Huhu!
Meine Enttäuschung steigt leider auch mit dem dritten Band der Sookie Stackhouse Reihe wieder. Vielleicht wird's ja aber später noch besser?!

Meine Meinung:Sookies Hilfe wird wieder verlangt und diesmal in wichtiger Mission, ihren Liebsten, ihren Bill zu retten - falls er noch zu retten ist.

Dass sie dabei Hilfe von Werwöflen, Eric und dem König von Mississippi braucht, würzt die Geschichte ein wenig.
Gleich zu Beginn konnte man schon Charlaine Harris' Absicht durchschauen. Zumindest ich und ich bin eigentlich eher blind was die versträuten Tipps von Autoren angeht, die auf spätere Geschehnisse hindeuten.
Was mich wirklich gestört hat war die Darstellung von Sookie. Sie war im ersten Band eine so liebenswerte Person, sie war selbstbewusst und ein bisschen gequält von ihrer Gabe, aber man konnte sich gut mit ihr identifizieren und mit ihr mitfiebern. Inzwischen ist sie in meinen Augen zu einer etwas dümmlichen Nackenbeißer-Heldin geworden. Jeder, aber auch wirklich jeder Mann, der nicht gerade ein Quasimodo ist, wirkt auf sie anziehend. Man könnte sagen, sie hatte so lange kein Sexleben, dass sie jetzt alles aufholen möchte, aber ich bin von solchen Mädchen sowohl im echten Leben als auch in Büchern nur genervt. Alles anspringen zu wollen, was beine und männliche Geschlechtsorgane hat, ist einfach nichts, was für guten Geschmack spricht. Und in diesem Band war diese Tendenz wirklich extrem.
Außerdem wird Sookie, an deren Intelligenz ich eigentlich nicht zweifle, als leicht dämlich dargestellt. Jedesmal, wenn ein "schwieriges" Wort verwendet wird, muss sofort darauf hingewiesen werden, dass Sookie dieses Wort nur aus ihrem "Word-a-Day" Kalender kennt.

Was soll das? Sie ist doch eine eigenständige, intelligente Frau.
Aber gut, nun zur Handlung: Auch diese wird zunehmend dünner. Die Bill-Rettungsaktion hat zwar gleich am Anfang viel Spannung reingebracht, artet dann aber in etwas aus, das mich auch eher an die Bücher, mit den bunten Covern und halbnackten Männer erinnert. Außerdem wird mir das alles ein bisschen zu girly, zu mädchenhaft. Ich will nicht seitenlang darüber lesen, welche genaue Farbe Sookies Fingernägel haben und wie genau ihre Haare drapiert wurden, damit sie Vampiren und Werwölfen den Atem rauben kann. Auch die Detektivgeschichte, bzw. das Rätsel, dessen Lösung erst ganz am Ende rauskommt, war - kurz gesagt - lahm.
Einziger Lichtblick für mich ist wieder mal Eric, der mit jedem Band interessanter wird.
Trotz all dieser Mankos kann ich nicht sagen, dass das Lesen gar keinen Spaß gemacht hätte. Harris schreibt flüssig und es flutscht, sozusagen. Aber dass Charaktere, die ich so gerne mochte, mir so gewaltig auf die Nerven gehen können, hätte ich nicht gedacht. Naja. Ich vergebe daher

Liebe Grüße,
Wendy