Das Drama ist eines der bekanntesten Werke von William Shakespeare und hat in meinen Augen diesen Ruf auch wirklich verdient.
Das Historiendrama ist nach den Regeln eines klassischen Dramas in 5 Akte aufgeteilt und zeichnet sich durch eine umfangreiche Personenanzahl aus.
Ebenso kann man die Merkmale einer Charaktertragödie, wie zum Beispiel, einen Konflikt aus dem inneren Zwiespalt der Hauptfigur und fließende Übergänge zwischen den, die Handlung der Person bestimmenden Charaktereigenschaften, entdecken.
Hamlet fühlt sich durch den unnatürlichen Tod des Vaters und die schnelle Heirat seiner Mutter mit seinem Onkel in eine Situation hineingedrängt die im nicht zu gefallen scheint.
Der Geist seines verstorbenen Vaters fordert ihn auf Rache an seinem Onkel und dem neuen König Dänemarks zu nehmen.
„Die Zeit ist aus den Fugen, Schmach und Gram, dass ich zur Welt sie einzurichten kam“, drückt die Selbstzweifel Hamlets bezüglich seiner persönlichen Belastung aus. Er fühlt sich zu dieser Handlung nicht befähigt obwohl der ehemalige Student aus Wittenberg ein Kind der einsetzenden Aufklärung und damit als ein Vertreter des aufkeimenden Humanismus zu betiteln ist.
In insgesamt 5 großen Monologen, welche über das gesamte Werk verteilt sind, setzt sich Hamlet unter anderem intensiv mit dem Tod auseinander. Er symbolisiert für ihn zum einen das Loslösen von irdischen Problemen stelle aber den Menschen vor eine Barriere aus Unwissenheit und Zweifeln da der Tod und seine Folgen für den Lebenden nicht absehbar sind.
Viele Abschnitte aus „Hamlet“ haben mich zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken gebracht.
„Die Worte fliegen auf, der Sinn hat keine Schwingen:
Wort ohne Sinn kann nicht zum Himmel dringen.“, spiegelt ebenso einen Hauptgedanken des Dramas wieder wie „Sehn, was die Reue kann. Was kann sie nicht? Doch, wenn man nicht bereuen kann, was kann sie?“ Beide sind sie mir unbekannt gewesen.
Man findet innerhalb der Tragödie viele solcher sprachlichen und auch inhaltlichen Höhepunkte, die das Historiendrama harmonisch, verständlich aber auch nachdenklich erscheinen lassen.
Die bekanntesten jedoch sind zum Beispiel:
„Schwachheit, dein Name ist Weib“ womit Hamlet seine Mutter kritisiert und natürlich „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage:“
Die genannte Vielzahl der Personen lässt das Drama nicht, wie es nach meinen Erfahrungen bei einem solchen Text schnell möglich ist, überladen und verwirrend wirken. Die Personen sind klar einzuschätzen und können durch ihren Sprachstil und ihre Gedankenführung nur schwerlich verwechselt werden.
An manchen Stellen kam ich dennoch mit dem Lesen ins Stocken und musste absetzen. In diesen Momenten zeigte sich mir erneut der Eindruck den ich bereits von "Romeo und Julia" gewonnen hatte. Shakespeare gehört zwar zu den besten Dramatikern aber auch teilweise zu den schwersten von ihnen.
Offen bleibt bei mir noch, der „wahre“ Sieger. Hierbei überlässt es Shakespeare dem Leser selber wen er als moralischen Gewinner kürt.
Neben der Geschichte, die zwar entsprechend der Zeit und auch dem Stil Shakespeare selber, mit Intrigen und Verstrickungen aber auch einer kleinen, etwas in den Hintergrund gedrängten Liebesgeschichte gespickt ist, kann ich „Hamlet“ als ein gelungenes Drama mit einer ebenso guten Umsetzung betiteln. Auch unabhängig von der Schule sollte man es wenigstens einmal gelesen haben.
