Klappentext: Was zunächst aussieht wie ein typisch isländischer Mord – schäbig, sinnlos und schlampig ausgeführt -, er weist sich als überaus schwieriger Fall für Erlendur von der Kripo Reykjavik. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? – Während schwere Islandtiefs sich über der Insel im Nordatlantik austoben, wird eine weitere Leiche gefunden ...
Meine Meinung: Ich glaube ich beschwere mich heute nicht zum ersten Mal, dass der Klappentext in die Irre führt oder etwas falsches suggeriert. In diesem Fall ist es zwar richtig das (später) noch eine zweite Leiche gefunden wird, doch es geht hier keineswegs – was man der Formulierung nach annehmen könnte – um einen Serienmörder. (Aber nicht das ihr denkt, ich hätte mir das Buch gekauft und auf einen Serienmörder-Fall gehofft, ist mir erst beim Lesen aufgefallen.

*g*) Mehr möchte ich über den Inhalt des Buches auch nicht verraten, zu leicht kann man bei einem so kurzen Buch zu viel schreiben!
Dieser Krimi hier ist nicht effektheischend oder blutrünstig (was ich mal als eine schöne Abwechslung empfand) und trotzdem geht er nicht gerade zimperlich mit seiner Hauptfigur, dem Kommisar Erlendur, oder seinen Lesern um. Der behandelte Fall geht in die Tiefe und offenbart uns, je mehr wir lesen, einiges über menschliche Verzweiflung, Tragödien, Abgründe und Hässlichkeit.
Es ist spannend geschrieben wie nach und nach mehr aufgedeckt wird, wie sich verschiedene Puzzlestücke am Ende schließlich zu einem ganzen Bild ergeben. Sobald die Ermittler in diesem Buch anfangen in der Vergangenheit des Mordopfers Holberg zu wühlen, so war es mir unmöglich Mitleid oder Bedauern zu fühlen. Je weiter Erlendur vordringt ohne das es für ihn ein rechtes Bild ergeben will, desto hässlichere Züge enthüllt der Charakter des Toten und als schließlich der Mörder gefunden war, so hat man eher Mitleid mit
ihm.
Die Geschichte an sich, die Krimihandlung hat mir also gut gefallen.
Leider war das Buch mit knapp über 300 Seiten eher kurz und ich konnte es dank eines einfachen Stils in einem Rutsch runterlesen. Im Stil gibt es für mich jedoch auch Minuspunkte. Er war mir dann doch viel zu einfach, teilweise recht banal. Häufiger waren die Sätze kurz, wirkten regelrecht abgehackt. Besonders am Anfang ist mir das aufgefallen, später hatte ich mich vermutlich schon zu sehr eingelesen um es noch zu bemerken. Außerdem wechselte der Autor an der ein oder anderen Stelle abrupt das Thema, was mich irritierte. Ich sage jetzt einfach mal: Wem’s gefällt ... meinen Geschmack hat es aber nicht getroffen.
Mein Fazit: Es handelt sich um einen soliden und spannenden Krimi, der sicher lesenswert ist. Für den Stil, der aber so gar nicht meinen Nerv traf, muss ich leider Punkte abziehen.
(Sonst hätte es mindestens einen halben Punkt mehr gegeben ... )
Bewertung: 
+
