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Autor Thema: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen  (Gelesen 4081 mal)

Karthause

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Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« am: 04. September 2007, 18:58:44 »

Gebundene Ausgabe: 381 Seiten
Verlag: Bloomsbury
ISBN-10: 3827006716
22,00 EUR

Kurzbeschreibung www.amazon.de
In seinem neuen Roman erzählt Khaled Hosseini wieder eine zutiefst bewegende Geschichte aus seinem Heimatland: vom Leid und der Ohnmacht, aber auch vom außergewöhnlichen Mut zweier afghanischer Frauen. :Die unehelich geborene Mariam wird mit fünfzehn ins ferne Kabul geschickt, wo sie mit dem dreißig Jahre älteren Witwer Rashid verheiratet wird. Zwanzig Jahre später erlebt Leila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Auch ihr bleibt keine Wahl: Nachdem ihre Familie bei einem Bombenangriff getötet wurde und sie erfährt, dass auch ihr Jugendfreund Tarik, den sie seit gemeinsamen Kindertagen liebt, angeblich ums Leben gekommen ist, wird sie Rashids Zweitfrau. In dem bis dahin kinderlos gebliebenen Haushalt bringt Leila nacheinander eine Tochter und einen Sohn zur Welt. Während der Taliban-Herrschaft machen Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt das Leben der Familie zur Qual. Die Not lässt die an sich so unterschiedlichen Frauen zu engen Freundinnen werden und ihre Stärke schließlich ins Übermenschliche wachsen. Khaled Hosseini gelingt es wie beim Drachenläufer auf unvergleichliche Weise, seine Figuren so lebendig und authentisch werden zu lassen, dass der Leser sie lange nicht vergisst.

Über den Autor
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl. Er lebt heute als Arzt und Autor in Kalifornien. Sein Roman Drachenläufer erschien in 40 Sprachen und hat eine Weltauflage von 7 Millionen Exemplaren.

Meine Meinung
Mit großen Erwartungen begann ich diesen neuen Roman von Khaled Hosseini und gleich vorweg, ich wurde nicht enttäuscht.

Mariam wurde im Jahr 1959 unehelich in Herat geboren. Mit ihrer Mutter, Nana, lebte abgeschieden und die für das Mädchen viel zu seltenen Besuche des geliebten Vaters, er besuchte sie jeden Donnerstag, waren die Höhepunkte in Mariams Leben. Als sie 15 war, nahm sich die Mutter das Leben. Mariam suchte Zuflucht bei ihrem Vater und dessen Familie. Kurzzeitig nahm er seine uneheliche Tochter auf, wollte seine Familie aber nicht ständig mit dem Zeugnis seiner Schande konfrontieren und verheiratete sie mit dem dreißig Jahre älteren Kabuler Schuhmacher Raschid.

Die Ehe verlief von Beginn an nicht glücklich. Als nach mehreren Fehlgeburten klar wurde, dass Mariam ihrem Mann keinen Sohn schenken konnte, wurde ihr Leben zur Hölle.

Fast zwanzig Jahre später nahm Raschid die verwaiste, junge Laila ins Haus und heiratete auch sie. Laila stammte aus einer Familie, in der Bildung, auch für Mädchen als sehr wichtig angesehen war. Für sie tat sich im Hause Raschids eine ganz andere Welt auf als sie bisher kannte. Ganz langsam, bedingt durch die gemeinsamen zu ertragenden Qualen des Alltags, kamen die so unterschiedlichen Frauen sich näher. Im täglichen Kampf ums Überleben entwickelte sich schließlich eine tiefe Freundschaft.

Die gesamte Handlung wurde fest mit den historischen Ereignissen in Afghanistan verknüpft. Diese wurden aber von Khaled Hosseini nicht als Rahmenhandlung abgetan. Er ließ uns die Auswirkungen des politischen Geschehens auf die Bevölkerung und die Protagonisten spüren. So der Leser Zeuge des Einmarsches sowjetischer Truppen in das Land, aber auch als Afghanistan zur Islamischen Republik Afghanistan wurde, zeigte er die Folgen, die vor allem die Frauen betrafen, ungeschönt auf.

Khaled Hosseini beschrieb eindrucksvoll den schwierigen Alltag, der von den Frauen zu meistern war. Es wurde sehr deutlich gemacht, wie das tägliche Leben für alle immer problematischer wurde. Das Ganze fand seinen dramatischen Höhepunkt mit der Schreckensherrschaft der Taliban. Öffentliche Hinrichtungen waren an der Tagesordnung, Frauen wurden von Sittenwächtern geprügelt, wenn sie sich ohne männliche Begleitung in der Öffentlichkeit bewegten oder nicht den Bekleidungsvorschriften entsprechend gekleidet waren.

Die Handlung wurde begleitet von Kampf, Gewalt und Blutvergießen. Trotzdem zeichnete Hosseinis Roman kein düsteres Bild seines Landes, ganz zum Schluss schloss sich der Kreis des Geschehens und ein Funke Hoffnung für eine friedliche und freie Zukunft wurde sichtbar.

Dem Autor gelang es wunderbar, mir das Leben in Afghanistan nahe zu bringen. Ich konnte mich problemlos in die Protagonisten hinein versetzen und deren Gedanken und Gefühle nachvollziehen, obwohl diese einen mir recht fremden Kulturkreis entstammen. „Tausend strahlende Sonnen“ ist ein atmosphärisch dichter und in einer wunderbaren Sprache geschriebener Roman mit hervorragend ausgearbeiteten Charakteren. Auch die Übersetzung hat dem Buch nichts von seiner Tiefe genommen.

Ich fühlte mich von diesem Roman eingefangen und begab mich auf die Reise in ein fernes Land zu Personen, die mir beim Lesen ans Herz wuchsen, mit denen ich litt und die kleinen Freuden teilte. Es war eine Lesereise auf der ich auch gefühlsmäßig stark gefordert wurde, oft musste ich tief durch atmen, an anderen Stellen war ich nur noch fassungslos, dann wieder konnte ich schmunzeln. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, es war für mich ein Leseerlebnis, das sich mir nicht allzu oft bietet und immer noch in mir nachklingt.

 5ratten

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Karthause :schmetterling:

Die Kunst zu lesen, in ein Buch hineinzufallen, darin zu versinken, kaum noch auftauchen zu können, ist ein Stück Lebenskunst.
Elke Heidenreich

dubh

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #1 am: 08. Oktober 2007, 12:38:52 »



Khaled Hosseini, Tausend strahlende Sonnen
(Bloomsbury Berlin, August 2007)
ISBN 978-3-8270-0671-4
384 Seiten; € 22.- (HC)
Originaltitel: A Thousand Splendid Suns



Zum Autor (von der Verlagsseite):
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul, Afghanistan, geboren. Er ist das älteste von fünf Kindern eines Diplomaten und einer Lehrerin. 1976 zog seine Familie nach Paris, wo sein Vater eine Stelle in der Botschaft Afghanistans übernahm. 1980 sollte ihn der diplomatische Dienst wieder nach Afghanistan zurückführen. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich das Land, nach einem blutigen kommunistischen Staatsstreich, im Krieg mit den sowjetischen Invasoren. Khaled Hosseini und seine Familie erhielten 1980 politisches Asyl in den Vereinigten Staaten und zogen nach San Jose in Kalifornien. Nach Abschluss der San Diego Universität lebt Kahled Hosseini heute als Arzt in Nordkalifornien. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Zum Inhalt (ebenfalls von der Verlagsseite):
Die unehelich geborene Mariam wird mit fünfzehn ins ferne Kabul geschickt, wo sie mit dem dreißig Jahre älteren Witwer Rashid verheiratet wird. Zwanzig Jahre später erlebt Leila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Auch ihr bleibt keine Wahl: Nachdem ihre Familie bei einem Bombenangriff getötet wurde und sie erfährt, dass auch ihr Jugendfreund Tarik, den sie seit gemeinsamen Kindertagen liebt, angeblich ums Leben gekommen ist, wird sie Rashids Zweitfrau. In dem bis dahin kinderlos gebliebenen Haushalt bringt Leila nacheinander eine Tochter und einen Sohn zur Welt.
Während der Taliban-Herrschaft machen Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt das Leben der Familie zur Qual. Die Not lässt die an sich so unterschiedlichen Frauen zu engen Freundinnen werden und ihre Stärke schließlich ins Übermenschliche wachsen.

Meine Meinung:
Selten hat ein Autor menschliche Schicksale so greifbar, so erschreckend "nah" beschrieben: Mariam, als uneheliches Kind geboren, erlebt schreckliche Dinge in ihrem noch jungen Leben zu Beginn der 60er Jahre in Afghanistan - sie wird selbst von ihrer Mutter ab und an harami genannt, ein Begriff, der für etwas Unerwünschtes steht, das wird ihr schnell klar. Und so sind die wöchentlichen Besuche ihres Vaters ihr ein und alles. Doch als sie eines Tages die Mutter erhängt vorfindet, geht alles recht schnell: der Vater holt sie zwar zu sich, doch seine Frauen und Kinder ertragen den "Schandfleck" in ihrem Haus nicht lange und so wird Mariam einfach mit einem dreißig Jahre älteren Mann verheiratet. Und auch das Leben dort wird schnell zum Albtraum - Raschid ist jähzornig und brutal, Mariam zudem einsam.
Zwanzig Jahre später heiratet Mariams Mann ein zweites Mal, wenngleich auch eine ebenso junge Frau wie Mariam es bei ihrer Hochzeit auch war. Er nimmt es Mariam übel, dass sie ihm keinen Sohn gebären konnte und so muss Leila, seine Zweitfrau, diese Aufgabe erledigen...

Vor allem ging mir das Schicksal der beiden Frauen nahe - ich war nach manchen Seiten so betroffen, dass ich das Buch erst einmal aus der Hand legen musste. Zum Beispiel wird von einer Situation erzählt, in der Mariam ihrem Mann wegen des Essens widerspricht, er daraufhin Kieselsteine holt und sie zwingt diese in den Mund zu nehmen und so lange zu kauen bis sie Blut und Trümmer der Backenzähne ausspuckt.
Trotz solcher furchtbarer Szenen gibt es auch immer wieder Szenen voller Mut, Freundschaft und auch kleinen Glücks - Hosseini schafft es wunderbar, dass man sich in die authentisch geratenen Figuren einfühlen kann, sich mit ihnen fürchtet und mit ihnen weint, aber sich auch mit ihnen freut. Außerdem hat er die Geschichte der letzten Jahrzehnte seines Heimatlandes wunderbar mit eingeflochten - eines Landes, das fast täglich in unseren Nachrichten auftaucht und über das wir doch so wenig wissen. Und so wird einem die Tragweite der sowjetischen Invasion ebenso deutlich wie die Auswirkungen auf die Bevölkerung (und allen voran die Frauen) nach der Machtergreifung der Taliban bewußt...

Aber die große Stärke Hosseinis liegt sicherlich in seiner Einfühlsamkeit mit der er den (Leidens-)Weg von Mariam und Leila erzählt und ganz erstaunlich ihre innerste Gefühlswelt inmitten von männlicher Willkür für uns offen legt.

Fazit: Nicht nur ein trauriges Buch - aber ein einfühlsames, das uns die Menschen in einem kriegsgeplagten Land nahebringt und sicherlich auch eine Hommage an die ehemals weltoffene Hauptstadt Kabul ist.

 5ratten

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dubh
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whiskers

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #2 am: 31. Juli 2008, 07:10:17 »

Zum Inhalt des Buches wurde bei den obigen Rezis eigentlich schon genug und ausfuehrlich geschrieben, deshalb werde ich jetzt nur kurz meine Meinung kundtun. :smile:

Nachdem mich vor einiger Zeit schon "Der Drachenlaeufer" begeistert hat, hat mich dieses neue Buch von Khaled Hosseini auch nicht enttaeuscht.
Diesmal geht es vorrangig um das Schicksal der Frauen in Afghanistan, am Beispiel von der unehelich geborenen Mariam und der huebschen Leila, die als Lehrerstochter eigentlich ganz andere Ambitionen hatte, als ausgerechnet die Zweitfrau eines sehr viel aelteren Mannes zu werden.
Der Autor beschreibt das Leben, die Wuensche und Gedanken der beiden Frauen von Kindheit an, so dass man sich sehr gut in die Charaktere einfuehlen kann. Auch auf die politische und gesellschaftliche Situation wird eingegangen und dadurch hatte ich keine Probleme, mir das Leben in Afghanisten sehr bildhaft vorzustellen.
Ich habe zwar gewusst, dass das Leben unter dem Regime der Taliban vor allem als Frau kein Zuckerschlecken war, aber trotzdem bin ich beim Lesen des oefteren darueber erschrocken, wie schlimm es wirklich war. So gab es fuer Frauen z.B. nur mangelhafte medizinische Versorgung, am liebsten waere sie wohl ganz verwehrt worden. :sauer:
Schutz vor pruegelnden Ehemaennern gab es auch keinen, sondern das Verhalten wurde wohl noch erwartet.
Trotzdem lernt man auch einige kluge und gutmuetige Menschen kennen, wie auch im wirklichen Leben.
Manchmal hatte ich das Gefuehl, als ob der Autor absichtlich auf die Traenendruese drueckt, aber im Allgemeinen hat es mich nicht gestoert. Schliesslich gibt es tatsaechlich Menschen in Afghanistan, denen es so aehnlich ergangen ist. Ausserdem hat er so ein Erzaehltalent, dass man die Geschichte gerne und gefesselt liest.

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Austen

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #3 am: 05. August 2008, 17:49:57 »

Es ist doch oft so, dass wenn man, nach einem tollen Buch - so wie Drachenläufer - das nächste Buch des Autors liest, man dann enttäuscht ist und irgendwie auch immer vergleicht. Diese Gefühl hat sich bei Tausend strahlende Sonnen keinesfalls eingestellt.

Toller Roman, interessant immer wieder der geschichtliche und politische Hintergrund von Afghanistan und die Auswirkungen der jeweiligen Machthaber auf die Bevölkerung. Sehr gut beschrieben die Beziehung bzw. Nichtbeziehung des Mannes zu seinen beiden Frauen, die Beziehung der Frauen untereinander, die unterschiedliche ERziehung eines Jungen und eines Mädchens. Einzelne Szenen witzig, wie der Fernseher immer aus Angst vor den Taliban vergraben wird, dann immer wieder aus seinem Loch herausgeholt wird. Interessante Details, so dass z.B. die Afghanen total fasziniert von dem Film Titanic waren.

Von mir bekommt das Buch die Höchstwertung, ich weiß nur nicht, wie ich zu diesen Ratten komme...
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Lesen ist Schokolade für die Seele!

Blume88

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #4 am: 10. August 2008, 21:19:47 »

Also ich bin auch mit sehr hohen Erwartungen an das Buch rangegangen, doch - wie ihr bereits gesagt habt - die wurden echt nicht enttäuscht. Es ist schon ein Weilchen das ich es gelesen haben, doch nach wie vor ergreift mich die Geschichte wenn ich daran denke. Einfach nur schön, und doch auch sehr tragisch! War während des Lesens oft auch wütend auf diesen schrecklichen Rashid, was zeigt wie sehr mich das Buch und die Geschichte mitgenommen hat!

Weiß jemand ob es, so wie der Drachenläufer, verfilmt werde soll?

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Emily

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #5 am: 19. September 2008, 22:25:11 »

Wie schon „Drachenläufer“ ist auch dies wieder ein fesselndes und bewegendes Buch über das Leben und Überleben in Afghanistan. Hosseini schafft es, einem dieses Leben und die Geschichte dieses Landes näher zu bringen, ohne jemals lehrerhaft zu wirken.
Mariam und Leila durchleben die Jahre der sowjetischen Besetzung, der „Befreiung“ durch die Mudschaheddin und die Zeit unter der Herrschaft der Taliban.
Wie viel  Leid diese Menschen zu ertragen haben, ist für die meisten kaum vorstellbar. Auch wenn es sich bei dem Roman um eine fiktive Geschichte handelt, erzählt er doch nur, was unendlich vielen Menschen wahrhaftig geschehen ist und noch immer geschieht.
Hosseini geht sehr sparsam mit den grausamen Bildern des Krieges um. Dadurch wirken die wohl dosierten Berichte von Bombenopfern und Hingerichteten nur noch stärker. Das Bild der hysterischen Mutter, die die Körperteile ihrer Tochter in der Schürze sammelt wird mir nie wieder aus dem Kopf gehen.
Dieses Buch gehört zu denen, die anschließend erstmal eine Pause verlangen um verdaut zu werden. Man kann es nicht einfach zuschlagen und sich der nächsten Geschichte widmen, Leila und Mariam werden mich noch lange in Gedanken begleiten.
Auch wenn dieses Buch alles andere als leichte Lektüre ist, werde ich es noch sehr oft weiter empfehlen.

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leseliese

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #6 am: 31. Oktober 2008, 18:44:57 »

Mich hat dieses Buch ebenfalls sehr ergriffen! Ich kann es auch nur jedem empfehlen!

Von mir auch:

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:leser:
Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

cori

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Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #7 am: 09. Dezember 2008, 09:12:35 »



Khaled Hosseini, der schon mit seinem Romandebüt Drachenläufer begeisterte, erzählt von der Freundschaft, diesmal der zweier Frauen, im krisengeschüttelten Afghanistan der letzten Jahrzehnte. Dabei entfaltet sich die Handlung des Romans vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen: die kommunistische Republik der 80er-Jahre, deren Sturz, die Bürgerkriege und die Machtübernahme durch die Taliban, der 11. September und seine Folgen - die Umwälzungen und Ereignisse sind aufs Engste mit dem persönlichen Schicksal der Romanfiguren Mariam und Laila verwoben. Deren Martyrium im Haus ihres gewalttätigen Ehemanns ist dabei sicherlich kein fiktiver Einzelfall - noch heute sind über 90% der afghanischen Frauen Analphabetinnen, eine Gleichberechtigung mit den Männern liegt in weiter Ferne, das Tragen der Burka ist gerade in ländlichen Gebieten nach wie vor üblich.

(Quelle: Amazon)

Nun, ich höre das Buch momentan, möchte es aber als Lesebuch vorstellen, weil Hörbücher sind ja nicht Jedermanns Sache. Selten hält mich ein Buch in der Nacht wach. Dieses hier schon einige Nächte. Man möchte in die Zeilen hineinkriechen und den Handlungsverlauf ändern. Man möchte helfen, man bekommt Aggressionen gegen altmodische Ansichten. Dieses Buch ist so wunderbar geschrieben, wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe (in dem Fall,...!). Sprachliche Weltklasse und spannende Erzählung. Das Buch schüttelt und rüttelt einen auf, man lebt mit, man zittert mit, es ist phantastisch und so unendlich traurig.
Ich möchte es Euch ans Herz legen. Dringend.

Daher:  5ratten 
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dubh

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #8 am: 09. Dezember 2008, 09:40:05 »

Hallo cori,

manchmal spinnt die Suchfunktion ein wenig, aber um Doppelthreads zu vermeiden:

Hier gibt es bereits einen zu Khaled Hosseinis Buch "Tausend strahlende Sonnen"...

Liebe Grüße
dubh
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cori

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #9 am: 09. Dezember 2008, 11:47:25 »

Ah Danke! Hab ich nicht gesehen! Danke. lg cori
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nimue

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #10 am: 09. Dezember 2008, 19:04:27 »

manchmal spinnt die Suchfunktion ein wenig

Gaaaaar nicht! :pueh:
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

dubh

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #11 am: 09. Dezember 2008, 22:28:53 »

manchmal spinnt die Suchfunktion ein wenig

Gaaaaar nicht! :pueh:

Ohohhh, entschuldige bitte, Nimue!
Aber kürzlich habe ich selbst einen Doppelthread angelegt, weil meine Suchfunktion nichts ausgespuckt hat! Es ging um Yaşar Kemals "Memed mein Falke"...
Lag bestimmt an meinem Rechner, ich bin mir sicher! :stillgestanden: :zwinker:

Liebe Grüße
dubh
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tjaa

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #12 am: 19. Februar 2009, 22:49:18 »

Eigentlich wurde schon alles gesagt, was man über dieses Buch sagen kann. Man muss es einfach lesen.
Ich habe die englische Originalversion des Buches A Thousand Splendid Suns gelesen. Ich glaube, so schnell habe ich schon lang kein Buch mehr gelesen, ich lese recht langsam, vor allem in Fremdsprachen. Doch dieses Buch hat mich so gefesselt, die Schicksale von Mariam und Laila haben mich so ergriffen, und die Stärke der Frauen hat mich umgehauen. Man erfährt etwas über ein Land, die Menschen und die Geschichte, wie man es aus den Nachrichten kaum kennt. Man leidet mit den Personen, freut sich mit ihnen, kämpft mit ihnen.
Wirklich einfach nur empfehlenswert!

 5ratten
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:lesen: Jonathan Safran Foer - Extremely loud and incredibly close

Kratzbürste

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #13 am: 04. März 2009, 21:46:49 »

Ich habe es noch gelesen, bevor ich den Drachenläufer gelesen habe. Und mir hat "Tausend strahlende Sonnen" im Nachhinein auch besser gefallen. Die Freundschaft und die Stärke dieser beiden ungleichen Frauen hat mich sehr beeindruckt. Und auch die Schilderungen über das Taliban-Regime waren sehr erschütternd. Ein Buch, das man gelesen haben muß!

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Valentine

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #14 am: 12. März 2009, 12:32:18 »

Mariam wird 1959 in der Nähe von Herat in Afghanistan geboren, in der winzigen Hütte, die ihre Mutter bewohnt, seit sie von ihrem Dienstherrn schwanger geworden ist. Die uneheliche Geburt ist ein Makel, der Mariam für immer anhaften wird. Mit kindlicher Liebe hängt sie an ihrem Vater, der sie zwar immer wieder besucht, sich aber, wie sie später erkennen muss, nicht wirklich um sie kümmern will. Mit fünfzehn wird sie nach Kabul geschickt und mit Rasheed verheiratet, einem Jahrzehnte älteren verwitweten Schuhmacher, der von ihr nur eins will: einen Sohn.

Dort lebt ganz in der Nähe die kleine Laila mit ihrer Familie, Tochter eines Professors, dem die Ausbildung von Mädchen sehr am Herzen liegt, und einer Mutter, die nicht viel auf die alten Konventionen gibt und darum auch keine Burka trägt. Ihr bester Freund ist Tariq, der durch eine Landmine ein Bein verloren hat. Mit ihm teilt sie ihre großen und kleinen Geheimnisse, ihn liebt sie schon als kleines Mädchen über alles Doch als in Afghanistan Krieg ausbricht, ziehen Lailas Brüder in den Dschihad, gibt es Raketenangriffe, ändert sich das Leben von Grund auf.

Nach einigen schweren Schicksalsschlägen kreuzen sich die Wege von Mariam und Laila auf eine Weise, die beide nie so erwartet hätten …

Nach dem wunderbaren „Drachenläufer“ wieder ein mitreißendes Buch über Afghanistan, das Land, das über zwei Jahrzehnte lang von Unruhen und Kriegen geplagt war, über das Leid der Bevölkerung, für die Hunger, Verletzungen und Tod beinahe Alltag geworden sind, über unvorstellbare Zustände in der medizinischen Versorgung und in der Gesellschaftsordnung, über Fanatismus und Zwangsehen und nicht zuletzt über zwei sehr unterschiedliche Frauengestalten, die oft Stärke zeigen, obwohl sie innerlich vor Kummer und Schmerz vergehen möchten.

Das Buch entwickelt einen starken erzählerischen Sog. Je weiter die Handlung fortschreitet, umso weniger möchte man es aus der Hand legen. Obwohl – oder vielleicht gerade weil - das Leben, das da beschrieben wird, so unglaublich grausam und hart ist, hofft man mit Mariam und Laila auf ein Ende des Schreckens, auf einen kleinen Hoffnungsschimmer. Khaled Hosseini schreibt sehr emotional, ohne in Kitsch abzudriften, und ruft uns nach seinem Erstlingsroman erneut ins Bewusstsein, was in seinem Heimatland in den letzten Jahrzehnten geschehen ist – viel eindrucksvoller, als das Nachrichtenbilder je könnten.

5ratten
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
George Eliot: Middlemarch