Gelesen im Rahmen des „Wir lesen uns rund um die Welt" Projektes: Australien

InhaltWyatt ist ein Berufsverbrecher und spezialisiert auf Einbrüche und Raubüberfälle im großen Stil. Doch die Geschäfte laufen schlecht und seine Ersparnisse sind fast aufgezehrt.
Deshalb sagt er bei einem 300 000 Dollar Coup zu, obwohl er von Anfang an ein schlechtes Gefühl hat. Er soll sich nicht täuschen: Ausser seiner attraktiven Auftraggeberin Anna Reid ist auch die Mafia von Sydney hinter dem Safe her.
Als ob das nicht schon Probleme genug wären, macht ihm zusätzlich noch der dümmliche Kleinkriminelle Sugarfoot das Leben schwer, der einen Teil des Geldes und Rache an Wyatt will.
Über den AutorGarry Disher wurde 1949 in Australien geboren. Nach einem Stipendium für „Creativ Writing“ an der Stanford University widmete er sich immer mehr dem Schreiben. 2000 erhielt er für „Gier“ den deutschen Krimipreis, 2002 für eine andere Krimiserie nochmals.
Er schreibt auch Kinderbücher und historische Romane.
Meine MeinungNachdem ich längere Zeit keine Krimis mehr gelesen hatte, war dieser Roman ein gelungener Wiedereinstieg.
Das Tempo ist sehr flott, der Plott ist hart und direkt beschrieben, ohne überflüssigen Schnickschnack. Was mich an Dishers Schreibstil sehr beeindruckt hat, ist sein Vermögen, jede neu eingeführte Figur mit ein- zwei Sätzen so zu beschreiben, dass man sich ein genaues Bild von ihr machen kann. Keine der Personen bleibt blass und das finde ich bemerkenswert für ein relativ dünnes Buch mit einigen Beteiligten.
Wyatt selbst war mir sogar ziemlich sympathisch, obwohl er eindeutig nicht zu den Guten gehört. Er hadert ein bisschen mit sich selbst, denn eigentlich würde er seinen Job als Berufsverbrecher wohl gerne an den Nagel hängen und ein ruhiges Leben in seinem Cottage an der Küste verbringen, aber dazu reicht sein Geld nicht.
Zu seiner Auftraggeberin fühlt er sich hingezogen, aber für eine echte Romanze ist in diesem Krimi kein Platz und so bleibt er weiter der einsame Wolf.
Positiv fand ich auch, dass ich Australien einmal nicht als heisse Wüste im Outback erlebt habe, sondern im regnerischen Winter an der Küste.
„Gier" ist der erste Band einer sechsteiligen Reihe um Wyatt. Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist das offene Ende, ein typischer Cliffhanger. Die weiteren Bände werde ich mit Sicherheit noch lesen.
