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Autor Thema: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen  (Gelesen 4081 mal)

cori

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #15 am: 16. März 2009, 15:33:21 »

Unglaublich! So einig waren wir uns selten!
Ich habe eine Frage an @tjaa: Du,... wie ist denn das Buch auf Englisch? Angenehm zu lesen oder eher mühsam? Das ist eine blöde Frage, aber ich meine, wie soll ich sagen, es interessiert mich. Liebe Grüße cori
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schokotimmi

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #16 am: 26. März 2009, 20:35:44 »

Khaled Hosseini - Tausend Strahlende Sonnen


 
Das Buch beschreibt die Leben 2er afghanischer Frauen die unterschiedlicher nicht sein können. Mariam die uneheliche Tochter eines Geschäftsmannes aus Herat, die nach dem Tod ihrer Mutter mit dem 30 Jahre älteren Raschid aus Kabul verheiratet wird und die lebenslustige Gelehrtentochter Laila, die durch den Krieg ihre Eltern und Freunde verliert und somit auch zu einer Hochzeit mit Raschid gezwungen wird. Raschid ist ein jähzorniger, brutaler Ehemann der an alter Tradition festhaltend jeden Schritt und jedes Handeln seiner Frauen bestimmt.
Eingeflochten in diese Geschichte sind die historischen Ereignisse in Afghanistan zwischen 1959 und 2003. Diese spielen jedoch keine Hauptrolle, werden eher durch die handelnden Personen wiedergegeben.
 
Ähnlich wie Drachenläufer ist dies ein sehr bewegendes, brutales aber auch spannendes Buch. Die Personen, besonders die Frauen, sind schön gezeichnet und man kann mit ihnen mitfühlen. Doch auch Brutalität und Krieg hat seinen Platz. Trotzdem empfand ich das Buch an manchen stellen etwas vorhersehbar, bestimmte Elemente irgendwie abgegriffen. Hier meine ich z.B. die Schwangerschaft von Laila oder das Ende. Zwischen den Gefühlen und dem Mitleiden habe ich doch das eine oder andere Mal die Augen gerollt und gedacht, war klar. Doch dies hat der Spannung keinen Abbruch getan, sonst hätte ich die 2 Hälfte nicht an einem Stück durchgelesen.
 
Ich kann die Euphorie aus den o.g. Meinungen zwar nicht teilen, doch insgesamt ist es ein sehr schönes und empfehlenswertes Buch - ich gebe 4ratten.

Viele Grüße
schokotimmi
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Tetr4

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #17 am: 12. Mai 2009, 12:38:57 »

Inhalt
Erzählt wird die Geschichte von zwei Frauen in Afghanistan, die Unabhängigkeit voneinander aufwachsen, durchs Schicksal zusammengeführt werden und in einem Land in dem Krieg und Terror herrscht nur eins versuchen: zu Überleben.

Meinung
Den ganzen positiven Meinungen hier im Forum kann ich mich eigentlich nur anschließen. "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini ist ein herzergreifendes, trauriges und schönes Buch. Selten hat mich die Geschichte von zwei Charakteren in einem Buch so mitgerissen und beeindruckt, wie das in diesem der Fall ist. Des Weiteren erfährt man einiges über das Land Afghanistan, seine geschichtlichen Hintergründe, die Kultur und die Menschen die dort leben.
Einziger Kritikpunkt ist vielleicht die Tatsache, dass mir manches etwas zu aufgetzt und vorhersehbar vorkam.
Nichtsdestotrotz hat mich "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini mehr als überzeugt und vergebe daher

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illy

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Antw:Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #18 am: 18. Juni 2009, 20:46:18 »

"Drachenläufer", der erste Roman von Khaled Hosseini, war ein sehr gutes Buch und so konnte ich der Lektüre von „Tausend strahlende Sonnen“ natürlich nicht widerstehen. Mariam, die eine Hauptperson, ist die uneheliche Tochter eines reichen Mannes aus Herat. Als sie nach dem Tod der Mutter Halt bei ihrem Vater sucht, landet sie kurzerhand als Ehefrau eines Schusters im fernen Kabul. Ihr Ehemann entpuppt sich schnell als verbitterter Egoist, der die völlige Unterordnung seiner Frau fordert. Einige Jahre später, zu Bürgerkriegszeiten, nimmt er dann noch die verwaiste Tochter einer Nachbarsfamilie, Laila, als Zweitfrau auf, in der Hoffnung auf die Geburt eines Stammhalters. Zunächst ist die Beziehung der Frauen von Eifersucht geprägt, irgendwann jedoch schließen sie sich zusammen und versuchen zu entkommen, doch das Taliban-Regime lässt Frauen kaum eine Chance.

Der Autor wollte vermutlich einen möglichst großen zeitlichen Rahmen mit seiner Geschichte abdecken, deswegen hat er nach Mariams Hochzeit nur relativ kurz klar gestellt, wie das Verhältnis zwischen ihrem Mann und ihr ist (von Gleichgültigkeit und Gewalt geprägt) und sie dann für einen größeren Zeitsprung ignoriert und sich darauf konzentriert, Lailas Aufwachsen zu beschreiben, bis er die beiden Frauenschicksale dann zusammenführt. Das ist zwar verständlich, und für die Geschichte nicht schlimm, ich war trotzdem ein wenig enttäuscht, dass der Autor Mariam einfach so beiseite schiebt. Das ist natürlich Quatsch, ob er jetzt beschreibt wie sie lebt oder nicht, ändert nichts an ihrem Leben, und außerdem ist sie sowieso nur eine erdachte Figur, aber für mich wirkte es einfach wie ein "im Stich lassen". 

Im Gegensatz zu seinem ersten Buch, Drachenläufer, hat man hier stärker den Eindruck, dass die erzählte Geschichte auch tatsächlich eine erdachte Geschichte ist, es fehlen die Kleinigkeiten, die auf den biographischen Hintergrund hinweisen, vielleicht  ist der Unterscheid auch hauptsächlich dadurch bedingt, dass dem Autor die Erlebniswelt der Frauen in Afghanistan nicht ganz so nahe ist, wie die eines kleinen Jungen. Bereits Drachenläufer wirkte an einigen Stellen zu konstruiert, dieser Eindruck ist bei „Tausend strahlende Sonnen“ noch stärker, hier wirken so einige Gegebenheiten extrem beispielhaft und scheinen nicht aus dem wahren Leben gegriffen, sondern nur zugunsten der Geschichte ausgedacht und zusammengeführt.

Faszinierend fand ich das Verhältnis der Frauen zur Burka. Beide Frauen sind vor ihrer Ehe nicht an das Tragen einer solchen gewohnt und haben auch am Anfang Probleme durch das eingeschränkte Sichtfeld etc. Trotzdem sehen sie die Burka in gewisser Weise auch als Schutz an, sie werden dadurch anonym und haben das Gefühl die Welt beobachten zu können, ohne selbst wahrgenommen zu werden, sie können sich hinter dem Stoff verstecken und so Unsicherheit überdecken. Dieser Vorteil tritt nicht erst mit der Unterdrückung der Taliban in den Vordergrund, sondern wird auch zuvor schon in einer relativ freien und fortschrittlichen Umgebung empfunden.

„Tausend strahlende Sonnen“ war durchaus ein interessantes und an so einigen Stellen auch ziemlich erschreckendes und bedrückendes Buch. Trotzdem ist es mir nicht so nahe gegangen wie "Drachenläufer" und erhält somit natürlich auch nur eine gute und keine überdurchschnittliche Bewertung von mir.

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marimirl

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #19 am: 05. Juni 2010, 12:20:21 »

” A Thousand Splendid Suns” von Khaled Hosseini erzählt die Geschichte zweier Frauen, die in Afghanistan leben. Mariam und Laila haben es nicht leicht. Sie gehören zwei verschiedenen Generationen an, die beide die selben Geschehnisse erleben müssen. Zu Zeiten des Krieges müssen sie mit großen Verlusten und Einschränkungen in ihrer Lebensweise klar kommen.

Viel mehr möchte zum Inhalt hier nicht sagen, da das Buch meiner Meinung nach von den vielen Überraschungen lebt. Ständig kommt es zu unerwarteten Wendungen, die die Geschichte einerseits spannender, andererseits aber auch realistischer machen. Hier hat man nicht das Gefühl, man lese ein Standardwerk, nein, hier liest man eindeutig etwas, was von Herzen kommt und was auf genau diese Art und Weise auch wirklich geschehen hätte können.

Der größte Pluspunkt sind die Charaktere. Vor allem Laila und Mariam sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die beiden wirken so real, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen würde. Sie taten mir sehr Leid, weil sie doch viel Schlechtes erleben mussten.

Ein Nebeneffekt des Buches ist natürlich, dass man einen Einblick in das Leben in Afghanistan bekommt. Vor allem aber erfährt man viel über das Leben der Frauen. Ich kenne mich nicht besonders gut mit den politischen Ereignissen aus, daher fand ich auch gut, dass alles relativ genau erklärt wurde und dennoch nicht Überhand nahm. Denn im Vordergrund steht hier die Geschichte der beiden Frauen, die aber natürlich durch politische Ereignisse geprägt ist.

Das Buch lag ziemlich lange auf meinem SUB, vor allem weil ich Angst hatte, es könnte zu schwierig sein. Aber das ist es definitiv nicht. Es ist sehr angenehm zu lesen. Die Sprache ist angenehm und wie gesagt, man braucht sich keine Sorgen wegen der Politik machen. Das hat der Autor alles gut gelöst.

An dieser Stelle würden jetzt normalerweise die negativen Aspekte kommen, aber mir fallen beim besten Willen keine ein.

Dieses Buch hat mich begeistert und berührt. Ein wahrer Buchtipp!

 :tipp: 5ratten
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suray

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #20 am: 04. Juli 2010, 14:07:58 »

Oh ja, ein wunderbares Buch! Sehr traurig, aber auch sehr schön. Es hat mich sehr berührt!

Gruß suray
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Gruß suray

Papyrus

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #21 am: 15. Januar 2011, 23:49:34 »

Es wurde schon sehr viel zu diesem Buch geschrieben, ich kann mich fast nur wiederholen.

Der Autor zeigt uns in seinem zweiten Roman das Leben der Frauen in Afghanistan anhand von 2 Schicksalen.
Miriam, als uneheliches Kind aufgewachsen am Rande der Gesellschaft, und Laila, zu Hause in einem modernen, offenen Elternhaus.
Das Schicksal bringt die beiden Frauen zusammen und lässt den Leser teilhaben an ihren Leben. Einem Leben, geprägt von Gewalt, Intoleranz, Stolz, Islamismus, Fundamentalismus, Liebe und Hoffnung.

Khaled Hosseini ist ein ganz wunderbarer Geschichtenerzähler, ein wirklich großes Talent. Ich habe die Geschichte förmlich mit allen Sinnen miterlebt und bin vollkommen abgetaucht in diese Lektüre.
Ein dickes Lob gebührt dem Übersetzter, Michael Windgassen, denn ohne das entsprechende Gespür hätte das Buch wohl viel von seiner Faszination verlieren können.

Wie schon der Erstling ist es ein bedrückendes Buch, ein Buch welches mich emotional sehr berührt hat und mein erstes Lesehighlight in 2011

 5ratten :tipp:

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Tammy1982

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #22 am: 16. Januar 2011, 13:12:18 »

Hallo Ihr Lieben,

ich habe vor Kurzem auch dieses Buch gelesen. Musste es mir gleich kaufen, nachdem ich so begeistert von "Drachenläufer" gewesen bin und ich kann schon mal sagen, ich wurde nicht enttäuscht!

Meine Meinung:
Erzählt werden die Schicksale von Miriam und Laila. 2 Frauen in Afghanistan. Die Zeitspanne umfasst dabei die Jahre ab ca. 1965 bis fast in unsere heutige Zeit hinein. Man erlebt zusammen mit den beiden Frauen den Sturz durch die Russen, die Herrschaft der Russen, die Schreckensherrschaft der Taliban und schließlich gibt es einen ganz kleinen Ausblick auf die Zeit nach den Taliban.

Frauen hatten es in Afghanistan noch nie leicht, da die Doppelmoral der Afghanen und der teilweise irrsinnige Stolz der Männer den Frauen schon immer das Leben schwer gemacht haben. Der absolute Tiefpunkt aber der Frauenrechte erfahren die Frauen unter der Herrschaft der Taliban. Gleich nach der Machtergreifung bringen sie erstmal ein Manifest heraus, dass Frauen eigentlich das komplette Recht am Leben abspricht: Sie dürfen ohne männliche Begleitung nicht alleine auf die Straße, auf der Straße müssen sie komplett vermummt sein und der absolute Irrsinn ist, dass Frauen nicht arbeiten dürfen, sich aber Frauen nicht von Männern medizinisch behandeln lassen dürfen... Was bedeutet das???

Am Leben von Miriam und Laila erleben wir mit, wie doch teilweise hilflos die Frauen den Männern ausgeliefert sind und wie schwer sie es trotz der Gemeinschaft, die sie bald bilden, haben.

Miriam ist dabei von Anfang an nicht vom Glück begünstigt. Als uneheliches Kind hat sie es von Anfang an nicht leicht und wird schließlich gegen ihren Willen mit einem um einige Jahren älteren und v. a. sehr radikal eingestellten Mann verheiratet.
Laila genießt eine fast glückliche Kindheit in einer sehr offenen Familie. Die Mutter trauert zwar ihren Söhnen hinterher, aber der Vater unterstützt seine Tochter wo er nur kann und er prägt auch den Satz, dass es zumindest den Frauen unter der russischen Herrschaft um einiges besser ergeht, als vorher. Ohne zu wissen, wie es erst "danach" werden wird.

Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbünden sich die beiden Frauen schließlich und erdulden so gemeinsam Demütigungen, Schläge etc.

Während der Erzählung springt Khaled Hosseini zwischen den Erzählperspektiven und so erfährt man als Leser einmal die Sicht von Miriam und einmal die von Laila. Diese unterschiedlichen Erzählperspektiven haben bei mir noch zusätzlich dazu beigetragen, dass ich ziemlich gut mit den beiden Hauptprotagonistinnen mitleiden bzw. -fiebern konnte.

Alles in allem hat das Buch mich sehr bewegt, sehr mitgenommen und mir viel Stoff zum Denken hinterlassen. Die Sprache ist sehr einfach gehalten und viele Grausamkeiten werden gar nicht bis ins Detail geschildert, sondern nur über Randbemerkungen, fast Notizen erwähnt, haben aber für mich viele Dinge noch viel schlimmer gemacht.

Ein für mich sehr gelungenes Buch, dass mir, wie schon "Drachenläufer" die Geschichte Afghanistans um einiges näher gebracht hat, mir aber auch die Irrsinnigkeit und Grausamkeit der Taliban vermitteln konnte. Gleichzeitig aber auch ein Buch, dass die Zerrissenheit dieses Land gut darstellt und zeigt, dass es ein wohl noch ein langer Weg sein wird, bis das Land wirklich "frei" ist.

Für mich ein absoluter  :tipp:!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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Wendy

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #23 am: 27. Februar 2011, 10:54:44 »

Hallo, ihr Lieben!

Obwohl mir der "Kite Runner" sehr gefallen hat, hatte ich direkt danach nicht das Bedürfnis, Khaled Hosseinis zweites Buch zu lesen. Als mir aber die Eltern meines Freundes so davon vorgeschwärmt haben und wir uns gegenseitig "das andere von Hosseini" empfohlen haben, hab ich mir das Ding schließlich zum halben Preis gekauft und es musste nicht mal sooo lange auf dem SUB warten.



Meine Meinung:
In dieses Buch bin ich praktisch hineingepurzelt. Es subbte fröhlich vor sich hin, seit etwa ein oder zwei Monaten, und strahlte mich mit seinem tausend Sonnen Cover an. Ich dachte, ich lese kurz die erste Seite... eine halbe Stunde später war ich voll in der Geschichte drin und ein Zugfahrt danach hatte ich die ersten 150 Seiten schon hinter mir und alles Andere war vergessen.

Zuerst lernen wir als Leser Mariam kennen, mit der ich mich sofort identifizieren konnte und die mir daher sofort sehr nahe war. Ein Vater, der nie da ist, aber trotzdem irgendwie versucht, von seiner Tochter geliebt zu werden, davon kann auch ich ein Lied singen. Und eine verbitterte Mutter, die alles tut, um den Vater schlecht dastehen zu lassen, unverständlich für die noch sehr junge Mariam, ist mir ebenso wenig fremd. Mariams kleines Leben hat mir - so wenig perfekt es auch sein mag - sofort gefallen und ich habe mit ihr mitgefiebert, dass ihr Vater Jalil bei seinem nächsten Besuch ein Geschenk mitbringt.  :breitgrins:
Als dann die Geschehnisse ihren Lauf nehmen und Mariam schließlich als zwangsverheiratete Frau von Rasheed endet, war ich erstaunt davon, wie sie ihr Schicksal erträgt. Ein leichtes Leben hat Mariam bis dahin schon nicht... und der wahre Krieg hat noch nicht einmal begonnen.

Mein absoluter Liebling in diesem Buch ist aber Laila. Ein junges, kluges Mädchen, gesegnet mit einem gebildeten und modernen Vater, der ihr Dinge bebringt und sie offensichtlich sehr liebt. Laila und ihr bester, einbeiniger Freund Tariq (:flirt:) sind mir fast noch schneller ans Herz gewachsen als Mariam. Die Schicksalsschläge, die Laila hinnehmen muss, haben mich aber noch ein wenig härter getroffen, vielleicht, weil in ihrem Leben auch eine kleine Liebesgeschichte vorkommt. Dass ein einziger Mensch so viel Leid erfahren kann... ich habe nur geheult! :heul:

Khaled Hosseini hat mich mit diesem Buch wirklich für sich gewonnen. Der gehypte "Kite Runner" war zwar gute Lektüre, aber ein wenig überdramatisiert und gekünstelt. Dieses Buch - obwohl auch hier wirklich viele tragische Dinge denselben Personen passieren - wirkt wesentlich glaubhafter, schockierender und war mir während der Lektüre viel näher, vielleicht auch, weil es um zwei Frauen geht, die die grausamen Regeln der Taliban am eigenen Körper erfahren. Dass da tatsächlich singen und lachen (!) verboten sind, war mir geradezu unvorstellbar. Mein Wissen über Afghanistan war trotz Hosseinis Debütroman sehr beschränkt. Dieser Roman war nicht nur ein fantastisches Leseerlebnis, sondern hat mir auch einen wesentlich besseren Einblick in die Geschehnisse dort gegeben. Jede Familie und jede Frau, die diese Zeit überstanden hat, hat meinen Respekt.
Das Ende des Romans hat mir unglaublich gut gefallen. Teils vorhersehbar, teils völlig überraschend (für die ahnungslose Wendy zumindest  :breitgrins:) hat es die Geschichte doch genau so abgerundet, dass alles stimmig war und ich wieder mal Rotz und Wasser geheult habe.

5ratten :tipp:

Liebe Grüße,
Wendy

P.S.: Wenn Hosseini einer der Autoren ist, die mit jedem Buch auch als Autor wachsen, schafft er es bald auf meine Auto-Buy-Liste.  :zwinker:
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Schokomaus

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #24 am: 18. März 2011, 20:39:31 »

Vorweg: Auch von mir gibt es für dieses wunderbare Werk 5ratten und einen :tipp: .

Nach den ersten paar Seiten dachte ich, dass es für mich schwer sein würde, mich in die Szenen, die Personen und die Umgebung Afghanistans einzufinden, da dieses Genre bzw. diese Welt für mich total fremd ist, und ich wollte das Buch erst an die Seite legen, doch dann packte mich der Sog mit einem Mal, und ich konnte fast nicht mehr aufhören zu lesen.

Das Schicksal beider Frauen ist mir wahnsinnig nahe gegangen, und sämtliche Beschreibungen und Darstellungen der Gepflogenheiten dieses Landes waren in meinen Augen so gelungen, dass ich den Staub der Straßen bald auf der Zunge schmecken konnte.
Es war mir so gut wie unmöglich, zwischendurch zu pausieren, am liebsten hätte ich noch unter der Dusche weitergelesen. Ich habe jede freie Minute genutzt, und wenn es nur eine Seite war, die ich genießen konnte. Der Erzählfluss stockt nicht ein einziges Mal, im Gegenteil, er rauschte immer schneller und schneller und riss mich auf der Stelle mit.

Trotz des traurigen, besser gesagt, unglaublich menschenverachtenden und brutalen Hintergrunds ist dieses Buch für mich wie ein Wohlfühlbuch, da ich bis jetzt aus dem Schwärmen noch nicht wieder ganz heraus gekommen bin.

"Tausend strahlende Sonnen" war für mich das erste Buch von Hosseini, aber den "Drachenläufer" möchte ich nun auch noch unbedingt lesen.
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Pandora

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #25 am: 30. November 2011, 20:30:03 »

Hilfe, ich traue mich ja kaum, meine Rezension hier einzustellen, bei so vielen positiven Meinungen. Aber da es ein SLW-Buch ist, bleibt mir keine Wahl als das kleine Miesmacherchen zu spielen, ich fand dieses Buch nämlich schrecklich.  :sauer:

Ich habe vor einigen Jahren Hosseinis „Der Drachenläufer“ gelesen, das mir damals sehr gefallen hat. Leider ist es zu lange her, um zu sagen, ob ich es heute auch noch mögen würde oder um es in Beziehung zu „Tausend strahlende Sonnen“ zu setzen.
Eigentlich lese ich ungern Romane über Frauenschicksale, weil sie sich so oft in Sensationslust, Kitsch und Klischee ergehen. Aber Hosseini, der mir als literarischer Autor im Gedächtnis geblieben ist, dachte ich, wird das Thema sicher differenzierter und tiefgehender anpacken. Oder?

Es gibt zwei positive Dinge, die ich vorweg sagen kann. Zum einen, dass der Roman mich, wie schon der Drachenläufer, dazu angeregt hat, mich mit den historischen Hintergründen zu befassen, denn da hatte und habe ich definitiv große Wissenslücken. Ich kann nicht sagen, dass ich immer mochte, wie Politik und Geschichte in die Erzählung integriert wurde. Teils werden sie ungelenk eingestreut und unterscheiden sich im Ton her sehr vom Rest, was seltsame Brüche erzeugt. Aber ich schätze es, dass diese Hintergründe da sind und sich durch das ganze Buch ziehen.

Die zweite Sache, und mir erscheint das langsam als das traurigste, was man über ein Buch sagen kann, weil es das ist, was man sagt, wenn einem eigentlich nicht viel Positives zu einem Buch einfällt: Es ließ sich flott und flüssig weglesen. Unterhaltsam erzählen kann Hosseini nämlich. Er landet nicht umsonst allerorts auf den Bestsellerlisten.

Der Rest des Buches hat mir Anfangs nur leises Stirnrunzeln, später Kopfschmerzen und gegen Ende nur noch unterdrücktes Zähneknirschen beschert. Hätte man so eine Geschichte noch konstruierter, klischeehafter und vorhersehbarer erzählen können?
Viele der verwendeten Handlungsmuster könnte man auch in einem handelsüblichen Groschenroman antreffen und sie sind so abgegriffen, dass man ohne Probleme die Folge von Schicksalsschlägen bis zum unerträglich verkitschten Ende vorhersagen kann. Die ganze Geschichte um Lailas Jugendliebe, um nur ein Beispiel zu nennen, hätte abgedroschener nicht verlaufen können.
Auch die nicht besonders raffinierte Konstruktion des Plots trägt nicht dazu bei, den Roman weniger plump zu machen. Will man vorführen, wie schlimm die medizinischen Zustände für Frauen unter den Taliban sind, lässt man sie praktischerweise ein Kind in Steißlage haben, so dass man zu einer Kaiserschnittszene ohne Betäubung kommt, etc.

Die weiblichen Figuren sind interessant angelegt, bleiben aber eindimensional. Sie sind meist Opfer, die ihre einzige Stärke aus ihrem Mutterinstinkt ziehen. Als wäre das alles, was eine Frau bewegt. Für mich zeigt sich ein Defizit des Autors, entweder nicht tief genug in die Psyche seiner weiblichen Figuren eindringen zu wollen, oder es schlicht nicht zu können.
Das eigentliche Potential der Geschichte hätte im Verhältnis dieser beiden Frauen gelegen, wofür sie natürlich komplexer hätten sein müssen. So konstruiert sie der Autor unter erneuter Nutzung abgedroschener Handlungselemente von Fremden zu Feinden zu Verbündeten.
Emotionen, die beim Leser geweckt werden, entwickeln sich selten aus dem Innenleben dieser Figuren heraus, sondern werden durch häufig eingestreute Gewaltszenen erregt, die in ihrem gezielten Einsatz schon fast plump wirken. Wer bleibt schon kalt dabei, wenn einer Frau mit der Gürtelschnalle ins Gesicht gedroschen wird?

Ich weiß, dass Frauen in diesen Regionen schlimme Dinge erleiden mussten und müssen. Teilweise schlimmere Dinge, als in diesem Buch zu lesen sind. Und gerade deshalb hätte ich mir ein sensibles Buch gewünscht, dass ohne Effekthascherei und die üblichen Klischees auskommt. „Tausend strahlende Sonnen“ ist meilenweit davon entfernt. Es ist ein Roman, der um jedem Preis beeindrucken will und letztlich dadurch seine Sensibilität verliert. Als Leser mag man vielleicht von der geschilderten Grausamkeit und von den durch geschicktes Erzählen herbeigeführten Schockmomenten berührt sein, aber bei mir bleibt da ein bitterer Beigeschmack. Letztlich manipuliert es seinen Leser zur Ergriffenheit, indem es ihm schlimme Dinge vorsetzt. Aber nicht, indem es tief in komplexe Figuren eindringt oder eine ungewöhnliche Geschichte erzählt.
Dieses Buch ist viel zu glattpoliert und kalkuliert auf ein Massenpublikum getrimmt, um sich wesentlich von dem zu unterscheiden, was von den Kritikern so gerne Trivialliteratur geschimpft wird.

Manchmal gibt es solche Bücher, die so viele Menschen großartig finden, dass man ein wenig an sich zu zweifeln beginnt. Aber auch nach längerem Überlegen kann ich diesem Buch nicht mehr abgewinnen, eher im Gegenteil, es wird immer schlechter, je mehr ich darüber nachdenke. Deshalb lasse ich es hiermit bewenden und vergebe:

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schokotimmi

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #26 am: 02. Dezember 2011, 21:21:16 »

Hallo Pandora,

eine interessante Rezi die mir das Buch in Erinnerung gebracht hat. Ich habe zum Vergleich auch noch mal meine Gedanken gelesen und muss feststellen, dass ich aus heutiger Sicht auch nicht mehr so gut bewerten würde. 2,5-3 Ratten wären es maximal für Spannung, einige neue Ansichten und Erkenntnisse. Insgesamt sind mir aber viel mehr negative, als unpassend oder unplausibel empfundene Szenen in Erinnerung geblieben.
Den Vorgägnger "Drachenläufer" dagegen habe ich noch weit aus positiver in Erinnerung, auch wenn ich damals auf den Film liebend gern verzichtet habe und auch ein Reread mich überhaupt nicht reizt.

Ich hoffe sehr, dass das Buch für dich nicht noch viel schlechter wird, denn dann wären wir ja bald bei null Ratten.  :zwinker:

Viele Grüße
schokotimmi
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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #27 am: 02. Dezember 2011, 22:19:07 »

Der Rest des Buches hat mir Anfangs nur leises Stirnrunzeln, später Kopfschmerzen und gegen Ende nur noch unterdrücktes Zähneknirschen beschert. Hätte man so eine Geschichte noch konstruierter, klischeehafter und vorhersehbarer erzählen können?

Interessant. Mir ging es nämlich so mit dem Drachenläufer. Der Anfang (bis ihr-wisst-schon-was passiert als die zwei Kinder sind) war toll, danach gab es mir viel zu viele Zufälle und schicksalshafte Momente. :rollen:
Es stimmt schon, in diesem Roman kommt das - zumindest auf Lailas Geschichte bezogen - auch wieder ein bisschen vor, aber ich empfand es nicht als so störend. So können sich die Geister scheiden.

Hosseini ist sicherlich so ein Autor, der mit Schockern seine Leser(innen) zu Emotionen zwingt. Einerseits stört mich das genauso wie dich, andererseits ist es doch genau das, was wir von Büchern wollen, oder? Bewegt werden. Eine Chance kriegt er ejdenfalls noch. Vielleicht findet er in seinem nächsten Roman seine Mitte.  :breitgrins:
Bei dieser Effekthascherei denke ich immer an Nicholas Sparks - den halte ich genau deshalb nämlich gar nicht mehr aus. Aber Hosseini hat sich seine verlorenen Punkte mit "Tausend strahlende Sonnen" zumindest bei mir wieder wettgemacht.
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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #28 am: 03. Dezember 2011, 09:08:41 »

Ich kenne bisher auch nur die Fraktion "Sonnen hui - Drachenläufer pfui"; die umgekehrte Seite lese ich hier auch zum ersten Mal.

Ich kann mich an alle Punkte erinnern, die als Kritik angeführt werden, aber ich habe es auch gar nicht als negativ empfunden. Für mich ist "TsS" ein Buch, das ich selbst gerne besitzen möchte, ich hatte es mir nämlich leider nur ausgeliehen. Und unbedingt muss ich den Drachenläufer nun doch nicht mehr lesen.
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Pandora

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #29 am: 09. Dezember 2011, 22:03:34 »

@schokotimmi: Ehrlich gesagt standen unter der Rezension auch schon mal 0 Ratten, so im ersten Frust. Dann bin ich noch einmal in mich gegangen und habe doch mehr vergeben, weil ja nicht alles schlecht war.

Der Rest des Buches hat mir Anfangs nur leises Stirnrunzeln, später Kopfschmerzen und gegen Ende nur noch unterdrücktes Zähneknirschen beschert. Hätte man so eine Geschichte noch konstruierter, klischeehafter und vorhersehbarer erzählen können?

Interessant. Mir ging es nämlich so mit dem Drachenläufer. Der Anfang (bis ihr-wisst-schon-was passiert als die zwei Kinder sind) war toll, danach gab es mir viel zu viele Zufälle und schicksalshafte Momente. :rollen:
Es stimmt schon, in diesem Roman kommt das - zumindest auf Lailas Geschichte bezogen - auch wieder ein bisschen vor, aber ich empfand es nicht als so störend. So können sich die Geister scheiden.

Hosseini ist sicherlich so ein Autor, der mit Schockern seine Leser(innen) zu Emotionen zwingt. Einerseits stört mich das genauso wie dich, andererseits ist es doch genau das, was wir von Büchern wollen, oder? Bewegt werden. Eine Chance kriegt er ejdenfalls noch. Vielleicht findet er in seinem nächsten Roman seine Mitte.  :breitgrins:
Bei dieser Effekthascherei denke ich immer an Nicholas Sparks - den halte ich genau deshalb nämlich gar nicht mehr aus. Aber Hosseini hat sich seine verlorenen Punkte mit "Tausend strahlende Sonnen" zumindest bei mir wieder wettgemacht.

Wie gesagt, ich erinnere mich kaum mehr an den Drachenläufer. Gut möglich, dass ich ihn heute auch nicht mehr mögen würde. Ich probiere es lieber nicht aus.

Natürlich will man von Büchern emotional angeregt werden, das stimmt schon. Aber ich persönlich finde nicht, dass diese Schockeffekte allein wirklich tiefe Emotion erzeugen können. Dafür müssten sie aus der Tiefe der Figuren oder der Handlung kommen, aber da ist einfach keine. Ich bin ja ein großer Verfechter von "Show, don't tell" und Hosseini gehört zu den Autoren, die das so gar nicht beherrschen. Wenn ein Autor das wirklich kann, dann braucht er keine Schockeffekte, dann empfindet man automatisch mit seinen Figuren. Oder zumindest bin ich so gestrickt, bei anderen mag das sicher anders sein.

@Schokomaus: Ich würde es zum Portopreis abgeben. Weltbildausgabe. Einmal gelesen. Kannst mir ja eine PN schicken, falls du Interesse hast.  :smile:
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