Na ja, die tödlichen Heiligen, wie es zuerst übersetzt wurde, passt nunmal nicht

Es geht schon um die Heiligtümer des Todes, auch wenn das im Deutschen etwas merkwürdig klingt.
Meine Meinung:
Harry Potter an the Deathly Hallows - ich überlege immer noch, wie ich in Worte fassen soll, wie es mir gefallen hat.
Es gab viel, was man - durch aktives Lesen der vorherigen Bände und durch logisches Kombinieren - erwartet hat und dagegen wenig, was unerwartet kam. Das macht aber nix, denn spannend ist es trotzdem

Gestört hat mich allerdings, dass sie einige Dinge gegen Ende hat "unter den Tisch" fallen lassen.
Ginny wirkt wie ein kleines Kind, sie hat nicht die Hälfte der Kraft und Willensstärke, die in den vorherigen Bänden deutlich wird. Schade, ich hätte ihr eine passendere Rolle im Buch gegönnt.
Die Patenrolle, die Harry für den Sohn von Tonks und Lupin hat, wäre doch wohl vor dem Hintergrund von Harrys eigener Kindheit ein paar Sätze mehr Wert gewesen als "er kommt 4 mal in der Woche zum Mittagessen".
Wie geht es George, nachdem er seinen Zwilling verlorgen hat? Die Reaktion von Percey und Ron wird beschrieben, aber nicht die von George. Nicht ein Satz dazu ...

Mit dem Epilog wollte sie sich wohl absichern, dass sie wirklich nicht noch einen Band schreiben "muss" - mir war er zum Teil etwas zu kitschig, aber das ist ja geschmackssache :D
Der Kritik aus der NZZ kann ich mich dagegen nicht anschließen.
Die Autorin schreibt, Rowlings würde "munter morden" - das sehe ich deutlich anders.
Mad Eye wird betrauert, Dobby natürlich um so mehr, da er mit Harry stärker verbunden ist und "unschuldig" in diesem Krieg steckt.
Die Toten aus der Schlacht in Hogwarts werden ebenfalls von ihren Familien betrauert (da jedoch: siehe oben).
Man merkt deutlich: es tobt eine Schlacht, die nicht unterbrochen werden kann, sondern die Lebenden und müssen beschützt und die Zukunft gerettet werden.
Zu Snape:
Auch hier muss ich sagen, finde ich es etwas kurz abgehandelt, da nichts über seine Schulleitung ausgesagt wird.
Ich hätte mir mehr gewünscht, als der versteckte Hinweis durch die "Strafe" für Luna, Ginny und Neville, im verbotenen Wald zu arbeiten.
Er mutiert so nur dank seiner Geschichte vom Saulus zum Paulus und das finde ich etwas arg dürftig - auch wenn er meine absolute Lieblingsfigur hier ist - ein paar Sätze hätte sie ihm schon gönnen können, denn schließlich stellt sie ihn auch so dar, dass er Harry immer extrem gerne gemocht hat - das wirkt so schon wieder leicht unglaubwürdig.
Alles in allem würde ich sagen, ist das Buch ein würdiger Abschluss für die Reihe, die als Kinderbuch beginnt und als Buch für Erwachsene oder Teenager endet. Harry Potter und der Leser sind zusammen gewachsen (in beiderlei Hinsicht

).
Es ist kein Thriller (denn seien wir ehrlich, das Gute gewinnt immer

) und es will auch keiner sein.
Es ist eine Serie für Leser, die auf phantasievolle Weise unterhalten werden möchten, die sich auf die Welt von Harry Potter einlassen wollen und können, ohne alles dreizehnmal zu hinterfragen, auf Kontinuitätsfehler überprüfen oder mit der Lupe auf Ungenauigkeiten schauen. Manchmal muss man über sowas einfach hinweg sehen, auch wenn es etwas ärgert.
Das, was Rowlings meiner Meinung nach definitiv am besten kann und was die Serie ausmacht, ist die absulut zutreffende Beschreibung von menschlichem Verhalten - vor allem von dem ihrer 3 Hauptpersonen.
Ihre Personen sind nicht perfekt, sie machen Fehler. Das macht die Personen liebenswert und glaubwürdig - und das macht für mich den Reiz der Serie aus.
