Endlich kann ich mich mal richtig über das Buch auslassen.

Ich bin seit letzter Woche durch und wirklich froh, den Rest nur quergelesen zu haben. Zum Schluss wurde es zwar noch regelrecht spannend, dafür war gerade das Ende für meinen Geschmack absolut nicht gelungen.
Die CharaktereFinde ich ziemlich stereotyp. (Obwohl sie mir erstaunlicherweise bis zum Schluss sympathisch blieben.) Wir haben da:
Raoden - gut und edel, hat nie Zweifel, immer optimistisch, trotz ewiger Verdammnis
Sarene - die Superprinzessin, kann alles, bringt alles, weiß alles
(toll, wie sie spielend alle Schwierigkeiten meistert - was im übrigen auch für Raoden gilt - und das wo sie völlig fremd in diesem Land ist)
Hrathen - der edle Böse. Soll das Volk von Arelon innerhalb von drei Monaten zum richtigen Glauben bekehren und damit vor der Vernichtung bewahren, entwickelt dabei aber Zweifel an der Sache. Immer noch am vielschichtigsten von den Figuren.
SchreibstilFinde ich einfach zu aufgebläht, aber darüber habe ich mich ja im letzten Beitrag schon ausgelassen. Ich habe viele Seiten nur überflogen und kein einziges Mal das Gefühl gehabt, ich hätte etwas nicht mitbekommen.
Das EndeWas im Rest des Buches an Tempo fehlt, holt der Autor hier nach. Dafür ist die Handlung irgendwie auf der Strecke geblieben. Es werden zuviele Klischees bedient und die Erklärungen fand ich teilweise auch nicht einleuchtend.
Das fängt bei dem großen Schlussgemetzel an, an dessen Ende die meisten Schwerverletzten - oh Wunder, oh Wunder! - durch die Magie von Elantris
doch noch weiterleben dürfen. Auf ebenso wundersame Weise können die (meisten) wiederbelebten Elantrier mit einem Schlag perfekt die magischen Zeichen namens Aonen zeichnen - erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Raoden bisher doch als Einziger dazu im Stande war.
Eben so praktisch fügt sich Adien ins Geschehen, der wohl überhaupt nur eingebaut worden ist, um zu erklären, warum Raoden Sarene hinterherreisen kann. Es folgt ein "überraschendes Wiederauftauchen" einer bestimmten Figur (mit der sicher absolut niemand gerechnet hat

) und der Böse darf am Schluss dann auch noch erklären, warum er eigentlich böse geworden ist.
Das ist jetzt alles nicht völlig unlogisch, aber so richtig passen tut es für mich auch nicht.
Dass Hrathen sich am Ende gegen Dilaf stellen wird, war ja abzusehen. Ebenso, dass er schon der Tragik halber nicht überleben darf. Spätestens als er seine Rüstung ausgezogen hat, war der Fall für mich besiegelt.
Das hat mich ganz schön genervt.
Die letzten Worte haben den Bogen zum Anfang dafür schön geschlossen und mich wieder ein bisschen damit versöhnt.
Loben wollte ich jetzt eigentlich noch, dass es sich ausnahmsweise mal um einen Einzelband handelt. Mittlerweile habe ich allerdings gelesen, dass der Autor mindestens eine Fortsetzung plant (mit Adien als Hauptcharakter)
Ich vergebe 1,5 - 2 Ratten, weil mich das Buch insgesamt doch unterhalten hat. Weiterempfehlen würde ich es aber nicht, da mich doch zuviele Dinge gestört haben. Und ich hoffe illy ist jetzt nicht allzu böse auf mich, weil ich das Buch so verrissen habe.
