Mein bisher einziges Buch von Vargas, es ist zwar schon ein Weilchen her, das Buch gefiel mir aber ähnlich gut wie schokotimmi.
Hab mal meine Rezi dazu 'rausgekramt'...
Joss Le Guern, ein abgetakelter bretonischer Seemann, macht aus seiner Not eine Tugend. Sein Urahn, der ihm nach reichlichem Alkoholkonsum im Geist erschienen sein soll, macht ihm den Vorschlag, den vergessenen Beruf des "Ausrufers" wieder zu ergreifen.
Seit diesem Tag verliest er zweimal täglich an einer Pariser Metrostation die Nachrichten, die ihm die Bürger, zusammen mit einem 5-Francs-Stück, in seiner Urne zustecken.
Es ist schon eine sonderbare Truppe, die sich in diesem Viertel zusammengefunden hat.
Zum einen Mr. Decambrais, ein ehemaliger Lehrer, der nun eine kleine Pension betreibt. Die laute dicke Lizbeth, die sich um die täglichen Aufgaben der Pension kümmert, und dafür umsonst ein Zimmer bewohnen darf. Damas, Ladeninhaber des 'Roll-Riders', ein Geschäft für Mountainbikes, Inline-Skates und sonstigen Sportartikeln, Bertin, Normanne und Wirt des 'Le Viking', berühmt berüchtigt für seine Calvados. Inmitten dieser Umgebung von recht eigenwilligen Charakteren entsteht langsam eine Geschichte.
Decambrais ist der Erste, dem die sonderbaren Anzeigen, die Le Guern seit kurzer Zeit immer wieder verliest, auffallen und dessen Aufmerksamkeit sie wecken. Es sind sowohl lateinische, als auch italienische Texte und mit Akribie macht er sich an die Arbeit, diese zu entschlüsseln.
Diese "Speziellen" wie er sie fortan nennt, sind historische Texte und Beschreibungen über die Pest. Als ein erster Toter mit Pestmerkmalen gefunden wird, sowie seitenverkehrte Vieren auf Türen gemalt werden, tritt Kommissar Adamsberg auf den Plan...
...manchmal sogar in Sandaletten Ein skuriler Typ, der irgendwie in gar keine Schublade zu passen scheint. Zu seiner Seite, als Gegenpart, der stets analytisch denkende Danglard, allerdings nur bis 14 Uhr, danach spricht er mehr den Calvados zu. Wer hier eine Wallander Adaption erwartet, wird enttäuscht sein. Im Gegensatz zu Wallander, ist dieser Plot nicht allein auf den Kommissar zugeschnitten, andere Personen stehen in der Gewichtung fast auf gleicher Ebene.
Eine orginelle Idee prima umgesetzt, schräge Dialoge, und ein nicht vorhersehbares Ende, garantieren ein wohlig-schrauriges Lesevergnügen.
Die Autorin, Fred Vargas, aus Frederique wurde einfach Fred, wurde 1957 geboren und lebt mit ihrem Sohn in Paris. Von Beruf ist Sie eigentlich Archäologin und Bücher schreibt Sie nur in den Ferien. Bisher sind von ihr erschienen "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord (1991)", "Im Schatten des Palazzo Farnese (1994)", "Die schöne Diva von Saint-Jacques (1995)", "Das Orakel von Port Nicolas (1996)", "Der untröstliche Witwer von Montparnasse (1997)", "Bei Einbruch der Nacht (1999)", Fliehe weit und schnell (2001)", "Der vierzehnte Stein (2004)" und "Die dritte Jungfrau (2007)".


