Der dritte Teil - und ich hätte bis vor einer guten Woche noch nicht einmal geglaubt, dass ich EINE Seite eines Stephenie Meyer Buches lese... Tja, es ist und bleibt für mich ziemlich gut gemachte Unterhaltung! Während im ersten Teil das Verliebtsein im Vordergrund steht, im zweiten der Verlust und die Trauer - aber auch echte Freundschaft, so ist dieser Teil nun von beidem geprägt: von großen Gefühlen für die Liebe des Lebens und ebensolchen für den allerbesten Freund. Doch wie lassen sich solch innige Gefühle vereinbaren? In "Bis(s) zum Abendrot" geht es um mehrere zwischenmenschliche Beziehungen, nicht nur um 'die eine', es geht um Selbstzweifel, Zukunftsangst und die schwierige Entscheidung, wie man sich von den geliebten Eltern verabschieden könnte und müsste...
Edward wird großherziger, bemerkt, dass er seiner Bella auch Freiheiten lassen muss, wenn er sie wirklich behalten möchte - und Jacob erkennt darin seine eigene Chance. Bemerkenswert fand ich die neuen Tendenzen im Rudel und die innere Stärke der Cullens, wenn es um ihr menschlich(st)es Familienmitglied geht...
Wie in jedem Band bislang gibt es nach ein paar hundert Seiten den Quasi-Showdown, sprich die Gefahr für Bella und die Lösung durch ein immer größer werdendes Team. Diesen Part fand ich dieses Mal besonders gelungen - vor allem weil er sehr spannend war! Und dann gibt es ja anschließend auch noch die ein oder andere romantische Szene...
Insgesamt kam mir dieser dritte Teil nun als sehr ausgewogen vor und deshalb steht er im Vergleich mit seinen Vorgängern in keinem Fall zurück! Obwohl... dieses Mal hat die Autorin Stephenie Meyer weniger an meine Teenagererinnerungen angeknüpft - irgendwann zu Beginn dieses Teils ist das bei mir gekippt: ich war einfach nur noch gespannt, was weiter passiert und steckte komplett im Sog der Story.
FAZIT: Mehr Spannung, mehr Geschwindigkeit, dafür weniger Romanze und weniger Andocken an eigene Erinnerungen. Trotzdem hat das meiner Lesefreude mit der Twilight-Saga keinerlei Abbruch getan!

PS. Auch diesen Band kann ich nicht völlig kritikfrei sehen - Nimue hat da den Hauptpunkt Bevormundung schon angesprochen. Aber inzwischen habe ich es akzeptiert, dass es - je nach Belieben - entweder an den Grundeinstellungen Stephenie Meyers oder aber an der Zeit von Edwards Sozialisation, Charlies Vatergefühlen und Jacobs Werwolf-Instinkten liegen könnte.
