

Der kleine Muana lebt bei seiner Iyo, seiner Großmutter in einem Dorf in Kamerun. Er erzählt in der Ich-Form von seinen Erlebnissen, den Vorkomnissen im Dorf und vor allem von den Gesprächen mit Iyo. Viel geschieht eigentlich nicht, und doch eine ganze Menge. Muana, zu Beginn des Buches vermutlich 4-5 Jahre alt, in den letzten Kapiteln 8, versucht, sie - und damit seine Welt - zu verstehen und fragt dazu immer wieder seine Iyo, die ihm manchmal verständlich, manchmal unverständlich und manchmal gar nicht antwortet.
Dabei ist interessant zu merken, wie sich spezifisch afrikanische und allgemein menschliche Fragen vermischen, was den Zugang zum Buch sehr erleichtert. Parallellen zwischen den Geschehnissen im kamerunischen Dorf und meinem deutschen Heimatdorf - und noch mehr mit dem meiner Mutter, die eine Altersgenossin Bebeys ist - sind unübersehbar, und die Fragen, die ein neugieriges Kind bei dem Versuch, sich ein Bild von seiner Welt zu machen stellt, sind wohl in der ganzen Welt dieselben.
Dies hat einen ziemlichen Charme, der allerdings manchmal eine Grenze überschritt und bei mir ein genervtes "Ach, wie süß"-Augenrollen hervorrief. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Saint-Exupérys "Kleinem Prinzen" drängte sich mir dabei auf.
Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, muss aber ein wenig am Stil herummäkeln. Zum Teil liegt das an meiner Abneigung gegen kurze, unvollständige Sätze, die hier aber zum Glück nur am Anfang vermehrt auftraten. Zum anderen störte mich die Verwendung der Tempi. Weitgehend ist der Präsens als Erzählzeit gewählt, was zur Erzählperspektive aus den Blick des Jungen passt, aber einen doch sehr kindlichen Stil zur Folge hat, zu dem dann aber wiederum einzelne Formulierungen nicht passen. Ab und zu mischt sich auch der erwachsene Erzähler ein und kommentiert aus seiner Sicht die Geschehnisse. Das gibt einerseits eine notwendige Erweiterung der Perspektive, andererseits wird aber stilistisch nicht immer ganz deutlich, ob der alte Mann oder der kleine Junge sprechen.
Was mich aber noch mehr störte, war die in diesen Passagen sich ändernde Erzählzeit, die auf eine sonderbare Art zwischen Imperfekt und Perfekt schwankte und mich immer wieder irritierte. Es mag sein, dass dies eine Eigenheit der französischen Sprache ist (dasselbe Phänomen bemerkte ich auch in einem anderen kürzlich gelesenen französischen Buch), gehört meiner Meinung nach in einer deutschen Übersetzung aber geändert.

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