Hallo!
Den Kanon kenne ich übrigens leider nicht. Aber gibt es nicht eine Kantate von Bach?
Ja, die Kaffeekantate ist von Bach. Wunderschön!
Aber kennst du tatsächlich nicht "C-A-F-F-E-E, trink' nicht so viel Kaffee"?
(Text) Was mich noch verwirrt, sind die vielen Namen.
Das wird noch schlimmer dadurch, dass die Namen in meiner Übersetzung teilweise anders geschrieben werden. Der Hodscha ist ein Hodja, Şeküre heißt z. B. Shekure und Şirin Shirin. Sollte ich also einen Namen nennen, den ihr nicht erkennt, beginnt am besten damit ein eventuell vorkommendes Sh durch Ş zu ersetzen.
Die Bemerkungen zur bildenden Kunst im
5. Kap. (Onkel) sind interessant. War man im islamischen Raum tatsächlich der Meinung, ein Bild könne nie für sich alleine stehen, sondern könne immer nur im Kontext mit einer Geschichte gesehen werden? Und wie war das mit der Entwicklung der Porträtkunst? Wann entstand sie?
Ich bin im Moment allerdings zu faul dazu, in der Richtung Nachforschungen anzustellen und habe mich entschlossen, Pamuk das, was er zu dem Thema schreibt, unbesehen zu glauben.
Habt ihr das
6. Kap. (Orhan) auch so verstanden, dass Onkel Enishte (Enişte?) Kara nach Istanbul bestellt hat, um ihn das Verschwinden Feins aufklären zu lassen? Das würde aber bedeuten, dass seit dem ersten Kapitel, in dem sich der Ermordete darüber beklagt, seit vier Tagen vermisst zu sein, schon vor längerer Zeit spielt. Ich hatte einen Zeitsprung zu den weiteren Kapiteln jedenfalls nicht bemerkt.
Schockiert hat mich im
9. Kap. (Şeküre) ihre Aussage, eine "24-jährige Frau habe ihre besten Jahre schon hinter sich".

Nun ja, "andere Zeiten, andere Auffassungen", aber trotzdem... Dass eine junge Frau (jung zumindest in meinen Augen) der Meinung ist, ihr Leben mehr oder weniger hinter sich zu haben und keine Zukunftshoffnungen und -pläne hat... Kann aber gut sein, dass sie feststellen wird, sich geirrt zu haben.
Auf geht's zum nächsten Kapitel, in dem ein
Baum zum Erzähler wird! Mir als Pflanzenfan gefällt es sehr gut, dass Pamuk auch einen Vertreter des Pflanzenreiches zu Wort kommen lässt.
Aber etwas anderes: habt ihr euch auch gefragt,
wem die Leute/Hunde/Bäume eigentlich ihre Geschichten erzählen? Kara spricht in einem Kapitel zu den "lieben Lesern", er scheint seine Geschichte also aufzuschreiben. Bei den anderen allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass sie ihre Geschichten mündlich erzählen. Es kommt mir auch nicht so vor, dass sie sie sozusagen nur sich selbst erzählen, also darüber nachdenken, was eigentlich geschehen war und es für sich selbst in eine zusammenhängende Geschichte fassen.
Ist es vielleicht möglich, dass Kara, der Detektiv, in seinem Bericht an die "lieben Leser" alle seine Ermittlungsgungsergebnisse (falls er also wie ein klassischer Detektiv vorgeht und alle irgendwie Beteiligten befragt) so widergibt, wie sie ihm erzählt wurden? Mal schauen, ob das Buch später darüber noch Auskunft gibt.
Mit der Teetasse in der Hand,
Saltanah