Mein Buch-Fazit als Ergebnis der gleichen Leserunde soll auch nicht fehlen, obwohl ich mich mit dem abschließenden Kommentar etwas schwer getan habe. Deshalb muß ich etwas ausholen und auf meinen „Dreisprung“ zurückkommen. Normalerweise gibt es drei mögliche Gründe, warum ich ein Buch gerne zu Ende lese, von denen gerne alle oder zwei in Kombination auftauchen dürfen, mindestens einer aber muß:
1. Es gibt am Plot etwas, das mich fesselt. Das ist z. B. der Fall, wenn es einen besonderen Witz hat, der mich anspricht, oder weil es einfach spannend und abenteuerlich ist, oder weil es ein gut recherchierter historischer Roman ist (da bin ich etwas empfindlich, ich prüfe Sachverhalte auch gerne mal nach, wenn sie nicht so in mein Spezialgebiet fallen).
2. Die Charaktere sind so ausgestaltet, daß mich einfach interessiert, was aus ihnen wird, wie sie sich in verschiedenen Situationen verhalten, wie sie sich als Persönlichkeiten weiter entwickeln.
3. Ich kann mich am Ende des Buches weder an Handlung noch an Personen richtig gut erinnern, weil mich die Sprache einfach mitgerissen hat.
Wenn ich das auf
Projekt Sakkara anwende, komme ich für mich zu folgendem Ergebnis:
1. Wie sandhofer auch schon schrieb, war doch einiges vorhersehbar – zu vorhersehbar, um noch spannend zu sein. Ein paar falsche Fährten mehr hätten es gerne sein dürfen. Und so richtig abenteuerlich wurde es auch erst zum Ende hin in Sakkara. Die Parallelerzählung zwischen den 1940er Jahren und 2006 ist zwar am Ende nachvollziehbar, aber zwischendurch habe ich mich schon manches Mal gefragt, warum ich das alles quasi doppelt lese. Hier wäre weniger vielleicht auch mehr gewesen. Und auch die Auflösung zu den Beweggründen der diversen Geheimgesellschaften war mir etwas zu dünn.
2. Die beiden Hauptpersonen wirkten auf mich unglaubwürdig. Das liegt, vereinfacht formuliert, in einem Fall an etwas, das ich einfach „Dämlichkeit“ nennen würde, im anderen an einer übertriebenen Wissensbreite und -tiefe.
3. Zwar ist sprachlich nichts zu bemängeln (außer den vielen Druckfehlern, aber wie das zustande gekommen ist, hat Andreas erklärt und das werfe ich ihm daher auch nicht vor), aber es war eben auch nicht so außergewöhnlich, daß ich darüber den Rest des Buches hätte vergessen können.
Insgesamt führte das dazu, daß ich das Buch immer problemlos zur Seite legen konnte, und ohne die Leserunde hätte ich das Buch wahrscheinlich auch nicht zu Ende gelesen. Im Gegensatz zu anderen Büchern liegt das – trotz des oben Gesagten – aber
nicht daran, daß ich es absolut für schlecht halte, es war nur definitiv nicht das richtige Buch für mich. Ob das „nur“ an meiner persönlichen Erwartungshaltung auf Grund der Kurzbeschreibung lag oder ob die Unkenntnis des Vorgängerbandes dabei eine (wesentliche) Rolle gespielt hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kenne aber Leute, denen ich auf Grund ihrer sonstigen Lektüre
Projekt Sakkara uneingeschränkt empfehlen würde, und das ist doch immerhin auch etwas. Vor diesem Hintergrund vergebe ich dann mal indifferente

Schönen Gruß,
Aldawen