noch mit mystischen Elementen (vor allem aus dem Bereich der Hölle) gemixt und fertig ist ein Buch, das mich bis jetzt fasziniert und beschäftigt. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass nicht alle Fragen geklärt werden und es dem Leser überlassen bleibt, sich so seine Gedanken zu machen. Für mich übrigens ein positiver Punkt.
Natürlich habe ich auch etwas auszusetzen:
Am Anfang hat mich die altertümlich angehauchte Sprache ziemlich gestört, allerdings gewöhnt man sich irgendwann daran.
Dafür hat mich der Schluss umso mehr "enttäuscht".
Achtung, echter Spoiler!! Mir wäre es lieber gewesen, wenn noch etwas von der "Mystery" übrig geblieben wäre. So kann jetzt alles rational erklärt werden und nimmt dem Buch doch einiges von seiner vorher mühsam aufgebauten Atmosphäre. Mir hääte auch gereicht, wenn Robert wirklich eine zweigespaltene Persönlichkeit gehabt hätte ... aber so finde ich die Lösung doch etwas öde.
Trotzdem bin ich begeistert und vergebe

für eine spannende Geschichte mit unübertrefflich düsterer Atmosphäre.