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Autor Thema: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke  (Gelesen 5904 mal)

Cait

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Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« am: 29. Juli 2007, 16:02:13 »

   Verlag: Lübbe
ISBN: 3-404-15713-3
Seiten: 813
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 08.2007

London, 1852

Zwei junge Frauen treten die Reise nach Neuseeland an. Es ist der Aufbruch in ein neues Leben – als künftige Ehefrauen von Männern, die sie kaum kennen. Die adlige Gwyneira ist dem Sohn eines reichen „Schafbarons“ versprochen, und die junge Gouvernante Helen wurde als Ehefrau für einen Farmer angeworben. Ihr Schicksal soll sich erfüllen in einem Land, das man ihnen als Paradies geschildert hat. Werden sie das Glück und die Liebe am anderen Ende der Welt finden?
Ein fesselnder Schmöker über Liebe und Hass, Vertrauen und Feindschaft und zwei Familien, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist. ...

Meine Meinung

Gwyneira, die Tochter eines englischen Lords aus Wales, wird in Neuseeland von ihrem zukünftigen Ehemann, dem Sohn eines „Schaf-Barons“, erwartet. Helen, die Gouvernante eines englischen Kaufmannes aus London antwortet auf eine Heiratsanzeige eines neuseeländischen Gentlemans und beabsichtigt, diesen zu heiraten.  Gwyneira und Helen könnten unterschiedlicher nicht sein. Und so unterschiedlich die beiden sind, so unterschiedlich sind auch ihre Vorstellungen von Neuseeland und ihrem neuen Leben. Gwyneira erhofft sich Abenteuer und ein Pionierleben, Helen erwartet einen geordneten Haushalt und einen höflichen Gentleman, der in Neuseeland zu Wohlstand gekommen ist. Bei ihrer mehrwöchigen Überfahrt lernen sich die beiden Frauen kennen und werden trotz ihres Standesunterschiedes zu engen Freundinnen. Was sie beide in Neuseeland tatsächlich erwartet, ernüchtert beide sehr schnell und ihre Freundschaft wird umso wichtiger, allerdings auch nicht einfacher…

Sarah Lark ist ein wunderschöner Roman über die ersten Siedler Neuseelands und zwei Frauen gelungen, die versuchen das Beste aus ihrer Situation in einem neuen Land zu machen. Wer bedeutende historische Hintergründe erwartet, wird leider enttäuscht werden. Denn in das Genre der historischen Romane kann man „Im Land der weißen Wolke“ nicht einordnen. Vielmehr ist dieses Buch die Familien-Saga zweier verfeindeter Familien, die über zwei Generationen erzählt wird. Man erfährt einiges über Schaf-, Pferde- und Hundezucht. Natürlich fehlen die Maoiris nicht und ich finde, Sarah Lark hat genau die richtige Mischung hinbekommen, nicht zu viel über die Eingeborenen und nicht zu wenig. Man bekommt einen guten Eindruck, aber keine Lehrstunde.
In kleinen Abstechern wird der Leser mit dem abscheulichen Wal- und Robbenfang und der Goldsuche konfrontiert. Im Vordergrund allerdings stehen Helen und Gwyneira und deren Leben. Sarah Lark hat es geschafft, einen sehr spannenden und vor allem nicht mehr loslassenden Roman über diese so unterschiedlichen Frauen und ihrem nie enden wollenden Kampfgeist zu schreiben. So schwierig sich deren Leben immer wieder gestaltet, so energisch gehen sie an die neue Herausforderung an. Es ist ein Roman über starke Frauen, lebenslange Freundschaft, Liebe und natürlich das Überleben in einem kaum besiedelten Land.

Die Figuren haben mir in ihrer Ausgestaltung alle sehr gut gefallen. Sie haben Tiefe, sind facettenreich und äußerst lebendig. Allerdings hätte ich mir ab und an gewünscht, mehr in das Innerste der Hauptfiguren sehen zu können, ein wenig mehr über ihre Gedanken und Gefühle zu erfahren. Ich habe zwar mit ihnen mit gefiebert, mich mit ihnen gefreut, Ängste ausgestanden und jede Situation voller Anteilnahme miterlebt, aber es viel mir am Ende nicht allzu schwer mich von ihnen zu verabschieden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich doch insgeheim auf eine Fortsetzung hoffe.

Besonders schön finde ich, dass der Roman gut ohne großes Liebesgesäusel auskommt. Natürlich findet die Liebe ihren Platz in diesem Buch, aber in einem sehr schönen Rahmen und ohne, dass es kitschig oder vorhersehbar wirkt. Insgesamt ist die Handlung meistens voller Überraschungen und selten vorhersehbar. Fast jedes Mal, wenn ich meinte, ich hätte eine Ahnung davon wie es weitergeht, wurde ich durch eine andere Wendung überrascht. Oft hatte ich ein ungutes Gefühl, ohne zu wissen warum, und fast immer bestätigte sich dieses Gefühl kurz darauf durch eine bedrohliche Situation oder ein Ereignis. Sarah Lark scheut nicht vor hässlichen Episoden und Charaktereigenschaften zurück, was dem Roman sehr viel Glaubwürdigkeit verleiht, auch wenn ich wirklich teilweise sehr entsetzt war. Aber, so muss es sein.
Leider kam mir Helen manchmal ein wenig zu kurz. Zugegeben, Gwyneiras Leben gibt mehr zum Erzählen her, hat mehr Potential, dennoch hätte ich gern ein wenig mehr über Helen erfahren. Denn ich finde, sie hat eindeutig das schwerere Los gezogen.
Das Leben der Maoris ist sehr schön eingeflochten, nicht nur ihre andere Lebensauffassung, sondern auch ein wenig ihrer Sprache und Essgewohnheiten finden einen Platz in diesem Roman. Der Autorin ist es gelungen, das angepasste Leben der Eingeborenen so einzubinden, dass es ohne jegliche Wertung ihrerseits bleibt.

Sarah Lark hat eindeutig das Talent, den Leser zu fesseln und vor allem zu überraschen. Ich erwarte gespannt ihren neuen Roman, an dem sie derzeit schreibt. Vielleicht habe ich Glück und es ist eine Fortsetzung um Helen und Gwyneira…

Meine Bewertung

4ratten  :marypipeshalbeprivatmaus:
« Letzte Änderung: 29. Juli 2007, 16:13:49 von Cait »
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Melli

apassionata

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #1 am: 29. Juli 2007, 16:14:47 »

Wow.
Danke Cait für diese wirklich umfassende und sehr informative Rezi.
Ich habe es sogleich auf meine Wunschliste gepackt.  :zwinker:

Grüssle
      Marion  :winken:
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Cait

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #2 am: 29. Juli 2007, 16:20:44 »

Mittlerweile habe ich auch herausgefunden, dass "Im Land der weißen Wolke" tatsächlich der Auftakt einer Trilogie ist.  :klatschen:
Ich hoffe, Dir gefällt das Buch auch so gut wie mir!  :winken:

LG
Melli
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Tolpan

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #3 am: 29. Juli 2007, 16:24:35 »

Seitdem ich gelesen habe, wo das Buch spielt, juckt es mir so verdammt in den Fingern!  :schwitz:
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Cait

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #4 am: 29. Juli 2007, 16:26:24 »

Tolpan, gib dem Drang nach, ich hab bisher nur Gutes über das Buch gelesen.  :zwinker:
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Melli

Tolpan

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #5 am: 29. Juli 2007, 17:41:05 »

Ich werde dem Drang sicher nachgeben ...
... fragt sich nur wie lange ich noch stark bleibe.  :breitgrins:
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Siri

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #6 am: 29. Juli 2007, 17:44:23 »

Hallo !
Ich werde dem Drang sicher nachgeben ...
... fragt sich nur wie lange ich noch stark bleibe.  :breitgrins:

Ich lese gerade das Buch und ich würde dem Drang schnell nachgeben , denn es lohnt sich .
Man taucht sofort ein ins Geschehen und meinen Liebling hab ich auch schon .
Ein tolles Buch das auch gleich Urlaubssehnsüchte wekt .

Liebe Grüße Siri
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(André Malraux )

apassionata

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #7 am: 29. Juli 2007, 20:32:24 »

Seitdem ich gelesen habe, wo das Buch spielt, juckt es mir so verdammt in den Fingern!  :schwitz:

Ja, ich glaube bei mir ist es mit der Wunschliste nun auch nicht mehr getan.
Werde wohl morgen gleich den Buchhändler meines Vertrauens anruften müssen.  :zwinker:

 :winken:
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Leen

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #8 am: 03. August 2007, 17:41:13 »

Hallo  :winken:

Ich habe das Buch bereits letztes Jahr als Leseexemplar gelesen und empfehle es jedem meiner Kunden weiter *smile* .. habs heute erst wieder verkauft *grins*

Leider hab ich damals keine Rezension geschrieben und kann mich jetzt nicht mehr an alles erinnern, aber was mich am meisten fasziniert hat waren die Landschaftsbeschreibungen, man hatte das Gefühl mitten in der Landschaft zu stehen und zuzusehen. Ich liebe solche Bücher und deswegen hatte ich es damals regelrecht verschlungen und bedauert, dass es erst jetzt erschienen ist.

MfG Leen
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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #9 am: 09. Januar 2008, 23:20:29 »

So, nun werde ich mich auch mal versuchen.


Im Land der weißen Wolke von Sarah Lark

Klappentext
London, 1852: Zwei junge Frauen treten die Reise nach Neuseeland an. Es ist der Aufbruch in ein neues Leben - als künftige Ehefrauen von Männern, die sie kaum kennen. Die adlige Gwyneira ist dem Sohn eines reichen "Schafbarons" versprochen, und die junge Gouvernante Helen wurde als Ehefrau für einen Farmer angeworben. Ihr Schicksal soll sich erfüllen in einem Land, das man ihnen als Paradies geschildert hat. Werden sie das Glück und die Liebe am anderen Ende der Welt finden?

Ein fesselnder Schmöker über Liebe und Hass, Vertrauen und Feindschaft und zwei Familien, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist.

Meine Meinung:
Die junge und wohlerzogene Gouvernante Helen arbeitet in einem angesehenen Hause eines reichen Kaufmannes als Hauslehrerin für dessen Kinder. Trotzdem sieht sie keinerlei Zukunft für sich und ist von der schleichenden Sehnsucht nach einer eigenen Familie und einem Hausstand innerlich soweit getrieben, das sie eines Tages ein sehr unkonventionelles Angebot der Kirchengemeinde zur Vermittlung heiratsfähiger Frauen auf die ferne und noch sehr unbekannte Insel Neuseeland in Betracht zieht. Ein erster, liebevoll geschriebener Brief lässt sie dann auch spontan zusagen und so bereitet sich Helen auf eine große Fahrt vor, ohne eigentlich genau zu wissen, was sie in dem fernen Land erwartet.
Zusammen mit sieben Waisenkinder, dessen  Betreuung ihr mitangetragen wurde, lernt sie auch die sehr temperamentvolle und adelige Gwyneira kennen. Gwyneira, Tochter aus guten Hause ist ebenfalls auf den Weg geschickt um auf der Insel den Sohn eines Schafbarons zu ehelichen.
Die Schicksale aller nehmen ihren Lauf...

Für mich waren es wundervolle 813 Seiten oder noch besser gesagt, das Lese-Highlight in diesem Jahr.
Sarah Lark hat es köstlich verstanden auf herzanrührende Weise die verschiedenen Schicksale ineinander zu verweben.
Und so stand ich als Leser mitten drin.
Es war einfach fesselnd zu lesen, wie diese so unterschiedlichen aber auch starken Frauen auf kämpferische Weise
versuchten das Beste aus ihrer Bestimmung herauszuholen.
Leicht zu lesen und die einzelnen Charaktere dermaßen gut nähergebracht konnte ich dieses
Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Unterhaltsam und spritzig lud es zwischendurch immer wieder zum Schmunzeln ein,
genauso wie ich ein andermal der Verzweiflung und des Bangen immerwieder nahe war.
Mit wundervollen Bildern geschmückt und immer wieder spannend kann ich diese herrliche Familiensaga nur weiterempfehlen.

Deshalb von mir:   5ratten

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Heimfinderin

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #10 am: 10. Januar 2008, 00:12:39 »

Na, das ist doch vielversprechend! Ich habe das Buch auf der Liste meiner SUB-Wettbewerbsbücher und kann mich ja jetzt schon auf die Lektüre freuen.  :smile:
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Annabas

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #11 am: 23. Januar 2008, 22:45:28 »

Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke

Der erste Satz: Eine Zeitungsanzeige
„Die anglikanische Kirche in Christchurch, Neuseeland, sucht ehrbare, in Haushalt und Kindererziehung bewanderte junge Frauen, die interessiert sind, eine christliche Ehe mit wohl beleumundeten, gut situierten Mitgliedern unserer Gemeinde einzugehen.“

Inhalt:
England 1852.
Die 27-jährige Gouvernante Helen Davenport und die junge, adelige Gwyneira Silkham treffen sich auf der Überfahrt nach Neuseeland. Beide haben sehr unterschiedliche Gründe für die Auswanderung:
Helen hat sich auf eine Anzeige hin als Ehefrau für einen „Gentlemanfarmer“ beworben, da ihre Aussichten, in England eine Familie zu gründen, an ihrem Alter und mangelndem Vermögen zu scheitern beginnen.
Gwyneira dagegen kommt aus einer wohlhabenden Familie und wurde von ihrem Vater, einem walisischen Schafzüchter, dem Sohn eines neuseeländischen „Schafbarons“ versprochen.
Da beide ein ähnliches Schicksal teilen – sie fahren in ein unbekanntes Land, um einen Unbekannten zu heiraten – freunden sie sich schnell an.
In Neuseeland angekommen, müssen sie sich der Realität stellen, denn weder bei Helen noch bei Gwyneira stimmen Vorstellung und Wirklichkeit überein. Doch beide nehmen ihr gewähltes Leben auf und erhalten sich auch über lange Jahre ihre Freundschaft, trotz unterschiedlicher Lebensumstände und alter Familienfehden.
Auch die nächste Generation, die Kinder von Helen und Gwyneira, müssen sich mit den familiären Gegebenheiten auseinandersetzen. Zusätzlich verschärfen sich die Probleme mit den eingeborenen Maoris, die Anspruch auf ihr altes Land erheben.
Die Konflikte beginnen sich zuzuspitzen ...

Meine Meinung:

Die Figuren in diesem Buch sind lebendig und sympathisch gezeichnet, man kann sie sich auch ohne lange Beschreibungen genau vorstellen. Es macht Spaß zu lesen, wie sich die Freundschaft zwischen der energischen Gwyneira und der ruhigen Helen entwickelt und auch wie wichtig sie wird für das Leben in einem wenig erschlossenen Land. Auch viele der Nebenfiguren sind völlig eigenständig charakterisiert, so dass man sich alles zusammengenommen ein plastisches Bild von der damaligen neuseeländischen Gesellschaft machen kann. Ganz nebenbei erfährt man auch ein paar Details über die Besiedlung von Neuseeland, ich wusste z. B. gar nicht, dass die so ganz anders ablief als die Besiedlung vom benachbarten Australien.
Sarah Lark gelingt es, dass man die Geschehnisse um Helen und Gwyneira buchstäblich selbst erlebt – ihre Hoffnungen, Enttäuschungen, ihr Mut und ihre Verzweiflung, man begleitet sie durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens.
Was mir auch gefallen hat: die Autorin bezieht keine Position. Die Ereignisse (gut oder schlecht) und ihre Folgen werden von ihr wertfrei beschrieben und der Leser kann selbst entscheiden, wie er oder sie dazu stehen will. Man fühlt sich beim Lesen nicht bedrängt.
Es fehlt auch nicht an spannenden Szenen, besonders zum Ende hin wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ein paar Schwächen gibt es aber doch: Mir waren Helen und Gwyneira vom Charakter her etwas zu duldsam, ich hätte mir gewünscht, dass sie mal ordentlich auf den Tisch hauen. Aber vermutlich ist die Zurückhaltung und das Ausharren der beiden realistischer für die damaligen Verhältnisse, bei denen man sich als Frau doch sehr an die gängigen Konventionen halten musste.
Auch war mir die sehr ausführliche Beschreibung des Schicksals von Lucas, Gwyneiras Ehemann, zu lang. Hier habe ich doch ein paar Seiten überblättert.

Trotzdem: Mit über 800 Seiten ist dieses Buch ein schöner Schmöker für lange Abende.

4ratten
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:blume:   "Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten." Rabindranath Tagore (1861-1941)
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Heimfinderin

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #12 am: 09. Februar 2008, 19:18:24 »

Ich habe das Buch gestern abend angefangen und bin bis Seite 92 gekommen. Mir gefällt es bis jetzt sehr gut, man kommt sofort gut rein und fühlt sich irgendwie gleich mit dabei. Von der Art her scheint es wirklich ein richtig guter Schmöker zu werden,der ein paar entspannte Stunden auf dem Sofa verspricht. Aber ich wurde auch gleichzeitig sofort neugierig auf Neuseeland, das bisher in Büchern, die ich gelesen habe, kaum oder sogar gar kein Thema war. Deshalb bin ich dann doch vom Sofa wieder aufgestanden, um mal ein bisschen was über die Geschichte Neuseelands nachzulesen. Der Vertrag von Waitangi ist wohl das, von dem der Schafbaron dem Vater von Gwyneira über das Zusammenleben mit den Einheimischen erzählt hat, nehme ich an. Und der Artikel über die Neuseelandkriege in der Zeit lassen noch einiges befürchten.

Bisher finde ich die Beschreibungen der beiden Frauen sehr interessant, denn sie sind wirklich sehr unterschiedlich und diese Gegensätzlichkeit kann man in den jeweiligen Kapiteln sehr gut spüren finde ich. Gwyneira liest sich irgendwie "lebhafter" und die Passagen mit Helen empfinde ich beim Lesen immer irgendwie "langsamer". Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Zusammentreffen der beiden.

Gut finde ich bisher auch, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Ich musste schon lachen, als Gwyneira ihren alten Schwager und die Kinderlosigkeit des Paares mit dem notwendigen Aussortieren der Zuchtschafe ihres Vaters verglich.  :breitgrins:
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Elaine

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #13 am: 09. Februar 2008, 20:13:10 »

Das Buch wartet auch noch in meinem Sub darauf, dass ich es lese. Habe garnicht gewusst, dass eine Trilogie ist?  :redface:
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Aldawen

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Re: Sarah Lark - Im Land der weißen Wolke
« Antwort #14 am: 09. Februar 2008, 20:19:13 »

Gestern bin ich nicht so recht zum Lesen gekommen, aber inzwischen etwa genauso weit wie Du, Heimfinderin. Bei den Beschreibungen der jeweiligen äußeren Vorzüge von Helen und Gwyn hätte ich normalerweise wohl leichten Schüttelfrost bekommen und das Ganze als drohende „Liebesschnulze“ beiseite gelegt. Aber nach den vielen schwierigen Leben, mit denen ich mich in den letzten Büchern auseinandergesetzt habe, bin ich jetzt gerade in der genau richtigen Stimmung für auch ein bißchen Herz-Schmerz.  :breitgrins:

Helens Entscheidung ist für mich absolut nachvollziehbar, ich nehme aber an (schließlich muß auf so viel Seiten auch noch etwas Dramatisches passieren), daß sich der gute Howard entweder als ein ganz anderer Typ entpuppt als seine Briefe vermuten lassen, oder daß das junge Glück früh beendet wird. Gwyneira finde ich einfach klasse, das Mädchen läßt sich bestimmt nicht unterkriegen. Allerdings ist mir der Wunderknabe Lucas unheimlich. Ich hoffe sehr für Gwyn, daß sich Geralds Lobeshymnen über seinen Sohn nicht alle bestätigen. Mit einem feinsinnigen Künstler würde sie wohl kaum glücklich. Andererseits: Wenn Lucas wirklich so ein Typ ist, dann braucht Gerald vielleicht seine zukünftige Schwiegertochter zur Verwaltung des Besitzes, wäre auch keine schlechte Lösung.

Gut finde ich bisher auch, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Ich musste schon lachen, als Gwyneira ihren alten Schwager und die Kinderlosigkeit des Paares mit dem notwendigen Aussortieren der Zuchtschafe ihres Vaters verglich.  :breitgrins:

Darüber habe ich auch gelacht, ich sag ja: Gwyneira ist klasse. Auch wie sie mit ihrem Vater umspringt, als der ihr das Kartenspiel und seine Folgen beichtet fand ich für eine Siebzehnjährige bemerkenswert abgeklärt.

Schönen Gruß,
Aldawen
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Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika